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Japanische Kampfkünste Alles über die japanischen Kampfkünste und Kampfsportarten.



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  #1  
Alt 05-12-2004, 16:34
Benutzerbild von nickless
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Kampfkunst: Aikido & Schach
 
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Standard Richtige Atmung

Es wird oft von richtiger Atmung gesprochen, aber wie genau mach ich das?
Ist es die gleiche Atmung, die ich zB. bei der Meditation mache? Also erst in den Bauch atmen, dann mit der Brust und dann mit den Schultern, ausatmen in der gleichen Reihenfolge?
Beim Aikido soll man doch bei den Uebungen ausatmen, waehrend man wirft, geworfen wird...

Das kireg ich schon nicht wirklich auf die Reihe Trick? Uebungen?
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  #2  
Alt 05-12-2004, 17:16
Benutzerbild von Kensei
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Kampfkunst: "Weg der leeren Hand"
 
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Standard

Ich glaub mit richtigem Atmen meint man das Ausatmen beim Blocken, Schlagen, Treten etc. zu mindest im Karate
Da wird jede Aktion mit einem stossartigen Ausatmen beendet.
Wie das nu bei euch im Aikido genau is weis ich net, sollteste mal deinen Trainer fragen...
Eventuell gehts auch einfach um tiefes, regelmässiges ein-und ausatmen während des Kampfes, um nicht ausser puste zu kommen.
Beim Judo kenn ichs noch so, dass die Atmung bei der Fallschule eine rolle spielt also wenn du fällst/dich abfängst kräftig ausatmen, dann spannen sich die Muskeln an und der sturz wird abgefangen.
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  #3  
Alt 05-12-2004, 20:27
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Ja... Tipp. Immer in die Richtung atmen in die du wirfst/hebelst.
Stelle es dir wie ein entspanntes Seufzen vor. Wenn du es visualisieren willst: Nimm die Energie des Gegners auf und stelle sie dir als verbrauchte Luft vor, die sich in der Sammelt. Dann,w enn du wirfst/hebels stellst du dir vor, dass du diese Luft aus deinen Lungen presst und dabei den Gegner auch von dir weg wirfst/hebelst.
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  #4  
Alt 05-12-2004, 20:42
Benutzerbild von Chris bamboozle
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Simpelste Grundregel:

Wenn du geworfen wirst und auf den Boden knallst, dabei ausatmen. Atem anhalten ist fatal

Christian
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  #5  
Alt 05-12-2004, 23:20
Benutzerbild von Eversor
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Allerdings soll man seine Lunge auch nach Möglichkeit nicht vollständig entleeren.
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  #6  
Alt 06-12-2004, 01:08
Benutzerbild von el murcielago
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Zitat:
Zitat von Chris bamboozle
Simpelste Grundregel:

Wenn du geworfen wirst und auf den Boden knallst, dabei ausatmen. Atem anhalten ist fatal

Christian
So bin ich eine Weile gerollt, bis ich hier im Forum gesagt bekommen habe, daß das völlig falsch sei... ich hoffe, ich bekomme dies "abgestellt"!
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  #7  
Alt 06-12-2004, 14:57
Benutzerbild von nickless
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Zitat:
Zitat von Chris bamboozle
Simpelste Grundregel:

Wenn du geworfen wirst und auf den Boden knallst, dabei ausatmen. Atem anhalten ist fatal

Christian
Fatal ?
So mach ich das bis jetzt immer noch... schmerzt ein wenig am Brustkorb beim aufkommen, dachte aber nicht das es daran liegt... werd mich mal mehr darauf konzentrieren

Mit Atmung mein ich nicht nur im Wurf oder Kampf, sondern an sich. Dachte es gaebe so eine Atemregel, wie zB. dass man sets aufrecht stehen, laufen etc. soll. Soetwas was auch und vor allem zuhause verinnerlicht wird. Bin naemlich auch einer von denen die so extrem in sich geschlossen sitzen laufen, mit Kinn auf der Brust. Aber das soll sich noch aendern
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  #8  
Alt 06-12-2004, 19:10
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Für verschiedene Tätigkeiten gibt es unterschiedliche richtige Atmung - generell gilt vielleicht, wenn du viel Kraft auf einmal brauchst - ausatmen. Oder wenn Du Dich beruhigen willst, eher in den Bauch atmen. Aber dass man zum Laufen ne andere Atemtechnik braucht als zum Radfahren oder für Liegestütze ist ja irgendwie klar. Hab mal gehört, die meisten Europäer atmen fast nie in den Bauch - das ist sicher nicht gut, weil einseitig. Ebenso soll man ja nicht immer aufrecht sitzen, sondern möglichst oft die Position wechseln (eben auch mal lungern) - soll besser sein wegen der Abwechslung.

Jo
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  #9  
Alt 06-12-2004, 22:11
Benutzerbild von Chris bamboozle
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Also fatal ist natürlich übertrieben, aber wenn dich einer richtig auf die Matte ballert und du viel Luft in der Lunge hast und diese anhälst, dann vergeht dir wohl schnell die Lust aufs Weiterkämpfen. Mir auf jeden Fall und vielen anderen die ich kenne auch, und das sind keine pussies. ==> Es ist was dran.

Christian
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  #10  
Alt 06-12-2004, 23:55
Benutzerbild von the_ANSWER
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Gewöhn dir ruhig die Bauchatmung an. In den meisten Fällen verlernt man sie, wenn man älter wird. Kleine Kinder machen das ganz automatisch. Wenn du 'ne Weile darauf etwas achtest, geht es irgendwann von ganz allein. Als Hilfe kannst du dir auch einen Gürtel umbinden, der dich daran erinnert. Vorteil ist, dass du wirklich tief ein- und ausatmen kannst und die Organe werden noch leicht massiert.
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Mit freundlichen Grüßen
'Mach weiter, wo andere aufhören.'
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  #11  
Alt 07-12-2004, 09:22
Benutzerbild von Kamikätzchen
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wenn du nen richtig amtlich festen sportBH trägst, geht das mit der bauchatmung von allein...

kannste ja mal ausprobieren
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  #12  
Alt 07-12-2004, 11:41
Benutzerbild von D_Invader
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Standard

hmmm...nein

Mas Oyama sagte einmal, dass wer im Karate nicht richtig zu atmen gelernt hat, nicht mehr können wird als ein paar leere Techniken in der Luft. Atmung ist extrem wichtig und wird von vielen Menschen, auch langjährigen Sportlern, unterschätzt. Ich selbst bin auch erst eine Weile später darauf gestossen, wie man wirklich richtig atmet und bin jetzt gerade dabei, wieder etwas an meiner Atmung zu ändern, mit grossem Erfolg. Atmung ist essentiell für alle Arten von Sport, erst recht für KK.

Wie es gemacht wird wurde hier ja schon genügend erklärt, es ist eigentlich ganz simpel. Bauchatmung, bei Kontraktion (Schläge z.b. oder auch Kraftübungen) ausatmen, jedoch stossartig und nicht einfach gehen lassen. Dabei ist es optimal, wenn sich die Lunge nie ganz füllt und auch nie komplett entleert.

Eine Sache wurde glaube ich noch nicht erwähnt. Im Kyokushinkai wird in den Pausen eine kontrollierte Atmung durchgeführt, man stellt sich schulterbreit und gerade hin, atmet rein und zieht dabei die Hände (mit dem Handrücken nach unten) an die Achselhöhlen (wie beim Handkantenschlag). Dabei wird sehr tief und ziemlich langsam geatmet. Es hilft, wenn man die Arschbacken zusammenpresst (kein Scherz) und die Achselhöhlen anspannt, sowie das abdomen so gut es geht. Beim Ausatmen lässt man die Luft entweichen, die Hände gehen wieder nach unten, und der Körper entspannt. Selbst nach einer wirklich saumässig anstrengenden Übung kommt man damit nach 5 Wiederholungen in eine saubere und ruhige Atmung.
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"...and we’ll all have to hope that the sonic boom created by Bas Rutten screaming 'LIVER PUNCH!' doesn’t level the eastern hemisphere."
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  #13  
Alt 07-12-2004, 13:28
Benutzerbild von Tengu
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Kampfkunst: Escrima, Kickboxen
 
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Beiträge: 2.647
Standard Atmen und Wehen

Hi Kollegen,

jetzt lacht mal nicht gleich alle los, wenn Ihr diesen Beitrag lest. Einer der härtesten Kämpfe ist der Kampf, den jede Frau bei der Geburt eines Kindes durchmacht. Kaum eine andere Stress- und Schmerzsituation ist damit vergleichbar. Und gerade hier ist das richtige Atmen von entscheidender Bedeutung.

Vielleicht bekommt Ihr - wenn Ihr in der Lage seid, etwas zu abstrahieren - die Transferleistung hin und könnt diesen Atemübungen etwas entnehmen.
(Ich ahne schreckliche Kommentare ).

Gruß

Tengu

Und...Nein, ich bin nicht schwanger...das ist angefressen!!!!


Richtiges Atmen

Wenn in unserem Körper Nährstoffe in Energie gewandelt werden, "verbrennen", entsteht dabei Kohlensäure, ein Gas, das vom Blut in die Lunge und von dort mit der Atemluft aus unserem Körper hinaustransportiert wird. Umgekehrt muß Sauerstoff in den Kreislauf hineingebracht werden: Ohne ihn findet keine Verbrennung statt.

Sehr, sehr nahe an den Lungenbläschen strömt unser Blut vorbei. Dabei wandert Kohlensäure, von den roten Blutkörperchen herbeigebracht, in die Lungenbläschen. Ausatmend blasen wir sie weg, und einatmend spülen wir Sauerstoff in die Bläschen hinein, den die roten Blutkörperchen anstelle der Kohlensäure mitnehmen in alle Tiefen unseres Körpers, auf daß überall energieliefernde Verbrennung ablaufen kann. So schieben wir beim Atmen Luft an den Wänden der Lungenbläschen hin und her, entfernen die Kohlensäure aus unserem Blut und führen ihm Sauerstoff zu - ausschließlich in den Lungenbläschen findet atmender Gasaustausch statt.

Woher wissen wir, zum Beispiel im Schlaf, daß wir atmen müssen? Das Atemzentrum überwacht den Säuregehalt des Blutes. Ohne Pause entsteht Kohlensäure in unseren Geweben, auch nachts. Unser ganzes Leben lang und ohne Pause müssen wir sie abatmen. Das Atemzentrum reizt die Atemmuskeln zur Bewegung. Je größer die körperliche Anstrengung, die Verbrennung, je größer also die anfallende Kohlensäuremenge, desto stärker das Signal an die Atemmuskeln, desto heftiger die Atmung.

Es ist also nicht der Sauerstoffmangel, der unsere Atmung anregt und Atemnot verursacht, sondern ganz allein der Kohlensäurespiegel im Blut. Einen Sauerstoffmangel erkennen wir nicht, bemerken ihn eventuell nur durch das Empfinden von Müdigkeit.

Deshalb sollen wir darauf achten, bei frischer, sauerstoffreicher Luft zu atmen.

Entspannung und Atmung sind eng miteinander verbunden und müssen als Einheit begriffen werden. Solange Ihr Körper nicht entspannt ist, können Sie bei der Geburtsarbeit nicht harmonisch atmen. Im weiteren Verlauf der Geburt wird Ihre Atmung wahrscheinlich abrupt schneller, so daß die Gefahr der Hyperventilation besteht. Dann fühlen Sie sich unwohl und können sogar ohnmächtig werden.

Seltsamerweise hat man beim Hyperventilieren das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, und man neigt dann dazu, keuchend nach noch mehr Luft zu schnappen, was den Zustand nur verschlimmert. Er läßt sich korrigieren, indem Sie mehrmals kurz den Atem anhalten oder ausgeatmetes Kohlendioxid wieder einatmen. Atmen Sie z. B. ein paar Mal in eine Papiertüte. Dann ist der Kohlensäurespiegel wiederhergestellt, und die Symptome verschwinden. Wenn Sie im Gegenteil zu wenig oder überhaupt nicht atmen, tritt Sauerstoffmangel ein; das passiert vor allem nach der Einnahme von Pethidin (Dolantin) zur Schmerzlinderung. Obwohl Sie das körperlich verkraften, ist Ihr Baby darauf angewiesen, daß Sie weiteratmen. Übermäßiges Atmen, zu wenig atmen und Luftanhalten ist während der Geburt für Ihr Baby schädlich.

In vielen Kulturen gibt es Rituale für die Atmung während der Wehen. Bei den Zulus z. B. geht eine schwangere Frau jeden Morgen bei Sonnenaufgang vor ihre Hütte und atmet abwechselnd und kontrolliert durch jedes Nasenloch.* So wird sie auch während der Geburt atmen. In anderen Kulturen wird die Atmung durch Hintergrundgeräusche, z. B. Gebete, Musik, Händeklatschen oder murmelnde Worte, stabilisiert.

Atmung zur Entspannung

Ein gelöster, flüssiger Atemrhythmus kann entspannend wirken. Wehen kommen und gehen wie Meereswellen, und die physiologischen Vorgänge sind von einem starken natürlichen Rhythmus beeinflußt. Dagegen kann sich eine Frau entweder wehren, indem sie ihm zu entfliehen oder ihn unter Kontrolle zu bringen versucht, oder sie geht mit ihm mit und paßt sich mit ihrer Atmung an die überwältigende Kraft der Gebärmuttertätigkeit an. Mitgehen kann sie aber nur, wenn sie die Vorgänge in ihrem Körper annimmt und bejaht.

Die von mir vorgeschlagenen Atemmuster haben also nichts mit »Ablenkungstechniken« zu tun und sind keinesfalls ein Wundermittel, das negative Empfindungen verhindert oder Schmerzlosigkeit garantiert. Sie sind eine Möglichkeit, mit Ihrem Körper und vor allem mit den Wehen Ihrer Gebärmutter in Einklang zu kommen.

Legen Sie die Hände auf Ihren Unterbauch. Atmen Sie so langsam und entspannt wie möglich. Lassen Sie die Luft durch Ihre offenen Nasenflügel streichen, achten Sie auf die kleine Pause, und atmen Sie dann durch Ihren weichen, entspannten Mund wieder aus. Genießen Sie das Ausatmen. Spüren Sie, was mit Ihrem Bauch passiert, wie er sich beim Einatmen unter Ihren Händen wie eine ansteigende Welle hebt und dann wieder senkt, wenn Sie ausatmen und die Welle wieder abklingt. Fühlen Sie den leichten Druck unter Ihren Händen, wenn Sie einatmen - und das Nachlassen dieses Druckes beim Ausatmen.

Den Rücken hinunteratmen

Knien Sie sich vor einen Stuhl hin, Ihre Unterarme und Ihr Kopf ruhen auf der Sitzfläche, Ihre Knie sind ziemlich weit auseinander gespreizt. Bitten Sie Ihren Partner, seine Hände links und rechts neben dem Steißbein fest aufzulegen. Atmen Sie dann langsam den Rücken hinunter, achten Sie dabei darauf, wie Sie beim Einatmen gegen die Hände drücken und wie der Druck nachläßt, wenn Sie ausatmen.

Der Willkommensatemzug

Begrüßen Sie bei der Geburtsarbeit jede Wehe mit Ihrer Atmung, indem Sie zunächst einen ausgedehnten Willkommensatemzug machen: ein bewußtes, langsames Ausatmen. Stellen Sie sich eine Eröffnungswehe vor, die 45 bis 60 Sekunden lang dauert. Atmen Sie sich langsam durch die Wehe durch, wobei Ihr Kreuz beim Einatmen leicht gegen die Unterlage drückt und dieser Druck beim Ausatmen nachläßt.

Der Erholungsatemzug

Wenn die Wehe geht, atmen Sie langsam und lange durch den Mund aus. Das ist zum einen deshalb wichtig, weil es Ihnen am Ende einer Wehe zu vollständiger Entspannung verhilft und Sie sich so bis zur nächsten ausruhen und erholen können, und zum anderen, weil dadurch alle Anwesenden sehen, daß die Wehe vorbei ist. Wenn die Hebamme oder der Arzt mit Ihnen sprechen oder Sie bitten wollen, sich umzudrehen, ist das jetzt, zwischen den Wehen, möglich, niemals während einer Wehe.

Bei heftigen Wehen brauchen Sie vielleicht jedes Mal mehrere dieser Erholungsatemzüge. Wenn Sie am Ende einer starken Wehe immer einen oder mehrere Erholungsatemzüge machen, können Sie sicher sein, daß Ihr Baby durch diese Atmung mit Sauerstoff versorgt wird, ganz gleich, wie schwierig die Wehen sind.

Tiefe Brustkorbatmung

Legen Sie sich mit gerundetem Rücken und nach vorne gebeugten Kopf und Schultern auf die Seite, die Beine weit auseinander, das obere Bein angezogen. Ziehen Sie den Kopf hoch, als würden Sie Ihre Wirbelsäule von unten bis oben dehnen und größer werden lassen. Dann lassen Sie wieder los und Ihren Kopf bequem zwischen Ihre Schultern sinken. Achten Sie darauf, daß Ihre Beine weit genug auseinander liegen. Dann atmen Sie ausgiebig und langsam aus und entspannen sich völlig. Schließen Sie die Augen, wenn die Lider schwer sind.

Wenden Sie Ihre Gedanken Ihrem Rücken zu. Ihre Wirbelsäule ist nicht starr wie ein Laternenpfahl, sondern besteht aus einer beweglichen Kette kleiner Wirbel, die in einer geschwungenen Form angeordnet sind. Jetzt legt Ihr Partner die Hände auf Ihre Schultern und massiert mit den Handflächen Ihren Rücken von oben bis unten. Seine Hände sollten dabei entspannt sein. Sagen Sie ihm, wenn Sie es zu fest oder zu sanft, zu schnell oder zu langsam empfinden. Massiert er an der richtigen Stelle? Es sollte eine Wohltat für Sie sein. Entspannen Sie sich seinen Händen entgegen.

Danach legt Ihr Partner seine Handflächen oberhalb der Taille so fest auf Ihren Brustkorb, daß es angenehm für Sie ist und Ihre Taille (oder wo sie früher war) nicht eingedrückt wird. Fühlen Sie die Wärme und den Druck. Atmen Sie so durch die Nase ein und durch den Mund aus, daß Sie Ihre Atmung hauptsächlich dort spüren, wo seine Hände sind, und lauschen Sie Ihrer Atmung. Atmen Sie zu seinen Händen hin, und dehnen Sie dabei Ihren Brustkorb, so daß er sich beim Einatmen unter seinen Händen ausdehnt und sich beim Ausatmen wieder zusammenzieht. Hören Sie Ihrer Atmung einen Moment lang zu. Kann Ihr Partner den zunehmenden Druck spüren, wenn Sie einatmen, und das Nachlassen des Drucks, wenn Sie ausatmen? Für die ersten Wehen in der Eröffnungsphase kann diese tiefe Brustkorbatmung sehr hilfreich sein. Konzentrieren Sie sich mit Ihrer Atmung auf den Bereich, wo Sie seine Hände spüren. Wenn die Geburt tatsächlich begonnen hat, werden Sie diesen Druck nicht mehr brauchen, weil Sie dann automatisch auf diese Weise atmen und die kontrahierende Gebärmutter als Reiz genügt.

Obere Brustkorbatmung

Wenn die Wehen stärker werden, würden Sie mit Ihrer Atmung vielleicht gern wie über einen Wellenkamm hinwegreiten. Da Wehen wie Wellen kommen, werden Sie bemerken, daß Sie leichter mit ihnen zurechtkommen, wenn Sie flacher und gleichzeitig schneller atmen. Die Wehen kommen in dieser Phase wahrscheinlich alle vier bis fünf Minuten und dauern etwa eine Minute.

Um das Mitatmen mit diesen Wehen zu üben, sollte Ihr Partner seine Handflächen direkt unterhalb der Schulterblätter auf Ihren Rücken legen. Sie atmen hauptsächlich dort bewußt, wo Sie den Druck seiner Hände spüren. Vielleicht haben Sie das Bedürfnis, schneller und mit geöffnetem Mund zu atmen. Bei jedem Ausatmen sollte ein kleiner Seufzer oder »hah« zu hören sein. Wenn Sie Ihre Hände jetzt auf Ihre Brust legen, werden Sie spüren, wie sie sich hebt und senkt wie eine Möwe auf einer Welle. Die Wehe ist »unten«, und Sie atmen »oben«. Lassen Sie die Schultern locker, denn sie sind an der Arbeit nicht beteiligt.

Wenn Sie immer noch ganz den Rücken hinunteratmen können, sollten Sie es auch tun. Gehen Sie mit Ihrer Atmung nur »hinauf«, wenn es nötig ist.

Schmetterlingsatmung

Diese Art von Atmung kann bei stürmischen Wehen, die wie riesige Wellen in rascher Folge über Sie hinwegrollen, zum Anker werden.

Wird es turbulent, strecken viele Frauen das Kinn nach vorne, spannen Hals- und Kiefermuskeln an und beginnen zu keuchen und heftig zu atmen. Lassen Sie statt dessen das Kinn auf die Brust sinken. Denken Sie daran, daß lockere Schultern, ein langer Nacken und entspannte Kiefergelenke helfen, einen regelmäßigen Rhythmus beizubehalten und die Atmung »tanzen« zu lassen.

Die Schmetterlingsatmung ist im Grunde die leichteste und schnellste Atmung während der Wehen, die Ihnen zur Verfügung steht. Sie fällt Ihnen noch leichter, wenn Sie sich vorstellen, daß sie sich im Mund- und Wangenbereich abspielt und nicht im Rachen. Wenn Sie sich auf den Rachen konzentrierten, würden Sie vermutlich wieder den Hals anspannen. Denken Sie also an den Raum in Ihrem Mund und an Ihre leicht vorgewölbten Wangen. Setzen Sie sich für diese Übung entweder in einen Sessel, oder legen Sie sich gut abgestützt ins Bett. Wenn Sie dabei flach auf dem Rücken liegen, kann es leicht passieren, daß Sie zu japsen und zu keuchen beginnen. Sie brauchen also mindestens drei oder vier Kissen im Rücken; versuchen Sie es auch mit der Hocke, dem Vierfüßlerstand oder mit aufrechtem Stehen.

Sie können sich besser darauf konzentrieren, wenn Sie die Fingerkuppen auf die leicht aufgeblasenen Wangen legen. Öffnen Sie die Lippen zu einem leichten Mona-Lisa-Lächeln. Entspannen Sie den Mund. Wahrscheinlich bildet sich jetzt mehr Speichel. Atmen Sie regelmäßig und leicht durch die geöffneten Lippen ein und aus. Fangen Sie langsam an, und atmen Sie dann immer schneller.

Anfangs kommt Ihnen die Schmetterlingsatmung wahrscheinlich recht schwierig vor. Vielleicht haben Sie das Gefühl, daß Sie zu viel Luft ein- oder ausatmen. Die meisten Frauen finden diese Form der Atmung am kompliziertesten. Sie befürchten, damit nie zurechtzukommen, doch bei der Geburt geht es dann wie von selbst, und sie wissen nicht, wie sie ohne diese Atmung ausgekommen wären. Möglicherweise hilft es Ihnen, wenn Sie dabei an einen bestimmten Rhythmus denken, bei dem der erste Schlag etwas betont ist: eins, zwei, drei, vier; oder: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Atmen Sie bei dem betonten Atemzug nicht zu viel Luft aus, sonst fangen Sie beim Weiteratmen zu keuchen an und beginnen zu hyperventilieren. Wenn es Ihnen schwer fällt, den Rhythmus beizubehalten oder Ihnen die Kehle eng wird, dann atmen Sie einmal kurz und heftig durch die gespitzten Lippen aus und machen dann sofort mit der leichten Atmung weiter.

Nachdem Sie diese Atmung ausprobiert haben, versuchen Sie es noch einmal und achten diesmal besonders darauf, ob Sie Ihre Schultern oder Ihren Nacken anspannen. Lassen Sie die Schultern sinken, und entspannen Sie sich. Bei Streß atmet man oft viel zu heftig und laut. Versuchen Sie, »flüsternd« zu atmen. Denken Sie beim Üben an das Geräusch von Blättern, die zu Boden fallen, seien Sie sich jedoch bewußt, daß es bei der Geburt ganz natürlich ist, wenn Sie sehr viel geräuschvoller sind. Sie werden diese Atmung nur bei den stärksten Wehen am Ende der Eröffnungsphase brauchen. Vielleicht ziehen Sie lieber die tiefe Brustkorbatmung, die obere Brustkorbatmung oder sogar die Atmung den ganzen Rücken hinunter vor. Atmen Sie einfach, wie es für Sie stimmt. Zu diesem Zeitpunkt kommen Sie sich vielleicht wie ein kleines Boot auf stürmischer See inmitten riesiger Wellen und Strudel vor. Meistens ist das die schwierigste Zeit der Geburt. Grantly Dick-Read hat sie als »die Schmerzphase der Geburtsarbeit« bezeichnet. Das heißt nicht, daß Sie sonst keine Schmerzen haben werden, doch besonders dann brauchen Sie Ihre ganze Konzentration und Besonnenheit.

Die Schafsatmung

Wenn wir ein Säugetier, z.B. eine Katze oder ein Schaf, bei der Geburt beobachten, dann werden wir feststellen, daß es recht leicht und schnell atmet. Beim Pressen hält es unwillkürlich den Atem an und fährt dann sofort mit der leichten, beschleunigten Atmung fort.

Während der Austreibungsphase, wenn das Baby sich durch den Geburtskanal bewegt , fühlen die meisten Frauen einen Pressdrang. Wenn die Wehe stärker wird, gehen Sie von der tiefen Atmung zu einer flacheren, schnelleren über, die Wangen dabei leicht aufgeblasen. Wenn Sie den unwiderstehlichen Drang zum Pressen spüren, halten Sie den Atem an. Sobald Sie wieder Atem holen können, atmen Sie leicht weiter und schieben dann wieder mit - so lange, bis der Pressdrang nachläßt, Ihr Atem langsamer wird und die Wehe aufhört. Sie können das üben, aber nur mit einem ganz sanften, leichten Pressen. Legen Sie Ihre Hand auf den Damm, und spüren Sie, wie er sich leicht nach unten hin wölbt.
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  #14  
Alt 07-12-2004, 18:41
Benutzerbild von nickless
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Hrmm qwl
Zwar nicht das was ich mir vorgestellt habe, aber es gibt doch einen sehr guten Einblick in Atemtechniken
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  #15  
Alt 07-12-2004, 19:49
Benutzerbild von Tengu
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Ist mir schon klar! Gerade mit dem allerletzten Satz habe ich auch Probleme beim nachvollziehen...

Gruß

Tengu
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