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  #1  
Alt 10-02-2012, 01:43
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Kampfkunst: Kuchijutsu
 
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Standard Tips für BBT-Anfänger

Da immer wieder Anfänger mit denselben Fragen und Mißverständnissen kommen, könnte man vielleicht ein paar Sachen sammeln. So als Einstiegshilfe, auf die man verlinken kann.
Ich fange mal mit ein paar groben Sachen an:

Techniken vs. Kata:
Kata sind keine Nahkampftechniken. Sie dienen oft der physischen und psychischen Konditionierung, zeigen manchmal taktische Prinzipien auf, stellen eine Choreographie zur Verfügung, damit man in einer Art Laboratmosphäre Übungen ausführen kann, die der Erfinder der Kata für richtig hielt. Nicht jede Bewegungsfolge ist eine Kata. So ist die "Kamae no Kata" trotz ihres Namens keine. Sie ist nur eine simple Aneinanderreihung von Kamae.

(Irgendein Lehrer müßte mal als Beispiel etwas über die in einer Beispielkata gelehrten Prinzipien schreiben.)

Tsuki:
Ein richtiger Tsuki wird nicht so daherschwebend ausgeführt wie in der Grundschule sondern ist ein stinknormaler Faustschlag. Allerdings gibt es unterschiedliche Methoden, ordentlich Bumms in einen Schlag zu kriegen und verschiedene Arten Ziele zu bearbeiten. Der Tsuki in der Grundschule soll den Anfänger zwingen, seinen Fauststoß als Ganzkörperbewegung auszuführen. Es handelt sich also nicht um eine Kampfbewegung sondern um eine Übungsmethode.

Junan Taiso: Das ist kein unnötiges Aufwärmprogramm sondern eine von Hatsumi verordnete Sammlung wichtiger Leibes-Übungen, die das gravierende Problem beheben sollen, daß sogar hohe Danträger des BBT noch nicht bzw. nicht mehr die nötigen körperlichen Voraussetzungen haben, um die Kata des BBT trainieren zu können. Unter anderem sind hier Grundlagenarbeit zu den Kamae, zur Ganzkörperbewegung sowie zu den Schlagtechniken von Gyokko Ryu und Koto Ryu versteckt.

Chinesische Einflüsse:
Japan hat während seiner gesamten Geschichte einen lebhaften kulturellen Austausch mit China betrieben. Das betraf Schrift, Küche, Kunst, Religion, Handwerk und natürlich erst recht das Militärwesen. Gyokko Ryu und Koto Ryu gehen ihrer Gründungssage nach auf zwei nordchinesische Kampfstile aus dem Umfeld des chinesischen Kaiserhauses zurück und weisen entsprechende Auffälligkeiten auf. Viele japanische Koryu (darunter auch Kuki) verweisen in ihrer Überlieferung auf Einflüsse durch oder Abstammung von der Sagengestalt Gempei, einem eingewanderten Chinesen.

5 Elemente (Chi-Sui-Ka-Fu-Ku):
In letzter Zeit wird verbreitet, es handle sich nur um eine Zählmethode. Das ist falsch. Aber die einzige mir bekannte Quelle in Europa, wo man das damit strukturierte Trainingsprogramm und somit auch den Lehr-Inhalt der entsprechenden 5 Kata der Gyokko Ryu gründlich und über flache Allgemeinplätze hinausgehend erlernen kann, befindet sich außerhalb des Bujinkan: John M. Evans Fudokan Battodo.

Kuji in / Ku kiri:
Jeder kennt die entsprechenden Szenen, wenn ein Ninja die Finger verknotet und Beschwörungen murmelt. Diese Praktiken sind nicht ninjutsu-spezifisch sondern waren in ganz Japan verbreitet. Meines Wissens kann man diese Praktiken und ihre Auswirkungen auf die geistige und körperliche Konditionierung nicht innerhalb des europäischen Bujinkan studieren. Eine mögliche Anlaufquelle ist erneut John M. Evans: Fudokan.
EDIT:
Zitat:
Zitat von Franz
das Finger falten, im NLP nennt man das einen Anker, hierdurch kann man gezielt auf innere Ressourcen oder Bewusstseinszustände zurückgreifen und damit sich mutiger machen oder Kraftreserven aktivieren
Atemübungen:
Hatsumi hat Atemübungen als wichtigen Teil des Trainings empfohlen. Die einfachste Übung ist das Erlernen von Bauchatmung. Das ist wichtig und sollte täglich geübt werden. Es verbessert auf Dauer zumindestens die Sauerstoffversorgung unter Stress und die Widerstandsfähigkeit gegen Körpertreffer. Es gibt möglicherweise noch andere Langzeitwirkungen, die mit der von Hatsumi ebenfalls empfohlenen getrennten Beatmung von Lungenteilen und Neijgong zusammenhängen. Entsprechendes Know How wird man aber wieder hauptsächlich außerhalb des Bujinkan, z.B. bei John M. Evans oder bei chinesischen inneren Kampfkünsten wiederfinden.

Taoismus und buddhistische Mystik:
Wird in Europa gern als unnützer spiritueller Asienkram oder spannende esoterische Beschäftigung betrachtet und somit komplett mißverstanden.
Die taoistischen und mystischen Meditations- und "Gymnastik"-Übungen haben konkrete Auswirkungen auf die Psyche, auf die Beweglichkeit im Kampf und auf die Fähigkeit, Energiereserven des Körpers freizusetzen. Sie stehen im Kern des Bujinkan und sind die Basis, die wirkliche Grundlage von Gyokko Ryu und Koto Ryu, deren Herkunft in der Gründungssage sicher nicht zufällig auf die Ausbreitung des taoistisch beeinflußten Chang-Buddhismus der chinesischen Tangdynastie datiert wird. Taoistische und buddhistische Kompetenz dürfte im europäischen Bujinkan dünn gesät sein. Es gibt aber außerhalb des Bujinkan entsprechende Lehrer.

Ki, Qi, Qi-Gong und Neijgong:
Taoistisches Erklärungsmodell für konkrete körperliche und psychosomatische Phänomene. Wird oft als Esoterik mißbraucht, dient aber eigentlich der Gesunderhaltung, dem effizienteren Training und der wirksameren Bekämpfung von Gegnern. Neijgong heißt Innere Arbeit und umfasst Stand- und Atemübungen, Kiai, Visualisierungen, Qi-Gong, diverse Kata, taoistische und buddhistische Praktiken, etc.

Kihon Happo und die Acht:
Die 8 ist ein Glücksbringer und verheißt Wohlstand, Gesundheit, Frieden, etc.
Man gibt Anfängern in den japanischen Kampfkünsten gern 8 Basisübungen mit auf den Weg, aus denen sie alles weitere schöpfen sollen. Es hätte auch irgendeine andere Zahl sein können, aber die 8 ist eben eine nette Glückszahl.

Koto Ryu und Karate:
Die Koto Ryu wird leider zu wenig gelehrt. Als Takamatsu sie lernte, hieß sie noch Shinden Koto Ryu Tote. Tote (chinesische Faust) ist der okinawische Name für chinesisch-stämmige Kampfstile.
Tatsächlich sind die Bewegungen und Prinzipien der Koto Ryu chinesischen Stilen wie dem Xing Yi Quan verblüffend ähnlich. Das von Takamatsu noch absolvierte Abhärtungstraining der Finger widerspricht jedoch der taoistischen Grundlage des Xing Yi Quan und deutet eher auf die changbuddhistischen Shaolinstile.
Eine Zeitlang wurde die Koto Ryu auch als Koto Ryu Koppo Karate geführt.

Koto Ryu Koppojutsu und Kyusho:
Der Gegner wird durch Bearbeitung seiner Skelettstruktur regelrecht zusammengefaltet. Koto Ryu ist sehr atemilastig, entsprechend dem Kyusho der Koto Ryu sollen mit schnellen peitschenden Schlägen Organe, Gewebe und Knochen attackiert werden. Insbesondere das Brechen und Zerschlagen von Knochen sowie die genaue Mechanik der Schläge (und die hinter dieser Mechanik stehende Innere Arbeit) sind vielen Lehrern unbekannt. Man weiß nur, daß es existiert, so wie man theoretisch auch weiß, daß die Koto Ryu aus China stammen soll. Man kann diese Art des Schlagens aber lernen: Außerhalb des Bujinkan bei kompetenten Lehrern des Xing Yi Quan, wo genau diese Art des Schlagens die Hauptwaffe darstellt.

Yoroi mit O-Sode:
Eine besondere Spezialität vieler Kata ist die O-Sode, ein an den Schultern befestigter Schild an der Rüstung, hinter dem man sich während des Kampfes zu verstecken versucht. Die Behauptung, diese Art der Rüstung sei originär japanisch, stimmt aber nicht. Es gibt sehr schöne Statuen von General Yue Fei, dem (der Sage nach) angeblichen Begründer des Xing Yi Quan, die ihn in schwerer Rüstung mit O-Sode zeigen.

Koto Ryu Schwertarbeit:
Wird scheinbar nirgendwo gelehrt. Man kennt nur den Allgemeinplatz, daß in der Koto Ryu unter anderem die Waffenhand während der Schwert-Arbeit frei gewechselt wird und die verwendeten Bewegungen auf japanische Schwertkämpfer ungeschickt und tölpelhaft aussehen. Der Wechsel der Schwerthand mit (für Japaner) ungewöhnlichen Kampfbewegungen paßt zu chinesischen Kampfschulen.

Koto Ryu Bojutsu:
Ist laut Kacem zu Takamatsus Zeit abgestorben. Takamatsu bevorzugte das Bo-Jutsu der Kuki.

Taijutsu mit Waffen:
Die Übertragung der im waffenlosen Training gelernten Prinzipien und Bewegungen auf den Umgang mit Waffen und deren Integration ins Taijutsu sieht für viele seltsam aus und scheint nicht der üblichen japanischen Vorgehensweise zu entsprechen. Sie ist allerdings typisch für okinawische und chinesische Schulen und funktioniert dort hervorragend.

Takamatsus Buckel und andere Alterserscheinungen:
Auf einem alten Foto sieht man Takamatsu mit einem deutlich gekrümmten Rücken. Was manche für eine Alterserscheinung halten, ist eine typische Körperhaltung im Training chinesischer Kampfstile wie beispielsweise (schon wieder) Xing Yi Quan. Sein seltsames Gelenkgeschlacker, wenn er auf alten Aufnahmen Atemi demonstriert, nennt man bei den Chinesen Fajin. Er zeigt übertrieben deutlich eine besondere Schlagtechnik. Fajin ist eigentlich eine besondere Art, die Energie für Bewegungen zu generieren und typisch für taoistische Praktiken.

Tiefe weite Stände:
Diese sind keine Kampfstellungen sondern sollen den Schüler zwingen, im Training seine Muskulatur auf eine bestimmte Art zu benutzen.

Ninja-Kampfanzug:
Was trug der Ninja im Kampf? Die Rüstung und Uniform der gegnerischen Partei bei Sondereinsätzen oder Rüstung und Uniform der eigenen Partei, wenn er in die Schlachtordnung der eigenen Partei integriert kämpfte.

Essentielle Literaturtips:
Alles von Hatsumi.
Alles von Kacem Zoughari.
Hidden in Plain Sight von Ellis Amdur.
Serge Mol: Invisible Armor.
Alles, was man über Schwertkampf und japanische Koryu auftreiben kann.
(Was in der Liste fehlt: Literatur zu Qi Gong, Taoismus, Chang-Buddhismus, Yamabushi, Reiki, etc.)
EDIT:
Zitat:
Zitat von douwa
Als weitere Quellen, um auch andere Sichtweisen kennenzulernen, würde ich noch alles von Karf Friday, oder Diane und Meik Skoss, koryu.com, empfehlen. Secrets of Ninpo, vom Genbukanchef, soll auch sehr gut sein.
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Geändert von califax (10-02-2012 um 13:33 Uhr). Grund: update 3.1
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  #2  
Alt 10-02-2012, 09:20
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Kampfkunst: Bujinkan Budo Taijutsu
 
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Schöne Liste wenn der Fokus auch klar darauf liegt den Leuten den ursprung aus China zu verdeutlichen. Auf einen punkt würde ich gerne näher eingehen:

Die Elemente.
Ist das so was besonderes außerhalb der Shadowwarrior? Mir ist zwar aufgefallen, dass beim Taikai kein Wort davon fiel aber bei uns wird bei fast jeder Übung/Technik/Kata gesagt welches Element hierfür zu benutzen ist.
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  #3  
Alt 10-02-2012, 10:17
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Kampfkunst: Kuchijutsu
 
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Zitat:
Zitat von Toggy Beitrag anzeigen
Schöne Liste wenn der Fokus auch klar darauf liegt den Leuten den ursprung aus China zu verdeutlichen.
Der Schwerpunkt ist Zufall. Ich bin in letzter Zeit einfach viel über die China-Verbindung gestolpert. Hätte ich mich mit Schwertern oder Naginata beschäftigt, wäre eben dort der Schwerpunkt gelandet. Ist ja auch nur eine grobe Stichwortliste für den Anfang. Irgendwie muß man ja anfangen.

Zitat:
Zitat von Toggy Beitrag anzeigen
Die Elemente.
Ist das so was besonderes außerhalb der Shadowwarrior? Mir ist zwar aufgefallen, dass beim Taikai kein Wort davon fiel aber bei uns wird bei fast jeder Übung/Technik/Kata gesagt welches Element hierfür zu benutzen ist.
In unserem Training wird auch mit den Elementen gearbeitet. Aber diese Sachen sind ziemliche Allgemeinplätze, die keinen so zentralen Platz in der Gyokko rechtfertigen und überhaupt keine auffindbare Verbindung mehr zu den Kata haben, in denen sie angeblich transportiert werden. Bei Evans scheint ein deutlich tieferes Konzept hinter den Elementen zu stehen, daß dann tatsächlich zentral platzierte Kata rechtfertigt. Bei ihm geht es da um innere Arbeit.
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Geändert von califax (10-02-2012 um 10:27 Uhr).
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  #4  
Alt 10-02-2012, 10:26
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Kuji in / Ku kiri:das Finger falten, im NLP nennt man das einen Anker, hierdurch kann man gezielt auf innere Ressourcen oder Bewusstseinszustände zurückgreifen und damit sich mutiger machen oder Kraftreserven aktivieren
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  #5  
Alt 10-02-2012, 10:47
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Die Grundidee finde ich gut, vermute aber das Problem, dass ganz vieles erst einmal in einem Rat der Bujinkantrainer oder so geklärt werden müsste, denn ich sehe schon jetzt ganz viele Sachen, die Du califax so siehst und andere wieder völlig anders. Momentan ist das halt wieder nur eine Sichtweise von ganz ganz vielen bei Euch und ich denke so ein echter Leitfaden sollte ja für jeden Ninja einigermaßen Sinn machen und nicht nur für jeden fünften, zehnten oder siebzigsten. Es macht meiner Meinung nach ja auch keinen Sinn, wenn man nebeneinander sechs völlig verschiedene Leitfäden erstellt, damit auch jede vorhandene Trainermeinung berücksichtigt wird. Wie gesagt finde ich die Grundidee aber gut, nur gibt es nicht schon so einen PDFleitfaden, der ganz gut ankommt oder ist der auch schon wieder überholt?

Als weitere Quellen, um auch andere Sichtweisen kennenzulernen, würde ich noch alles von Karf Friday, oder Diane und Meik Skoss, koryu.com, empfehlen. Secrets of Ninpo, vom Genbukanchef, soll auch sehr gut sein.
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  #6  
Alt 10-02-2012, 11:12
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Zitat:
Zitat von douwa Beitrag anzeigen
Die Grundidee finde ich gut, vermute aber das Problem, dass ganz vieles erst einmal in einem Rat der Bujinkantrainer oder so geklärt werden müsste[...]
Typisch berliner Quatsch mit Soße. Historische Fakten und exisitierende trainierbare Traditionen sind keine verbandspolitischen Entscheidungen, die man plutokratisch festlegen könnte. Taoismus ist Taoismus, Mikkyo ist Mikkyo, Mt. Kagami ist Mt. Kagami und Wilf bleibt Wilf.

EDIT: Diese Antwort hätte ich weniger schlampig formulieren sollen. Taoismus, Buddhismus, Mikkyo, Chi-Sui-Ka-Fu-Ku und die gemeinsame Tradition der Schulen um den Mount Kagami sind keine Bujinkan-Eigenarten sondern regionale asiatische Traditionen, die auch aber nicht nur die Schulen des Bujinkan formen. Man kann diese Traditionen studieren und praktizieren. Es gibt Lehrer, es gibt Schreine, es gibt Klöster und Schulen und Literatur. Was irgendein selbsternanntes verbandspolitisches Gremium dazu beschließen könnte, ist da vollkommen irrelevant.


Zitat:
Zitat von douwa Beitrag anzeigen
Als weitere Quellen, um auch andere Sichtweisen kennenzulernen, würde ich noch alles von Karf Friday, oder Diane und Meik Skoss, koryu.com, empfehlen. Secrets of Ninpo, vom Genbukanchef, soll auch sehr gut sein.
Ist aufgenommen.
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  #7  
Alt 10-02-2012, 11:39
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Zitat:
Zitat von califax Beitrag anzeigen
In unserem Training wird auch mit den Elementen gearbeitet. Aber diese Sachen sind ziemliche Allgemeinplätze, die keinen so zentralen Platz in der Gyokko rechtfertigen und überhaupt keine auffindbare Verbindung mehr zu den Kata haben, in denen sie angeblich transportiert werden.
Wie sehen diese "Allgemeinplätze" denn bei euch aus?
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  #8  
Alt 10-02-2012, 11:56
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@ Califax
Ich find die Idee nicht schlecht, denke aber das es den meisten Anfängern egal sein wird, da es sehr darauf ankommt was deren Lehrer dazu meint.
Ein paar Anmerkungen habe ich aber doch:
Zitat:
Japan hat während seiner gesamten Geschichte einen lebhaften kulturellen Austausch mit China betrieben. Das betraf Schrift, Küche, Kunst, Religion, Handwerk und natürlich erst recht das Militärwesen. Gyokko Ryu und Koto Ryu gehen ihrer Gründungssage nach auf zwei nordchinesische Kampfstile aus dem Umfeld des chinesischen Kaiserhauses zurück und weisen entsprechende Auffälligkeiten auf. Viele japanische Koryu (darunter auch Kuki) verweisen in ihrer Überlieferung auf Einflüsse durch oder Abstammung von der Sagengestalt Gempei, einem eingewanderten Chinesen.
Bingo, Ich verweise aber nochmal darauf das die Stile japanisch sind.

Zitat:
In letzter Zeit wird verbreitet, es handle sich nur um eine Zählmethode. Das ist falsch. Aber die einzige mir bekannte Quelle in Europa, wo man das damit strukturierte Trainingsprogramm und somit auch den Lehr-Inhalt der entsprechenden 5 Kata der Gyokko Ryu gründlich und über flache Allgemeinplätze hinausgehend erlernen kann, befindet sich außerhalb des Bujinkan: John M. Evans Fudokan Battodo.
Diese Verbreitung stammmte aber von Hatsumi selbst.

Zitat:
Yoroi mit O-Sode:
Eine besondere Spezialität vieler Kata ist die O-Sode, ein an den Schultern befestigter Schild an der Rüstung, hinter dem man sich während des Kampfes zu verstecken versucht. Die Behauptung, diese Art der Rüstung sei originär japanisch, stimmt aber nicht. Es gibt sehr schöne Statuen von General Yue Fei, dem (der Sage nach) angeblichen Begründer des Xing Yi Quan, die ihn in schwerer Rüstung mit O-Sode zeigen.
Vorallem frühe Rüstungen wie die Tanko und die Keiko weisen noch große Ähnlichkeiten zu den chinesischen und Koreanischen Rüstungen auf. Ab der O Yoroi ist es aber ziemlich speziel geworden.
Schulterpanzerungen im Stile einer Sode (egal ob ko Sode, Chu Sode oder O Sode) gabe es aber auf der ganzen Welt. Die explizite Nutzung selbiger habe ich so aber nur in Japan gesehn.

Zitat:
Die Koto Ryu wird leider zu wenig gelehrt, obwohl es die Schule war, die Takamatsu am meisten geprägt hat. Als er sie lernte, hieß sie noch Shinden Koto Ryu Tote. Tote (chinesische Faust) ist der okinawische Name für chinesisch-stämmige Kampfstile.
Naja das sie ihn am meisten geprägt hat ist eine gewagte These. Er selbst meinte zwar er mochte die Stile lieber bei dennen es direkt zur Sache geht, aber als Kind hat er die Meiste zeit mit der SFR verbracht und als erwachsener hat er die meiste Zeit KSR und Judo unterrichtet.
Zitat:
Hatsumis Punkerfrisur:
Die lilafarbenen Haare sind kein Ausdruck von Humor und Individualismus sondern zeigen religiös gebildeten Japanern an, daß Hatsumi den Zustand der Erleuchtung erreicht hat. Näheres dazu müßte jemand erläutern, der sich mit Buddhismus und Taoismus auskennt.
Doch sie sind genua das Ausdruck von Humor und Individualität. Und besonders freut er sich drüber was die Leute alle hineininterpretieren.
Faktisch solltest du dich mit Kabuki auseinandersetzen um mehr über die Farbe Lila in erfahrung zu bringen.

Dem Restlichen Post stimme ich im großen und ganzen zu.

Lg
Micha
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-Michael May-
Bujinkan Dojo Wakagi Nürnberg http://wakagi.de/

Geändert von Daemonday (10-02-2012 um 12:01 Uhr).
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  #9  
Alt 10-02-2012, 13:05
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Zitat:
Zitat von Tyrdal Beitrag anzeigen
Wie sehen diese "Allgemeinplätze" denn bei euch aus?
Antwort kommt noch per PN.
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  #10  
Alt 10-02-2012, 13:27
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Zitat:
Zitat von Daemonday Beitrag anzeigen

[chinesische Wurzeln der Ryu]

Bingo, Ich verweise aber nochmal darauf das die Stile japanisch sind.
Die Kagami-Sachen (Kuki, TYR) sind in sofern japanisch, als sich lokale japanische Traditionen durch Gempei beeinflußt sehen, bzw. behaupten von Gempei in Japan begründet worden zu sein.
Gyokko und Koto sind nur insofern japanisch, als das Lehrsystem irgendwann mal fast komplett auf Partnerkata umgestellt und damit japanisiert wurde.
Die diesbezüglich bisher ungeänderte Lehrtradition führt sie als Kampfschulen der Tangdynastie in Nordchina. Es wurden weder während der Tang noch in irgendeiner (der Wahrheit wohl näher kommenden späteren) chinesischen Dynastie japanische Kampfschulen in Nordchina gegründet. Gyokko Ryu und Koto Ryu sind genauso japanisch wie Tai Ki Ken und Jodelschulen.

Zitat:
Zitat von Daemonday Beitrag anzeigen
[chi-sui-ka-fu-ku]
Diese Verbreitung stammmte aber von Hatsumi selbst.
Und ist neueren Datums. Die ältere Verbreitung deckt sich mit der Lehre von Chi-Sui-Ka-Fu-Ku außerhalb des Bujinkan. Das ist das schöne an regionalen Traditionen. Solange es von einander unabhängige Lehrer gibt, leben sie weiter. Diese 5 Elemente sind kein Eigentum von Hatsumi. Sie werden auch in anderen Stilen gepflegt.
Allerding ist es eine deutlich sichtbare Tendenz, daß man fundierte und tiefergehende Information über die Grundlagen der BBT-Schulen zunehmend aus Quellen außerhalb des Bujinkan beziehen muß.

Zitat:
Zitat von Daemonday Beitrag anzeigen
Naja das sie ihn am meisten geprägt hat ist eine gewagte These. Er selbst meinte zwar er mochte die Stile lieber bei dennen es direkt zur Sache geht, aber als Kind hat er die Meiste zeit mit der SFR verbracht und als erwachsener hat er die meiste Zeit KSR und Judo unterrichtet.
Die These stammt ehrlich gesagt nicht von mir, ich weiß nur gerade nicht, welche Quelle ich angeben soll. Seine Bewegungen auf den öffentlich im Netz auffindbaren Aufnahmen zeigen deutlich chinesische Charakeristika, die eigentlich nur aus der Koto Ryu stammen können, wenn man nicht annehmen will, er imitiere da irgendeinen Karate- oder Xing-Yi-Stil.

Haare: Ich schmeiß den entsprechenden Punkt raus, bis Literatur dazu da ist.

Yoroi: Ich weiß jetzt nicht, inwieweit die Ergänzung eine Korrektur erforderlich macht. Mit O-Sode an der Rüstung rumzulaufen, diese dann aber nicht zu nutzen, halte ich für unwahrscheinlich. Auch in China wurde mit Spieß und Langstock gekämpft.
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Geändert von califax (10-02-2012 um 14:01 Uhr). Grund: ottokraffie
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  #11  
Alt 10-02-2012, 14:33
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Hallo califax ich verstehe einige Sprichworte zwar nicht und wollte nicht auf einzelne Punkte eingehen aber jetzt schreibt ja schon der nächste, dass es immer vom trainer abhängt, wie so ein leitfaden ankommt.

a) kamae no kata wird als kata gesehen, hängt vom Lehrer ab, klärungsbedürftig
b) tsuki als reine Übungsmethode, hängt vom Lehrer ab, klärungsbedürftig
c) junan taiso kann so stehenbleiben denke ich, manche Übungen sind aber aus westlicher sportmedizinischer Sicht gesundheitlich bedenklich und wurden im normalen sport durch Ersatzübungen ersetzt. Hier wäre neben der normalen Einteilung an den entsprechenden Stellen vielleicht noch das Benennen von möglichen Ersatzübungen sinnvoll. So könnte dann jeder selbst entscheiden, ob er Tradition oder sportmedizinische Erkenntnisse bevorzugt.
d) Gempei ist ein heikles Ding, fällt mir ehrlich gesagt momentan aber auch nichts zu ein.
e) fünf Elemente stehen für mehr als die meisten denken und sind sehr komplex und weltanschauungsbezogen oder werden dem entgegengesetzt ganz einfach als reine Zählart benutzt. Der Mittelweg über die fünf elemente mit fünf charakteristischen Eigenschaften, die sich in den Kata ausdrücken, wäre vielleicht ein ganz guter Weg für die reinen Sportler. Gegen die reine Zählweise spricht aber eigentlich auch nichts, gibt es auch im Kalender und bei japanischen Büchern gibt es zumindest ähnlich seltsame Zählweisen.
f) Fingerzeichen gab es nicht nur bei den Ninja aber es gibt gründe dafür, dass ausgerechnet die Ninja ständig mit diesen zeichen in Verbindung gebracht werden. Hier könnte man noch auf Ninjamagie, edoliteratur und so weiter eingehen.
g) Taoismus, Qi-gong. Hat der Cheftrainer sich schon ausführlicher dazu geäußert oder findet sich das doch eher in japanisierter Form im Bujinkan wieder? Für wenig esoterisch veranlagte Menschen wäre eine ausführlichere Erläuterung vielleicht sinnvoll, vor allem, um den bezug zum Bujinkan herzustellen, falls es ihn immer noch gibt.
h) Die 8 ist nicht nur einfach irgendeine beliebige Glückszahl.
i) Karate. Es gibt karate und Karatejutsu und wir reden hier beim Stil namentlich von karatejutsu
j) Trainer oder noch Lehrer Takamatsus Erscheinuing. Hier wären genaue Quellenangaben interessant, sonst bleibt es alles irgendwie sehr spekulativ, denn Möglichkeiten sind keine Gewissheiten und so hört man wieder verschiedene Sachen, klärungsbedürftig
k) tiefe Stellungen haben ganz verschiedene gründe, hängt wieder vom Lehrer ab, klärungsbedürftig
l) Ninjakampfanzug. Die angegebenen Ideen sehe ich als nicht abschließend an, eher als zwei Möglichkeiten von mehreren, kenne aber auch die Quellen für diese aussage nicht.
m) lila Punkfrisur. Halte ich bisher für so eine Art urban legend oder kyojitsu, es sei denn, auch hier wollen uns die alten Leute nur ihre Erleuchtung demonstrieren. Das Phänomen der lila Haare ist absolut nichts ungewöhnliches und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die Leute einfach ein bisschen genarrt wurden, als man den Cheftrainer auf seine misslungene Haarfärbung, wenn es eine solche war, angesprochen hat.


Etwas schwierig finde ich den starken Bezug auf chinesische Elemente, weil die stile ja nicht erst vor zwanzig Jahren nach Japan kamen, man also wahrscheinlich von einer erfolgten starken japanisierung ausgehen kann. Das andere ist, dass die Kernaussage, wer etwas lernen will, geht lieber weg vom Bujinkan und kommt später mit dem Wissen wieder oder bleibt im bujinkan und lernt aber eigentlich trotzdem das wesentliche woanders, alles andere als eine gute Werbung ist. Wieso gehe ich nicht gleich in einen chinesischen stil, wenn ich soweiso alles außerhalb lernen muss, würde ich mich dann als Anfänger fragen. Bin ich der einzige, bei dem das so ankommt un denke ich nur zuviel über unwichtige Punkte nach oder geht es noch jemandem so?

Geändert von douwa (10-02-2012 um 15:26 Uhr).
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  #12  
Alt 10-02-2012, 15:03
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Zitat:
Die Kagami-Sachen (Kuki, TYR) sind in sofern japanisch, als sich lokale japanische Traditionen durch Gempei beeinflußt sehen, bzw. behaupten von Gempei in Japan begründet worden zu sein.
Gyokko und Koto sind nur insofern japanisch, als das Lehrsystem irgendwann mal fast komplett auf Partnerkata umgestellt und damit japanisiert wurde.
Naja zu den Yoshin Ryu Stilen muss ich sagen das ich mich damit nochnicht so eingehend befasst habe.
Mit der KSRHH jedoch sehr. Der Dabei muss man sagen das das Taijutsu in der jetzigen Form von Takamatsu selbst kreiert worden sit und eine Kombination von TYR, Quanfa und Judo ist. Oft wird dies auch als sein persönlicher Stil bezeichnet.
Andere Chinesische einflüsse die unterstellt werden sind teilweise Blödsinn. So ist ein Bisentô kein Guan Dao, sondern einfach eine Ônaginata. (zumindest was Fertigungsmetodik und aufbau der Waffe angeht)
Zitat:
Die diesbezüglich bisher ungeänderte Lehrtradition führt sie als Kampfschulen der Tangdynastie in Nordchina. Es wurden weder während der Tang noch in irgendeiner (der Wahrheit wohl näher kommenden späteren) chinesischen Dynastie japanische Kampfschulen in Nordchina gegründet. Gyokko Ryu und Koto Ryu sind genauso japanisch wie Tai Ki Ken und Jodelschulen.
Tai Ki Ken ist japanisch schon allein von den Kanji her. Aber das Prinzip stammt aus China stimmt.
Und so verhölt es sich auch mit KTR und GKR. Beide haben ihren Ursprung im chinesischen sind aber japanische Systeme. Sie sind nur näher an ihren Ursprüngen dran als andere Ryuha.

Zitat:
Die These stammt ehrlich gesagt nicht von mir, ich weiß nur gerade nicht, welche Quelle ich angeben soll. Seine Bewegungen auf den öffentlich im Netz auffindbaren Aufnahmen zeigen deutlich chinesische Charakeristika, die eigentlich nur aus der Koto Ryu stammen können, wenn man nicht annehmen will, er imitiere da irgendeinen Karate- oder Xing-Yi-Stil.
Ich kenne die These so auch unter anderem von arnauld, aber das ändert nichts daran das es eine These ist.
Aber ich stimme dir in soweit zu das In Takamatsus eigenem Stil sehr viel china steckte. Ist ja auch kein Wunder, er hat 2 sehr quanfa lasstige Stile erlernt und war lange Zeit in China.

Allerdings sind im Bujinkan (das ja von Hatsumi stammt) vorallem Gyokko Ryu und Kukishinden Ryu vorherschend.

Zitat:
Haare: Ich schmeiß den entsprechenden Punkt raus, bis Literatur dazu da ist.
Oder frag ihn einfach selber, oder einen Schüler von ihm.
Zitat:
Yoroi: Ich weiß jetzt nicht, inwieweit die Ergänzung eine Korrektur erforderlich macht. Mit O-Sode an der Rüstung rumzulaufen, diese dann aber nicht zu nutzen, halte ich für unwahrscheinlich. Auch in China wurde mit Spieß und Langstock gekämpft.
So nun dan auch dazu etwas ausführlichers:
Das was ich an den Rüstungen Chinesischer Generälen sehen kann ist einer Sode nicht unähnlich, wenn dan aber eher Ko oder Chu Sode als eine Osode.
Und wie gesagt ist eine ähnlichkeit nicht größer verwunderlich, da schon die Keiko und Tanko ähnlichkeiten zu chinesischen Rüstungen aufweisen.
Kosode werden festgeschnürt, so das sie sich mit dem Arm bewegen, Chusode manchmal auch. Osode werden so geschnürt das man sie durch eine Schulterbewegung nach vorne oder Hinten klappen kann.
Nach hinten um einen Bogen Spannen zu können, nach vorne als Schutz im Nahkampf.
Das habe ich bisher nur in den Japanischen Kampfkünsten gesehen.
Und auch hier unterscheiden sich Japanische Rüstungen erheblich im Aufbau und den Fertigungsmethoden von Chinesischen. Auch wenn die Japanischen von den Chinesischen abstammen.

Außerdem ging der Handel von China Nach Japan in beide Richtungen. So waren japanische Schwerter und Rüstungen auf dem Festland recht beliebt.

Zitat:
Und ist neueren Datums. Die ältere Verbreitung deckt sich mit der Lehre von Chi-Sui-Ka-Fu-Ku außerhalb des Bujinkan. Das ist das schöne an regionalen Traditionen. Solange es von einander unabhängige Lehrer gibt, leben sie weiter. Diese 5 Elemente sind kein Eigentum von Hatsumi. Sie werden auch in anderen Stilen gepflegt.
Allerding ist es eine deutlich sichtbare Tendenz, daß man fundierte und tiefergehende Information über die Grundlagen der BBT-Schulen zunehmend aus Quellen außerhalb des Bujinkan beziehen muß.
Und da tritt Problem 1. in Kraft. etwas was in der einen KK gilt muss so nicht in einer anderen KK gelten.

Und die Sanjin no Kata heist auch Gokyo noo kata. Hatsumi selbst hat die Zählweise Chi, sui, ka, fu und ku eingeführt weil er sie besser fand und sie dem Charakter der Kata wiederspiegeln. Also ja die Elemente haben mehr Bedeutungen als nur Zahlen. Aber Grundsätzlich wird da zuviel hinein interpretiert.


Lg
Micha
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Bujinkan Dojo Wakagi Nürnberg http://wakagi.de/

Geändert von Daemonday (10-02-2012 um 15:09 Uhr).
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  #13  
Alt 10-02-2012, 16:14
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@califax Der Thread ist wirklich eine Super idee. Auch für mich als nicht BBlter ist es eine Freude die Infos zu lesen. Das ist al les höchst interssant

Geändert von mrx085 (10-02-2012 um 16:16 Uhr).
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  #14  
Alt 10-02-2012, 16:55
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Zitat:
Zitat von douwa Beitrag anzeigen
b) tsuki als reine Übungsmethode, hängt vom Lehrer ab, klärungsbedürftig
Das hängt nicht vom Lehrer ab. Klären kann man das ganz einfach durch den Praxistest. Wenn Lehrer ohne Kampf- bzw. Sparringserfahrung Unfug erzählen, ist das kein Grund, diesen Unfug für richtig zu halten.
Der Tsuki, wie er im tiefen weiten Stand in der Grundschule eingeschwebt wird, kann im Kampf nicht funktionieren, eignet sich aber hervorragend fürs Training.

Zitat:
Zitat von douwa Beitrag anzeigen
g) Taoismus, Qi-gong. Hat der Cheftrainer sich schon ausführlicher dazu geäußert oder findet sich das doch eher in japanisierter Form im Bujinkan wieder? Für wenig esoterisch veranlagte Menschen wäre eine ausführlichere Erläuterung vielleicht sinnvoll, vor allem, um den bezug zum Bujinkan herzustellen, falls es ihn immer noch gibt.
Die kurze Erklärung ist, daß es sich nicht um esoterische sondern um somatische Praktiken mit konkreten Auswirkungen auf den Körper handelt. Steht schon da. Bezug zum Bujinkan:
In-Yo-Ho (Yin und Yang) ist Taoismus und dürfte den meisten, die sich für Ninjutsu und japanische KK interessieren, ganz von alleine begegnen - ob der Lehrer im Dojo vor Ort nun etwas damit anfangen kann oder nicht.

F: Wie lautet die offizielle und scheinbar auch flächendeckend weitergegebene Begründung für die Daumenhaltung bei Gyokko und Koto?
A: Damit das Ki besser fließen kann.
F: Wie lautet der Oberbegriff für Übungen mit dem Zweck "damit das Ki besser fließen kann"?
A: Qi Gong.
F: Was ist Qi Gong?
A: Anwendung der taoistischen Weltsicht auf die Anatomie.

Die Leute haben es alle direkt vor der Nase sitzen. Der Thread hier soll kein ausführliches und verbandspolitisch korrektes Lehrbuch schreiben sondern Stichwörter und grobe Notizen für eigene Recherche liefern.

Japanisierte Formen davon sind kein Deut weniger innere Arbeit als die chinesischen Originale. Siehe Fudokan, siehe Aikijutsu, siehe Aunkai, siehe Kito Ryu.
Eine exakte Kulturgeschichte paßt nicht in Notizen und gehört nicht in ein Forum sondern in eine Dissertation.


Zitat:
Zitat von douwa Beitrag anzeigen
Das andere ist, dass die Kernaussage, wer etwas lernen will, geht lieber weg vom Bujinkan und kommt später mit dem Wissen wieder oder bleibt im bujinkan und lernt aber eigentlich trotzdem das wesentliche woanders, alles andere als eine gute Werbung ist.
Das ist nicht die Kernaussage. Es geht aber auch um keinen Werbeflyer sondern um Notizen zur Information über Dinge, die man im Dojo vielleicht nicht sofort erfährt.
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Geändert von califax (11-02-2012 um 00:58 Uhr). Grund: blöde fipptehler
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  #15  
Alt 11-02-2012, 00:17
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@deamonday: Ich verstehe immer noch nicht ganz. Vielleicht wird mir heller im Kopf, wenn ich den Unterschied zwischen den verschiedenen Sode kapiere?

BTW, die (neue) Ansicht, Chi-Sui-Ka-Fu-Ku sei nur eine Zählweise ohne Bedeutung (woraus übrigens messerscharf folgt, daß die Sui no Kata überflüssig wäre - denn dann wäre sie nur eine Ichimonji Gata) übernehme ich, wenn Du im Gegenzug einen Absatz schreibst, das Tachi sei eindeutig und ausschließlich ein Reiterschwert gewesen. Schmerz gegen Schmerz.

Du könntest aber was kurzes grobes zum Ninja-To schreiben. Alle meine Versuche enden schon nach drei Worten.
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