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  #31  
Alt 09-01-2003, 14:39
sportler
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Original geschrieben von baer
"beschränktes" Repetoire an Schlagtechniken
Allein schon aufgrund der wenigen erlaubten Trefferflächen, ist das Schlagrepertoire beschränkt. Selbst wenn du 100 verschiedene Möglichkeiten lernst, das Handgelenk zu treffen, bleibt das ganze unrealistisch, solange du 80 % des Körpers als Trefferfläche bzw. zu schützende Fläche einfach ignorierst.

cu
sportler
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  #32  
Alt 09-01-2003, 14:59
sportler
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Original geschrieben von baer
Schutzkleidung (Realismus)
Schutz vor Verletzungen ist wichtig, keine Frage. Allerdings ist es doch wohl so, wenn jemand immer nur mit dicker Schutzausrüstung und einem leichten Bambusstock kämpft, wird er nie lernen, was für schmerzliche Konsequenzen ein richtiger Treffer hat. Dadurch wird eine offensive und unvorsichtige Kampfweise gefördert.

cu
sportler
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  #33  
Alt 09-01-2003, 15:02
baer
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Original geschrieben von sportler
Naja, es muß eine Mischung sein aus "Trockenübungen" mit dem Schwert zum Lernen von richtiger Bewegung, Körperhaltung und Schnittechniken, Partnerübungen mit dem Bokken oder stumpfen Metallschwert, um ein Gefühl für Distanz, Timing und Stellung zu bekommen und zu lernen, wie man die restlichen Körperwaffen als Unterstützung zum Schwert einsetzt, Schnittests mit einem scharfen Schwert und schließlich kontrolliertes Sparring. Was das Sparring angeht, zeigen die von dir erläuterten Regeln doch ziemlich deutlich, wie wenig ein Kendo-Match mit einem Schwertkampf zu tun hat.

cu
sportler

Diese Trockenübungen nennen wir "suburi", dies beinhaltet schnell repetierende Schlagtechniken mit entsprechender Fussarbeit und korrekter Körperhaltung und Atmung. Partnerübungen mit dem Bokken sind eben die Katas. Sie geben einem das Gefühl für die richtige Distanz, Timing und Stellung. Was meinst du mit Körperwaffen? Als Unterstützung in dem Sinn sehe ich eigentlich nur die Möglichkeit, den Gegner durch gezieltes Auflaufen und Zurückstossen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Schnittests fehlen beim Kendo gänzlich, das stimmt. Vielleicht liegt es daran, dass die Shinais nicht scharf geschliffen sind Habe einmal die Gelegenheit gehabt Schnittests zu machen, war danach aber eher deprimiert. Habe keine der Reisstrohmatten ganz durchschneiden können. Einmal kam ich knapp bis in die Hälfte. Der Auftreff-Winkel spielt dabei ein sehr wichtige Rolle. Falscher Winkel - Kein Schnitt, so einfach ist das. War trotzdem amüsant. Einzig beim Do-Schlag täuschen wir einen Schnitt an. Sonst wird wirklich nur geschlagen oder gestossen. Weiss nicht genau was "Sparring" ist, ich nehme mal an, es ist gleichzusetzen mit möglichst wettkampfnahen Bedingungen beim Training zu kämpfen. Oder liege ich da falsch?
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  #34  
Alt 09-01-2003, 15:11
baer
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Original geschrieben von sportler
Allein schon aufgrund der wenigen erlaubten Trefferflächen, ist das Schlagrepertoire beschränkt. Selbst wenn du 100 verschiedene Möglichkeiten lernst, das Handgelenk zu treffen, bleibt das ganze unrealistisch, solange du 80 % des Körpers als Trefferfläche bzw. zu schützende Fläche einfach ignorierst.

Ach so meinst du das. Da haben wir unterschiedliche Meinungen zum Begriff Schlagtechnik. Ein gezielter Schlag auf die vorgegebene Trefferzone würde den Gegner im realen Fall kampfunfähig machen. Klar gibt es noch jene andere Trefferzonen am Körper. Wenn wir aber alle berücksichtigen würden, müssten wir so viele Schützer montieren, dass das Anziehen eine halbe Stunde dauern würde und wir uns dann gar nicht mehr bewegen könnten.
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  #35  
Alt 09-01-2003, 15:20
baer
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Original geschrieben von sportler
Schutz vor Verletzungen ist wichtig, keine Frage. Allerdings ist es doch wohl so, wenn jemand immer nur mit dicker Schutzausrüstung und einem leichten Bambusstock kämpft, wird er nie lernen, was für schmerzliche Konsequenzen ein richtiger Treffer hat. Dadurch wird eine offensive und unvorsichtige Kampfweise gefördert.

cu
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Du willst die Konsequenzen eines richtigen Treffers erleben? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies irgendjemand wirklich erleben will. Wie stellst du dir das vor? Entschuldige, aber ich spalte dir den Kopf mit einem Bokken. Offensive ist das beste Mittel im Kendo. Kendo ist ein Turniersport und hat absolut keinen selbstverteidigenden Aspekt, denn du auf der Strasse einsetzen kannst.
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  #36  
Alt 09-01-2003, 15:31
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Original geschrieben von baer
Was meinst du mit Körperwaffen?
Naja, wie du schon sagst, der offensive Einsatz des ganzen Körpers. Stell dir einfach vor wie ein Kendo-Match aussehen würde, wenn du im Nahkampf ziehen, stoßen, mit den Ellenbogen, einer freien Hand, den Füßen oder dem Schwertgriff arbeiten dürftest, um deinen Gegner zu stören und einen Schnitt anzubringen.
Zitat:

Vielleicht liegt es daran, dass die Shinais nicht scharf geschliffen sind
Wie du weiter unter schon sagst, die meisten Techniken beim Kendo sind eigentlich keine Schnitte, sondern Schläge. Mit einem richtigen Schwert würde man Techniken etwas anders ausführen. Vor allem die kurzen schnellen Schlagbewegungen funktionieren so nicht (Stichworte: Gewicht und Schwerpunkt).
Zitat:

Habe einmal die Gelegenheit gehabt Schnittests zu machen, war danach aber eher deprimiert.
Ja, da merkt man dann sehr schnell, daß so ein Schwert keine Wunderkräfte hat, sondern nur ein scharfes Stück Metall ist, daß nicht immer so will, wie man selbst. Noch besser kommt es, wenn jemand siegessicher mit seinem tollen neuen Carbonstahlschwert auf die Strohrolle einschlägt, nur um zu sehen, wie das Ding in zwei Teile bricht

cu
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  #37  
Alt 09-01-2003, 15:43
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Zitat:
Original geschrieben von baer
Du willst die Konsequenzen eines richtigen Treffers erleben?
Nein, du sollst mir nicht mit einem Bokken auf den Kopf hauen. Das ist nicht der Punkt. Es geht darum zu lernen, das zu offensives und überhastetes Handeln Konsequenzen hat, die über einen simplen Punktverlust hinaus gehen.
Zitat:
... Kendo ist ein Turniersport...
Genau das habe ich immer gesagt und finde ihn als solchen auch ganz toll. Nur hat er halt, meiner Meinung nach, nichts mit Schwertkampftraining zu tun.

cu
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  #38  
Alt 09-01-2003, 15:55
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Original geschrieben von sportler

Wie du weiter unter schon sagst, die meisten Techniken beim Kendo sind eigentlich keine Schnitte, sondern Schläge. Mit einem richtigen Schwert würde man Techniken etwas anders ausführen. Vor allem die kurzen schnellen Schlagbewegungen funktionieren so nicht (Stichworte: Gewicht und Schwerpunkt).

Sieh dir einmal die Videos auf www.kendo-world.com an. Dort hat es Kata Videos mit echten Schwertern. Genau diese 10 Katas praktizieren wir auch im Kendo.
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  #39  
Alt 09-01-2003, 17:29
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Zitat:
Original geschrieben von baer
[b]Sieh dir einmal die Videos auf www.kendo-world.com an
Interessant. Wie trainiert ihr diese Kata. Ich vermute mal streng nach Vorlage ? Was ist deiner Meinung nach bei euch Sinn und Zweck dieser Kata ?

cu
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  #40  
Alt 09-01-2003, 17:35
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Muss mir später auch mal die Kata anschaun, aber unabhängig davon: Werner Lind schreibt in seinem KK-Lexikon, die Techniken seien seit dem Ursprung des Kendos aus dem Kenjutsu trastisch reduziert worden und nun nur noch sieben an der Zahl: Shomen, Hidari men, Migi men, Migi do, Gyaku do, Hidari kote und Tsuki. Sind es tatsächlich so wenige?

mfg,
Luggage
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  #41  
Alt 09-01-2003, 19:22
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Natürlich weiß ich nach einem Probetraining nicht gerade viel, aber einen Eindruck hat man schon mal und ich hab den Trainer dort ja auch gefragt wie das ist weil ich ein bisschen verwundert war über das begrenzte Repertoire.

Womit sportler meiner Meinung nach absolut recht hast, ist, dass das shinai anders sein sollte. Es sollte so sein wie ein Katana, nur aus Holz und ungefährlich...
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  #42  
Alt 10-01-2003, 09:58
baer
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Zitat:
Original geschrieben von sportler
Interessant. Wie trainiert ihr diese Kata. Ich vermute mal streng nach Vorlage ? Was ist deiner Meinung nach bei euch Sinn und Zweck dieser Kata ?

cu
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Wir trainieren diese zehn Katas genau so, wie sie auf den Videos zu sehen sind, allerdings mit dem Bokken. Streng nach Vorlage. Ich sehe den Sinn dieser Katas darin, dass man einerseits die Handhabung des Schwertes (Bokken) erlernt und andererseits Distanz, Kamae, Angriffsmethode, Atmung, die richtige Gelegenheit und das Zanshin fördert. Für mich sind die Katas sehr wichtig und müssen auch regelmässig im Training gepflegt werden. Leider ist das in vielen Dojos nicht der Fall.

Die Kata simuliert die Bewegungsabläufe eines Kampfes.
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  #43  
Alt 10-01-2003, 10:19
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Original geschrieben von Luggage
Werner Lind schreibt in seinem KK-Lexikon, die Techniken seien seit dem Ursprung des Kendos aus dem Kenjutsu trastisch reduziert worden und nun nur noch sieben an der Zahl: Shomen, Hidari men, Migi men, Migi do, Gyaku do, Hidari kote und Tsuki. Sind es tatsächlich so wenige?

mfg,
Luggage

Ja

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  #44  
Alt 10-01-2003, 13:24
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hab ich mir die falschen Videos runtergeladen oder bestehen die Katas tatsächlich nur aus einer Aktion ?

wie lange trainierst du schon kendo ? und welche graduierung hast du ?

lg, martin
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  #45  
Alt 10-01-2003, 13:43
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@ el Martino

Die jeweilige Kata beinhaltet immer eine festgelegte Angriffs- und Gegenangriffskombination. Ein Partner übernimmt die Rolle des Uchidachi (Lehrer, Angreifer), der andere die Rolle des Shidachi (Schüler, Verteidiger).

seit ca. 1 1/2 Jahren (4.Kyu)
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