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#61
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| Danke für die Ausführungen! Ideale Trainingsform, weil eben Realitätsnah, dass das nicht ohne gehörige Vorbereitung gemacht wird ist klar, geschieht ja genauso mit dem Stocksparring im Kali beispielsweise. mfg, Luggage |
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#62
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| Aye ... Und dieses Sparring bringt eine ganz andere Bewegungsweise, ein anderes Distanzempfinden ... ich halte es für nützlich ... wenn auch niemand behaupten sollte, ein Sparring mit einem Partner, der nicht wirklich vorhat, einen niederzuhauen oder zu verletzen, könnte eine reale Kampfsituation wiederspiegeln. Aber man kann eben nicht der Realität wegen sich auf den Weg in dunkle Ecken seiner Stadt machen und Kämpfe provozieren ... schon aus juristischen Überlegungen nicht wie auch aus dem Problem der großen eigenen Verletzungsgefahr ... und von ethischen Vorbehalten muß ich da glaube ich auch nicht beginnen :-). Eben darum gibt es all die vielen Übungsformen, Kata, Suburi, Sparring, reglementierte Freikämpfe, etc ... um sich in einem gesicherten Rahmen der realen Situation anzunähern ... anhaftend ist jedem Übungsmodell das Problem, nur ein Modell zu sein und damit nicht zu 100% kongruent mit der realen Kampfsituation ... was insbesondere in der vollkommen Dynamik des Kampfgeschehens liegt. Aber ein bischen Übung ist eben besser als gar keine :-). Gruß, Aethien |
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#63
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| Gut, ich möchte meine simple Polemik beenden, trotzdem im Zusammenhang meines letzten Beitrages bleiben und so doch des eigentlichen Themas gerecht bleiben. Die Rüstung ist so ein Punkt, in welchen sich beide KK unterscheiden. Diese Rüstung steht im Zusammenhang mit der angewandten Technik. Man soll lernen, diese Technik mit größtmöglicher Kraft anzuwenden. Diese "größtmögliche" Kraft bitte jetzt nicht falsch interpretieren: es geht darum, alle Faktoren in einem Angrif zu bündeln- aus dem richtigen Abstand, bei der richtigen Gelegenheit, mit Zanshin und Kiai, sowie der richtigen Technik die Aktion auszuführen. Reduziert man das auf die körperliche Mechanik, nutzt man die Dynamik des eigenen Körpers beim Angriff, mit der korrekten Arm und Beintechnik (und immer schön auf die Hüfte achten!) um die dabei resultierende Energie beim Schlag in das Schwert zu lenken. Diese Technik ist nur dann richtig ausgeführt - unter dem Einsatz des gesammten Körpers! Es ist deshalb so wichtig, weil man im Laufe des Lernprozesses die Schlagtechnik effektivieren muß, indem man die Schnelligkeit der Techniken erhöht, wie z.B. verringerte Ausholbewegungen bei gleicher Intensität des Treffers etc... Der Charakter der Schlagtechnik im Kendo besteht darin, den Schlag in einem bestimmten Moment abzustoppen, und zwar egal ob der Gegner getroffen wurde oder nicht. Dieser Stop-Punkt befindet sich nur wenige cm im Körper des Gegners, welche bei einem echten Schwert bereits dem Tod, beziehungsweise die absolute Kampfunfähigkeit bewirken. Ob ich das Schwert nur 5 cm in den Kopf der Gegners treibe, oder ihn in zwei Stücke haue, ist diesem im Moment egal nicht aber dem Kampfcharakter des Kendo. "Tiefeindringende" Treffer kosten Zeit, Zeit die Wertvoll ist, um sich schnellstmöglich wieder aus der Gefahrenzone zu begeben, schnellstmöglichst wieder in eine günstige Postion zu gelangen, schnellstmöglichst den nächsten Angriff zu starten, beim selben oder theoretisch beim nächsten Gegner. Der gleiche Effekt soll tragen, wenn der Schlag/Angriff ins Leere ging, das Schwert/Shinai aber auch den Körpersofort wieder unter Kontrolle zu bekommen. Diese Techniken können im Suburi geübt werden, oder am imaginären Gegner, spezifisch im Kendo aber an einem realen Gegner. Und genau hier kommt die Rüstung zum tragen! . Sie soll eben nicht die Angst vor Treffern nehmen, sie soll auch nicht den Kampf mit einer realen historischen Rüstung imitieren. Man soll diese Technik am realen Gegner üben. Dazu muß der Gegner eine Rüstung tragen, und dazu muß der Gegner sich treffen lassen. Der Großteil des Kendotrainings besteht aus getroffen werden, und als Gegensatz seinen Gegner treffen um die Verschiedensten Techniken zu üben, immer und immer wieder. Baer wird mir bestätigen, das Treffer trotz Rüstung durchaus ordentlich schmerzen können. Das Ji-Geiko schließe ich mit darin ein. Es wird oft mit einen reinem Kampf verwechselt. Tatsächlich soll man hier die erlernten Techniken nach eigenem Ermessen anwenden,. dabei (ganz wichtig) auf deren korrekte Ausführung achten. Wird man getroffen, soll man daraus den Fehler erkennen. Außer den reinen Techniken soll man Zanshin ausüben, mit Kiai trainieren, das Auge für die richtige Gelegenheit üben sowie Ausdauer erreichen. Man nähert sich der Kampfsituation an. Dabei ist jeder Gegner anders. Man erhält dabei Erfahrungen, die aus dem körperlichen Vermögen, aus Eigenheiten aus Reaktionen auf eigene Aktionen des Gegners resultieren, und vieles mehr. Kurz: man lernt den Gegner zu lesen. Je mehr Erfahrung, um so schneller erkennt man den Gegner. Alles das, was für eine reale Kampfsituation Elementar ist. Außer eins, man muß nicht befürchten im Kendokampf getötet zu werden. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Das moderne Kendo ist wesentlich komplexer, als es auf einen reinen Turniersport zu beschränken. Es war ein stetiger Prozeß der Entwicklung, welcher sich stets an die Bedingungen der jeweiligen Zeit orientierte, seine Wurzeln jedoch immer in der Tradition, und der Fecht- und Kriegskunst der Samurai hatte. Ich wollte Sportler nie zu nahe treten, auch wenn ich mir einige Sachen an Kopf schmeissen lassen musste. Für jemanden der Kendo kennt, sollte jedoch der Grund des Tragens einer Rüstung geläufig sein. |
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#64
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| Wer dieses System näher besieht, der wird verstehen, warum die Trefferflächen (aus meiner Sicht!) reglementiert sind. Es bringt wenig Sinn die Schutzfunktion der Rüstung auf weitere Körperteile auszuweiten, nur um mehr Treffermöglichkeiten zu erreichen. Das würde m.E. die Qualität des Trainings eher verschlechtern, da die Rüstung noch unhandlicher gerät, noch weniger Spielraum zulassen, sowie an Gewicht zunehmen würde. Man muß sich wirklich vor Augen halten, das es beim Kendo nicht tatsächlich um einen Kampf gegen einen imaginären gerüsteten Gegner wie im Training handelt, sondern vielmehr um einen "Zivilen" Gegenpart. Kendo ist kein Vertreter des Koryu Bujutsu. Deswegen mag ich dem Moderator folgen, das Kendo etwas fortführt, was im Iaido so nicht vorkommt. Es ist somit ein Kompromiß zwischen ausreichender Bewegungsfreiheit und des effektiven trainierens realistischer Schläge an einem Realen Gegner. Es betrifft letztendlich doch die meisten KK einen Weg zu finden, was man theoretisch Anwenden könnte aber realistisch am Trainingspartner nur machen kann. Aber es ist keineswegs Realitätsfern, die vorhandenen Schlagtechniken des Kendo (theoretisch) auf andere Körperteile zu übertragen. Es ist nicht unrealistisch, wenn ein fortgeschrittener Kendoka Punktgenau einen bewegten Gegner in der Situation eines Kampfes mit der erlaubten Technik an der reglementierten Stelle trifft, dies auch an jedem anderen Punkt des Körpers tun zu können. Mit der Technik eines Tzuki könnte genauso die Herzgegend, den Solarplexus,die Schulterschlagader, das Gesicht angegriffen werden. Es ist kaum Bewegungskorrektur notwendig. Ich muß dies ja schon tun, um bei unteschiedlich großen Gegnern den reglementierten Tzuki zu treffen. Dies nur als erleuternde Anmerkung zu einem meiner früheren Beiträge, sicher meinte es Kotengu nicht anders. |
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#65
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| "Es ist somit ein Kompromiß zwischen ausreichender Bewegungsfreiheit und des effektiven trainierens realistischer Schläge an einem Realen Gegner. Es betrifft letztendlich doch die meisten KK einen Weg zu finden, was man theoretisch Anwenden könnte aber realistisch am Trainingspartner nur machen kann." Ich will ja jetzt nicht Eure Traditionen in Frage stellen, aber wenn es nur darum ginge, könntet Ihr Euch Streethockey Knieschoner anziehen und die Beine als Ziel dazu nehmen, klappt ja voanders schließlich auch. "Aber es ist keineswegs Realitätsfern, die vorhandenen Schlagtechniken des Kendo (theoretisch) auf andere Körperteile zu übertragen." Ich denke schon, wenn Du es im Training nicht gewöhnt bist, bestimmte Stellen zu schützen, wirst Du dies im realen Kampf auch nicht tun. Ich gebe Dir aber Recht daß man hinsichtlich Realitätsnähe/Trainingssichherheit Kompromisse machen muß, aber auch für meinen Geschmack wären fünf Trefferflächen zur Auswahl ein bißchen wenig. So weit ich das hier jedoch richtig verstanden habe, dient Kendo auch nicht mehr dazu, einen Samurai auf die Schlacht vorzubereiten sondern wurde als Kampfsport und Selbstfindungsmittel entwickelt. Dann sind solche Überlegungen auch nicht so wichtig. Ich hoffe, daß mein Beitrag nicht als Provokation aufgefaßt wird, ich wollte nur mal meine bescheidene Meinung hierzu loswerden.
__________________ Basic Knife Defense Start der Ausbildungs- und Seminarreihe am 31.01.2009 |
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