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#196
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| Nach meiner Erfahrung und nach dem, wie ich meine Lehrer verstanden habe, sind es eben gerade die tradierten, klaren Formen, die dem Körper im Laufe der Zeit eine bestimmte Struktur geben und die es durch kontinuierliches Üben ermöglichen, den Fluß im Körper zu entwickeln. Der Austausch mit uke ist dagegen - aus meiner persönlichen Sicht - eher "beliebig" oder "zufällig": Er ist jedesmal anders, bei dem gleichen uke schon jedesmal neu und bei verschiedenen uke noch einmal weiter differenziert. Es ist daher nach meinem Verständnis schwierig, sich in der ersten Zeit an dem Austausch mit uke kontninuierlich zu entwickeln. Zitat:
Danke für deine Antwort: Mir ist jetzt klarer, was du meinst. Mir ist allerdings nicht ganz klar, wie das damit zusammenpaßt, daß du im Umfeld von Tissier und Endo übst? Denn die beiden legen doch einen sehr großen wert auf sehr präzise, klare Basisformen? (Und wie gesagt: Bei Endo heißt das, was normalerweise Inhalt des keiko ist, ganz dezidiert kata.) |
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#197
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| Interessantes Thema - ich hoffe wir werde nicht rausgeworfen wegen OT Aber in diesem Thread hält sich bis jetzt ne schöne DiskussionskulturZitat:
Jetzt hat Ueshiba auch bei diversten Aikido-Vorführungen das Schwert in die Hand genommen und soweit ich mich erinnere auch gerne mal Würfe mit Jo vorgeführt. Wenn er das nicht nur mal aus Jux gemacht hat, so scheint es doch so zu sein, dass man schon unter Ueshiba auch Schwertformen üben konnte, die zum Aikido gehören, also das Aiki trainieren ? Und falls meine Gedankengänge soweit stimmen sollten, so besteht ja auf jedenfall eine Verwandtschaft der Bokken/Jo/Tanto und unbewaffneten Techniken im Aikido, da sie die gleichen Prinzipien unterrichten sollen - also kann man zwar nicht sagen Aikido kommt vom Schwert, aber auch nicht das Schwert is nur zum Aikido dazugedichtet - sondern eher: Man kann Aikido traditionell unbewaffnet, mit Schwert, Tanto und auch Jo üben. Hoffe auf angeregte Diskussion :-) mfg |
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#198
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| @the5ilence Nein keine Sorge, da ist nicht wirklich OT und selbst wenn es so wäre, würde ich es getatten da es ja mein Thread ist. Und ja die bedeutung von Waffentechniken im Aikido finde ich auch sehr interssant. Die Frage ist ob im Aikido wirklich den Umgang mit dem Bokken und dem Jo im Aikido ebenso gut erlernen kann wie in den unterschiedlichen Kenjutsu Stilen bzw dem Jo Jutsu. Oder dienen die Waffentechniken des Aikido nur dazu die Prinzpien der waffenlosen Techniken besser zu verstehen? Letzters habe ich schon öfter gehört und gelesen.. Nur ist das die ganze bzw einzige Wahrheit.? Oder kann man mit dem Waffentechniken des Aikido vielleicht auch ganz gut den Waffenkampf erlernen wie im Ken und Jo Jutsu.. |
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#199
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| Zitat:
Zitat:
Aber ich glaub hier wird einiges erwähnt Zitat:
Oder Tai no Henko. Stell dir vor er weicht einen Schnitt aus und sticht ihm dann selbst das Schwert in den Hals. Viele Techniken und Formen sind 1 zu 1 auf Waffen übertragbar. Und genau da gelangt man an einem Punkt wo man langsam anfgängt Aikido zu begreifen. Als Beispiel nehm ich jetzt mal Nikajo Der Griff Katate Mochi soll den Waffenarm von Tori blockieren. Ukes leben hängt also davon ab diesen Arm nicht los zu lassen. In andren KK würde man das Wissen um die Anatomie des Körpers und den Kräften verwenden um ihn mit "Gewalt" den "Arm rum zu drehen". Natürlich ist dafür auch ein gewisses Gespür notwendig was man sich aneigenen muss: Wie halte ich den Kontakt zu Uke aufrecht, sodass ich mit meiner Power (aus der Hüfte generiert, verwurzelt zum Boden, locker im Oberkörper, zentriert und stabil usw.) ihn so manipuliere um sein Gleichgewicht zu brechen und ihm in ein "Loch zu manövrieren" (Das kann ich leider nicht besser beschreiben). Aikido geht aber noch weiter. Nämlich: wie muss ich Uke "anlagen" sodass er sich "wohl fühlt" und garnicht auf die Idee kommt sich dagegen zu sträuben. Ich darf weder rupfen noch zu langsam sein, denn dadurch gewinnt er wieder seine Stabilität und Struktur. Es gilt das Gehirn in den Fingern zu trainieren. Stell dir ein Baby vor dass man eine Sahnetorte vorsetzt. Was macht es? Matsch hand auf die Torte geschmettert, gequetscht dass das ganze Zeug zwischen den Fingern hervortritt und dann Quer übers Gesicht geschmiert. Mit dem Lauf der Zeit lernt man wie man welche Materialien anzufassen hat. Genau so ist es beim Aikido, man lernt wie man wann wen anzulangen hat. Das hat viel mit Fühlen und Gefühl zu tun. Lässt sich auch ehrlich gesagt sau blöd beschreiben. Die meisten Leute würden einen auch für total bekloppt erklären wenn man so redet wie ich das jetzt tue Man kann das niemanden Beschreiben, aber mit dem Lauf der Zeit begreift man es (begreifen = von GREIFEN / anlangen).Achja, das Video kennen die Meisten hier wahrscheinlich. Aber ich finde es ist wirklich faszinieren O Sensei zu beobachten. Seine Bewegungen, die Ausstrahlung... finde ich extrem faszinierend. Grüße
__________________ a sense of humor is a major defense for minor troubles |
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#200
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| Ich wüßte aber nicht, was mit "Prinzipien" gemeint sein könnte? Ueshiba hat konkret Technik gelernt: aiki oder auch "die Harmonisierung von Himmel-Mensch-Erde". Zitat:
Zitat:
Die These war doch, daß aikido aus ken jutsu abgeleitet ist. Historisch betrachtet ist aber das aiki ken (und aiki jo) aus der Entwicklung des aikido heraus entstanden. Man kann ken, jo und tanto benutzen, um sich bestimmte Fähigkeiten des aikido besser aneignen zu können. Es gibt ja doch viele Lehrer, die neben aikido und aiki ken / aiki jo noch ein ken jutsu lernen bzw. unterrichten. Ich weiß nicht, wie es im Yoshinkan ist. Aber nach meiner Erfahrung liegt der Lerneffekt gerade darin, daß man das tai jutsu nicht 1 : 1 auf die Waffenarbeit übertragen kann. Viele Details sind anders und auch die äußere Form ist nicht unbedingt identisch. Und gerade diese Unterschiede sind es, an denen man dazulernt. |
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#201
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| Zitat:
Gruß
__________________ a sense of humor is a major defense for minor troubles |
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#202
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| @Antikörper Vielen Dank für die Infos und das posten der interssanten Videos. Haben mir sehr gut gefallen. @どうして Danke für deine Antwort. Ja denke auch, das Aiki Ken und Aiki Jo eher didaktische Mittel sind um die Aikido Prinzipien zu vertiefen. Für den richtigen Waffenkampf wendet man sich ama besten an die entsprechenden Schulen. |
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#203
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| Danke für die vielen Anregungen! Ich hatte das Gefühl man konnte deinen Post leicht so interpretieren, als ob sich Aikido über mehrere Jahre langsam durch Verschmelzung verschiedener Stile entwickelt hat. Meine aktuelle Ansicht ist eher die, dass Ueshiba quasi irgendwann aus seinem Technik-Katalog ursprüngliche Kampfformen die fürs Schlachtfeld konzipiert waren rausgenommen hat und sie so modifiziert hat, dass man damit seiner Meinung nach möglichst gut Aiki üben konnte. Zitat:
Zitat:
Soweit ich bis jetzt informiert bin, sah das wohl eher so aus, dass Ueshiba in seinem Training halt irgendwelche Techniken/Formen vorgemacht hat, die alle dann nachgemacht haben - und das waren wohl Bewaffnete wie unbewaffnete bunt gemischt. Wenn dem so war, dann währen die Schwert-Techniken halt nicht im Nachhinein von späteren Lehrern aus den unbewaffneten Techniken abgeleitet worden, sondern währen quasi gleichwertig wie die Unbewaffneten Techniken parallel entstanden? (Was natürlich nichts mit einer Entstehung aus dem Kenjutsu oder so zu tun hat, da gebe ich dir voll recht.) Zitat:
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#204
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| "Rausgenommen" und "modifiziert" hat vor allem der zweite dôshu. Ueshiba selbst hat geübt und sich entwickelt. Dabei hat es natürlich auch Sprünge gegeben, wie immer in einem solchen Prozeß. Das war aber keine Verschmelzung von verschiedenen Künsten. Vor allem hat Ueshiba aber aiki nicht als ein Prinzip oder etwas Ähnliches verstanden und einen Technikkanon daran orientiert. Das ist auch für Kisshomaru nicht das Kriterium gewesen. Dem ging es vor allm darum, aikidô als Botschafter der positiven Werte der japanischen Kulture zu vermitteln und es für eine breite Masse übbar zu machen. Zitat:
Übungswege dahin sind z.B. Atemübungen, wie sie fast genauso im nei gong vorkommen. Visualisierungen. Übungen zur Verbindung der verschiedenen dantian. (und nicht nur Betonung des seika tanden), von Endo Seishiro gibt es eine DVD "atari and musubi" auf der man viele Partnerübungen dazu findet. usw. aiki jedenfalls meint nach dem Verständnis, das ich inzwischen gewonnen habe, nicht die Verbindung mit äußeren Bewegungen eines Angreifers, sondern ist eine innere Arbeit, die sich durchaus technisch beschreiben läßt. Auch wenn ich dir noch nicht wirklich viel davon zeigen kann. aiki ist sozusagen die innere Technik, die den äußere Techniken, den waza des aikidô zugrunde liegt. Zitat:
Daß Ueshiba immer wieder auch ein Schwert zur Hand genommen hat, ist doch nocheinmal etwas ganz anderes? Auf vielen Videos von Yamaguchi sieht man, daß er außer einem Schwert ganz oft auch einen Fächer benutzt, um zu unterstreichen, was er zeigen möchte. Daraus kann man doch nicht schließen, daß aikidô auf Fächern beruht ? Zitat:
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#205
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| In meiner Vergangenheit habe ich mich nur am Rande mit den Theorien und den Begriffen beschäftigt. Aikido war für mich immer ein sehr spannendes Körpergefühl. Das Lernen war bei mir auch nie linear. Ueshiba hat doch irgendwann mal gesagt: "Übt immer und noch mehr Stärkt euren Körper und formt euren Geist Sucht nicht die "geheimen Techniken" Denn alles ist hier vor euren Augen" |
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#206
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| Mir ist nicht klar, was du damit sagen möchtest? |
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#208
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| Nein. |
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#209
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| Mir ist lediglich nicht klar, was du damit sagen möchtest. Aber muß es ja auch nicht. |
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#210
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| Naja, ich komme halt aus einer Handwerkerfamilie. Bei mir muss etwas letztendlich funktionieren. Beispiel: Ich möchte ein Loch in unsere Wohnzimmerdecke bohren, um dort etwas Schweres aufzuhängen. Dann nehme ich mir eine Bohrmaschine (Bohrhammer), eine geeignete Bohrspitze, bohre damit ein Loch in die Stahlbetondecke, bringe dort einen Dübel ein und schraube nun einen Haken hinein. Wenn ich alles stimmig gewählt habe und beim Bohren nicht ständig abgerutscht bin, dann kann ich jetzt das Gewicht daran aufhängen. Nehme ich mir aber eine Bohrmaschine schaue sie mir an und denke darüber nach, wie sie wohl entstanden ist, wer sie erfunden hat beginne zu philosophieren, welch ein wunderschönes Gerät es doch ist, mit wie viel Drähten es gebaut wurde, welche technischen Daten es doch hat, vielleicht nehme ich sie noch auseinander, untersuche sie genau, dann ist das sicher sehr interessant und spannend und sicher sehr unterhaltsam, aber das Loch in der Decke wird so nicht entstehen. |
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