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Koreanische Kampfkünste Vom Tritt bis zur Schwerttechnik - von Son bis zu Hangul. Hier ist der Platz für Erfahrungsaustausch über die koreanischen Kampfkünste sowie Sprache und Kultur. Am bekanntesten sind Taekwondo und Hapkido.



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  #76  
Alt 03-05-2016, 19:53
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: tkd
 
Registrierungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 9.260
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ich schreib´s doch gleich:

1) meine these war, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass es eine oder mehrere kk koreanischen ursprungs gab, die später mit chinesischen vermischt wurden oder eine oder mehrere ursprünglich chinesische, die "koreanisiert" wurden (wie zb auch karate zu tkd) oder beides.

du hattest mitgeteilt, dies sei deswegen ausgeschlossen, weil der ausdruck "kwonbop" in korea ausschliesslich für chinesischstämmige kks verwendet wird.
wenn diese begründung zutrifft, schlösse dies jedenfalls nicht die these aus, dass es in korea früher bereits koreanisierte kks chinesischen ursprungs gab.
denn eine solche würde dann unter den begriff "kwonbop" fallen, soweit ich verstanden hatte.


2) zum thema aus dem buch "tkd philosophy & culture" von lee kyong myong (welcher zusammen mit meister kang die oben verlinkte "modern history of tkd" verfasst hat), hollym-verlag, 2001, grob zusammengefasst:

- grabmalereien aus dem 4. und 5. jhd n. chr. in gräbern im gebiet des damaligen koreanischen (vorläufer)volkes zeigen kks

- verweis auf "historical records" mit namen "samguk-sagi" und "goguryeo-bongi": dort wird subak erwähnt.

- verweis auf "historical record" des "haedong-ungi" in welchem kks erwähnt werden, bei welchen die hände wie schwerter verwendet werden.

- verweis auf "royal record" des "jewang-ungi", in welchem "taekyeongsul" und "bigaksul" als "foot flying arts" erwähnt werden, die dazu dienen, einen gegner niederzutreten.

- verweis auf eine"history of goryeo", gemäss derer "subakhui" dort sehr populär war und im militär gefördert wurde.

- verweis auf "taejong sillok" und "sejong sillok", gemäss derer es im joseon-zeitalter verschiedene kks unter verschiedenen namen wie taekgyeon, taekgyeonhui, subyeok, gwonbop gab.

- zum muyedobo-tongji führt er aus, dass es gemäss forschungsstand die nachahmung eines chinesischen vorläufers ist, bezieht sich aber auf hwang kis ausführungen dahingehend, dass subak bereits in der zeit von goguryeo (37 v. chr.-668 nach chr.) dort sehr populär war und es daher durchaus denkbar ist, dass dieses zum damaligen zeitpunkt von china (teilweise) importiert wurde.

- als historische quellen werden im einzelnen genannt:

* für das alte joseon: handan-gogi, gyuwon-sahwa (historical tales)

* für three kingdoms: haesang-japnok, haedong-ungi, samguk-sagi, jewang-ungi, joseon sanggosa (all historical records) sowie goguryeo mural paintings at ancient royal tombs

* für unified silla: verschiedene geumgang-kriegerstatuen

* für goryeo: goryeosa (history of goryeo)

* für joseon: sejong sillok, joseon wangjo sillok, haedong jukji, taejong sillok, sejo sillok, yongjae chonghwa (all historical records), muyedobo-dongji, jaemulbo, daejon tongpyeon, byeongjon (martial art books), sinjung tonggukyeoji-seungram (a geographical guidebook) and others


3) was wohl nicht von der hand zu weisen ist, ist, dass auf dem gebiet des koreanischen volkes bzw dessen vorläufers schon lange kks (möglicherweise mit unterbrechungen) ausgeübt wurden.
inwieweit diese (teilweise) von diesem volk entwickelt oder importiert und dann koreanisiert oder auch exportiert wurden, lässt sich wohl nicht vollständig nachvollziehen.


4) für tkd heisst das m.e.:
zu einem zeitpunkt als von den früher im koreanischen volk vorhandenen kks nur noch wenig übrig war, wurde nach dem krieg karate (kongsoodo etc.) aufgebaut und dann in tkd umbenannt.
dabei erfolgte eine "koreanisierung", insbesondere hinsichtlich der beintechniken, für welche die koreaner offensichtlich eine besondere affinität haben, möglicherweise unter einfluss oder aufgrund erinnerung an frühere oder noch vorhandene ältere stile.


5) dazu gibt´s die bereits erwähnten ebenfalls sehr beinlastigen mönchskampfarten, über deren originalität ich aber nichts weiss.


6) das kuk sool won soll sich auch u.a. aus drei vom gründer "reaktivierten" überlieferten älteren koreanischen kampfstilen (dorfkks, mönchskks, königshauskks) sowie aikijutsu von choi yong sul zusammensetzen.


7) ich stimme dir zu, dass man nur von dem sicher ausgehen kann, was bewiesen ist.
dazu gibt es wahrscheinlichkeiten, möglichkeiten und (derzeit) noch nicht bewiesene oder beweisbare wahrheiten.
ich wollte darauf hinaus, dass man möglichkeiten nicht nur deswegen aus seinem denken ausschliessen muss, weil sie (noch) nicht bewiesen sind.


gruss

Geändert von zocker (06-05-2016 um 17:23 Uhr). Grund: "für"
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  #77  
Alt 21-07-2017, 07:55
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate, Ju-Jutsu, Judo
 
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Alter: 36
Beiträge: 150
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Ach, alles Mumpitz.

Die "wahre" Geschichte der Kampfkünste ist doch die, dass Alexander der Große auf seinen Eroberungsfeldzügen die europäisch-griechischen Kampfkünste der Pankreation bis nach Indien verbreitete. Von dort aus wurden fanden die Kampfkünste ihren Weg via China nach Okinawa und Korea

So lustig das klingt, ich kenne Leute, die davon fest überzeugt sind und nur durch diese "Begründung" mit sich im reinen sind, keine "asiatische" Kampfkunst zu betreiben, sondern etwas "ureuropäisches".
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  #78  
Alt 18-09-2017, 11:04
Benutzerbild von yushinkan-ruhrgebiet
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Kampfkunst: goju-ryu karate
 
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Alter: 34
Beiträge: 23
Standard erschreckend?

erschreckend finde ich,wie viel wert auf die auklärung solcher pseudohistorischer vorgänge gelegt wird... trainiert doch einfach euer ding,bildet euch ne eigene meinung,und erwartet deshalb nicht,das die koreaner zugeben,das sie tkd von den japanern geklaut haben,oder die japaner plötzlich anerkennen,das karate zu einem grossen teil auch china kommt.ich habe jedoch auch schon japaner kennengelernt,die damit keine probleme hatten,und mir den ursprung einiger kata aus china sogar erklärten.... auf der anderen seite wurde ich von einem kyokushinkai danträger aus osteuropa dumm angemacht,weil ich mir erdreistet hatte,darauf hinzuweisen,das mas oyama eigentlich koreaner war,und seine biographie sicher die ein oder andere ausschmückung erhalten habe..... dogmatiker,und spinner gibt es überall,in der religion,philisophie,medizin und nicht wenige auch in den kampfkuensten. enweder sind es lügner,verblendete,betrüger oder in vielen fällen auch menschen,die denkfaul sind und/oder deren gutgläubigkeit ausgenutzt wird.... aber am ende gilt,jeder darf das glauben,was er glauben möchte.und der rest trainiert einfach weiter........ msg. tobias
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  #79  
Alt 18-09-2017, 12:02
Benutzerbild von Syron
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Den inneren Schweinehund verhauen
 
Registrierungsdatum: 05.06.2013
Ort: Ruhrpott
Beiträge: 1.517
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Und was spricht dagegen weiter zu trainineren, Spaß dran zu haben - und sich dennoch über die Geschichte vernünftig schlau zu machen?

Das eine schließt das andere doch nicht aus.

Und es schadet ja nicht gerade, wenn man einige der offensichtlicheren Mythen mal aufgeklärt werden.
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  #80  
Alt 20-09-2017, 11:29
Benutzerbild von Donnerfuß
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taekwondo
 
Registrierungsdatum: 19.08.2009
Ort: NRW
Alter: 30
Beiträge: 90
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Ein ganz pragmatischer Grund, warum man sich mit der Geschichte und dem historischen Kontext der Entstehung befassen sollte, ist nicht zuletzt die Frage nach dem Sinn und Unsinn von Techniken und Trainingsmethoden und ihrer Wirksamkeit.

Natürlich muss sich nicht jede/r Taekwondoin intensiv mit solchen Fragen befassen. Jede/r der/die unterrichtet, sollte dies meiner Meinung nach aber schon.

Ein aktuelles Beispiel ist ja die Interpretation und Anwendung der jeweiligen Bewegungsformen für den Kampf/die Selbstverteidungung (die Vermischung dieser Bereiche ist ein Thema für sich). Mit Wissen um den Entstehungskontext und mögliche Vorgängerstile ist einer sinnvollen Interpretation sicherlich noch zusätzlich geholfen.

Gruß, Martin
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-Bruce Lee-
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