Kampfkunst-Board

Zurück   Kampfkunst-Board > Kampfkünste / Kampfsportarten > Wing Chun / Yong Chun

Wing Chun / Yong Chun Diskussionen über Wing Chun (mandarin: Yong Chun) und deren Derivate aus aller Welt. Restart 29.08.2012



Thema geschlossen
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #676  
Alt 19-06-2017, 08:07
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: WT
 
Registrierungsdatum: 05.03.2017
Beiträge: 1.200
Standard

Zitat:
Zitat von MCFly Beitrag anzeigen
Sie hat doch selber mehrfach wiederholt, dass Sie Sparring nicht betreiben will. Sie will keine Treffer kassieren. Braucht sie für ihr Verständnis nicht.
Brauchen könnte ich das unter Umständen schon; aber ich nehme die unwahrscheinlichere Situation in Kauf, einmal auf der Strasse niedergeschlagen zu werden (und dann tatsächlich entsetzt, besiegt und ein Häufchen Elend zu sein), statt systematisch und regelmässig im Training starke Schläge zu kassieren.

Ist eine Güterabwägung, nicht eine ideale Lösung. Aber alle andern Lösungen scheinen mir (!) für mich (!) noch weniger ideal zu sein.


Zitat:
Es ist nicht möglich, jeden Konflikt unversehrt zu überstehen​, selbst für erfahrene KS/KKler. Nicht jede Situation ist vorhersehbar, nicht jedes Verhalten ist steuerbar.
ja eben. Sag ich doch ständig. Das wär dann "shit happens". Ich muss doch akzeptieren, dass ich nicht die stärkste, kampfkräftigste etc Person auf der Welt bin, sondern dass es viele gibt, die besser darin sind.

Das ist doch lediglich eine korrekte Einschätzung der Realität, mehr nicht.

Inklusive der Möglichkeit, einen Kampf zu verlieren. Ja das kann sein, dass ich einen Kampf verliere. Aber sicher doch.

Zitat:
wie trainiert ihr verbale Deeskalation? Wie viel Trainingszeit beansprucht das?
vor längerer Zeit mal mit Rollenspielen (in einer speziellen Frauengruppe), im Training in der aktuellen Gruppe haben wir das schon seit langem (mehrere Jahre) nicht mehr gemacht.

Da Deeskalation eine regelmässig gebrauchte Fähigkeit in vielerlei Kontexten ist, ist auch die Gefahr gering, je aus der Übung zu geraten.
Google Bookmark this Post!
Werbung
  #677  
Alt 19-06-2017, 08:09
Benutzerbild von Schnueffler
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Wahrheit des wohltuenden Regens
 
Registrierungsdatum: 02.03.2005
Ort: mitten im Pott
Alter: 42
Beiträge: 29.941
Standard

Zitat:
Zitat von Syron Beitrag anzeigen
Ich dachte, genau dafür ist euer WT aber gedacht und funktioniert auch?
Weil es für Kleinere, Schwächere ausgelegt ist.
Hast du doch nun mehrfach gesagt.
Dann solltest du doch in der Lage sein, diesen Nachteil ausgleichen zu können, wie du immer wieder betonst?
Fähnlein im Wind sage ich da nur.

Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Partnerübungen mit unkooperativem Partner sind Teil des Trainings auch im WT, wo man in der Tat übt, wie man die Techniken an den Mann bringt.

Ob man das dann "Sparring" nennen will oder "freies Lat Sao" bzw "freies Chi Sao", muss jeder selbst wissen.
Sparring ist es definitiv nicht.
Sowas fällt bei mir unter etwas fortgeschrittenem Techniktraining.

Und was das Sparring an sich betrifft, du wirst nach dem ersten Treffer komplett anders reagieren, als du es dir in deinem Kopf zu Recht gelegt hast, wenn du es nie trainiert hast.

Und wenn du davon ausgehst, dass dir nie etwas passiert, weil du auf keinen Irren treffen wirst, warum muss es dann ein so tödliches SV System sein?
__________________
Du schlägst zu wie ein Vegetarier!
Google Bookmark this Post!
  #678  
Alt 19-06-2017, 08:13
Benutzerbild von Kaybee
Moderator
Kampfkunst: Ving Tsun
 
Registrierungsdatum: 17.02.2004
Ort: Langenberg / Kreis Gütersloh
Alter: 40
Beiträge: 7.198
Standard

@discipula: Sparring sollte einen wesentlichen Bestandteil deines Trainings ausmachen, das ist kein Hexenwerk und keine Raketenwissenschaft. Zumindest wenn du irgendwie den Anspruch hast, dass das, was du trainierst, irgendetwas mit Kampf oder SV zu tun hat. Wenn du einfach sagst, du machst WT aus Spaß an der Freude aber für etwaige Konflikte besuchst du lieber speziell Selbstbehauptungskurse, da du einfach an deinem Auftreten arbeiten möchtest , an deiner Rhetorik zu deekalierendem Verhalten etc. ist das ja völlig in Ordnung. Nur dann erzähle denjenigen hier (Männern und Frauen), die sich ernsthaft mit dem Thema kämpfen egal in welcdher Form und Ausprägung beschäftigen nichts von Dingen, von denen du (noch) keine Ahnung hast. Und ich meine hier nicht sofort kampf auf der Straße auf Leben und Tod. Aber zumindest mal unkooperatives Training mit Partner. Wo man mal guckt, was geht und was nicht. (Nein, keine Partnerübungen, die nach einem festen Regelwerk beginnen und dann irgendwie frei werden. Das kannst du meinetwegen freies lat Sao oder im VT eben Gwoh Sao nennen)
Am Wochenende auf einem Seminar habe ich eine Dame kennengelernt, die bisher auch kaum oder gar kein Sparring gemacht hat, da sie auch irgendwie Angst davor hatte. Und zwar sowohl getroffen zu werden als auch jemanden zu verletzten. Sie hatte vielleicht auch falsche Vorstellungen vom Begriff "Sparring". Ich habe mir ihr nur mal ein wenig probiert, dass sie mich frei angreift, dann mit Gegenwehr zurechtkommen muss, sie dann weiter darauf spontan "antworten" muss, habe sie machen lasse und dann wieder neu begonnen. Und siehe da, es ging. Sie merkte, man kann das dosieren. Sparring heißt eben nicht immer Handschuhe, Helm etc. an und dann drauf schlagen, am besten solange bis der Arzt kommt. Auf Dauer ungesund und wie schon jemand schrieb: Kein Boxer riskiert vor nem Kampf, dass er sich im Sparring so verletzt, dass er nicht mehr antreten kann. Es ist immer noch Training. Irgendwer fragte mal meinen Lehrer, wie man denn Im Ving Tsun sparren könne. Das System sei ja eigentlich darauf ansgerichtet, jemanden so schnell wie möglich niederzumachen oder zu töten. Er antwortete ganz trocken, dass das ja wohl etwas schwierig sei, da erstens verboten, jemanden zu töten als auch dann das Problem auftrete, irgendwann keine Trainingspartner mehr zu haben.

Also: Du kannst auf unterscheidlichen Stufen Sparring betreiben. Und man kann auch mit Ving Tsun etc. sparren, jemanden treffen heißt auch da nicht, dass der dann sofort tot ist. Wie bei jedem anderen Stil auch.
__________________
neuer clip MKVT Jan.2016 https://www.youtube.com/watch?v=qn-gvvrBdrk

Geändert von Kaybee (19-06-2017 um 08:24 Uhr).
Google Bookmark this Post!
  #679  
Alt 19-06-2017, 08:15
Benutzerbild von Kaybee
Moderator
Kampfkunst: Ving Tsun
 
Registrierungsdatum: 17.02.2004
Ort: Langenberg / Kreis Gütersloh
Alter: 40
Beiträge: 7.198
Standard

Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Partnerübungen mit unkooperativem Partner sind Teil des Trainings auch im WT, wo man in der Tat übt, wie man die Techniken an den Mann bringt.

Ob man das dann "Sparring" nennen will oder "freies Lat Sao" bzw "freies Chi Sao", muss jeder selbst wissen.
Nein, das muss nicht jeder selber wissen, es ist KEIN Sparring.
__________________
neuer clip MKVT Jan.2016 https://www.youtube.com/watch?v=qn-gvvrBdrk
Google Bookmark this Post!
  #680  
Alt 19-06-2017, 08:20
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: JJ, Judo (früher), rumstehen und im Kreis gehen
 
Registrierungsdatum: 04.10.2016
Ort: Münsterland
Alter: 33
Beiträge: 187
Standard

Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
Durchaus. Da hast du vollkommen recht.

Da ich aber, wie schon mehrfach gesagt, mit der Situation rechnen muss, dass ein Angreifer mir kräftemässig überlegen ist, und ein Angreifer auch sonst die Vorteile auf seine Seite bringen wird - setze ich nicht all zu viel Hoffnung darin, einen Kampf gewinnen zu können. Da ich ja sowieso mit Nachteil starte.

Gerade wenn einer überraschend von hinten kommt - bumm und KO. Was will man denn da machen? Egal mit welchem Training?
Bei Bumm und KO nix mehr. DAS ist dann wirklich Pech gehabt.

Aber zwischen "der Angreifer steht vor mir und ich kann ihn möglichst noch deeskalieren" und Instant-KO gibt's ja noch ein weites Feld von Szenarien, die einem versierten Kämpfer durchaus noch Möglichkeiten bieten, da halbwegs heil raus zu kommen. Da muss man aber entsprechend trainiert haben (unter anderem die Nachteile minimieren), wenn eine diese Ausnahmesituation (massive Angst und Bedrohung) nicht umwerfen soll.

Du sagst pauschal will ich nicht, brauch ich nicht. Ist ok
Du sagst, ist dir noch nie passiert, glaub ich. Mir auch nicht. Aber trotzdem kann es passieren.

Muss man sich darauf vorbereiten? nicht unbedingt. Man kann auf Lücke setzen.

Aber nochmal: Wenn in diesem Bereich erfahrene Leute über diese Thematik sprechen ist es dann sehr unfein, völlig ahnungsfrei dazwischen zu blubbern.
Ich z.B. les dann nur mit, weil mir einschlägige Erfahrung weitgehend fehlt.

Und die Krönung war die Sache mit dem Fallen.
Von wegen nicht so schwer und so.
Und es war eine Aussage.
Hättest du nett gefragt: "Ist fallen denn so schwer?" oder "was muss man da beachten" hätte man dir vielleicht nett die Problemlage erläutert, zumindest aber nicht so harsch reagiert.

Jeder Judoka attestiert dir für so eine Aussage aber sofort absolute Ahnungslosigkeit zu dem Thema, wie in diesem Thread auch zurecht geschehen.

Da brauchst du dich halt nicht beschweren.

So, genug davon.
__________________
I just keep tryin' ta get a little better
Said a little better than before
Google Bookmark this Post!
  #681  
Alt 19-06-2017, 08:24
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: WT
 
Registrierungsdatum: 05.03.2017
Beiträge: 1.200
Standard

Zitat:
Zitat von Syron Beitrag anzeigen
Ich dachte, genau dafür ist euer WT aber gedacht und funktioniert auch?
Weil es für Kleinere, Schwächere ausgelegt ist.
Hast du doch nun mehrfach gesagt.
Dann solltest du doch in der Lage sein, diesen Nachteil ausgleichen zu können, wie du immer wieder betonst?
Grundsätzlich ja; in den relativ unkritischen Situationen, denen ich im Alltag gelegentlich begegne, hat es immer wunderbar funktioniert.

Aber eben: da es schlicht nicht vorkommt, dass einer auf mich zustürmt, fest entschlossen, mich niederzuhacken, in blinder Wut, keinem Argument zugänglich - kann ich auch nicht beurteilen, wie gut es in einer solchen Situation funktionieren würde, mangels Erfahrungswerten.

Meine eine Kollegin - die kleine Leichte - hat es allerdings schon mehrfach geschafft, sich gegen Grössere, Schwerere durchzusetzen (so in der Kategorie, doppelt so schwer wie sie selbst). Sie fällt offenbar viel eher in ein Beuteschema als ich und wird häufiger belästigt.
Google Bookmark this Post!
  #682  
Alt 19-06-2017, 08:27
Benutzerbild von Kaybee
Moderator
Kampfkunst: Ving Tsun
 
Registrierungsdatum: 17.02.2004
Ort: Langenberg / Kreis Gütersloh
Alter: 40
Beiträge: 7.198
Standard

Zitat:
Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
aha.

also: "tödliche techniken, deshalb ist sparring kein thema" = bullshit, selbst wenn die tödlichen techniken echt tödlich wären. wie will man die auch "an den mann" birngen, wenn man GAR NICHT gelernt hat, was "an den man zu bringen"



__________________
neuer clip MKVT Jan.2016 https://www.youtube.com/watch?v=qn-gvvrBdrk
Google Bookmark this Post!
  #683  
Alt 19-06-2017, 08:36
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: WT
 
Registrierungsdatum: 05.03.2017
Beiträge: 1.200
Standard

Zitat:
Zitat von Schnueffler Beitrag anzeigen
Sparring ist es definitiv nicht.
Sowas fällt bei mir unter etwas fortgeschrittenem Techniktraining.
meinetwegen, man kann das nennen, wie man will.

Auch wenn in dem Kontext meist gar keine besondere Technik geübt wird, sondern "greif an wie du willst, verteidige dich, wie du kannst".


Zitat:
Und wenn du davon ausgehst, dass dir nie etwas passiert, weil du auf keinen Irren treffen wirst, warum muss es dann ein so tödliches SV System sein?
Nette Gruppe, gut für die Gesundheit, sehr präzise und differenzierte Bewegungen, gut dosierbar... und ich bin da halt so reingerutscht, mehr oder weniger zufällig. Ich habe nicht, bevor ich WT anfing, erst mal eine Analyse und ein Vergleich aller Kampfsportarten gemacht. Ich bin einmal gegangen, und dann geblieben.

Ich hatte nie vor, zur Mörderin zu werden. Das ganze Gerede von "tödliche Techniken" findet ja auch im WT gar nicht statt. Es geht gelegentlich um das Erzeugen von Schmerz, und es geht gelegentlich um Verletzungen und empfindliche Stellen. Was man ja gegenüber Trainingspartner meist vermeiden will, auch wenn es nicht tödlich ist.
Google Bookmark this Post!
  #684  
Alt 19-06-2017, 09:30
Benutzerbild von Schnueffler
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Wahrheit des wohltuenden Regens
 
Registrierungsdatum: 02.03.2005
Ort: mitten im Pott
Alter: 42
Beiträge: 29.941
Standard

Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
meinetwegen, man kann das nennen, wie man will.

Auch wenn in dem Kontext meist gar keine besondere Technik geübt wird, sondern "greif an wie du willst, verteidige dich, wie du kannst".

Das sagt Wiki dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sparring
Ansonsten nenne es freie Anwendung, aber nicht Sparring.



Nette Gruppe, gut für die Gesundheit, sehr präzise und differenzierte Bewegungen, gut dosierbar... und ich bin da halt so reingerutscht, mehr oder weniger zufällig. Ich habe nicht, bevor ich WT anfing, erst mal eine Analyse und ein Vergleich aller Kampfsportarten gemacht. Ich bin einmal gegangen, und dann geblieben.

Ich hatte nie vor, zur Mörderin zu werden. Das ganze Gerede von "tödliche Techniken" findet ja auch im WT gar nicht statt. Es geht gelegentlich um das Erzeugen von Schmerz, und es geht gelegentlich um Verletzungen und empfindliche Stellen. Was man ja gegenüber Trainingspartner meist vermeiden will, auch wenn es nicht tödlich ist.
Du hast aber hier schon die ganzen Beiträge von dir selbst mal gelesen?
Da war so grob zusammengefasst:
Sparring können wir nicht machen, denn da würden einem die ganzen Techniken, die schwerste Verletzungen oder den Tod hervorrufen nicht nutzen. Auch gegen andere Systeme nicht, und Schutzkleidung ist eh bah.
__________________
Du schlägst zu wie ein Vegetarier!
Google Bookmark this Post!
  #685  
Alt 19-06-2017, 09:43
Benutzerbild von MCFly
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Eristik, moderner Zehntanz
 
Registrierungsdatum: 08.05.2007
Ort: Köln
Alter: 38
Beiträge: 1.733
Standard

Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
vor längerer Zeit mal mit Rollenspielen (in einer speziellen Frauengruppe), im Training in der aktuellen Gruppe haben wir das schon seit langem (mehrere Jahre) nicht mehr gemacht.

Da Deeskalation eine regelmässig gebrauchte Fähigkeit in vielerlei Kontexten ist, ist auch die Gefahr gering, je aus der Übung zu geraten.
Was trainiert ihr denn überhaupt? Du begibst dich doch selber hier auf deine Begründungsebene, dass du Sparring u.a. wichtige Gegebenheiten nicht benötigst, da du dich dem Thema Deeskalation/Prävention "mit voller Aufmerksamkeit" widmest (sinngemäß, ich​suche jetzt nicht die originale Aussage).

Und jetzt schreibst du, dass ihr das quasi nicht trainiert (seit Jahren).

Was du beschreibst, ist logischer Menschenverstand. Ich habe beruflich täglich mit Konflikten und Verhandlungen zu tun und weiß bestens, wie ich Gespräche führen und lenken kann. Nur hat das mit Deeskalieren im Sinne eines SV-Trainings nichts zu tun.

Meine Schwester, mein Nachbar, mein Vater -alle haben nichts mit SV am Hut- sind also offenbar auf ähnlichem "Trainingsniveau" wie du unterwegs, da Sie genauso viel oder wenig Zeit hierfür investieren, wie du.

Das bedeutet für mich: du trainierst isolierte Bewegungsformen am kooperativen Partner. Das kommt auf Dauer einem Tanzkurs gleich, da die Berührungspunkte mit Gewalt ähnlich ausfallen, nämlich gar nicht.

Deeskalieren in Punkto SV bedeutet hingegen, unter Extremsituationen gewaltfrei zu agieren. Das ist niemals"regelmäßig".

Beispiel wäre: jemand hält dir ein Messer an den Hals und ruft "Kohle raus".
Beispiel wäre: eine Gruppe pöbelt dich an, schubst dich zwischen sich hin und her, hält dich fest etc....
Beispiel wäre: ein Betrunkener steht in der Disko/an der Haltestelle/etc. auf Tuchfühlung und beschimpft oder begrabscht dich.

Gibt natürlich noch abgemildete Ausprägungen. Aber Deeskalation beginnt sinnigerweise unmittelbar vor einem Übergriff, also unter Stress. Und nicht, wenn du mit deinem Nachbar streitet, weil sein Knallerbsenstrauch über deinen Maschendrahtzaun wächst...
__________________
It 's not who I'm underneath but what I do that defines me. Bruce Wayne
Google Bookmark this Post!
  #686  
Alt 19-06-2017, 09:52
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: WT
 
Registrierungsdatum: 05.03.2017
Beiträge: 1.200
Standard

Zitat:
Zitat von Schnueffler Beitrag anzeigen
Zitate aus dem Link:


Sparring (engl. to spar with someone „sich mit jemandem auseinandersetzen“) ist eine Form des Trainings, (...) mit (...) Vereinbarungen, die Verletzungen weitgehend verhindern sollen. Die Absicht des Sparrings ist, die Fähigkeiten der Teilnehmer zu verbessern, (...) Bei jedem Sparring sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um die Teilnehmer zu schützen. Diese können (...) Verlangsamung der Schlaggeschwindigkeit sein.


so sieht die "freie Anwendung" aus, die wir praktizieren.

Eben nicht nur reines Techniktraining.

Zitat:
Sparring können wir nicht machen, denn da würden einem die ganzen Techniken, die schwerste Verletzungen oder den Tod hervorrufen nicht nutzen. Auch gegen andere Systeme nicht, und Schutzkleidung ist eh bah.
Sparring, so wie es in einer Kickbox/MMA/Muay Thai Schule üblich ist, wird man im WT in der Tat nicht finden. Vor allem nicht mit der Schlaghärte, die dort üblich ist.

Aber halt unkooperative Partnerübungen à la WT.

Schutzkleidung ist nicht grundsätzlich bah, das ist nur meine persönliche Abneigung gegen Gadgets aller Art. Völlig subjektiv. Lass dich davon bloss nicht beirren.
Google Bookmark this Post!
  #687  
Alt 19-06-2017, 10:03
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: WT
 
Registrierungsdatum: 05.03.2017
Beiträge: 1.200
Standard

Zitat:
Zitat von MCFly Beitrag anzeigen
Was trainiert ihr denn überhaupt?
Formen, Technik (Sektionen), diverse Schläge und Tritte auf Pratzen, Schrittarbeit, unkooperative Partnerübungen, SV-Situationen...

Zitat:
Du begibst dich doch selber hier auf deine Begründungsebene, dass du Sparring u.a. wichtige Gegebenheiten nicht benötigst,
ich sage nicht, ich benötige es nicht.

Ich sage, dass ich nach einer Güterabwägung darauf verzichte, es zu üben, und die dabei entstehenden Nachteile in Kauf nehme.

Zitat:

da du dich dem Thema Deeskalation/Prävention "mit voller Aufmerksamkeit" widmest (sinngemäß, ich​suche jetzt nicht die originale Aussage).
ja, aber das mach ich persönlich und selbst, das ist nicht speziell ein Trainingsinhalt.

Zitat:
Was du beschreibst, ist logischer Menschenverstand. Ich habe beruflich täglich mit Konflikten und Verhandlungen zu tun und weiß bestens, wie ich Gespräche führen und lenken kann. Nur hat das mit Deeskalieren im Sinne eines SV-Trainings nichts zu tun.
doch, natürlich hat das damit zu tun. Vor allem, wenn du dich in Konflikten und Verhandlungen befindest, wo das Gegenüber womöglich existenzielle Ängste hat und entsprechend nervös, ängstlich, aufgedreht und emotional ist.

Zitat:
Das bedeutet für mich: du trainierst isolierte Bewegungsformen am kooperativen Partner.
Das gehört dazu (Techniktraining/Sektionen), ist aber längst nicht das Einzige.

Zitat:
Beispiel wäre: jemand hält dir ein Messer an den Hals und ruft "Kohle raus".
Beispiel wäre: eine Gruppe pöbelt dich an, schubst dich zwischen sich hin und her, hält dich fest etc....
Beispiel wäre: ein Betrunkener steht in der Disko/an der Haltestelle/etc. auf Tuchfühlung und beschimpft oder begrabscht dich.
im ersten Beispiel würde ich die Kohle rausgeben, im zweiten Beispiel würde ich versuchen, rauszukommen (ja, mit Gewalt - so schnell und so heftig wie möglich), Betrunkene auf Tuchfühlung kommen gelegentlich vor, wenn man denen auf nette aber bestimmte Weise "danke, aber nein danke" sagt und ihre Hände ein bisschen steuert, sodass sie nicht das erwünschte Ziel berühren können, ist das kaum je ein Problem. Aber die versuchen das Grabschen meist erst mit Nettigkeit zu kombinieren, nicht mit Schimpfen.


Zitat:
Gibt natürlich noch abgemildete Ausprägungen. Aber Deeskalation beginnt sinnigerweise unmittelbar vor einem Übergriff, also unter Stress.
nein, wenn man es erst dann für nötig hält, sich auf deeskalierende Weise zu verhalten, wenn ein Übergriff unmittelbar bevor steht, hat man oft schon eine Menge Chancen verpasst, die Sache in friedlichere Wege zu steuern, und ein Problem im Keim zu ersticken.

Falls man es denn friedlich haben will.


Zitat:
Und nicht, wenn du mit deinem Nachbar streitet, weil sein Knallerbsenstrauch über deinen Maschendrahtzaun wächst...
man kann alles nach Belieben eskalieren, auch Nachbarschaftsstreitigkeiten über Maschendrahtzäune.
Google Bookmark this Post!
  #688  
Alt 19-06-2017, 10:51
Benutzerbild von MCFly
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Eristik, moderner Zehntanz
 
Registrierungsdatum: 08.05.2007
Ort: Köln
Alter: 38
Beiträge: 1.733
Standard

Zitat:
Zitat von discipula Beitrag anzeigen
ich sage nicht, ich benötige es nicht.

Ich sage, dass ich nach einer Güterabwägung darauf verzichte, es zu üben, und die dabei entstehenden Nachteile in Kauf nehme.
Das ist im Grunde das gleiche. Es geht ja um deine Meinung.

Zitat:
doch, natürlich hat das damit zu tun. Vor allem, wenn du dich in Konflikten und Verhandlungen befindest, wo das Gegenüber womöglich existenzielle Ängste hat und entsprechend nervös, ängstlich, aufgedreht und emotional ist.
Das sind berufsbezogene, im Regelfall normale, im Vorfeld vorbereitete Gespräche, ähnlich unserer Diskussion hier. Selbst wenn ich bedroht werde, ist das keine Situation, die ich als SV einstufen würde (ist mit bei über 3.000 Gesprächen bisher zweimal passiert), da ich Mittel habe, ein solches Gespräch abzubrechen, die mir in einer SV-Situation nicht zur Verfügung stehen.

Es ist reizend, dass du mir erklären willst, was für dich SV-bezogene Deeskalation bedeutet und wie mein Verhalten funktioniert. Ich hingegen habe dir beschrieben, wie ich konkrete SV-Situationen definiere.

Du verwechselst Selbstverteidigung mit Selbstbehauptung und kennst Stresssituationen offenbar wirklich nur aus der Theorie, wie sich an nachfolgenden Zitaten zeigt:

Zitat:
im ersten Beispiel würde ich die Kohle rausgeben, im zweiten Beispiel würde ich versuchen, rauszukommen (ja, mit Gewalt - so schnell und so heftig wie möglich), Betrunkene auf Tuchfühlung kommen gelegentlich vor, wenn man denen auf nette aber bestimmte Weise "danke, aber nein danke" sagt und ihre Hände ein bisschen steuert, sodass sie nicht das erwünschte Ziel berühren können, ist das kaum je ein Problem. Aber die versuchen das Grabschen meist erst mit Nettigkeit zu kombinieren, nicht mit Schimpfen.

...


nein, wenn man es erst dann für nötig hält, sich auf deeskalierende Weise zu verhalten, wenn ein Übergriff unmittelbar bevor steht, hat man oft schon eine Menge Chancen verpasst, die Sache in friedlichere Wege zu steuern, und ein Problem im Keim zu ersticken.
Ein Konflikt bedeutet, du befindest dich in einer ungewollten Konfrontation. Da hat man im Vorfeld nicht die Wahl, entweder war man unaufmerksam oder hat schlichtweg das Pech, am falschen Ort zu sein. Das kann man nicht immer steuern. Meine Beispiele waren ja nur spontaner Natur, kommen aber trotzdem tausendfach vor. Güterabwägung hin oder her, ich bin der Überzeugung, dass deine Menschenkenntnis und dein Intellekt nicht in Größen angesiedelt ist, die innerhalb solcher Opferzahlen nicht zu finden sind. Das wäre eine Beleidigung der betroffenen Personen und ich kenne etliche Beispiele. Fälle, wo im Vorfeld keine Möglichkeit gegeben war, das Geschehen zu bemerken oder so zu beurteilen, wie es dann später auch ablief. Opfer, die intelligent und friedfertig sind und sich nicht an Orten aufhalten würden, wo solche Übergriffe wahrscheinlich sind.

Hast du schon Betrunkene in einer Diskothek, auf Festivals, in der vollen Straßenbahn etc. pp. vor/neben/hinter dir gehabt? Kleiner Exkurs aus der Praxis: selbst Kernspecht hat in den 80ern schon erkannt, dass in solchen Bereichen die Umstände dadurch erschwert werden, dass normale Distanz -etwa wie auf Gehwegen- gar nicht eingehalten werden kann. Du befindest dich also zwangsläufig permanent mit verschiedensten Menschen auf "Tuchfühlung". Die Regel "Eine Armlänge Abstand" greift da also nicht. Oft gelingt dann deine Methode "nein danke", oft auch nicht. Ist beliebig erweiterbar. Ich habe aber noch nicht erlebt, dass du als Frau Betrunkenen in netter Atmosphäre deinen Standpunkt verdeutlichen kannst (überspitzt formuliert). Was ich regelmäßig erlebt habe ist hingegen, dass ich oder andere als Dritte "dazwischengehen" mussten (idR geht das auch friedlich), die Frauen das Weite suchten oder eben, dass es (glücklicherweise auf erträglicher Ebene) eskalierte.

Ein Übergriff steht unmittelbar bevor, wenn dein Gegenüber in der Lage ist, anzugreifen und grundsätzlich auch dazu bereit wäre. Die Lage also "eskalieren" kann. Ohne Eskalationspotential entsteht keine Deeskalation.
Du wirst solche Situationen erkennen, wenn sie eintreten. Daran, dass dir der A... auf Grundeis geht. Und wenn dir der A... auf Grundeis geht, kommst du automatisch auf den Gedanken, dass es extrem hilfreich wäre, zu wissen, wie Gewaltübergriffe aussehen könnten, wie man sich unter Schlägen wehrt, wie man überhaupt reagieren würde. Das kann man in Ansätzen trainieren. U.a. durch Sparring.
An deiner Auffassung -die ich dir gönne- erkenne ich allerdings, dass du noch nie in einer solchen Situation warst. Das ist Glück, und Gott sei Dank ist es hierzulande auch relativ sicher, so dass du auf dein Glück vertrauen kannst. Wenn du aber gezielt trainieren möchtest, in SV-Situationen klar zu kommen, musst du damit leben, dass deine hier vertrenene Auffassung für ein SV-Training falsch ist. Ist eben so. Du betreibst kein SV-Training. Das ist ein wenig Selbstbehauptung, ein wenig Gefuchtel, von allem ein wenig, aber nichts richtig. Wenn es dir Spaß macht, ist das schön. Mehr aber auch nicht.
__________________
It 's not who I'm underneath but what I do that defines me. Bruce Wayne

Geändert von MCFly (19-06-2017 um 10:55 Uhr).
Google Bookmark this Post!
  #689  
Alt 19-06-2017, 11:04
Benutzerbild von rambat
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Judo, BJJ
 
Registrierungsdatum: 08.12.2013
Beiträge: 4.442
Standard

hat unsere lieblingsuserin nicht geschrieben, es könne ihr im grunde gar nichts passieren, außer wenn ein irrer ausbrechen und sie dann angreifen würde ...?

die gute kennt wohl dinge wie "happy slapping" noch nicht ...



geht für den / die "slapper" ja nicht immer so schön daneben wie hier:


und so etwas her kann ja in deutschland, österreich oder der schweiz üüüüüberhaupt nicht passieren:


kann man ja alles durch quasseln ("deeskalieren") klären, schon klar ...

__________________
www.judo-blog.de
Warnhinweis: Meine Beiträge können Ironie und Sarkamus enthalten! Für Allergiker ungeeignet!

Geändert von rambat (19-06-2017 um 11:23 Uhr).
Google Bookmark this Post!
  #690  
Alt 19-06-2017, 11:07
Benutzerbild von MCFly
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Eristik, moderner Zehntanz
 
Registrierungsdatum: 08.05.2007
Ort: Köln
Alter: 38
Beiträge: 1.733
Standard

Richtig, kennt sie nicht. Punkt.
__________________
It 's not who I'm underneath but what I do that defines me. Bruce Wayne
Google Bookmark this Post!
Thema geschlossen


Dieses Thema betrachten zurzeit 1 Personen. (0 registrierte Benutzer und 1 Gäste)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An
[IMG] Code ist An
HTML-Code ist Aus
Trackbacks are Aus
Pingbacks are Aus
Refbacks are Aus

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
Moy Yat Chi-sao, Lat sao chikung, etc Sun Wu-Kung Archiv Wing Chun Videoclips 20 16-11-2011 22:43
Preview Insight Real Wing Chun: Chi Sao/Chi Sao Setups Angry Shaolin Monk Archiv Wing Chun Videoclips 109 26-05-2010 16:38
Chi Sao in Krav MAga "einbauen"-was bringts, wenn chi sao gut ist? Seminarius Hybrid und SV-Kampfkünste 9 29-08-2009 16:49
Yuen Yim Keung Chi-sao Pak-sao Chris Stein Archiv Wing Chun / Yong Chun 22 09-11-2006 14:22
Wieviel Dan-Chi vor Poon-Sao bzw. Chi-Sao? Bong Sao Archiv Wing Chun / Yong Chun 12 20-04-2006 11:56



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 09:56 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.8.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0 ©2009, Crawlability, Inc.