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  #1  
Alt 31-12-2011, 19:47
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kyokushinkai Karate (ausser Übung)
 
Registrierungsdatum: 30.11.2008
Alter: 16
Beiträge: 43
Standard Denken und Emotionen während eines Kampfes

Hallo Community

Neulich habe ich mir beim Betrachten der (mehr oder minder) berühmten Kampfszene aus "Sherlock Holmes" die Frage gestellt, was man den als Profi so denkt und fühlt während eines Kampfes.

Ich persönlich, der ich die kopflose Flucht einer realen Konfrontation vorziehen würde, hatte immer eine Heidenangst vor einem Kampf. Im Kampf selber verschwand diese und ich handelte instinktiv (jedenfalls bis zum ersten Kopftreffer). Ich bin also ein relativ schlechtes Beispiel.

Mein Trainer hatte mir immer eingebläut ich solle "aufhören zu denken und anfangen zu kämpfen". Nun denke ich aber auch, dass wütende Kämpfer schlechte Gegner sind, weil zu berechenbar.

Nun ist die Frage: Was denkt ihr während des Kampfes, und was fühlt ihr dabei?

mfg
__________________
Wichtig ist nicht wie Gefährlich man ist...
Wichtig ist wie Gefährlich man wirkt!!
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  #2  
Alt 31-12-2011, 20:04
Benutzerbild von Björn Friedrich
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Friedrich Jiu Jitsu and NOTHING else.....
 
Registrierungsdatum: 02.09.2001
Ort: Rhein-Main Gebiet
Beiträge: 3.185
Standard

Der perfekte Zustand ist ein Zustand des Nicht-Denkens.

Keine Emotionen, keine Gedanken, einfach eine große Stille, wie du sie bei der Meditation erlebst.

Bei guten Kämpfern sieht man das auch am Gesicht, keine Emotion, keine Wut, nur Leere.

Deshalb finde ich es immer so lustig, wieviele Clips es gibt, bei denen die Leute böse Gesichter ziehen und auf Killer machen.:-)

Kein Zeichen von Reife und Professionalität. Wenn man sich ein Klitschko, einen Fedor oder Anderson Silva in ihren besten Zeiten anschaut, wird man genau diese Abgeklärtheit feststellen.

Tschüß
Björn Friedrich
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  #3  
Alt 31-12-2011, 20:30
Benutzerbild von Tori
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: KiBoTu
 
Registrierungsdatum: 24.10.2005
Beiträge: 2.752
Standard

@Björn:
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September 11 Memorial: http://edition.cnn.com/SPECIALS/2001...lists/by-name/
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  #4  
Alt 31-12-2011, 20:51
Benutzerbild von Kusa
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Japanisches Jackenraufen und Weg des (Bambus-)Schwertes
 
Registrierungsdatum: 27.05.2011
Alter: 32
Beiträge: 43
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Zitat:
Zitat von Luftschäger Beitrag anzeigen
Was denkt ihr während des Kampfes, und was fühlt ihr dabei?
Vor dem Kampf: Ruhig bleiben, "Kampftemperatur" beibehalten, ruhig bleiben...
Während dem Kampf: Scheisse, den hab ich unterschätzt, nee, jetzt hab ich ihn, oh Mann was macht er denn jetzt??? Okay, Schwein gehabt, weiter Druck machen, Scheisse das war ne Finte...

So in etwa, natürlich nie bewusst. Ich denke einfach zu viel...

Zitat:
Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen
Der perfekte Zustand ist ein Zustand des Nicht-Denkens. (...)
Wenn man sich ein Klitschko, einen Fedor oder Anderson Silva in ihren besten Zeiten anschaut, wird man genau diese Abgeklärtheit feststellen.
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  #5  
Alt 01-01-2012, 19:42
Benutzerbild von Dudeson
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Tae Kwon Do und alles was ich kriegen kann
 
Registrierungsdatum: 13.11.2011
Beiträge: 694
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In einer ständigen dauerschleife wiederholt sich bruce lees eigenzitat:

" ...open your miiinnddd...be formeless...etc."

und dazu läuft requiem for a dream.


aber wenn ich ernst bin, genau das was björn beschrieben hat. Man denkt nicht mehr, man registiert , reagiert und agiert. ich kämpfe.


lg
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  #6  
Alt 01-01-2012, 20:06
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Karate
 
Registrierungsdatum: 08.11.2011
Alter: 18
Beiträge: 52
Standard

Der Gedanke wenn man an/in die Kampffläche läuft: Endlich ein neuer Gegner!

Während dem Kampf so ziemlich der Zustand der hier beschrieben wurde:
Man hört und sieht nix außer den Gegner und redet Gedanklich eig. seine Bewegungen mit oder es herrscht eine erfüllende Leere.

Nach dem Kampf (egal wie er ausging): Damn, schon vorbei
__________________
This is ten percent luck, Twenty percent skill, Fifteen percent concentrated power of will, Five percent pleasure, Fifty percent pain
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  #7  
Alt 01-01-2012, 20:33
Benutzerbild von Undayag
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Escrima
 
Registrierungsdatum: 21.03.2005
Beiträge: 162
Standard

Ich versuche meinen Atem so lange wie möglich zu hören. Beginnen die Gedanken, dann zähle ich meinen Atem....

bin bisher super damit gefahren
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  #8  
Alt 01-01-2012, 21:48
Benutzerbild von punktpunktpunkt
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 01.11.2011
Beiträge: 451
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Edit:
Jeder hat irgendwelche Gefühle.

Geändert von punktpunktpunkt (02-01-2012 um 09:58 Uhr).
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  #9  
Alt 01-01-2012, 22:14
Benutzerbild von icken
KKB-Userstatus: Professional
Kampfkunst: -
 
Registrierungsdatum: 05.10.2008
Beiträge: 921
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Zitat:
Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen

Bei guten Kämpfern sieht man das auch am Gesicht, keine Emotion, keine Wut, nur Leere.

Tschüß
Björn Friedrich
Sehr gut beschrieben.
Für mich sieht es immer aus, als wenn man einen Schalter umlegt auf " Kampfmodus ".
__________________
Ich würde kämpfen, wenn ich es könnte.
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  #10  
Alt 02-01-2012, 02:12
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Extreme Cookin
 
Registrierungsdatum: 13.03.2010
Beiträge: 2.525
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There is nothing more intimidating than a fighter who loves what he does...

Ich fühle mich wohl beim Kämpfen. Ich denke nicht, ich habe keine Emotionen. Ich existiere einfach. Es gibt keine Furcht in dem Sinne. Früher habe ich gedacht, versucht Ringintelligenz bewusst herbeizuführen. Heute existiere ich nur und agiere -eigentlich genauso wie Du- instiktiv.

Deswegen das ständige Wiederholen im Training - damit man etwas instiktiv, ohne darüber nachdenken zu müssen, ausführen kann.

Für mich derselbe Zustand, wie Läufer ihn beschreiben. Inklusive Runners High
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  #11  
Alt 02-01-2012, 03:41
Benutzerbild von Droom
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Muay Thai, Luta Livre
 
Registrierungsdatum: 26.08.2010
Alter: 22
Beiträge: 559
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habt ihr irgendwie gelernt nichts zu denken oder war das von anfang an so?
wenn ja, wie habt ihr es gelernt?

ist euer Handeln im Kampf rein instinktiv?
Wie soll man dann über seinen Gameplan nachdenken wenn man ihn aus gewissen Gründen ändern muss?
Rein intuitiv ne andere Taktik, also ohne Überlegung ist doch kaum machbar.


Also ich denke schon öfter nach während ich kämpfe oder Sparring betreibe und sei es nur so was wie "scheiße, escapen!" (bei ner submissions) oder sowas wie "super treffer" (nach einer Erfolgreichen Kombination)
__________________
"Kämpfen bis zum Ziel" ---> http://www.youtube.com/watch?v=8vJLm...eature=related
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  #12  
Alt 02-01-2012, 06:05
KKB-Userstatus: Professional
Kampfkunst: MMA
 
Registrierungsdatum: 25.06.2010
Alter: 29
Beiträge: 892
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Zitat:
Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen
Der perfekte Zustand ist ein Zustand des Nicht-Denkens.

Keine Emotionen, keine Gedanken, einfach eine große Stille, wie du sie bei der Meditation erlebst.

Bei guten Kämpfern sieht man das auch am Gesicht, keine Emotion, keine Wut, nur Leere.

Deshalb finde ich es immer so lustig, wieviele Clips es gibt, bei denen die Leute böse Gesichter ziehen und auf Killer machen.:-)

Kein Zeichen von Reife und Professionalität. Wenn man sich ein Klitschko, einen Fedor oder Anderson Silva in ihren besten Zeiten anschaut, wird man genau diese Abgeklärtheit feststellen.

Tschüß
Björn Friedrich
Damit ist die Frage eigentlich beantwortet und der Thread könnte geschlossen werden! :-)
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  #13  
Alt 02-01-2012, 11:00
Benutzerbild von Björn Friedrich
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Friedrich Jiu Jitsu and NOTHING else.....
 
Registrierungsdatum: 02.09.2001
Ort: Rhein-Main Gebiet
Beiträge: 3.185
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Nur um Missverständnissen vorzubeugen, das ist nicht einfach so einen Zustand zu erreichen, da gehört genauso viel Arbeit dazu, wie den Körper zu trainieren.

Tschüß
Björn Friedrich
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  #14  
Alt 02-01-2012, 11:17
Benutzerbild von jkdberlin
Administrator
Kampfkunst: IMAG e.V. + J.A.B.
 
Registrierungsdatum: 26.08.2001
Ort: Berlin
Alter: 47
Beiträge: 29.014
Blog-Einträge: 9
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Rein neuro-biologisch geht es nicht, länger als ein paar Sekunden bis zu einer Minute "gar nichts" zu denken. Auf den Atem zu achten finde ich auch eine gute Idee,...ich höre beim Kämpfen immer Musik in meinen Gedanken
__________________
Frank Burczynski
IMAG e.V. Berlin

Jeff Monson Grappling und MMA Pfingstseminar in Berlin: http://www.kampfkunst-board.info/for...eminar-145000/
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  #15  
Alt 02-01-2012, 11:35
Benutzerbild von domo77
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Jiu Jitsu/Judo
 
Registrierungsdatum: 11.10.2011
Ort: bei Köln
Alter: 34
Beiträge: 1.087
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gegen einen wütenden kämpfer zu gewinnen ist einfacher als gegen einen besonnenen.
die "wilde Stier taktik" funktioniert gegen einen Kampfsportler meistens nicht.
mußte selbst mal die erfahrung machen, dass einer wie ein wildgewordener Stier auf mich zugerannt kam...den kampf habe ich ohne einen einzigen schlag für mich entschieden: Die Wurftechnik Sasae-Tsuri-Komi-Ashi bei JudoOnline.de ..aus mangelder fallschule ist er mit der fresse auf der straße gelandet...
also lieber besonnen angreifen..bzw. besonnen den angriff des gegners abwarten..
aus gründen meiner persönlichen moralischen einstellung würde ich den kontrahenten immer angreifen lassen und kontern.(in er SV..nicht im wettkampf)
Also: Konzentrieren...dem gegner in die augen schauen...jede bewegung des gegners beachten und im richtigen moment reagieren...das geht nicht mit wut.
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