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Umfrageergebnis anzeigen: Existiert Ki/Chi wirklich?
Ja 15 83,33%
Nein 3 16,67%
Teilnehmer: 18. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #1  
Alt 02-11-2001, 15:06
Benutzerbild von DieKlette
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Kampfkunst: MMA - Sprawl&Brawl
 
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Question Does Chi exists?

Chinesich Chi oder japanisch Ki, so wird die Geheimnis umwobene geistige Kraft genannt die in uns inne wohnt. Bezüglich dies tuen sich mir viele Fragen auf. An erster Stelle steht die Frage nach seiner Quelle/Existenz....
Denn wenn es existiert, in welcher Form auch immer, wie kann man es beschreiben oder erfassen? Wissenschaftlich ist es bisher noch nicht erklärt worden, trotzdem wird man ständich Zeuge von erstaunlichen Leistungen, welche durch Großmeister demonstriert werden. Ich erinnere mich z. B. wie ein Shaolin Mönch für eine Fernsehreportage eine hauchdünne Nadel durch eine 3 Zentimeter dicke Glasscheibe warf. Oder wie ein Wu Shu Großmeister bei einer Budo Gala 10 Betonscheiben von 5 Zentimetern Dicke mit seinem Kopf zertrümmert...
Dies ist alles enorm faszinierend und gleichzeitig sehr real.
Nur wie sieht es mit der Anwendung aus?
Erfordet eine derartige Leistung nicht enorme Konzentration ,so das sie im Ernstfall gar nicht einsetzbar ist? Was haltet ihr davon.
Habt ihr bereits Erfahrung im Umgang mit Ki/Chi?
Ein Wissensaustausch aus allen hier vertretenen Stile halte ich für äußerst Sinnvoll...
Bitte teilt mir eure Meinungen zu diesem Thema mit.

OSS

DieKlette

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Morihei Uyeshiba:" Gewalt ist die Kapitulation des Geistes."
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Geändert von DieKlette (02-11-2001 um 15:09 Uhr).
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  #2  
Alt 02-11-2001, 15:59
Benutzerbild von Klaus
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Die Frage ist nicht, OB Qi existiert, sondern WAS man eigentlich damit bezeichnet. Genauso könnte ein chinesisches TCM-Board eine Umfrage machen, ob etwas namens "Leber" im Menschen existiert. Man hat mal eine Reihe von Beobachtungen gemacht, und aufgrund der Beobachtung "etwas" was sich in nachvollziehbaren Gefühlen und Effekten äussert mit dieser Etikette bezeichnet.

Leider krankt die ganze Diskussion an der Tatsache, daß sowohl vor langer Zeit in China, als auch verstärkt im Westen, jede Menge Phantasieprodukte mit diesem irgendwann mal medizinisch gemeinten Terminus versehen werden.

Jemand der mit dem Kopf Betonplatten durchschlägt, kann auch schlicht und ergreifend bescheuert sein und sich über die Schmerzen, die er nach wie vor dabei hat, hinwegsetzen. Da braucht man kein Qi für. Genauso sind eine Reihe von "Kime"-Techniken einfach nur ruckartig mit Kraft ausgeführte Drehbewegungen der Hüftgegend.

Im Laufe der Zeit ist besonders nach langer Praxis interner Übungen (Neigong/Qigong) ein Effekt aufgetreten, daß sich die Muskelkraft ungewöhnlich leicht in spontanen "Explosionen" oder unwillkürlichen Anwächsen der Kraft verändert. Da man das mit der "normalen" Auffassung von gewollten Bewegungen nicht begreifen konnte, hat man die Existenz einer "internen" Kraft postuliert, die sich da bemerkbar macht.
Jemand der das oft und lange praktiziert, wird mit Sicherheit dann auch merken, daß sich diese "ungewöhnlichen" Gefühle im Körper bei kraftvollen Bewegungen tatsächlich erst langsam, dann immer deutlicher einstellen. Ich bin dann irgendwann mal der Meinung anheim gefallen, daß sich da sowohl nervliche Anpassungen vollziehen, im Sinne der Optimierung und Kapazitätserweiterung von Schalt- und Reizvorgängen, als auch das Flüssigkeitsmanagement (Nervenwasser, Lymphe, Gelenkfüssigkeit, eh alles dieselbe Pampe) sich anhand immer schon vorhanden gewesener "animalischer Kompetenzen" verändert, rein mechanisch und stoffwechseltechnisch.

Daß sich das bei den einen nur nach "ungeheuren Konzentrationsanstrengungen" abrufen lässt, liegt daran daß diese, mit Verlaub, Abkupferer alter chinesischer Praktiken es _so_ trainieren. Die Leute die einfach den alten Praktiken folgen, machen das erheblich einfacher, nämlich automatisch und unbewusst, weil da meiner Meinung nach sowieso Reflexe mit einbezogen sind. Genauso wie man nämlich in emotionalen Streßmomenten auch das bekannte Kribbeln bekommt (wenn einem siedendheiß Dinge einfallen), kommt so ein Kribbeln in der Situation wenn derartige Hormonschübe mechanisch gefragt sind, und das passiert auch wenn man das vorher nicht sieht, oder sich seltsamen Konzentrationsritualen unterzieht.

Von mir aus kannst Du fragen WIE das mit westlichen medizinischen Fachtermini beschrieben werden kann, da wo die Forschung auch schon da angekommen ist wo man in China 2500 Jahre früher dran war. Daß an der Umschreibung mit Synonymen aus dem chinesischen Sprachgebrauch von 600 v.Chr. nichts dran ist, weil einige Spinner mit Qi auch fliegen wollen, oder mysteriöse Darth-Vader-Fähigkeiten auch mit dem Wort beschreiben was mal rein medzinische Bedeutungen hatte, ist mehr als hochnäsig.
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  #3  
Alt 02-11-2001, 16:16
Benutzerbild von DieKlette
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@Klaus
So wie du das formulierst klingt das nach einer Beschreibung rein physischer Tatsachen. Soweit finde ich das ja auch plausibel. Ich würde das nicht als übermenschliche Magie bezeichnen. Mir ist schon klar das, dass logischerweise irgendwie wissenschaftlich erklärbar sein muss. Dem entsprechend hätte man die Frage auch anders formulieren können zumal jeder unter diesem Begriff etwas anderes versteht.
ich habe dieses Thema eröffnet um dieser Fragestellung näher zu kommen. Eine weitere Definition ist durchaus von Nöten.
Denn trotz allem glaube ich das ein spiritueller Aspekt ebenso eine äußerst wichtige Rolle spielt Denn ich denke, dass es noch wissenschaftliche Felder gibt die nicht erfasst sind. Wahrscheinlich ist dies auch noch anders als medizinisch erklärbar ist. Ich bin mal gespannt was andere darüber denken. Danke für deinen umfassenden Beitrag, diese Sicht der Dinge ist ein äußerst wichtiger Aspekt der hier umbedingt berücksichtigt werden muss.

OSS

DieKlette
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  #4  
Alt 02-11-2001, 23:17
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ich hab eine shaolin-show live gesehen. ich kann mich zwar nicht mehr genau daran erinnern was die alles gemacht haben, aber ich weiß dass die sachen die sie sich auf dem kopf zerschmettern lassen den leuten auch vorher gezeigt haben. alleine wenn man sich ein holzbrett auf den kopf zerschlagen lassen würde, wären die meisten menschen schon tot. die medizin hat sich halt noch nicht in die richtung entwickelt, da kampfkunst/sport ja auch nicht so populär sind wie irgendwelche krankheiten. mich würde nur interessieren ob die das auch im kampf einsetzen können. das würde nämlich bedeuten, dass die mönche gegen jegliche angriffe immun wären. jedenfalls hat man nicht mit blitz fotografieren dürfen, damit man die mönche nicht bei der konzentration stört.
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  #5  
Alt 03-11-2001, 21:14
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Lightbulb Chi

Ich weiß nicht ob es Chi war, aber es war ein irres Gefühl!

Ich trainiere seit ca. 5 Jahren Wushu. Dabei übe ich klarerweise auch Formen.
Nach ca. 2 durchlaufenen Formen hatte ich mich "warmgelaufen". Als nächstes, bei der Tigerform, bekam ich plötzlich dieses Gefühl der Leichtigkeit. Ich konnte die Form schnell, mit Kraft und am wichtigsten, mit totaler Unbeschwertheit durchführen. Dabei war ich innerlich voller Energie (Chi?) und hatte so eine leichte Gänsehaut.

War das Chi? Keine Ahnung! Ich weiß nur es war ein echt gutes Gefühl und hätte es gerne als Dauerzustand, denn dann wäre jede Wushuform mit echter Leichtigkeit zu meistern.
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  #6  
Alt 04-11-2001, 13:14
Benutzerbild von mat~°~rose
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ja, aber sicher.

aber es ist wohl nur zu Spüren und nicht wirklich in Worte zu fassen.

nebenbei habe ich mal eine sehr interessante These gehört:
Whisky ist das einzige Getränk der Welt, das Chi enthalten soll.

matrose
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  #7  
Alt 04-11-2001, 14:31
Benutzerbild von lamiech
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@matrose:
Tatsache! Aber beachte die richtige Schreibweise, es ist kein WhisCHI!


CU

Lamiech
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  #8  
Alt 04-11-2001, 18:07
Benutzerbild von Rene
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oder heist das wiski
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  #9  
Alt 05-11-2001, 20:05
Benutzerbild von mat~°~rose
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Cool

es ist definitiv nicht Whiskas

mat~°~rose

braucht jetzt einen Doppelten
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  #10  
Alt 05-11-2001, 22:21
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Standard chi und whisky

Hallo Matrose,

da ich mich für Malt-Whiskey interessiere möchte ich wissen wo du die Info mit Chi und Whiskey her hast?
Danke im vorraus

mabuhay

Thorsten
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  #11  
Alt 06-11-2001, 06:11
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Die Info mit dem Whisky und dem Chi erfährt er immer nach dem achten oder neunten derselbigen Sorte.
Dann heißt es immer: "Eh alder tu ma no son dobbelden Wis-chi, Hicks!"


CU
Lamiech
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  #12  
Alt 13-11-2001, 20:04
Benutzerbild von mat~°~rose
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bevor ichs vergesse:

hat mir ein Freund erzählt, aber muß ihn nochmal nach seiner Quelle fragen, wenn schon, dann schon seriös...
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  #13  
Alt 28-03-2003, 10:16
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ich denke alte themen sind nicht ausgestorben, somit möchte ich gerne auch hier noch was schreiben. also ki oder chi oder wie man es auc nennen möchte ist oftmals in vielen kk verbunden, doch wird das von den trainern nicht gut rübergebracht, da wohl mit größter wahrscheinlichkeit die es selbst nicht drauf haben und beherrschen. manche wiederum stellen ki - chi als etwas übernatürliches dar, wobei es nur die eigene kraft ist. dr. hanns von rolbeck ist ein guter beweiss dafür, dass diese kunst von jedem anwendbar ist und überhaupt keine methode der konzentration benötigt. es ist eine sache der vorstellung und bewusstsein. dr. rolbeck präsentiert oft in seinen lehrgängen die praktische anwendung von chi-ki und zeigt, was wirklich darunter zu verstehen ist. auch bei amarok kann man ähnliche methoden bemerken. auf jeden fall ist ki oder auch chi existent in jedem menschen und wird auch immer verwendet, aber meist unbewusst.
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  #14  
Alt 28-03-2003, 11:00
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Zitat:
Original geschrieben von SuBzErO
...und überhaupt keine methode der konzentration benötigt.
In der Übung braucht man eine Menge Konzentration. Wenn man sich des Zusammenspiels der körperlichen Funktionen bewusst geworden ist, denn ich denke Qi bezeichnet nichts anderes, braucht man natürlich kaum Konzentration um damit was zu machen... für die Anwendung in den KKs muss es ein völlig natürlicher Zustand sein.

Ich glaube übrigens, dass es unmöglich ist, Qi/Qigong in schul-medizinische Fachausdrücke zu pressen, nicht, weil es nicht medizinisch erklärbar wäre, sondern weil die alten Chinesen eine ganze andere Herangehensweise hatten, nach dem Prinzip "wenn ich das und das mache/verstehe, dann geschieht das und das". D.h. wer sich der Bedeutung der Atmung für die körperliche Aktivität, dem Wechsel von Spannung und Entspannung und der richtigen Körperstruktur bewusst (!!) wird, der versteht auch das Qi - was eben genau diesen Prozess UND das was dabei herauskommt bezeichnet.
Mit der westlichen Medizin kann man mit Sicherheit sämtliche körperlichen Prozesse, die da ablaufen, irgendwie analysieren und beschreiben, aber das Ganze ist und bleibt eben Qi, weil die Chinesen nie das Interesse hatten, Qigong irgendwie zu "zerpflücken" und die einzelnen Bestandteile anzuschauen, denn wer was mit Qigong anfangen will, der muss es halt üben und nicht wissenschaftliche Abhandlungen darüber schreiben... abgesehen davon glaube ich, dass die Schulmedizin zumindest in jetziger Form nicht mit einem holistischen System wie dem Qigong (Körper und Geist müssen zusammenarbeiten) funktioniert... da wäre einiges an Reform-arbeit notwendig.
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  #15  
Alt 28-03-2003, 15:19
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Habe mich vor einiger Zeit mal mit dem Thema beschäftigt im Rahmen des "Qigong Yangsheng".

Bedeutung der 1., 2. und 3. Abschlußübung des Qigong Yangsheng in Bezug auf vorgeburtliches, erworbenes und wahres Qui


Erläuterungen

Qui ist ein fundamentaler Begriff in der chinesischen Philosophie, aber kein deutsches Wort kann seine Bedeutung in angemessener Weise ausdrücken. Alles im Universum –organisch oder anorganisch – setzt sich aus Qi zusammen und wird durch sein Qi definiert. Aber Qi ist weder ein unveränderlicher Urstoff noch einfach die Lebensenergie, obwohl das Wort sehr oft damit übersetzt wird. Das chinesische Denken unterscheidet nicht zwischen Materie und Energie; aber vielleicht können wir uns Qi als Materie an der Grenzlinie zur Energie oder als Energie am Punkt der Materialisierung vorstellen.

Eine Versuch wie dieser Qi zu definieren ist den Chinesen jedoch völlig fremd. Über die Natur des Qi wird nicht spekuliert sondern es wird funktional verstanden: durch sein Wirken.

Das gesamte Qi des Körpers wird als "Wahres Qi" (zhen-qi) bezeichnet.

Die Chinesen kennen drei Quellen des "Wahren Qi". Die erste ist das "Ursprungs-Qi" oder "Vorgeburtliches Qi" (yuan-qi), das von den Eltern auf das Kind übertragen wird. Dieses Qi ist zum Teil für die ererbte Konstitution eines Menschen verantwortlich.

Die zweite Quelle ist das Qi der Erde, das "Nahrungs-Qi" (gu-qi), das der verdauten Nahrung entzogen wird.

Die dritte Quelle ist das Qi des Himmels, das "Natürliche Luft-Qi" – (kong-qi), das die Lunge aus der eingeatmeten Luft gewinnt.

"Nahrungs-Qi" und "Luft-Qi" zusammen werden auch als "Erworbenes Qi" bezeichnet.

Vereinfacht ausgedrückt könnte man das "Vorgeburtliche Qi" als Batterie des Menschen bezeichnen. Diese Batterie verbraucht sich mit der Zeit und kann nicht nachgeladen werden. Besonders hoch ist der Verbrauch, wenn durch schädliche Einflüsse – zu wenig Schlaf, falsche Ernährung, exzessive Sexualität, Nikotin, Alkohol, Drogen etc. – das vorgeburtliche Qi benötigt wird, um den Körper lebensfähig zu halten. Nun kann man das vorgeburtliche Qi schädigen aber auch bewahren und stärken, u.a. mit den Übungen des Qigong Yangsheng.

Das vorgeburtliche Qi ist in den Nieren gespeichert.

Ein Mensch mit einem guten Potential an Nieren-Qi ist in der Lage, das Qi von Himmel und Erde aufzunehmen und damit zu agieren.

Deutlich wird dies, betrachtet man folgende Erkenntnisse aus der TCM:

- Die Niere speichert die Essenz
- Die Niere ist die Wurzel der angeborenen Konstitution
- Die Niere reguliert Geburt, Wachstum, Reproduktion und Entwicklung
- Die Niere produziert das Mark, füllt das Gehirn und die Knochen
- Die Niere reguliert das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang
- Die Niere reguliert die Speicherung und Freigabe von Qi
- Die Niere kontrolliert die Aufnahme des Qi
- Die Niere beherrscht die Flüssigkeiten
- Die Niere kontrolliert die beiden unteren Körperöffnungen
- Die Niere öffnet sich über die Ohren
- Die Niere zeigt ihren Glanz im Kopfhaar
- Die Niere beherbergt den Willen

Nicht nur das vorgeburtliche Qi ist in den Nieren gespeichert, auch das "Jing"...... die "Essenzen".




1. Abschlußübung – Reibe die Shenshu

Bei der ersten Abschlußübung legen wir die Hände auf die Shenshu (Shen – die Niere, Shu – der Akkupunktur-Punkt). Die Shenshu sind einerseits besonders wichtige Punkte (Blase 23) auf dem Blasen-Meridian (Fuß-Taiyang) mit direkter Wirkung auf die Nieren selbst. Andererseits bilden die Shenshu zusammen mit dem Mingmen-Punkt das sog. Hintere Dantian, das wiederum Einfluß hat auf den gesamten Funktionskreislauf der Nieren.

Die erste Abschlußübung regt die Nieren bzw. das Qi der Nieren an und ist damit eine der wichtigsten Quigong-Übungen überhaupt (s.o.). Bei den Quigong-Übungen wird der Qi-Fluß und die Bildung von Qi sehr stark angeregt. Besonders sammelt sich Qi in den Laogong-Punkten (Herzhülle 8, "Palast der Arbeit",Handinnenflächen). Diese Energie wird nun in der 1.Abschlußübung auf die Shenshu und damit direkt auf die Nieren übertragen. Durch die Verbindung der Laogong-Punkte mit den Shenshu werden Herz und Nieren verbunden, ein wichtiges therapeutisches Konzept der TCM.

Das vorgeburtliche Qi wird gestärkt und damit bewahrt.

Lokalisation Shenshu: 1,5 Cun (Daumenbreite) seitlich des Zwischenraumes zwischen den Dornfortsätzen des 2. und 3. Lendenwirbels


2. Abschlußübung – Schließe den Daimai

Der Daimai-Meridian (Gürtelgefäß) zählt zu den sog. "3 Wundergefäßen der 1. Generation"...... Der Damai ist die Verbindungstelle von "oben" und unten", der oberen und unteren Körperhälfte.

Alle Wundergefäße sind Bahnen für das Jing und helfen, die Essenzen von der Niere aus der Tiefe nach außen an die Peripherie zu bringen. Ebenso wird durch die Einschaltung der Wundergefäße Jing "eingesammelt" und wieder der Niere als Speicher zugeführt.

Die Übung fördert vor allem das Schließen (Sich-Sammeln) des Qi sowie die Verbindung von Yin und Yang. Somit bildet die 2.Abschlußübung eine sinnvolle Fortsetzung und Ergänzung der 1. Abschlußübung.


3. Abschlußübung – Reibe das Dantian

Beim Qigong unterscheiden wir das "vordere" – mittlere" und "hintere" Dantian. Dantian wird übersetzt mit "Zinnoberfeld".

Im Dantian sammelt sich die Energie und wird von dort wieder in alle Richtungen, d.h. an alle Gliedmaße, alle Organe weitergegeben.

Bei der 3. Abschlußübung bewahren wir unsere Vorstellungskraft im mittleren Dantian. Bei den Übungen wurde Qi gebildet und hat sich in allen Körperbereichen quasi ungeordnet verteilt.

Durch das Steigen und Sinken, Öffnen und Schließen während dieser Übung wird wieder eine Ausgewogenheit hergestellt. Die kreisende Bewegung um die Mitte (um das Dantian) hilft, das verstreute und sich in alle Richtungen bewegende Qi zu sammeln und wieder zur Mitte zurückzuführen. Das Qi der Mitte wird dadurch gestärkt.


Anmerkung:

Die Erläuterungen zur 2. und 3. Abschlußübung sind nur sehr spärlich. Da ich mit den Shenshu zuviel Zeit verbracht habe, fehlt mir die Zeit zu genaueren Recherchen.




Quellen-Verzeichnis:
Das große Buch der Chinesischen Medizin, Ted J. Kaptchuk
Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin, Band 5 – Element Wasser,
Udo Lorenzen, Andreas Noll
Quigong Yangsheng – Ein Lehrgedicht, Prof. Jiao Guorui
Die 15 Ausdruckformen des Taiji-Qigong, Prof. Jiao Guorui
Die 8 Brokatübungen, Prof. Jiao Guorui
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