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  #61  
Alt 17-06-2017, 19:36
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Zitat:
Zitat von -KINGPIN- Beitrag anzeigen
Im Kampf für eine gute und gerechte Sache sein Leben lassen gilt als nobelstes und zu gleich pervertiertestes Prinzip des Islam. Siehe IS
Ein Blick in die Geschichte der islamischen Expansion zeigt, was Muslime unter einer "guten und gerechten Sache" verstanden:
Die Herrschaft des Islam und die Unterdrückung Andersgläubiger:
"Indes, für welche politische Ordnung führten die Muslime ihre Heiligen Kriege mit dieser Vehemenz und diesem Erfolg? Für die Scharia. Eine politische Ordnung, die erstens Herren und Unterworfene streng absondert, zweitens die politische und soziale Ordnung der menschlichen Verfügung weitgehend entzieht. Bleiben wir beim ersten Aspekt: In der Scharia sind die Muslime die Herren, die Anhänger anderer Buchreligionen - Christen, Juden, Parsen, Buddhisten - Unterworfene, „Dhimmi“; dabei handelte es sich nicht um religiöse Minderheiten, sondern um gewaltige Mehrheiten, vor allem in Syrien, in Anatolien, oder um die Christen Nordafrikas.

Die Unterworfenen durften keine Waffen tragen, sie waren wehrunfähig, somit keine vollwertigen Männer. Christen und Juden mußten besondere Farben oder Kleidungsstücke tragen (diese Diskriminierung führte zum Judenstern), um als „Dhimmi“ kenntlich zu sein; sie durften nicht auf Pferden reiten, sondern nur auf Eseln, damit sie ständig an ihre Erniedrigung erinnert wurden; sie zahlten einen Tribut (Jizya), den sie persönlich entrichteten, wobei sie einen Schlag an den Kopf erhielten. Sie mußten sich von Muslimen schlagen lassen, ohne sich wehren zu dürfen; schlug ein „Dhimmi“ zurück, dann wurde ihm die Hand abgehackt, oder er wurde hingerichtet. Die Zeugenaussage eines „Dhimmi“ galt nicht gegen Muslime; diese brauchten für Vergehen an einem „Dhimmi“ nur halbe Strafe zu tragen; und wegen eines solchen Unterworfenen konnten sie nie hingerichtet werden. Umgekehrt waren grausamste Hinrichtungsarten überwiegend den „Dhimmi“ vorbehalten."

Seite 5 - Essay: Der Islam will die Welteroberung - Frankfurter Allgemeine Zeitung - FAZ
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  #62  
Alt 17-06-2017, 19:53
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Cool

Einen Artikel aus dr FAZ als einzigen Beleg?
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  #63  
Alt 17-06-2017, 20:23
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Zitat:
Zitat von Aruna Beitrag anzeigen
Ein Blick in die Geschichte der islamischen Expansion zeigt, was Muslime unter einer "guten und gerechten Sache" verstanden:
Die Herrschaft des Islam und die Unterdrückung Andersgläubiger:
"Indes, für welche politische Ordnung führten die Muslime ihre Heiligen Kriege mit dieser Vehemenz und diesem Erfolg? Für die Scharia. Eine politische Ordnung, die erstens Herren und Unterworfene streng absondert, zweitens die politische und soziale Ordnung der menschlichen Verfügung weitgehend entzieht. Bleiben wir beim ersten Aspekt: In der Scharia sind die Muslime die Herren, die Anhänger anderer Buchreligionen - Christen, Juden, Parsen, Buddhisten - Unterworfene, „Dhimmi“; dabei handelte es sich nicht um religiöse Minderheiten, sondern um gewaltige Mehrheiten, vor allem in Syrien, in Anatolien, oder um die Christen Nordafrikas.

Die Unterworfenen durften keine Waffen tragen, sie waren wehrunfähig, somit keine vollwertigen Männer. Christen und Juden mußten besondere Farben oder Kleidungsstücke tragen (diese Diskriminierung führte zum Judenstern), um als „Dhimmi“ kenntlich zu sein; sie durften nicht auf Pferden reiten, sondern nur auf Eseln, damit sie ständig an ihre Erniedrigung erinnert wurden; sie zahlten einen Tribut (Jizya), den sie persönlich entrichteten, wobei sie einen Schlag an den Kopf erhielten. Sie mußten sich von Muslimen schlagen lassen, ohne sich wehren zu dürfen; schlug ein „Dhimmi“ zurück, dann wurde ihm die Hand abgehackt, oder er wurde hingerichtet. Die Zeugenaussage eines „Dhimmi“ galt nicht gegen Muslime; diese brauchten für Vergehen an einem „Dhimmi“ nur halbe Strafe zu tragen; und wegen eines solchen Unterworfenen konnten sie nie hingerichtet werden. Umgekehrt waren grausamste Hinrichtungsarten überwiegend den „Dhimmi“ vorbehalten."

Seite 5 - Essay: Der Islam will die Welteroberung - Frankfurter Allgemeine Zeitung - FAZ
Und jetzt ist doch super!
Am brutalsten wurde der Islam durch die Türken verbreitet. Durch Mehmet die olle Kackbratze.
Mehmet und sein Volk wurden übrigens nicht vor Wien aufgehalten.Dass ist ein Gerücht. Sie haben die Strategie gewechselt. Trojanischer Döner nennt sich diese

Du hast mir die böse Seite des "Islams" aufgezeigt

Jetzt konvertier ich gleich zurück. Echt jetzt. Gleich heute. Schwör.

Du hast mich nicht einmal gefragt was ich davon halte. Oder ob diese Grausamkeiten aus meiner Religionssicht richtig sind. Schade. Du knallst mir einen Artikel vor den Latz.

Aber dass der Judenstern aus dem Islam herrührt willst du nicht ernsthaft glauben oder? War Hitler am Ende Moslem
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„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“
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  #64  
Alt 17-06-2017, 21:50
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Zitat:
Zitat von -KINGPIN- Beitrag anzeigen
Und jetzt ist doch super!
Am brutalsten wurde der Islam durch die Türken verbreitet. Durch Mehmet die olle Kackbratze.
Mehmet und sein Volk wurden übrigens nicht vor Wien aufgehalten.Dass ist ein Gerücht. Sie haben die Strategie gewechselt.
ist doch prima:
"Die türkische Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft der Liebe, des Friedens, die türkische Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft, die die Brüderlichkeit hochhält. Die türkische Gemeinschaft und der türkische Mensch, wohin sie auch immer gehen mögen, bringen nur Liebe, Freundschaft, Ruhe und Geborgenheit mit sich. Hass und Feindschaft können niemals unsere Sache sein. Wir haben mit Streit und Auseinandersetzung nichts zu schaffen."
(Recep Tayyip Erdoğan)
Zitat:
Zitat von -KINGPIN- Beitrag anzeigen
Du hast mich nicht einmal gefragt was ich davon halte. Oder ob diese Grausamkeiten aus meiner Religionssicht richtig sind. Schade. Du knallst mir einen Artikel vor den Latz.
Das werden die Christen üblicherweise auch nicht gefragt, wenn man ihnen die Kreuzzüge etc. vor den Latz knallt..
Aber gut, dann hole ich das jetzt nach:
Hältst Du die gewaltsame islamische Expansion incl. religiöse Gleichschaltung für falsch?
Findest Du aus Deiner Religionssicht, dass ein Ungläubiger so viel wert ist, wie ein Gläubiger und auch genauso behandelt werden soll?
Sollte ein Muslim Nichtmuslimen gegen die Unterdrückung durch Muslime beistehen?


Zitat:
Zitat von -KINGPIN- Beitrag anzeigen
Aber dass der Judenstern aus dem Islam herrührt willst du nicht ernsthaft glauben oder?
der Stern direkt nicht, die Kennzeichnungspflicht für Andersgläube schon:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Ring#Islam

Zitat:
Zitat von -KINGPIN- Beitrag anzeigen
War Hitler am Ende Moslem
nein, Hitler war Nazi und Rassist.
Da hatte man nicht die Möglichkeit zum Nationalsozialismus zu konvertieren, um der Versklavung/Vernichtung zu entgehen.

Geändert von Aruna (17-06-2017 um 21:55 Uhr).
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  #65  
Alt 17-06-2017, 22:25
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Ich halte die Expansion für höchst verwerflich und schändlich. Aber vor allem wiederspricht sie dem koranischen Gesamtkontext.

Wir Kuraniten glauben primär nur an den Koran und dessen korrekte Auslegung. Dazu braucht es korrekte Übersetzungen. Die meisten deutschen Übersetzungen sind schlecht. Und den historischen Kontext. Wenn spezifische Gruppen im Koran angesprochen werden, dann beziehen sich diese meist auf spezifische historische Events. Auch muss stets der Gesamtkontext des Korans betrachtet werden. Teile aus dem Kontext zu reissen ist das was Kritiker des Islam und Terroristen gemeinsam haben..

Die Sunna, die angeblichen Aussagen und Handlungen des Propheten lehnen wir in grossen Teilen ab. Da diese vielmals dem Koran wiedersprechen.

Beispiel Steinigen für Ehebruch. Das findest du nicht im Koran. Ausserdem ist die Tötung eines Menschen in Friedenszeiten die Sünde schlechthin.. Gibt hunderte Beispiele in diese Richtung.

Lange Rede kurz:

Der Mainstreamislam ist pervertiert und sehr gefährlich!
Das Kriegsrecht im Koran ob du es glaubst oder nicht erlaubt primär das Recht zur Selbstverteidigung
Juden und Christen im Koran sind die Leute der Schrift "Thora und Evangelium" und sollten darum von den Muslimen besonders geachtet werden. Sie gelten als Vorgänger des Islam und ihre Propheten Jesus, Moses, Abraham und Adam zusammen mit Mohammed gelten als die Big Five im Koran. Der Jungfrau Maria ist ein ganzes Kapitel im Koran gewidmet.

Ich halte den fundamentalistischen sunnitischen Islam für extrem, gefährlich und intolerant und ist nicht vereinbar mit den westlichen Ideen einer Gesellschaft.

Aber: Es gibt nicht den Islam! Der Islam hat mehr Sekten als das Christen - und Judentum zusammen

Gruss
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Geändert von -KINGPIN- (26-06-2017 um 12:48 Uhr).
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  #66  
Alt 17-06-2017, 23:43
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Zitat:
Zitat von -KINGPIN- Beitrag anzeigen
Der Islam hat mehr Sekten als das Christen - und Judentum zusammen.
stimmt.
hier, die christliche sekte hat dafür aber auch die einzig wahre einstellung zum thema.

.. oh sorry! ... natürlich so in diesem fall
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Geändert von amasbaal (17-06-2017 um 23:47 Uhr).
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  #67  
Alt 18-06-2017, 07:09
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Ich möchte euch bitten zurück zum Thema zu kommen und die Koran,
Muslime, Christen Diskussion hier nicht zu führen. Es geht um den Kontext "Kampfkunst"
an erster Stelle!
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Frank Burczynski

HILTI BJJ Berlin
https://www.facebook.com/hiltiberlin


http://www.jkdberlin.de
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  #68  
Alt 25-06-2017, 05:24
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Zitat:
Zitat von Little Green Dragon Beitrag anzeigen

Und ja - natürlich kann man KK/KS betreiben und gleichzeitig religiös sein.

Sonst hätten die Shaolin Mönche abee mal richtig was falsch gemacht.
hab mal gehört das die christlichen mönche im mittelater ebenfalls gute kampfkünstler gewesen sind. im unbewaffnenten kampf hatten sogar die ritter respekt vor denen.
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  #69  
Alt 25-06-2017, 14:02
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Zitat:
Zitat von DEKAR Beitrag anzeigen
hab mal gehört das die christlichen mönche im mittelater ebenfalls gute kampfkünstler gewesen sind. im unbewaffnenten kampf hatten sogar die ritter respekt vor denen.
auf dem ersten kreuzzug in den nahen osten (1096-1099) war ihnen das tragen von schwertern seitens der kirche nicht erlaubt. sie hatten dafür holzknüppel, zt. mit nägeln drin. mit dem auftreten der ritter-mönchsorden (templer, johaniter usw.) einige zeit später in den neu gegründeten sog. "kreuzfahrerstaaten" führte die fusion von mönchischer lebensweise und glaubensbekenntnis mit militärischer ausbildung und "kasernierung" in entsprechenden festungen zu eliteeinheiten, die als "speerspitze" der kreuzzügler galten und die, da ökonomisch sehr gut ausgestattet, hervorragend bewaffnet und ausgebildet waren.
die "normalen" mönche hatten weiterhin knüppel.
englische mönche konnten teilweise recht gut mit dem staff umgehen. das motiv "mönch mit langstock" taucht auch in person von bruder tuck im robin hood mythos auf (der zur zeit des 3. kreuzzuges spielt). robin bekommt da ganz schön prügel .
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  #70  
Alt 25-06-2017, 15:18
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Zitat:
Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
auf dem ersten kreuzzug in den nahen osten (1096-1099) war ihnen das tragen von schwertern seitens der kirche nicht erlaubt. sie hatten dafür holzknüppel, zt. mit nägeln drin.
Das ist ein Mythos der wohl aus Dungeons & Dragons seinen Weg in populärhistorische Vorstellungen gefunden hat. Eventuell ist dieser Mythos darauf zurückzuführen dass Odo von Bayeux auf gleichnamigem Teppich mit einem Knüppel abgebildet ist, wobei es dafür vielerlei Gründe geben kann.
Für ein Klingenverbot für ordinierte Krieger gibt es jedoch keine Quellen.


Hier sehen wir besipielsweise einen Bischof der eine Lanze führt.
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  #71  
Alt 25-06-2017, 21:34
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Zitat:
Zitat von Nite Beitrag anzeigen
Das ist ein Mythos der wohl aus Dungeons & Dragons seinen Weg in populärhistorische Vorstellungen gefunden hat. Eventuell ist dieser Mythos darauf zurückzuführen dass Odo von Bayeux auf gleichnamigem Teppich mit einem Knüppel abgebildet ist, wobei es dafür vielerlei Gründe geben kann.
Für ein Klingenverbot für ordinierte Krieger gibt es jedoch keine Quellen.


Hier sehen wir besipielsweise einen Bischof der eine Lanze führt.
nun ja, mythen halten dann wohl auch einzug in "seriösere" quellen.
dass ein bischof, der immer auch zugleich weltlicher herr mit grund und leuten für deren schutz er verantwortlich ist, bewaffnet ist, ist klar. erst recht, wenn es sich um solche handelt, die in den kreuzzügen das ein oder andere militärische aufgebot führten.
ich habe mich auf die mönche im 1096-99 kreuzzug bezogen, und da ist insbesondere der stark von wanderpredigern geprägte, sich selbst mobilisierende "armenkreuzzug" als lästiges, undiszipliniertes und sich teilweise völlig separierendes riesiges anhängsel der offiziellen, vom papst sanktionierten aufgebote von bedeutung (der wurde ja auch völlig zerschlagen. die reste davon liefen dann tatsächlich den offiziellen aufgeboten bis zum "ziel" hinterher. von denen hatten ohnehin die wenigsten brauchbare blankwaffen. i.d.r. waren die im besitz von heruntergekommenen kleinadeligen, die mil. führungsrollen übernahmen. das waren "ritter", die oft nicht einmal ein pferd besaßen).
die sache mit den knüppeln kommt häufiger vor (natürlich kann sich da der mythos in den diskurs geschlichen haben. mag sein. weißt du noch, wo das steht, dass dies ein reiner mythos sei? würde mich interessieren. Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass ausgerechnet die mönche des "armenkreuzzuges" teure high-tech waffen hatten)
wenn ich mich recht entsinne, habe ich das mit den unbewaffneten, bzw. "improvisiert" bewaffneten mönchen sogar bei riley smith oder runciman höchstpersönlich gelesen.
aber von irrtümern jeder art bin ich natürlich nicht befreit. das letzte mal, als ich mit der geschichte der kreuzzüge zu tun hatte, ist ja auch knapp 15 jahre her. da vermischt sich evtl. tatsächlich populärwissenschaftliches material mit den texten der größen der zunft. wer weiß. könnte man nachprüfen, bei gelegenheit.
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Geändert von amasbaal (25-06-2017 um 21:55 Uhr).
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  #72  
Alt 25-06-2017, 21:37
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Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
auf dem ersten kreuzzug in den nahen osten (1096-1099) war ihnen das tragen von schwertern seitens der kirche nicht erlaubt. sie hatten dafür holzknüppel, zt. mit nägeln drin. mit dem auftreten der ritter-mönchsorden (templer, johaniter usw.) einige zeit später in den neu gegründeten sog. "kreuzfahrerstaaten" führte die fusion von mönchischer lebensweise und glaubensbekenntnis mit militärischer ausbildung und "kasernierung" in entsprechenden festungen zu eliteeinheiten, die als "speerspitze" der kreuzzügler galten und die, da ökonomisch sehr gut ausgestattet, hervorragend bewaffnet und ausgebildet waren.
die "normalen" mönche hatten weiterhin knüppel.
englische mönche konnten teilweise recht gut mit dem staff umgehen. das motiv "mönch mit langstock" taucht auch in person von bruder tuck im robin hood mythos auf (der zur zeit des 3. kreuzzuges spielt). robin bekommt da ganz schön prügel .
Interessant. Erzähl mehr davon! Warum trugen den die Mönche Knüppel? Kämpften denn diese Mönche auch mit oder war das Training mehr SV für die?
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  #73  
Alt 25-06-2017, 22:22
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Interessant. Erzähl mehr davon! Warum trugen den die Mönche Knüppel? Kämpften denn diese Mönche auch mit oder war das Training mehr SV für die?
ach, da wurde auf dem weg halt alles niedergeknüppelt, was jude, moslem oder orthodoxer christ war. plündern ist halt ein blutiges geschäft.
klar stürmten die mit in eine stadt, wenn es galt, die bevölkerung auszulöschen und terror zu verbreiten (gerade im 1096-99 kreuzzug war terror ein wichtiges mittel der psychologischen kriegsführung. man denke da an die belagerung von antiochia, wo der eindruck erweckt wurde, man würde die getöteten gefangenen verspeisen oder an maara, wo dies, etwas später, anscheinend TATSÄCHLICH gemacht wurde. maara ist ein sehr beliebtes thema in der muslimischen geschichtsschreibung, wenn es darum geht, aufzuzeigen, was das für "barbaren" waren (der vorwurf des kanibalismus als terror-instrument - oder im fall maara evtl. auch aus reinem, verzweifelten hunger - taucht auch in der seriösen "westlichen" literatur zur geschichte der kreuzzüge auf und ist keine propaganda der gegenseite.
über das "waten im blut bis zu den knöcheln" nach der eroberung vom jerusalem und dass dort unterschiedslos alle einwohner niedergemetzelt wurden (muslime, juden, orthodoxe christen, ja sogar einheimische "römische" christen - sehen ja auch alle gleich aus, diese araber ) ist so ziemlich überall nachzulesen, wo etwas zum thema geschrieben wurde.
besondere spezialität des armenkreuzzuges und mit ihm nahezu gleichzeitig stattfindende, sich selbst mobilisierende "bewaffnete pilgerzüge", die mit den großen "offiziellen" aufgeboten zunächst nichts direkt zu tun hatten: plündern und morden in städten mit großem anteil jüdischer bevölkerung auf dem weg (insbesondere in dem gebiet, das heute deutschland heißt -> rheinland, süd-deutschland).
geführt wurde die "armenkreuzzugs"-abteilung des 1096-99 kreuzzuges übrigens von einem in allen quellen als sehr heruntergekommen beschriebenen mönch/wanderprediger namens peter. der soll bei den ganzen "stories" auch voll betiligt gewesen sein. nachdem der "armenkreuzzug" in der heutigen türkei (nicht allzu weit von konstantinopel) von den seljuken zerschlagen wurde, hielten sich die überlebenden an die offiziellen aufgebote.

sehr gute literatur:
jonathan riley smith: the first crusaders 1095-1131

jonathan riley smith (hg.): oxford ilustrated history - illustrierte geschichte der kreuzzüge

steven runciman - geschichte der kreuzzüge (bisschen alt in der ausdrucksweise, aber faktisch korrekt und trotz wissenschaftlicher korrektheit auch noch spannend geschrieben)

amin maalouf - der heilige krieg der barbaren. die kreuzzüge aus der sicht der araber.

edit:
in wie weit es bei den mitziehenden mönchen nicht-adeliger herkunft eine regelrechte "ausbildung" zum kämpfen gab, kann ich nicht sagen.
Im allgemeinen waren mönche allerdings adeliger herkunft. in frankreich (dort kamen die meisten frühen kreuzzügler her) waren das i.d.r. die kleinen brüder derer, die das adels- bzw kriegergeschäft (d.h. damit auch den landbesitz) vom vater übernahmen, da dort ein erbrecht herrschte, in dem nur der älteste sohn erben konnte. die anderen gingen leer aus und wurden durch eine "stelle" im kloster oder in der priesterschaft existenziell abgesichert, wenn irgend möglich. wichtiges motiv für eine beteiligung an den kreuzzügen: "spätgeborene" haben dadurch die möglichkeit, trotz erbrecht zu landbesitzendem kriegerstand und adeligem titel zu kommen, da vom papst die erlaubnis erteilt wurde, im nehen osten land zu nehmen (und es dadurch zu "christianisieren"). siehe gründung der kreuzfahrerstaaten, inklusive der vergabe von lehen (und damit land und leute) an die krieger des "königs von jeruslem" oder des "grafen von edessa" oder des herrschers des "fürstentums antiochia" usw.
wenn es sich bei mönchen um die jüngern brüder von kriegern gehandelt hat, dann kann man sich durchaus vorstellen, dass die knappenzeit des älteren bruders (und damit die zeit der ausbildung zum krieger) nicht ganz spurlos am jüngeren vorbei ging, wer weiß...
was dazu kommt: das 11. jh. ist voll von unkontrollierbaren, ja fast hysterischen religiösen bewegungen, die aus der "volks-religion" (im gegensatz zur offiziellen religion der gelehrten theologen) entstanden. neben einem armutsideal und der angst vor dem kurz bevorstehenden weltuntergang, ohne, dass man bisher seine sünden wieder gut machen konnte (deshalb viele bewegungen von "flagellanten", leuten, die sich in religiösen umzügen selbst auspeitschten aber auch deshalb eine hohe beteiligung am armenkreuzzug, denn der papst hatte ja zu einer "pilgerreise" aufgerufen, was eine brauchbare "buße" für die sünden war), waren diese religiösen bewegungen oft von "erleuchteten" wanderpredigern mit "visionen" geprägt. die waren häufig nicht adelige hirten, bauern aber auch ehemalige "einfache" mönche. wie das mit deren kenntnisse in sachen "kämpfen" ausgesehen hat? keine ahnung. hängt davon ab, ob es irgendwelche hirten-kks oder so gegeben hat (auf dem balkan und auch in italien gibt es die noch, oder es gab sie bis vor kurzem. ich glaube in spanien und portugal ist das auch vorhanden.)

der staff in england soll ja i.d.r recht "kunstvoll" (positiv gemeint) gehandhabt worden sein. es gab aber beim 1096-99 kreuzzug kein englisches aufgebot. das waren fast ausschließlich normannen, franzosen, flamen, wallonen und z.t. deutsche, die sich den zügen auf deren weg den rhein entlang anschlossen. zum thema staff in england können die historischen fechter aber mit sicherheit sehr viel mehr zu sagen, als ich, der ich nur allgemeines und "aufgeschnapptes" wiedergeben kann. die beschäftigen sich ja ausdrücklich und intensiv mit solchen themen.
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Geändert von amasbaal (25-06-2017 um 23:48 Uhr).
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  #74  
Alt 25-06-2017, 22:43
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Zitat:
Zitat von Nite Beitrag anzeigen

Hier sehen wir besipielsweise einen Bischof der eine Lanze führt.
fällt mir erst jetzt auf:
kann es sein, dass das eine abbildung ist, die die nun selbst belagerten eroberer von antiochia zeigen, die mit der in antiochia genau in diesen tagen "zufällig" unter den fundamenten einer kirche gefundenen "heiligen lanze" einen ausbruchversuch wagen und schließlich das heer der seljuken sogar besiegen?

sieht nämlich so aus.
dann wäre die lanze eine heilige reliquie und keine "echte" waffe. sie hätte dann religiöse und "motivierende" funktion.


der typ wäre dann der bischof von le puy.
Zitat:
Am morgen des Montag, 28.Juni, ließ Bohemund das Kreuzheer zum Gefecht antreten. Er teilte es in sechs Heeresgruppen ein. Die erste bestand aus... Die vierte aus den Toulousern und Provencalen unter dem Bischof von Le Puy, da Raimund schwer krank lag...
zit. aus runciman

edit:
jep!

The Wounding and Healing Holy Spear


und tatsächlich:

Zitat:
The Holy Spear of Antioch carried by bishop Adhemar of Le Puy into battle against the Saracens
man beachte, wie der speer gehalten wird. es ist die einzige '"klingenwaffenspitze" im bild, die nach oben und nicht auf den gegner zeigt (da ausgeführter hieb mit dem schwert von oben zum kopf des gegners in einer situation gezeigt wird, zeigt auch die spitze dieser waffe in richtung der gegner). ansonsten werden auf dem bild nur die fahnen entsprechend gehalten (na ja, und der streitkolben, aber der schlägt. der sticht nicht. außerdem scheint er einem fliehenden "sarazenen" zu gehören). der speer ist eine "fahne" des glaubens. er ist ein "symbolträger".
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Geändert von amasbaal (25-06-2017 um 23:59 Uhr).
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Alt 26-06-2017, 09:40
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Sehr interessante Infos bezüglich der Lanze amasbaal

Zwecks dem Mythos, so explizit stand das nirgends. Ich kann mich aber an Abbildungen von kirchlichen Würdenträgern in voller Rüstung mit dem ganzen Arsenal typisch ritterlicher Waffen jener Zeit erinnern, woraus ich schließe dass ein derartiges, allgemeingültiges Verbot nicht existierte.
Wobei ein Fehlen eines Verbots ja kein Widerspruch zu deiner Aussage ist dass ein Großteil der kirchlichen Streiter aus wirtschaftlichen Gründen mit Knüppeln in die Schlacht gezogen ist.
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