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  #1  
Alt 18-07-2003, 12:05
Benutzerbild von jkdberlin
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Kampfkunst: IMAG e.V. + J.A.B.
 
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Standard Seminar oder Vorführungs Tricks

Angeregt durch einen Artikel im "Black Belt" Magazin wollte ich hier mal einen Thread über Tricks, die der eine oder andere Dozent bei Seminaren, Kampfkunstdemonstrationen oder Verführungen benutzt, starten.

Der eine oder andere Trick ist euch bestimmt auch schon untergekommen, manchmal wird das tatsächlich auch nicht in böser Absicht benutzt, aber da kommen schon einige Blüten zusammen

Der "grosser Schwarzgut-Träger" Trick
Hierbei wird zur Demonstration einer Technik, die vielleicht bei der ersten Vorführung einigie Zweifel in den Gesichtern der Teilnehmer hat entstehen lassen, der grösste, schwerste und (wichtig!) am fortgeschrittenste, ranghöchste Teilnehmer des Seminars zur nochmaligen Vorführung ausgewählt. Wenn die Technik dann nochmal klappt, sind die meisten Zweifler überzeugt. Wichtig hierbei ist, das der Demo-Partner tatsächlich schon einige Jahre mindestens dabei ist! Dadurch ist er schon ewig darin geschult, beid erartigen Vorführungen, auch unbewusst, als Uke mitzumachen und möglichst nicht nur wenig Widerstand zu erzeugen, sondern unterbewusst sogar mitzuhelfen. Das geht dann meistens einfacher als mit einem untrainierten Zweifler...

Der "Halbe Geschwindigkeit" Trick
Hierbei spielt der Dozent mit der Geschwindigkeit der vorgeführten Technik. Entweder wird blitzschnell eine kritische Situation überspielt, oder er führt die Technik betont langsam aus. Dies allerdings nicht nur einmalig zum Verstehen oder Nachmachen, sondern immer wieder, da die Technik bei voller Geschwindigkeit nicht klappt, da sie meistens total off-Timing zum Demo-Partner ist.

Der "tolle Abschlusstechnik" Trick
Hierbei wird eine schwierige Eingangstechnik mit möglichst vielen, schweren, schön anzusehenden Kombinationen oder Finish-Techniken abgeschlossen. Dabei wird bewusst die Schwierigkeit der ersten Basis-Technik überspielt und durch die tollen Endkombinationen ausgeblendet. Beispiel aus einer FMA-Seminar-Technik: "ich blocke den ersten Schlag meines Gegners und kann nur hier, hier und hier schlagen,....oder so und so entwaffenen, dann werfen, dann schlagen, dann hebeln,.....oder so und so hebeln, werfen, schlagen....und ich habe auch noch diese, diese und diese Option." Das lustige daran war, das der erste Block, wichtige Voraussetzung für alles weitere, total daneben und unmöglich in einem Kampf zu machen war...

Der "falsche Distanz" Trick
Hierbei werden ganz tolle, neue und wichtige Abwehren auf diverse Techniken des "Gegners" gezeigt. Problem dabei nist, dass alle Techniken in einer Distanz gezeigt werden, in der die Waffe oder der Angriff des Gegners eh nie getroffen hätten. Dadurch werden die ganzen Techniken dann sofort zum Null Overt, sind nutzlos und leer. Insbesondere, wenn die Teilnehmer dann auch noch diese Techniken in der falschen Distanz üben! Merke: ein Gegner schlägt nach eurem Kopf oder Körper, diesen Angriff muss man blocken! Jeder kann einen Schlag, der eh zu kurz kommt, blocken! Realistische Distanz!

Nicht jede Technik klappt bei jedem, nicht jede Kombination klappt immer und einer ist eh immer besser. Es wäre schön, wenn Dozenten dieses zugeben könnten, ohne dabei ihr Gesicht zu verlieren. Manchmal muss man halt Dinge revidieren oder korrigieren, solche Tricks zum Überzeugen sollte man nicht nötig haben. Fallen euch noch andere ein?

Grüsse
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Frank Burczynski - J.A.B. JKD Akademie Berlin + IMAG e.V. http://www.jkdberlin.de
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  #2  
Alt 18-07-2003, 12:15
Benutzerbild von Mike
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Exclamation

Das Mitbringen eines eigenen Demopartners.

Daraus resultiert das JEDE Technik wirksam geglaubt wird weil der "private" Demopartner ohnehin 100% kooperiert und weiss was er zu tun hat. Damit kann man noch die allerletzten Zweifler überzeugen. Zumindest wers glaubt


Grüße, Mike
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  #3  
Alt 18-07-2003, 12:22
Benutzerbild von Franz
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Kampfkunst: FMA JuJutsu TMA
 
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das kenne ich
war vor einiger Zeit auf einem Landeslehrgang: einer der Referenten kam auf jedenfall vom Duo Bereich, grausam,
er schlägt mit dem Stock der andere wehrt ab und er fällt.
Die Technik konnte nur klappen wen der Schlag wie beim Teniss ewig weit ausgeholt und telefoniert wird.
bei einem normalen Shclag a la Escrima wäre es ne Beule gewesen wenn ich nicht am Kopf meines Partners gestoppt hätte

so was nervt kam mir verarscht vor,
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  #4  
Alt 18-07-2003, 12:34
Bokuto
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Wenn man sich mal realistisch ansieht, wie SCHNELL und ANSATZLOS ein Fauststoß oder ein Waffenangriff auszuführen ist, wird wohl JEDE saubere Schulbuchtechnik daran scheitern. Man sollte zwar die Schulbuchtechnik beherrschen (und meinetwegen auch vorführen, weils halt ästhetischer ist, als Realismus), aber man muss sich auch immer eingestehen, was schnell und ohne Distanz überhaupt noch funktionert.

Gruß
Dirk
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  #5  
Alt 18-07-2003, 13:15
Benutzerbild von Joachim
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Das mit dem grossen Schwarzgurt sehe ich nicht als Trick.

Wenn ich was vorführen, zeigen will dann setze ich ja eine bestimmte Situation voraus, weswegen eine Kooperation sinnvoll ist.

Wenn mein Partner irgendwas macht, muss ich entsprechend reagieren und kann evtl . nicht das zeigen was ich eigentlich wollte.

Ich halte das für sinnvoll, zum Vorführen jemanden zu benutzen der weiss um was es geht und der kooperiert.
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  #6  
Alt 18-07-2003, 13:18
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Somit erscheinen aber auch uneffektive Techniken als makellos effektiv. Ich denke um diesen Standpunkt ging es hauptsächlich.


Grüße, Mike
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  #7  
Alt 18-07-2003, 13:21
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In einer Situation mag eine Technik taugen, aber sobald sich der Gegner ein bischen anders bewegt muss was anderes her...

Also bestimmt dann der Vorführpartner was auf dem Seminar geschieht, nicht der Referent?
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  #8  
Alt 18-07-2003, 13:29
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Ein guter Referent zeigt sofort auch die Möglichkeit der Abwehr wenn der Gegner sich ein wenig anders bewegt. Bei zwei Referenten durfte ich das bereits erleben und diese Art der Didaktik kam sehr gut bei den Teilnehmern an.
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  #9  
Alt 18-07-2003, 13:30
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Nein, ich meinte tatsächlich die Absicht, die dahinter steht. Auch ich führe lieber mit einem geübten Partner vor ( insbesondere Stoppkicks zum Knie ), aber man kann auch so "unmögliche" Techniken wirksam machen. Die Absicht ist eine andere...

Grüsse
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  #10  
Alt 18-07-2003, 13:33
Benutzerbild von Mike
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Zitat:
Original geschrieben von jkdberlin
Nein, ich meinte tatsächlich die Absicht, die dahinter steht. Auch ich führe lieber mit einem geübten Partner vor ( insbesondere Stoppkicks zum Knie ), aber man kann auch so "unmögliche" Techniken wirksam machen. Die Absicht ist eine andere...

Grüsse

Somit erscheinen aber auch uneffektive Techniken als makellos effektiv.


Mein Reden
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  #11  
Alt 18-07-2003, 13:37
Benutzerbild von Joachim
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Na danke,
ich habe übrigens nur noch bei Regen schmerzen im Knie

Zitat:
Nicht jede Technik klappt bei jedem, nicht jede Kombination klappt immer und einer ist eh immer besser. Es wäre schön, wenn Dozenten dieses zugeben könnten, ohne dabei ihr Gesicht zu verlieren. Manchmal muss man halt Dinge revidieren oder korrigieren, solche Tricks zum Überzeugen sollte man nicht nötig haben.
Das ist der Zentrale Punkt an dem Mike und ich (vor allem ich) gerade vorbeidiskutieren...

Ich bin jetzt ruhig

Grüsse,

Joachim
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  #12  
Alt 18-07-2003, 15:39
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Hallo Leute!Denke,manche Sachen müssen abgesprochen sein wegen der Verletzungsgefahr.Obwohl,wir hatten im Frühjahr ne Demo,bei der ich dabei war,da war nix abgesprochen.Als ich meinen Sihing (Sifu Volker Niespor 3TG WT) vorher fragte was wir machen,sagte er, daß ich es auf der Bühne erfahren würde.Tolle Demo,alles echt,zudem er auch ehrlich den Zuschauern zB. sagte,daß man ohne eine Waffe gegen einen guten Messerkämpfer so gut wie KEINE Chance hätte.War selber echt angetan von der Demo.
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  #13  
Alt 20-07-2003, 13:47
Benutzerbild von Grushnak
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Demos und Vorführungen sind in erster Linie Show.
Das ist ja wohl nicht nur im Kampfsport so.


Und bei Seminaren ist der zentrale Punkt gerade, dass man die gezeigte Technik mit seinem Partner übt und ausprobiert. Wenn, dann sollten sich die "Zweifler" doch gerade hier überzeugen lassen? Wie heißt´s so schön: Selber essen macht dick.
Vom Zuschauen überzeugen lassen? Dann brauch ich kein Seminar sondern nur einen Fernlehrgang. (Oder besser noch: Ich schau mir S. Seagall´s Aikido im Kino an. Da funktioniert das auch immer.)
Ich dachte immer, der Dozent führt die Technik mehrmals, und nicht nur einmalig zum Verstehen oder Nachmachen aus, damit es auch der Letzte sieht und versteht. Ein gewisses Vertrauen in die Fähigkeiten des Dozenten sollte eigentlich vorhanden sein. Die Frage ist dann nicht: Funktioniert diese Technik? sondern Kann ich diese Technik anwenden?

Zitat:
Nicht jede Technik klappt bei jedem, nicht jede Kombination klappt immer und einer ist eh immer besser.
Sollen dann Techniken, die für andere nützlich sind, für den Dozenten aber nicht so geeignet sind, nicht gezeigt werden?
Oder soll sich der Dozent jedesmal dabei eine blutige Nase holen?



Und spätestens wenn die Weißgurte peinlich berührt dreinschauen und alle anderen verbissen darum kämpfen, nicht laut loszulachen, weiß auch der letzte Zweifler, was von der gezeigten Technik zu halten ist.


Der "tolle Abschlusstechnik" Trick
Ich kenn eigentlich eher den "Toll! Ich hab einen Schlag geblockt und kann mich jetzt auf meinen Lorbeeren ausruhen" Trick. Bei der Abschlusstechnik-Variante die ich kenne geht es gar nicht darum, wie geblockt wird, sondern darum, dass nach einem Block (egal wie der nun wirklich aussieht) nachgesetzt wird.
Stimmt schon, ist eigentlich eine völlig andere Übung, die nur so aussieht wie die von dir beschriebene. Oder liegt der "Trick", oder vielmehr Fehler vielleicht darin, dass oft einfach nicht erklärt wird, was die Übung eigentlich soll und die Leute sich dann mit Nebensächlichkeiten statt mit der eigentlichen Übung abmühen?


Bisher bin ich auf Seminare und in andere Schulen gegangen, um zu lernen und zu vergleichen, nicht um mich überzeugen zu lassen. Aber vielleicht mach ich da ja auch was falsch.

Gruß,
Grushnak
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