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Alt 09-03-2006, 10:11
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Kampfkunst: WT
 
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Zitat:
Zitat von Icheben
Apropo Dummy. Den Schutzkopf find ich reichlich überdimensioniert. Verfolgt ihr damit nen bestimmten Gedanken oder wäre ne geringere Panzerung während ner 4stündigen Bearbeitung für den Kopfträger einfach nicht anderst ertragbar?
Ersteinmal die leichtere Antwort.
Der Helm ist nicht überdimensioniert in seiner Schutzfunktion - ganz ehrlich nicht
Wie Lars schon gesagt hat - das Ding ist in seiner Schutzfunktion gerade einmal ausreichend. Mit dem "normalen" Kwon Helm der dabei war habe ich meinen Buder direkt am ersten Tag durch einen Ellenbogen so auf den Boden "gesetzt" das er kurze Zeit irgendwie nicht wirklich normal reagiert hat - will sagen, er sank ganz langsam zu Boden und wollte dort ersteinmal bleiben - war kein K.O. - kam dem aber so nah wie es nur geht.

Mit dem Helm den wir heute benutzen sind K.O. durch den Ellenbogen nicht vorstellbar - auch Tritte gegen den Kopf des am Boden liegenden sind auszuhalten.

Weniger ginge leider nicht - ich habe sehr lange gebraucht um herauszufinden wie ich ihn dämpfen kann.

Zitat:
Zitat von Icheben
Erstell doch mal ne detaillierte Pro&Contra Liste was das Wt-Training mit bzw. ohne Dummy angeht. Den größten Vorteil seh ich darin, dass man Angriffe mit voller Kraft ausführen kann. Nen Nachteil seh ich sofern du ihn bestätigen kannst in der Entwöhnung -> reales Gegenüber. Da sich der Dummy weit ungelenkiger und langsamer bewegt. Natürlich sind Reaktionen wie bsp. der reflexartige Selbstschutz die ein realer Partner hätte auch stark durch den psychologischen Effekt der Panzerung die ihn umgibt verändert.
Hmm....Pro Contra - das ist in etwa so wie Ei und Henne.

Nehmen wir mal ein paar Aspekte die für den Anzug, bzw. Schutz sprechen:

Ersteinmal zu Safties und Schutz allg.:
Ich benutze für mein Training Schienbeischoner aus dem Fußball, bzw. Motocross (diese gehen auch über das Knie und verhindern ein überstrecken des Knies). Dieser Schutz gibt mir die Möglichkeit mein Gegenüber zu trainieren. Tritte gegen Schienbein und Knie könne mit voller Kraft durchgezogen werden. Die einfachste Trittabwehr des WT - auch wenn sie nicht den Prinzipien entspricht - ist mMn der Stampftritt auf das tretende Schienbein. Aber diese Abwehr macht man mit jedem Partner nur ein einziges Mal. Dabei ist zu bedenken, dass wir im Training Schuhe tragen und dort ein Tritt (der mit voller Kraft getreten wird) mit einem Tritt (der ebenfalls voll durchgezogen wird und noch durch Schuhe "verhärtet" wird) aufeinanderprallen. Ich habe die Abwehr nur ein einziges Mal mit voller Kraft bekommen und konnte danch nicht mehr stehen; danach habe ich einfach nicht mehr voll zugetreten. Mit den Moto-Schonern kann man es vier, fünf Mal machen bis es so langsam anfängt weh zu tun - mehr als 10 mal sind nicht drin - dann ist das Schienbein selbst unter den Schonern überall dick.

Stöcke - eine waffenlose Abwehr gegen einen Stock ist im Training relativ leicht - der andere schlägt niemals mit voller Geschwindigkeit zu (es sei denn man ist bei den Dogbrothers ) - dies schafft falsches Selbstvertrauen. Ich nehme manchmal - oder meistens - nur eine Rohrisolierung aus Schaumstoff. Sie ist sehr biegsam und daher ein bisschen langsamer als ein echter Stock - aber man kann damit einfach mit voller Geschwindigkeit zuschlagen. Plötzlich bleibt von einer Stockabwehr nur noch ein eingeschlagener Schädel und eine gebrochene Hand übrig - hier lernt man sehr schnell, dass man den Stock nur sehr unschön abwehren kann und dabei in 8 von 10 Fällen schon 1-2 Mal getroffen wird, bevor man den Stock unter Kontrolle bekommt.
Die Dogbrothers beweisen, dass dies einigermaßen auszuhalten ist - jedoch nur dann, wenn man weiß worauf man sich einlässt - würde man versuchen eine gängige Abwehr zu machen (zumindest in der Form in der ich sie kenne) würde man sich mMn damit auf die Nase legen - bzw. auf den Boden - und zwar schnell.

Dies sind Beispiele wie ich die Schutzausrüstung benutze - nicht um geschütztes Sparring zu machen, sondern um den anderen zu trainieren. Der mit der Schutzkleidung ist der Trainer - der andere wird trainiert.

"Natürlich sind Reaktionen wie bsp. der reflexartige Selbstschutz die ein realer Partner hätte auch stark durch den psychologischen Effekt der Panzerung die ihn umgibt verändert"
Dies ist zwar richtig, aber der reflexartige Selbstschutz sieht bei einem WT'ler halt aus wie WT - der Schutz entspricht in keinster Weise der Norm. Die Positionen der Arme im WT sind nun einmal auch dafür gemacht WT abzuwehren, andere würden sich anders verhalten. Aber wie groß ist die Wahrschinlichkeit auf einen anderen WT'ler zu treffen wenn man sich nur alle Jubeljahre mal schlägt? Die Reaktion des anderen wird eben nicht wie WT aussehen - mit dem reflexartigen Selbstschutz ist dem Übenden nicht geholfen.
Auch hier ermöglicht der Anzug einen Trainer - jemand der sch nicht um seine Sicherheit Sorgen muss, sondern meidebewegungen aus dem Boxen, Finten und ringen versuchen kann. Jemand der sich einfach mal wegdreht um den Schlägen zu entgehen oder wilde Schwinger gibt - das alles kann man ohne des Helm nicht machen ohne die Fresse voll zu bekommen (das war jetzt nicht gegen die Boxer gerichtet - die können ihre Meidebewegungen besser als ich und ringen ist mit dem Helm nicht zu machen - es reicht aber wenn man einen Ansatz findet - wir sind uns darüber klar, das ein Ringer diesen Ansatz schon nutzen würde - der Kampf ist dann verloren)

Der Anzug ist demnach nichts weiter als ein Trainer und auf Armlänge nicht wesentlich langsamer als ein Angreifer ohne Anzug. Zudem reicht der Helm oftmals schon aus. Schläge auf den Körper gewöhnen mich an Körpertreffer - ist auch gut.
Der Anzug macht einfach klar, wer hier der Trainer ist - es kommt zu keinem Zweikampf sondern zu einem Training - das ist der ganze Vorteil.
Mache Schüler könnten auch nicht wirklich verstehen, warum sie Ihren Trainer ständig treffen wenn dieser solche Lücken absichtlich ohne Anzug gäbe - ich glaube viele würden denken das der Lehrer nichts drauf hat - oder? Wie gesagt - ich unterrichte derzeit keine WT-Schüler.

AUSSERDEM: Nur mit dem Helm merkt man auch mal wieviel von den Chi-Sao-Reflexen übrig bleibt, wenn der andere mit voller Geschwindigkeit angreift und man denkt man könnte dies einfach "weich aufnehmen". Ohne die Schrittarbeit sind (bei mir!!) die Armbewegungen nichts wert!!!

Bong-Wu, stehenbleiben und warten = getroffen werden.
Man-Wu, stehenbleiben und warten = getroffen werden.

In dem Zeitraum in dem der Schlag des Gegner nur noch 50cm zu mir zurückzulegen hat (also dem Punkt an dem der Kontakt zu meinen Armen entsteht) kann ich meine Körper nicht mehr aus der Schußlinie bringen und gleichzeitig meine Arme verformen - d.h. können kann ich das schon - nur werde ich dennoch getroffen.
Ich habe durch den Helm ersteinmal wirklich erfahren können, dass es nur dann funktioniert wenn ich meine Beine bewege und angreife oder den Angriff schon visuell einschätze und angreife - aber auf einen Kontakt warten bringt nichts weiter als einen Treffer.
Durch den Anzug habe ich viele Sachen des Wt erst richtig begriffen, Dinge die ich mit regelmäßigem Sparring schon vorher begriffen hätte. Nur regelmäßiges Sparring ist in den WT-Schulen!!! (das mir jetzt nicht wieder einer kommt ich sei in der falschen Schule gewesen) in denen ich war, eine absolute Seltenheit.
Auch eine von den Sachen die ich ändern werde, sollte ich WT-Schüler unterrichten.
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