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#1
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| Warum machen so viele Leute so exotische Kampfsportarten? Wieso wird das Rad andauernd neu erfunden? Wieso lese ich immer wieder im Board von Kampfsportarten, die ich vorher für was zu Essen gehalten hätte? Kann es vielleicht sein, dass manche es geradzu suchen, etwas besonders exotisches zu machen? Den Kick darin suchen, dass keine Sau ein Wort versteht wenn sie über ihre KK sprechen? Absichtlich in die Außenseiterrolle wollen und sich über ihre KK definieren? Ich kann mir nicht erklären, wieso es so toll ist, Sachen auszuüben, die besonders kryptische Namen haben. Wieso wollen so viele Leute genau den Stil trainieren, weil sie irgendwann mal davon gelesen haben und weil das vor 50 trilliarden Jahren von irgendeinem Großmeister erfunden wurde, während er Ameisen beim Kämpfen zugeschaut hat? Manchmal, wenn ich hier im Board Sachen lese über den Stil XYZ, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Macht es die Sache besser, wenn es kompliziert klingt? Mir ist ja durchaus bewusst, dass Kampfsport von den Termen her kompliziert ist, weil es aus diversen Sprachen Einflüsse gibt, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich manche Leute an bestimmten Sachen geradezu aufhängen. Bin ich nur ein Ignorant? Ja, ich gebe zu, ich bin ein blutiger Anfänger in Sachen Kampfsport, aber trotzdem kommen mir manche Sachen hier oft merkwürdig vor. Macht mich das zu einem engstirnigen Menschen oder sind gerade die Menschen engstirnig, die wie verrückt nach immer exotischeren Sachen suchen? Dieser Thread bezieht sich jetzt nicht auf irgendein bestimmtes Vorkommnis noch auf bestimmte Leute, ich denke darüber schon etwas länger nach. Christian |
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#2
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| Zitat:
Genau diese Überlegungen hatte ich auch nur allzu oft! Viele leute kommen sich toll vor, weil Sie Kampfsport machen...definieren sich auch gerne über ihren Sport. ...und das mystisch-asiatische hat für viele sowieso einen gewissen Reiz! |
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#3
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| Hm, ich persönlich wäre froh, wenn mich ein bisschen mehr Leute verstehen würden, wenn ich sage, ich mache Wing-Tsun. Die erste Frage ist auch, wie man exotisch überhaupt definiert. Für mich ist etwas völlig normal, während andere es noch nie gehört haben. Es gibt nun mal halt sehr viele verschiedene Personen, für jede ist ein anderer Stil der Passende. Die Leute suchen wahrscheinlich nicht nach etwas exotischem, sondern nach etwasem, das zu ihnen passt oder mit dem sie sich verteidigen können. Da nur sehr wenige Stile in Europa erfunden wurden, weicht man z.B. auf asiatische Stile aus. Dies hat aber ziemlich sicher nichts mit extremer Suche nach exotischen Stilen zu tun Grüsse Sonora |
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#4
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| Also ich sehe das anders... Ich denke das die Leute die sich toll vorkommen eher etwas neues "eigenes" machen um sich darüber zu definieren. Exotische Namen sind ohnehin nur Schall und Rauch und für mich irgendwo ein lästiges MUSS denn ich sage lieber jemandem ich mache Kung Fu als den Stil auszuführen... nur wenn er dann sich andere Stile anschaut und die sagen auch Kung Fu ist es verwirrend... wie kann etwas das gleich heißt verschiedene Dinge sein? Also immer ruhig mit den jungen Pferden... Namen sagen nichts aus.. Ob jetzt irgendwer irgendwas bei irgendwem lernt spielt doch keine Rolle.. viel wichtiger ist ob er damit glücklich ist Kazuko
__________________ Viele Menschen sind zu gut erzogen um mit vollem Mund zu sprechen, haben aber kein Problem damit, dies mit leerem Kopf zu tun. |
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#5
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| Im Prinzip stimme ich dir zu. Aber vielleicht kannst du dir die Frage auch selbst beantworten. Denn Submission Wrestling gehört mit Sicherheit auch nicht zu den traditionellen Stilen. |
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#6
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| Ich versteh dein Problem ehrlich gesagt nicht ganz Leute die aus japanischen stilen kommen benutzen halt jap. bezeichnungen der techniken, Leute aus chinesischen stilen die chin. bezeichnungen etc. Man redet so, weil mans aus dem Training gewohnt ist. Bei mir heist der Frontkick nunmal Maegeri und nicht Frontkick...
__________________ "Free people will never remain free, if they are not willing, if need be, to fight for their vital interests." - John Foster Dulles |
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#7
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| Ich möchte mich voll und ganz Kensei anschließen. Kazuko hat auch Recht. Ich sage Leuten die keine Ahnung von KK haben auch nur ich mache Karate. Weiter ins Detail gehe ich auch nur wenn derjenige doch Ahnung hat oder sich stärker dafür interessiert. Ich begeistere gerne Leute für meine KK binde es aber nicht jedem auf die Nase a la: Hi, ich bin Zingultas. Ich mache Karate.
__________________ Mit Atzen einen HEBEN, dass bedeutet LEBEN!!! |
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#8
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| Naja, ich finde, nur weil ich jetzt Schweizerin bin muss ich noch lange nicht die Nationale Kampfsportart aus der Schweiz erlernen (Das wäre überigens "Schwingen", mit Ringen zu vergleichen, aber viel urchiger! ) Allerdings habe ich auch nicht extra lange nach DEM Kampfsport schlechthin gesucht, sondern einfach einen aus meiner Umgebung genommen. Und da das Karate ist und diese KK aus Japan kommt, werden dort im Training auch japanische Ausdrücke gebraucht.Im übrigen finde ich, dass man durch "fremde" KKs auch seine Ansichten erweiteren kann, seinen Horizont! Aber es stimmt natürlich schon, dass exotische Sachen im Trend liegen... aber vielleicht geht das, wie bei allen Trends, irgendwann wieder vorbei. |
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#9
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| ich denke er meinte weniger ob nunasiatische KK sind, sonder eher, dass viele ständig nach neuen dingen suchen, anstatt sich einer etablierten KK anzuschließen, sehe Deine Überlegung auch so ähnlich. Es ist eben nicht so leicht, wenn man sich einer KK wie beispielsweise Judo anschließt, wo das Wettkampfniveau sehr hoch ist, (weil auch schon viele Jahre olympisch), da ist der einzelne erst mar der Niemand. Mache ich etwas was grad irgendeiner meinte erfinden zu müssen, kann ich mich da eher leichter hocharbeiten. mit der hoffnung das wär dann was ganz besonderes. Zum anderen ist die Gesellschaft halt auch im Fitness, Kampfsport, Sport, zum konsumenten geworden, und den muss man halt immer wieder neu begeistern. anstatt nur harte Arbeit vorlegen.. naja blöd, ich würd immer die Qualität suchen Grüße Simply |
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#10
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| Wenn sich ein paar Computerfreaks über ihren Zeitvertreib unterhalten, dann verstehe ich zum Teil Bahnhof, bei Musikern ist es auch nicht anders. Wenn ich auf Parties mit Medizinstudis bin, dann verstehe ich auch nicht unbeding alles, während die sich beschweren, dass sie unseren linguistischen Diskussionen nicht folgen können. Jeder Bereich, ob Hobby oder Beruf, hat halt sein eigenes spezielles Vokabular, das ebenso dazugehört wie die eigentlichen Handlungen. |
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#11
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| Ich glaube ich habe mich falsch ausgedrückt. Was ich meine ist, dass einigen Leuten die "normalen" Sachen anscheinend nicht exotisch genug sind, sondern es muss was besonderes sein. Und dabei kommt raus, dass jemand ins Anfängerforum schreibt, dass er AntiTerrorWushuAikido im hopping-pigeon Stil trainieren will, und das natürlich in der Nähe von Groß-Ilsete. Und nix anderes, weil genau dieser Stil der richtige für sie ist. Woher sie das wissen? - Naja, das entspricht halt den persönlichen Interessen. Und es sind nicht nur absolute Neulinge, sondern manchmal auch Fortgeschrittene / Experten, die sich auf die speziellen Sachen beziehen. Dass eben nur das gut ist. Ich meinte nicht, dass beim Unterhalten über KK nur Kauderwelsch herauskommt. Das ist bei mir genauso Christian |
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#12
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| Das hat kommerzielle Gründe. In den 70er und 80er Jahren ist KK sehr hart trainiert worden, so dass nicht jeder Kampfsport machen konnte. Das hat sich in den 90er Jahren drastistisch geändert d.h. jede Flasche darf Kampfsport machen oder besser gesagt jeder untalentierte, da auf einmal KK erfunden wurden die im asiatischen Raum gar nicht existieren. ![]() |
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#13
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| die asiaten haben halt einen hang dazu, stilnamen sehr blumig zu halten... wenn man sichs überlegt, klingen die stile nicht wirklich sehr exotisch, sondern der name umschreibt halt die prinzipien des stils (sechs harmonien boxen), oder ist der name des stil begründers (boxen der familie hung, takeda schule), oder er umschreibt das, was der gründer mit dem stil aussagen wollte (kyokushinkai als ultimative wahrheit gegenüber den "verweichlichten" anderen karatestilen) man könnte jetzt sicher submission wrestling oder einfaches boxen auch blumig umschreiben, wenn man wollte, bloß haben da halt moderne westliche leute im allgemeinen was dagegen. man könnte zum beispiel statt bjj sicher auch machado ryu jiu jitsu oder gracie ryu jiu jitsu sagen. oder statt boxen vielleicht gaijin kempo (oder gwai lo chuan ) |
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#14
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| Vielleicht hat sich auch garnichts verändert. Seit Menschengedenken werden neue KK von Leuten entwickelt, die denken, sie hätten noch was neues erfunden. Ich will das auch gar nicht kritisieren und du solltest das ja auch nicht, da, wie gesagt, Submission Wrestling, Jun Fan, Inosanto Kali ja auch relativ neue Kreationen sind. Das Problem sind vielleicht nur die Namen und da wird es mit der Zeit auch immer schwerer, neue Namen zu finden, die es noch nicht gab und die sich nicht nach paranoider Schizophrenie anhören. Wirklich neue KK, mit vollkommen neuen revoluzionären Konzepten, Techniken etz. wird wohl keiner mehr entwickeln, da es im Prinzip schon alles in irgendeiner Form schonmal gab, aber wenn einer langjährige Erfahrungen in Kampfkünsten, Kämpfen und Leben in eine organisierte Form mit neuem Namen bringt und das dann an Schüler weitergibt, kann ich erstmal nichts schlechtes dran finden. Und die ständigen neuen Totalausfälle finde ich auch gar nicht schlecht, da ich dann wenigstens was zu lachen habe. |
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#15
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| Was der KK Welt fehlt, wäre doch ein akzeptierter, einfacher und passender Ausdruck, der beschreibt, das der Erfinder etwas eigenes macht, vielleicht mit einem ergänzenden Adjektiv dazu, dann muss man es nicht BingBong-Do nennen. Denn: Einen eigenen Stil mit eigenem Namen hat man doch oft, wenn die Leute etwas "ausdenken", was es natürlich bereits gibt; aber in dem, was es bereits gibt, haben sie evtl. keine so tolle Graduierung ? Das ist nicht mal wertend von mir gemeint, ich halte nicht sooo viel von Graduierungen mehr. |
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