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#1
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| Wir haben bei uns das Problem (sicher auch anderen Vereine), dass vor allen die Mädchen bei uns im Alter ab 12 kein Interesse (mehr) am Kampfsport haben. Auf Nachfrage kam u.a. heraus, dass es ihnen zu anstrengend sei. Nun meine Fragen. Habt ihr ähnliche Probleme? Wie geht ihr als Trainer damit um? Wie schafft ihr es, Teenager zu halten? Über Antworten würde ich mich freuen. |
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#2
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| OT: Zu anstrengend?! Wohl ein Witz! Bin selbst ein Kind des I-netzeitalters, habe jedoch immer mehr das Gefühl, dass die heutige Gesellschaft 5 Minuten ihrer Zeit nur den Sachen opfert, die sie als App downloaden kann. Zu anstrengend! ![]() |
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#3
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| Zitat:
![]() Hm, schwierig, wenn das wirklich der wahre und einzige Grund ist; dann wird da wohl kaum was zu machen sein, hat ja keinen Sinn dann. Als einziger Ansatzpunkt würde mir daher zunächst die Frage sein, ob nicht doch andere Gründe mit reinspielen. |
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#4
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| Ich hab die eine grundsätzliche Erfahrung gemacht dass man niemanden zwingen kann etwas zu mögen, bei Teenagern ist das halt ein besonders heikles Thema. Ich hab z.B. einige hoffnungsvolle und talentierte 13jährige ziehen lassen müssen nur um sie dann 3 Jahre später reumütig dafür extrem motiviert zurückkehren zu sehen. Was mMn desweiteren wichtig ist, ist rechtzeitig die richtige Balance zwischen Kinder- und Erwachsenentraining zu finden. Nur "Kinderei" und Teenager fühlen sich bald nicht ernstgenommen und wollen nicht mehr, nur knallhartes Training für Erwachsene und Jugendliche am Übergang sind schnell überfordert und vermissen die spielerischen Aspekte. Ein Problem das nicht unterschätzt werden darf ist das neuaufkommende Interesse am anderen Geschlecht. Von einem Mädel in meiner Gruppe wurde ich mal beiseite genommen und gefragt ob einen TKD nicht "unweiblich" macht - ein Gedanke auf den ich nicht gekommen wäre. Identifiziert sich das Kind aber erstmal mit dem Sport und fühlt sich wohl in seiner Rolle des Was-auch-immer-In wird es eher dabei bleiben. Also kurz und knackig: -) Manche wollen einfach nicht, kann man nix machen -) Teenager brauchen eigenes Training: Mischung Kinder-Erwachsene machts ![]() -) KS/KK ist cool/feminin/männlich, man muss es nur mit Selbstvertrauen machen (Lustigstes Kompliment das ich je bekam: "Also deine Formen (Katas ned die Rundungen) sind sexy" von einem 15jährigen) und das auch den Teenies vermitteln lg Chenjul |
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#5
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| Vielleicht neben dem Training, auch versuchen eine Gemeinschaft aus dem Trainingskurs zu machen? Eine Basis schaffe, zu der sie sich zugehörig fühlen. Die ihnen einen Anhaltspunkt gibt, einen Kern. Dadurch gewinnt man als Teenager durchaus auch an Stabilität in anderen Lebensbereichen, und verknüpft das auch mit dem Training. Soziale Strukturen sind immerhin das A und O der charakterlichen Entwicklung. Wenn auch sowas beim Sport gefördert wird, wir der Sport schnell "mehr", als "nur" ein Sport. Das gilt natürlich nicht nur für Teenager, aber die brauchen sowas ganz besonders. Sowas kann man beispielsweise dadurch erreichen, dass man ihnen bestimmte soziale Aufgaben und Verantwortungen gibt. An sowas wächst der Mensch, und wenn man mit sowas gefüttert wird, verwurzeln Sie sich meist von selbst, und bauen ihre eigene Motivation auch von selbst auf. Sowas, und vielleicht auch andere Mittel wären hilfreich, die ihnen ein Gefühl von Stolz geben, dazu zu gehören. Stolz an sich ist für mich eigentlich ein diskussionswürdiges Thema, aber wenn der Verein für mehr steht als nur für Fitness, sondern beispielsweise auch bestimmte Moralvorstellungen lehrt, die man selber gerne vertritt und unterstützt, dann fangen sie vielleicht an ihren Verein zu den Punkten dazuzuzählen, die ihren Charakter ausmachen. Den Verein auch in eine Art Vaterrolle bringen, vielleicht. Natürlich nicht so, dass es unter Zwang ist, nur eben, dass man die Möglichkeit dazu hätte. ![]()
__________________ Lang lebe König Simplicus! Mein Retter, General, und Licht in der Dunkelheit! |
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#6
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| Justin Bieber Werbung machen lassen? ![]() |
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#7
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| Wir versuchen die Teenager als Co-Trainer zu engagieren. Teilweise klappt es, teilweise halt nicht. Wie genau meinst du das mit der Gemeinschaft? Hast du da Erfahrungen? Wir haben die Trainingseinheiten teilweise schon nach Alter unterteilt. Geändert von The White Wolf (07-09-2011 um 23:48 Uhr). |
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#8
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__________________ September 11 Memorial: http://edition.cnn.com/SPECIALS/2001...lists/by-name/ |
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#9
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| Was heißt Erfahrung, ich weiss halt nur, was ich schon immer geschätzt habe an meiner Schule. Sifu war immer mit einem offenen Ohr da beispielsweise, auch für Sachen ausserhalb des Trainings. Wenn ihm aufgefallen ist, dass es jemandem nicht gut ging, hat er ihn oft nach dem Training zu sich genommen, und versucht ihm zu helfen. Oft waren Ratschläge auch mit Prinzipien des Kung Fu verknüpft. Zum Beispiel wenn man negative Gefühle hegt wie Trauer, dass man diesen nicht unterdrücken soll, sondern zu Tatendrang umformen soll, um den Überschuss dort loszuwerden. "Gib deiner Trauer doch Form in deinem Kung Fu!", oder sowas. Oft hilft einem sowas, es hilft eigentlich immer, alleine schon wenn jemand einem offenherzig Helfen wird. Die positiven Erfahrungen daraus verknüpft man dann mit seinem Training. Oder überträgt Prinzipien auch in sein reales Leben. So entwickelt man seine eigene Moral auch weiter, und gewinnt Prinzipien, die den Charakter formen. Wenn die Wurzel dieser Prinzipien bei der Kampfkunst liegen, fühlt man sich ihr doch gleich viel verbundener! Ich weiss nicht wie bei euch die Möglichkeiten so sind, aber bei uns gibt es auch zweimal die Woche nach dem Training eine Meditationsstunde, bei dem man neben dem meditieren auch über das redet, was man dabei empfunden hat, welche Fragen einen gekommen sind und alles. So haben wir uns immer näher kennen gelernt, und hatten irgendwann auch wirklich Bezug zu unseren Kung-Fu-Brüdern und Schwestern. Ich weiss das klingt alles blumig, aber es bewegt Menschen dennoch dazu, ihr Herz in ihre Kampfkunst zu legen. Ausserdem macht ein älterer Kung Fu-Bruder beinahe immer Tee im Empfangsraum des Dojos, und oft sitzt man dann da und trinkt, während man mit seinen Mittrainierenden philosophiert, und über das Training spricht. Mehrmals im Jahr gehts in unterschiedliche Orte, Trainingsreisen und sowas, die die Gemeinschaft auch stärken. Das soll jetzt nicht bedeutet, dass man am besten alles in diese Wohlfühlecke rücken sollte. Große Priorität einer Kampfkunstschule sollten meiner Meinung nach immer noch die Kampfkunst sein, die auch nicht Larifari betrieben werden sollte, sondern intensiv und effektiv. Es ist halt das Zusammenspiel, Ying und Yang. ![]()
__________________ Lang lebe König Simplicus! Mein Retter, General, und Licht in der Dunkelheit! |
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#10
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| Ich würde viel realistische SV reinpacken. Einfache, effektive Dinge, die den jungen Damen helfen können, wenn sie von irgendwelchen Blödmännern in der Schule angebaggert weren. Sie bei ihrem Selbstbewußtsein packen wie: "Du willst doch nicht immer mit Bodyguard rumlaufen?"
__________________ Gib jedem Tag die Chance, Dein Bester zu werden... |
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#11
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![]() Für älteres Klientel stände dann noch alternativ Florian Silbereisen zur auswahl ![]() |
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#12
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| Zitat:
Zu meiner Schulzeit hatten die Mädels keine Bodyguards, die sie vor so was beschützten. ![]()
__________________ "aus elben elfen machen heiſst unserer sprache gewalt thun;" Deutsche Mythologie, 1844, Jacob Grimm |
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#13
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| Also bei mir wars so, dass ich nach der Volksschule mit Judo aufgehört habe. Ganz logisch, neue Schule, neue Interessen, war eh nie sooo begabt (war klein, dünn und öfters krank). Außerdem wurde es in der Volksschule angeboten. Bei sowas hilft evtl. schon vorher etwas auslagern wo anders hin und bewusstes ansprechen und später auch noch fragen (Schulanfang). Zur SV hats mir auch nicht wirklich was gebracht. Und so eingeschweißt war die Gruppe dann auch nicht, dass ich da wegen jemandem hingegangen wär. Bin lieber mit Schulfreunden Fußballspielen gegangen. Dann, mit 13 ca. hat mich wieder was mit SV bezug interessiert, außerdem eben Sport, um Muskeln aufzubauen, männlicher auszusehn usw. Im endeffekt war das dann ab und zu Kicken im Park und BWEs/ Training mit leichten Hanteln beim Fernsehn. Weil überwinden, zu einem neuen Verein zu gehn konnt ich mich nicht wirklich, wusste ja auch nicht soo wohin. Ich glaub auch gerade bei Jungendlichen ist schon der Körperkontakt beim Grappling etwas, was mal thematisiert werden soll. Grad damit nicht Sachen wie "ähh, der stinkt" auftreten. Ich kann mich noch erinnern, wie sich alle beim Fußballspieln dran gewöhnen mussten, nach dem Training zusammen zu duschen. Das war für den Trainer garnicht so einfach, grad weil ers ja auch nicht richtig überprüfen konnte, weil sonst kriegt er noch Probleme. (Natürlich waren W/M Umkleiden getrennt. Oder eben der nahe Kontakt mit dem anderen Geschlecht beim Grappling bzw. der Konflikt "darf ich ein Mädchen schlagen", der aufkommt. Von manchen Freundinnen habe ich auch gehört, dass sie KK trainiert haben. Nur muss man KK eben auch mal mit der Weiblichkeit verbinden können, betonen was positive Auswirkungen das hat, und dass man nicht zum Mannweib wird/die Burschen Angst haben/.... Auch bei Burschen sollte man die positiven Effekte betonen. Und ganz wichtig noch zum Schluss: Es ist einfach vom Zeitmanagement schwerer. Ab dem Gymnasium wächst die zeitliche Belastung einfach enorm. Vielen würds sicher helfen, einfach ein paar Tipps im Zeitmanagement zu bekommen. Im Endeffekt bin ich erst wieder zur KK gekommen, als mich ein Freund mit 17 gefragt hat ob ich mit ihm mitkommen und das anschauen will. Viele verliert man einfach, weil sie mit dem alten Lebensabschnitt brechen müssen, um in den neuen zu kommen. Die einzige Chance ist wohl, wenn man diese Möglichkeit auch im Verein bietet (Gruppen für Jugendliche), oder den Verein als "Fels in der Brandung" wirken lässt.
__________________ "SV steht ja eigentlich für Einsetzbarkeit im Kampf und wird in der Einheit Penislängen gemessen."-Zitat DieKlette |
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#14
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+1Meine 9-jährige hat schon keine Lust auf Sport. Sie meint nur sie werde dabei immer so müde ![]() Ich hoffe das mein 8-jähriger auch als Teenager, weiterhin TKD macht. Hat sehr gute Trainer und der Verein hat ne große Jugendgruppe. Mal sehen. Ich denke das man als Eltern dann acuh mal ruhig mit dem Trainer reden sollte, wenn der Schützling keine große Lust mehr hat zu trainieren...
__________________ Go ahead and make my day... |
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#15
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| Zitat:
Man darf aber die körperliche Entwicklung gerade bei Mädchen ab ca. 12 Jahren nicht vergessen. Die Pubertät fängt an und dies schlägt körperlich bei Mädchen anders an als bei Jungs. Wo Jungs nach 1 Minute Ruhepause wieder Energie ohne Ende zu haben scheinen (kommt mir jedenfalls so vor), können sich die Mädchen nach kurzer Trinkpause kaum dazu motivieren sich nochmal zu bewegen. Die Interessensverschiebungen die schon aufgeführt wurden kommen noch dazu. Wie kann man sie halten? Ich habe leider keine Ahnung. Bei uns in der Ausbildung wurde gesagt, dass Kinder bis ca. 11 Jahre die treuesten Mitglieder sind. Wenn sie es dann durch den Anfang der Pubertät schaffen am Ball zu bleiben, dann sind sie ein Leben lang bei einem. Ein Rezept gegen die Abwanderung hatte aber leider niemand. Gruß John. |
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