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  #1  
Alt 25-06-2007, 17:20
Benutzerbild von Shining
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: MT
 
Registrierungsdatum: 31.05.2007
Ort: Rhein und Neckar
Alter: 37
Beiträge: 2.979
Standard Waffenlose Kampfkünste und SV vs. Schwertkampf

Wie jeder weiss, stammen alle asiatischen Kampfkünste aus der Zeit in der man die Kriege mit Schwert führte, genauer genommen vom Schwertkampf oder sie waren als SV gegen Schwert entwickelt.
Ich habe mal eine interessante These gehört, daß die Tatsache , daß die waffenlose Kampfkünste vom Schwertkampf stammen oder als Selbstverteidigung gegen einen bewaffneten Angreifer entwickelt wurden die Effektivität der Kampfkunst in heutigen Zeit, auf der besagten Strasse zweifelhaft macht.
ZB.
- der besagte gestreckte Arm, die gerade "statische" Fausstösse die man vom Karate oder TKD oder eben Wing Tsun (wie eben im anderen Thread erfahren) kennt stammen von der Schwertkampfkunst, da die Armbewegung eher zu einem Scherthieb passt und nichts mit realistischen SV heutzutage zu tun hat.
- die verschiedenartige aktive Blöcke sind Abwehr gegen einen Arm der einen Schwert hält. Als Abwehr gegen einen schwungvollen Schlag oder Fußtritt völlig unrealistisch.
- und letzendlich die Distanz , wenn ich mir so richtig überlege, was fällt mir spontan ein ein wenn ich meine Waffe verliere und mein Angreifer immer noch sein Schwert in der Hand hält?
Vielleicht von der Distanz aus ihn ganz schnell außer Gefecht zu setzen und die lägneren Beine einsetzen?
Was der Sinn der "Atemi" übersetzt - "bewusstlos mit einem Schlag" wäre
Das würde jedenfalls die Karate oder Kung Fu Tritte erklären, zb die Seittritte zum Kopf.


Da hier bestimmt viele viel mehr wissen wie ich, was meint Ihr?

Geändert von Shining (25-06-2007 um 17:24 Uhr).
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  #2  
Alt 26-06-2007, 22:35
Benutzerbild von zigarry
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Hybrid auf Basis WT
 
Registrierungsdatum: 27.10.2005
Alter: 26
Beiträge: 1.525
Standard

meine meinung:

wenn ich die wahl hab,zu nem kampf mit fäusten oder mit nem stock,messer,etc hinzugehen nehm ich ne waffe mit.

wenn ich von einer situation ausgehe,in der ich keine waffe hab,werd ich mich ähnlich verhalten(körpermechanik,schlagmechanik,bewegungsv erhalten,etc) als hätte ich ne waffe.is ja auch unkomplizierter.
somit stammen auch die waffenlosen sachen für mich von waffen ab und so versuche ich auch zu trainieren...

greetz
__________________
Jes. Sirach 8,4: Zanke nicht mit einem Schwätzer, dass du nicht Holz zutragest seinem Feuer.
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  #3  
Alt 26-06-2007, 23:38
Benutzerbild von noppel
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: kognitive Dissonanzen
 
Registrierungsdatum: 12.11.2006
Beiträge: 6.635
Standard

Zitat:
Zitat von Shining Beitrag anzeigen
- und letzendlich die Distanz , wenn ich mir so richtig überlege, was fällt mir spontan ein ein wenn ich meine Waffe verliere und mein Angreifer immer noch sein Schwert in der Hand hält?
Vielleicht von der Distanz aus ihn ganz schnell außer Gefecht zu setzen und die lägneren Beine einsetzen?
Was der Sinn der "Atemi" übersetzt - "bewusstlos mit einem Schlag" wäre
Das würde jedenfalls die Karate oder Kung Fu Tritte erklären, zb die Seittritte zum Kopf.


Da hier bestimmt viele viel mehr wissen wie ich, was meint Ihr?
wenn dein gegner noch sein schwert in der hand hat, wäre es ne gute idee, entweder wegzurennen oder den waffenarm im infight zu kontrollieren. abgesehn davon hat man als kämpfer besonders in japan immer nochn kurzes schwert oder kampfmesser dabei gehabt...

da muss schon ne menge passieren, bevor sich ein soldat entschließt, unbewaffnet gegen bewaffnete vorzugehen...

zumal soldaten meist nicht alleine unterwegs sind und oft irgendwo n toter mitm schwert in der nähe rumliegt... oder n kollege mal eben den gegner abstechen könnte

sollte dich heute jemand mit ner langdistanzwaffe angreifen (baseballschläger z.b.) wärst du gut beraten, die waffenreichweite im notfall zu unterlaufen... also rein in den mann, statt bei sidekickversuchen das ding zu kassieren

und ja, es gibt z.b. im aikido durchaus techniken gegen bewaffnete angreifer... ein bewaffneter angreifer ist ohnehin der einzige, der von oben mit der hand schlagen würde (weil er einen mit seinem schwert zerschlitzen will z.b.)
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-Ays- war HIER!!!
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  #4  
Alt 28-06-2007, 09:08
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
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Beiträge: 3.235
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Zitat:
Zitat von zigarry Beitrag anzeigen
meine meinung:

wenn ich die wahl hab,zu nem kampf mit fäusten oder mit nem stock,messer,etc hinzugehen nehm ich ne waffe mit.

wenn ich von einer situation ausgehe,in der ich keine waffe hab,werd ich mich ähnlich verhalten(körpermechanik,schlagmechanik,bewegungsv erhalten,etc) als hätte ich ne waffe.is ja auch unkomplizierter.
somit stammen auch die waffenlosen sachen für mich von waffen ab und so versuche ich auch zu trainieren...

greetz
Da hat einer was verstanden.
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Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
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  #5  
Alt 29-06-2007, 16:29
Benutzerbild von zigarry
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Hybrid auf Basis WT
 
Registrierungsdatum: 27.10.2005
Alter: 26
Beiträge: 1.525
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Zitat:
Zitat von Jörg B. Beitrag anzeigen
Da hat einer was verstanden.
danke.
das meiste lob gebührt meinem trainer,der hat mir sooooo viel erklärt,mich soviel gefragt und mich in 2 jahren so viel weiter gebracht.

greetz
__________________
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  #6  
Alt 14-07-2007, 17:45
Benutzerbild von Nikurasu
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Kampfkunst: okinawa-karate, jiu jitsu, aikijutsu, aikiken
 
Registrierungsdatum: 14.07.2007
Ort: hausach nahe offenburg nahe freiburg i.b.
Alter: 22
Beiträge: 12
Standard

Zitat:
Zitat von noppel Beitrag anzeigen
wenn dein gegner noch sein schwert in der hand hat, wäre es ne gute idee, entweder wegzurennen oder den waffenarm im infight zu kontrollieren. abgesehn davon hat man als kämpfer besonders in japan immer nochn kurzes schwert oder kampfmesser dabei gehabt...

da muss schon ne menge passieren, bevor sich ein soldat entschließt, unbewaffnet gegen bewaffnete vorzugehen...

zumal soldaten meist nicht alleine unterwegs sind und oft irgendwo n toter mitm schwert in der nähe rumliegt... oder n kollege mal eben den gegner abstechen könnte

sollte dich heute jemand mit ner langdistanzwaffe angreifen (baseballschläger z.b.) wärst du gut beraten, die waffenreichweite im notfall zu unterlaufen... also rein in den mann, statt bei sidekickversuchen das ding zu kassieren

und ja, es gibt z.b. im aikido durchaus techniken gegen bewaffnete angreifer... ein bewaffneter angreifer ist ohnehin der einzige, der von oben mit der hand schlagen würde (weil er einen mit seinem schwert zerschlitzen will z.b.)
viele der kk etwa okinawa karate waren als die unbewaffnete verteidigung von bauern gegenüber bewaffneten samurai gedacht also ist es durchaus realistisch keine waffen zu haben!

außerdem angenommen man ist bei einem fest oder sonstigem und jmd greift mit einem messer an, so ist es auf jeden fall sinnvoll sich ohne waffen verteidigen zu können
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  #7  
Alt 14-07-2007, 19:48
Benutzerbild von Lars´n Roll
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Zitat:
Zitat von Nikurasu Beitrag anzeigen
viele der kk etwa okinawa karate waren als die unbewaffnete verteidigung von bauern gegenüber bewaffneten samurai gedacht also ist es durchaus realistisch keine waffen zu haben!
Ist das wirklich so oder bloß einer von vielen Mythen in der Kampfkunstwelt?

Ich bin da skeptisch.
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  #8  
Alt 14-07-2007, 19:56
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Ich auch!!

Allein die Vorstellung, wie ein unbewaffneter Bauer einen schwerbewaffneten Samurai angreift, oder sich erfolgreich gegen ihn verteidigt, löst in mir Kopfschütteln aus..
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  #9  
Alt 14-07-2007, 23:10
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*sarkasmus an* "klar die können ja auch alle aikido " *sarkasmus aus*
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ahja und du hast hast Ahnung von Kampfkunst (:
Wir lieben die EWTO :D
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  #10  
Alt 17-07-2007, 13:28
Benutzerbild von Kat'
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Kampfkunst: Laber-jutsu
 
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Standard

Zitat:
Zitat von Shining Beitrag anzeigen
Wie jeder weiss, stammen alle asiatischen Kampfkünste aus der Zeit in der man die Kriege mit Schwert führte, genauer genommen vom Schwertkampf oder sie waren als SV gegen Schwert entwickelt.
Ist nur die halbe Wahrheit. Schwerter waren ausschließlich für reiche Leute. Das Gros der Truppen musste sich mit anderen Waffen durchschlagen, hauptsächlich Speer (wenn wir da über Fernost reden und Russland ausschließen).

Zitat:
Zitat von Shining Beitrag anzeigen
Ich habe mal eine interessante These gehört, daß die Tatsache , daß die waffenlose Kampfkünste vom Schwertkampf stammen oder als Selbstverteidigung gegen einen bewaffneten Angreifer entwickelt wurden die Effektivität der Kampfkunst in heutigen Zeit, auf der besagten Strasse zweifelhaft macht.
Geht es in Kampfkünsten denn nur um Technik? Sicher stammen einige Sachen aus bewaffneten Situation, in denen sich der heutige Normalo nicht unbedingt befinden würde. Die Prinzipien bleiben aber, und außerdem gab's in der Entwicklung der KK, auch in Asien, einen wichtigen Teil ausschließlich über unbewaffneter Nahkampf.

Zitat:
Zitat von Shining Beitrag anzeigen
ZB.
- der besagte gestreckte Arm, die gerade "statische" Fausstösse die man vom Karate oder TKD oder eben Wing Tsun (wie eben im anderen Thread erfahren) kennt stammen von der Schwertkampfkunst, da die Armbewegung eher zu einem Scherthieb passt und nichts mit realistischen SV heutzutage zu tun hat.
Karate und WT wurden auch nicht grundsätzlich für den Kampf gegen Schwerter entwickelt. TKD ist eine militärische Nahkampfmethode (gewesen...), also als Ergänzung zum bewaffneten Kampf zu sehen. Und noch einmal: Technik ist nur eine Sache. Prinzipien sind auch wichtig, und gerade die lernst du auch in einem guten, traditionnellen, "ineffektiven" KK-Training, vielleicht besser als in einem SV-Kurs wo es nur um schnelle Ergebnisse geht.

Zitat:
Zitat von Shining Beitrag anzeigen
- die verschiedenartige aktive Blöcke sind Abwehr gegen einen Arm der einen Schwert hält. Als Abwehr gegen einen schwungvollen Schlag oder Fußtritt völlig unrealistisch.
Ach so. Sag mal, schon mal was in der Richtung trainiert oder ist das nur so 'ne Vermutung von dir? Weil z.B. im Kung Fu wird gegen unbewaffnete Angreifer trainiert, und auch gegen Leute die mit Schwert, Messer, Stock, Ketten, Säbel, Speer, Hellebarde in allem möglichen Kombinationen kämpfen. Karate war ursprünglich unzertrennlich vom heutigen Kobudo. WT beinhaltet soweit ich weiss viel Messerkampf. Und so weiter und so fort...
Sich da auch "Waffenlos VS. Schwert" zu begrenzen und sagen, gegen einen heftigen Schlag hast Du keine Chancen erscheint mir, naja, begrenzt.

Zitat:
Zitat von Shining Beitrag anzeigen
- und letzendlich die Distanz , wenn ich mir so richtig überlege, was fällt mir spontan ein ein wenn ich meine Waffe verliere und mein Angreifer immer noch sein Schwert in der Hand hält?
"Sterben, mein Sohn, sterben."
Im Ernst: in allen traditionnellen KK die ich kenne wird auf verschiedenen Distanzen trainiert. Deckt nicht unbedingt alles ab, aber es ist nicht so, dass zwei Kasperlepuppen da starr auf festgelegtem Abstand herumhüpfen.

Zitat:
Zitat von Shining Beitrag anzeigen
Vielleicht von der Distanz aus ihn ganz schnell außer Gefecht zu setzen und die lägneren Beine einsetzen?
Was der Sinn der "Atemi" übersetzt - "bewusstlos mit einem Schlag" wäre
Das würde jedenfalls die Karate oder Kung Fu Tritte erklären, zb die Seittritte zum Kopf.
Man wehrt sich halt mit dem, was man hat. Seittritte sind eine Möglichkeit unter vielen (und außerdem eine verdammt kräftige). Übrigens findet man meines Wissens nach im Karate kein Seittritt zum Kopf in den Katas, aber vielleicht irre ich mich.

Alles in allem: alt bedeutet nicht unbedingt besser, aber wie meine Landsleute sagen, sollte man nicht das Baby mit dem Badewasser wegschütten. Dass einige Sachen in den traditionnellen Kampfkünsten nicht mehr zeitgemäß sind ist selbstverständlich. Andererseits, Sachen wie Reaktion, Distanz, Körpergefühl, Biomechanik, haben sich nicht verändert. Und gerade den Erkenntnissen, die auf diesen Bereichen gesammelt wurden, sollte man Respekt gebühren, denn die alten Typen hatten doch ganz schön was drauf.
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  #11  
Alt 17-07-2007, 13:53
Benutzerbild von FireFlea
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Kampfkunst: Seidō Karate, über den Tellerrand
 
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Zitat:
Zitat von Lars´n Roll Beitrag anzeigen

Ich bin da skeptisch.
Zu Recht.
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