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  #76  
Alt 10-06-2008, 12:48
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Zitat:
Zitat von aiki-no-michi Beitrag anzeigen
... sieht man sehr schön in diesem Video von Tamura Sensei:

YouTube - Tamura sensei Vs Tiki shewan : aikiken
...

Gefällt mir. Kurze Bewegungen, keine unnötigen Schnörkel (den kleinen Hebel ignoriere ich mal), sehr geradlinig und entschlossen.

Ich sehe es ähnlich, dass das Attribute sind, die für eine SV notwendig sind. Die Frage ist meiner Meinung nach nun nicht, ob diese Attribute (theoretisch) in einem Stil zu finden sind, sondern eher, ob die Trainingsmethoden des Stils diese Attribute beim Schüler fördern.

Gruß
Stoiker
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  #77  
Alt 10-06-2008, 18:29
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Erstmal sorry für das kurze "Abhandeln" des Videos gestern - ich hatte nicht allzuviel Zeit.


Zitat:
Zitat von carstenk
Diese Frage ist in ähnlicher Form von Pilgrim in diesem Thread bereits gestellt worden, leider bist Du nicht darauf eingegangen.
Selbstverständlich nicht...

Zitat:
Zitat von carstenK
Wenn Du Deine Wertung des Aikido nicht mit eigener Erfahrung mit einer brauchbaren Stichprobe untermauern kannst und mir sowas wie Sachargumente lieferst (die Du auch in Deinem letzten Post vergessen hast) muss ich davon ausgehen, dass Deine Analyse auf "Videogucken" und Hörensagen beruht.
... weil ich genau DAS tue - Sachargumente liefern. Und zwar nicht zu meinem Background, sondern inhaltliche. Ich könnte die Gegenfrage Stellen und dich auffordern Deinen Background zu realistischer SV aufzulisten. Resultat wäre eine Schlammschlacht um nicht annerkannte Qualifikationen, anstelle einer sachlichen Diskussion zum Thema.

Um Sachlich zu bleiben schlage ich Dir daher vor, davon auszugehen, dass ich nie einem Aikido Training beigewohnt habe (ist natürlich nicht wirklich so) und zu versuche, die Argumente anhand ihrer Plausibilität und Qualität zu bewerten.


Zitat:
Zitat von aiki-no-michi
leider muss ich zur Kenntnis nehmen, dass Du "es" nicht siehst, was möglicherweise Rückschlüsse auf Deine tatsächliche Erfahrung im Bezug auf Kampf zulässt.
Leider muss ich zur Kenntnis nehmen, dass Du womöglich zu vorschnellen Fehlschlüssen neigst. Andere würden jetzt womöglich mit einer vorschnellen und abwertenden Beurteilung der Geisteshaltung des Gegnübers antworten. Statt dessen frage ich Dich, ob Dein Vorstellungsvermögen ausreicht um zu akzeptieren, dass "es" eine notwendige, aber nunmal keine hinreichende Bedingung ist.
z.B.
Zitat:
Zitat von aiki-no-michi
- "Man darf sich nicht eine Trainingsmethode angewöhnen, bei der der eigene Geist von den Dingen beziehungsweise vom Partner „gestohlen“ wird." Den Unterschied zwischen den beiden Geisteshaltungen sieht man in dem Video sehr schön. Tamura Sensei "schafft" die Realität um sich herum, während Tiki Shewan, mittlerweile auch schon 6. Dan Aikido, nur re-agieren kann. Sowas ist für die sogenannte Selbstverteidigung ganz brauchbar und hat nichts mit "Tricks" zu tun, die man an einem Wochenende lernen kann.
= Agieren (statt reagieren) sowie Timing.
U.U. sind in dem Video auch Intercepting-Ansätze und (teilweise) Economy of Motion, sowie weiteres zu erkennen.
Das sind alles wichtige Attribute für die SV, absolut richtig.
ABER:
Zitat:
Zitat von aiki-no-michi
- "Um gute Techniken ausführen zu können, muss man zuerst einen Geist und Körper erarbeiten, der die Techniken gut ausführen kann." Die Ausbildung im Aikido beginnt also damit, Geist und Körper darauf VORZUBEREITEN, gute Techniken ausführen zu können, weshalb sie auch so lange dauert. Eine Technik ist wertlos, wenn sie ein bloßer Bewegungsablauf ist, der, übertrieben gesagt, von einem Buckligen im Halbschlaf ausgeführt wird.
Da springt mir gleich zweierlei entgegen.

1. Der Mensch (Körper UND Geist) lernt am effektivsten (und nachhaltigsten), wenn man möglichst genau das tut, was erlernt werden soll* und wenn der Lerninhalt möglichst unumständlich dagelegt bzw. so unumständlich wie möglich erfahrbar gemacht werden kann.

2. Genau diese Bewegungen sind die effizientesten, die auch von einem Buckligen im Halbschlaf ausgeführt werden können; nämlich möglichst instinktive Bewegungen.

* Unter Umständen ergibt es Sinn, Vorübungen zu machen, sofern diese physiologisch nicht ausgeführt werden können. So können z.B. nur die wenigsten auf Anhieb Radfahren. Sobald ich aber auch nur ansatzweise einmal radfahren kann, werde ich dadurch am schnellsten besser, dass ich Radfahre und nicht dadurch, dass ich "Trockenübungen" mache oder mit Stützrädern rumfahre.
BTW: Additionelle Übungen ergeben u.U zwar Sinn, können die eigentliche Übung aber ebenfalls nicht ersetzen.


Zitat:
Zitat von aiki-no-michi
Jedenfalls möchte ich Dich hiermit herzlich einladen, einmal zu einem Training ins Shumeikan Wien ( Shumeikan Wien Dojo ) zu kommen, wo ich unterrichte. Vielleicht wirst Du überrascht sein...
Vielen Dank für die Einladung!
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  #78  
Alt 10-06-2008, 21:49
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Hallo Blume,

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
Statt dessen frage ich Dich, ob Dein Vorstellungsvermögen ausreicht um zu akzeptieren, dass "es" eine notwendige, aber nunmal keine hinreichende Bedingung ist.
natürlich, da sind wir uns einig.

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
1. Der Mensch (Körper UND Geist) lernt am effektivsten (und nachhaltigsten), wenn man möglichst genau das tut, was erlernt werden soll* und wenn der Lerninhalt möglichst unumständlich dargelegt bzw. so unumständlich wie möglich erfahrbar gemacht werden kann.
Da sehe ich keinen Widerspruch zur Trainingsmethode im Aikido.

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
2. Genau diese Bewegungen sind die effizientesten, die auch von einem Buckligen im Halbschlaf ausgeführt werden können; nämlich möglichst instinktive Bewegungen.
Vielleicht kannst Du mir Beispiele für solche Bewegungen nennen, damit ich verstehe, was Du meinst?

Liebe Grüße

aiki-no-michi
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  #79  
Alt 10-06-2008, 23:14
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Hi Blume.

Das einzige, was ich sehe, ist eine Kritik daran wie lange alles dauert. Wie umständlich alles ist. Wie ineffizient. Dass man Übungen macht, die man in der SV selbst gar nicht braucht (obwohl Du zustimmst, dass additive Übungen auch mal ganz gut sein können).

Was ich bisher vermisse ist eine konkrete sachlicher Kritik der 'fertigen' Technik eines fortgeschrittenen Aikidoka. Was passt daran nicht? Wieso kann man sich damit nicht verteidigen?

Schön finde ich, dass Du im Video einige Dinge gefunden hast, die in Dein Vokabular passen und die Du selbst als wichtige Prinzipien der SV wertest.
Damit ist Deine Bewertung des Videos aber auch schon beendet und Du wendest Dich den Konzepten (nicht der Technik) in aiki-no-michi's Post zu. Was war denn technisch in dem Video eigentlich so falsch, dass das Gezeigte nicht zur SV taugt?

Für meinen Geschmack bewertest Du die Pädagogik auf Effizienz. Nicht die KK als technisches Konzept.

Nur zur Wiederholung: im Aikido hat man Zeit. Man geht die Sachen langsam an. Es ist nicht das Ziel, innerhalb weniger Wochen/Monate alle SV-relevanten Situationen in den Griff zu bekommen.

Ach ja, was meine persönliche Erfahrung mit SV-Situationen angeht: warum muss ich die haben, wenn ich jemanden mit Kompetenz auf diesem Gebiet frage, warum Aikido nicht zur SV taugt? Dein einziges bisher verwertbares Argument ist der Zeitfaktor. Mehr nicht.

Gruß,
Carsten
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  #80  
Alt 11-06-2008, 15:39
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Moin moin,
Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
1. Der Mensch (Körper UND Geist) lernt am effektivsten (und nachhaltigsten), wenn man möglichst genau das tut, was erlernt werden soll* und wenn der Lerninhalt möglichst unumständlich dagelegt bzw. so unumständlich wie möglich erfahrbar gemacht werden kann.
Das ist beim Aikido in der Tat der Fall. 1000 Wiederholungen. Keine "indirekten" Vor-Übungen. Üben in erster Linie der Techniken / Situationen als solcher. (Manchmal in bestimmte Elemente untergliedert.) Das ist wohl der Normalfall.

Der Vollständigkeit halber muß aber gesagt werden, daß es in mind. Stilrichtung Lehrer gibt, die Vor-Übungen verwenden ohne daß deren Bezug zu einert best. Technik oder Situation direkt zu erkennen wäre.

Zitat:
2. Genau diese Bewegungen sind die effizientesten, die auch von einem Buckligen im Halbschlaf ausgeführt werden können; nämlich möglichst instinktive Bewegungen.
Nein. Es sind nicht die Effektivsten, sondern nur die am schnellsten und unkompliziertesten erlernbaren. Womit wir wieder bei dem scheinbaren Grunddissens wären, der den Zeitaufwand betrifft.

Aikido strukturiert den Körper um und verändert im Laufe der Jahre eben gerade diese nur scheinbar instinktiven Bewegungen. (Es sind Bewegungsmuster, die in der Kindheit mühsam erlernt werden. [Wie z.B. den Körper mit den Händen abzustützen, wenn man nach vorne fällt. Das ist ein Verhalten, das Kinder mühsam lernen müssen, kein instinktives ....] Darum macht auch Aikido-Unterricht vor einem Alter keinen Sinn.)

Gerade das ist es, was Aikido so langwierig macht und bei manchen Menschen auch nicht funktioniert.
Aikido ist daher auf tägliches Training angelegt, um Körpergefühl, Muskeltonus, Körperschwerpunkt ... zu verändern. Weg von den bis dato gelernten und als instinktiv nur empfundenen Bewegungen und Reaktionen hin zu einem entspannten, "natürlichen" Verhalten.
Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Man fährt anders Rad, geht anders Treppen rauf, sitzt anders ...
Viele alltägliche Bewegungen lernt man noch einmal anders neu.
Die Effektivsten Techniken beruhen auf diesem veränderten Körpergefühl und lassen sich nach einigen Jahren spontan, ohne Umweg über das Denken abrufen. Sie werden zu natürlichen Bewegungen des Körpers

Daraus folgt:
Von dem Nutzen des Aikido für SV kann man erst mit Gewinn reden, bzw. den SV Aspekt des Aikido kann man erst ernsthaft zu üben beginnen, sobald sich das Körpergefühl so weit verändert hat, daß man damit arbeiten kann.
Ist dieses Stadium noch nicht erreicht wird einerseits die Technik schlicht nicht funktionieren und lassen sich andererseits keine vernünftigen Aussagen treffen.

Darum meine Nachfrage zu Aikidoerfahrungen. Es macht einfach keinen Sinn von jemand, der gerade mal ein paar Jahre übt, auf Aikido als solches zu schließen.

Zu bedenken ist weiterhin, daß es sehr unterschiedliche Aikido-Stile gibt. Darunter auch mind. einen Stil, dessen Effektivität auch ich in Frage stelle. (nich hauen)

Grüße,
Carsten
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  #81  
Alt 11-06-2008, 17:22
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Zitat:
Zitat von Blume
Der Mensch (Körper UND Geist) lernt am effektivsten (und nachhaltigsten), wenn man möglichst genau das tut, was erlernt werden soll
Zitat:
Zitat von aiki-no-michi
Da sehe ich keinen Widerspruch zur Trainingsmethode im Aikido.
Hm, seltsam, steht es doch diametral zu:
Zitat:
Zitat von aiki-no-michi
Die Ausbildung im Aikido beginnt also damit, Geist und Körper darauf VORZUBEREITEN, gute Techniken ausführen zu können, weshalb sie auch so lange dauert.
... was widerum dem widerspricht, was Pilgrim gerade gesagt hat.


Zitat:
Zitat von carstenk
Das einzige, was ich sehe, ist eine Kritik daran wie lange alles dauert. Wie umständlich alles ist. Wie ineffizient.
Das ist nicht ganz richtig, bzw. soweit vereinfacht ausgedrückt, dass es falsch ist. Ich kritisiere wenn es unnötig lange dauert, bei gleicher Nachhaltigkeit. Ich kritisiere umständliche Techniken, weil sie im Ernstfall nicht funktionieren. Ich kritisiere ineffiziente Techniken, weil ich genausogut effiziente Techniken trainieren kann.
Wenn Du genau hingesehen hättest, wäre Dir das aufgefallen. Ebenso wie z.B. meine Kritik an dem im Budo so häufig vorkommenden Überbewerten und "aus der Ferne" Glorifizieren spiritueller Aspekte östlicher Philosophie, oder der Kritik am Üben von Szenarien, die zu einem falschen Wirklichkeits-Gefühl (bezogen auf einen Kampf) führen (hierauf gehe ich weiter unten auch noch ausführlicher ein). Das ist im Übrigen auch die Antwort darauf:
[quite=carstenk]Dass man Übungen macht, die man in der SV selbst gar nicht braucht (obwohl Du zustimmst, dass additive Übungen auch mal ganz gut sein können).[/carstenk]
BTW: Hier gefällt mir besonders gut, wie mit "auch mal ganz gut" suggeriert wird, dass meistens ja Übungen mit SV relevantem Inhaltgemacht werden würden.


Zitat:
Zitat von carstenk
Was ich bisher vermisse ist eine konkrete sachlicher Kritik der 'fertigen' Technik eines fortgeschrittenen Aikidoka. Was passt daran nicht? Wieso kann man sich damit nicht verteidigen?
Zitat:
Zitat von carstenk
Damit ist Deine Bewertung des Videos aber auch schon beendet und Du wendest Dich den Konzepten (nicht der Technik) in aiki-no-michi's Post zu. Was war denn technisch in dem Video eigentlich so falsch, dass das Gezeigte nicht zur SV taugt?
Wie bereits oben beschrieben, kritisiere ich beim Aikido (und den meisten anderen Budo-KK), die Selbsttäuschung welche entsteht, wenn Übungen hauptsächlich so aussehen:
* der Angriff ist statisch
* eine Aktion vs. eine Aktion
Und das Video zeigt das mal wieder besonders schön.
Ok, man könnte jetzt einwenden, es ist ja nur eine Demo um ein Prinzip deutlich zu machen... Leider ist mir der Gegenbeweis, dass Aikido (auch) anders ist, bisher schuldig geblieben.
Der Angreiffer ist eine Puppe, ohne Gegenwehr, der zuvor mit einer statischen Bewegung angegriffen hat.
z.B. YouTube - Aikido knife defense - shihonage
Ich bin allerdings sehr an Gegenbeispielen interessiert. Aber bitte nicht sowas, wo der Angreiffer dadurch angreift, dass er immer wieder stur auf den Verteidiger "zurennt".

Zitat:
Zitat von carstenk
Schön finde ich, dass Du im Video einige Dinge gefunden hast, die in Dein Vokabular passen und die Du selbst als wichtige Prinzipien der SV wertest.
Was sind denn Deines Erachtens wichtige Prinzipien der SV?
Eigentlich sind die verwendeten Begriffe selbsterklärende. Falls nicht, bzw. Du kein Englisch sprichst, können wir gerne nochmal darauf zurückkommen. Aber drehen wir das ganze mal um: beschreibe doch Du, mit Deinem deutschen Vokabular, was in dem Video zu sehen ist, dann können wir uns weiter arüber unterhalten.


Zitat:
Zitat von aiki-no-michi
Vielleicht kannst Du mir Beispiele für solche Bewegungen nennen, damit ich verstehe, was Du meinst?
Einen reflexartig hochgerissenen Ellbogen um sich gegen einen Suckerpunch zu decken. Weiteres Beispiel: Anschließend ein übergangsloses Follow up.
Das wohl einfachste Beispiel: Einen Jab.


Zitat:
Zitat von pilgrim
Aikido strukturiert den Körper um und verändert im Laufe der Jahre eben gerade diese nur scheinbar instinktiven Bewegungen. (Es sind Bewegungsmuster, die in der Kindheit mühsam erlernt werden. [Wie z.B. den Körper mit den Händen abzustützen, wenn man nach vorne fällt. Das ist ein Verhalten, das Kinder mühsam lernen müssen, kein instinktives ....] Darum macht auch Aikido-Unterricht vor einem Alter keinen Sinn.)

Gerade das ist es, was Aikido so langwierig macht und bei manchen Menschen auch nicht funktioniert.
Aikido ist daher auf tägliches Training angelegt, um Körpergefühl, Muskeltonus, Körperschwerpunkt ... zu verändern. Weg von den bis dato gelernten und als instinktiv nur empfundenen Bewegungen und Reaktionen hin zu einem entspannten, "natürlichen" Verhalten.
Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Man fährt anders Rad, geht anders Treppen rauf, sitzt anders ...
Viele alltägliche Bewegungen lernt man noch einmal anders neu.
Die Effektivsten Techniken beruhen auf diesem veränderten Körpergefühl und lassen sich nach einigen Jahren spontan, ohne Umweg über das Denken abrufen. Sie werden zu natürlichen Bewegungen des Körpers
Das nennt sich wahre Meisterschaft und ist mit sehr vielen Dingen zu erreichen, z.B. anderen Kampfkünsten ;-)
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  #82  
Alt 11-06-2008, 21:35
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Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
...Ich kritisiere wenn es unnötig lange dauert, bei gleicher Nachhaltigkeit..
Unnötig lange kann es nur dauern, wenn ich schnell fertig werden will.

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
. Ich kritisiere umständliche Techniken, weil sie im Ernstfall nicht funktionieren. Ich kritisiere ineffiziente Techniken, weil ich genausogut effiziente Techniken trainieren kann.
Hm. Wenn ich innerhalb kurzer Zeit SV-fähig sein will kann ich das mit den grossen Bewegungen des Aikido nicht. Da stimme ich Dir jederzeit zu. Sie sind zu langsam, zu umständlich und leben zu viel von viel Kooperation.

Wenn ich mich sehr lange Zeit mit Aikido beschäftige verlieren die grossen Bewegungen an Bedeutung. Positionierung, Eintreten, Atemi werden wichtiger.
Eintreten und Atemi im Augenblick des gegnerischen Angriffes mit abschliessender Gleichgewichtsbrechung (falls nach dem Atemi noch nötig). Sowas wirst Du in Demos leider nicht sehen. Ich zumindest habe es noch nicht erlebt. Im Dojo, beim harten regelmässigen Training allerdings schon.


Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
... Ebenso wie z.B. meine Kritik an dem im Budo so häufig vorkommenden Überbewerten und "aus der Ferne" Glorifizieren spiritueller Aspekte östlicher Philosophie, oder der Kritik am Üben von Szenarien, die zu einem falschen Wirklichkeits-Gefühl ...
Wirst Du von mir nicht hören.

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
...Wie bereits oben beschrieben, kritisiere ich beim Aikido (und den meisten anderen Budo-KK), die Selbsttäuschung welche entsteht, wenn Übungen hauptsächlich so aussehen:
* der Angriff ist statisch
* eine Aktion vs. eine Aktion..
Dem stimme ich zu. Beim Sparring mit Leuten aus anderen KK habe ich erlebt, dass ich ziemlich gut im Reagieren auf den ersten Schlag war. Gegen Kombinationen konnte ich nichts oder nicht viel ausrichten. Aber das lag an mir und meiner fehlenden Erfahrung.

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
Und das Video zeigt das mal wieder besonders schön.[...]Der Angreiffer ist eine Puppe, ohne Gegenwehr, der zuvor mit einer statischen Bewegung angegriffen hat.
Was hätte er tun sollen? Die Spitze des Bokken von seinem Kehlkopf abprallen lassen? Tamura hat den Stich im richtigen Augenblick in der richtigen Distanz gestoppt. Es war ausreichend, um die Angriffsbewegung unter Kontrolle zu bekommen.

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
... Leider ist mir der Gegenbeweis, dass Aikido (auch) anders ist, bisher schuldig geblieben.
Hier möchte ich die Frage nach Deiner Stichprobe wiederholen. Wieviele Dojos hast Du gesehen? Wie viele Stile hast Du Dir angesehen?
Bei breitensport-orientieren Gruppen wirst Du in dieser Richtung nicht viel finden.
Aber nur weil Du da nichts gesehen hast heisst es nicht das es da nichts gibt.

Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
Was sind denn Deines Erachtens wichtige Prinzipien der SV?
Distanz. Timing. Bewegungsökonomie. Bewegungen mit Nachdruck und ohne Zögern ausführen.

Wir sind, was die Prinzipien angeht, glaube ich, gar nicht so weit auseinander. Wir verfolgen nur völlig unterschiedliche Wege um unserer Ziele zu erreichen.

Gruß,
Carsten
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  #83  
Alt 11-06-2008, 23:42
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Hallo Blume,

Dir geht es offenbar gerade wie dem Angreifer in dem Video: Du bist in der Defensive und weißt nicht warum. Jetzt verstehe ich auch, weshalb Dir "Selbst-verteidigung" so ein Anliegen ist. Vielleicht wäre "Selbst-erfahrung" der sinnvollere Weg für Dich? Eine zwischenmenschliche Begegnung in einem Rahmen, wo es keinen "Kampf" gibt.

Liebe Grüße

aiki-no-michi
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  #84  
Alt 12-06-2008, 10:10
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Zitat:
Zitat von Blume Beitrag anzeigen
Wie bereits oben beschrieben, kritisiere ich beim Aikido (und den meisten anderen Budo-KK), die Selbsttäuschung welche entsteht, wenn Übungen hauptsächlich so aussehen:
* der Angriff ist statisch
* eine Aktion vs. eine Aktion
*Was verstehst du unter "statisch"?
* Funktioniert die Technik, hat der Angreifer aufgrund der Gleichgewichtsbrechung keine Möglichkeit für eine zweite Aktion.
Funktioniert die Technik nicht, kann es Folgeangriffe geben oder den Konter der Technik des Aikidoka. Beides wird geübt.
Daß der Angreifer kooperiert und willenlos alles mit sich machen läßt ist lediglich ein Voruteil.

Zitat:
Das nennt sich wahre Meisterschaft
Grins, interessant:
Jetzt wo ich es noch einmal lese, könnte man das tatsächlich so verstehen.
Aber als ich den Text geschrieben habe, habe ich gar nicht daran gedacht, sondern ich habe versucht, eine/n Aikidoka zu beschreiben, so nach ca. 15-20 Jahren / 2. oder 3. Dan, der/die jetzt endlich anfangen kann, Aikido zu lernen.
Tamura Sensei, der mit dem Schwert, spricht in seinem Kommentar der Dan-Prüfungsordnung davon, daß mit dem 3. Dan langsam eine Ahnung von den SV-Möglichkeiten / Fähigkeiten des Aikido beginnen kann zu entstehen.

Will sagen: Das veränderte Körpergefühl + einigermaßen Spontaneität der Bewegungen ist nicht das Ende, sondern lediglich die Voraussetzung des Übens. Erst dann geht es wirklich los.

Zitat:
und ist mit sehr vielen Dingen zu erreichen, z.B. anderen Kampfkünsten ;-)
Selbstverständlich

Grüße,
Carsten

Geändert von pilgrim (12-06-2008 um 10:26 Uhr).
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  #85  
Alt 12-06-2008, 13:32
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Zitat:
Zitat von pilgrim Beitrag anzeigen
*Was verstehst du unter "statisch"?
* Funktioniert die Technik, hat der Angreifer aufgrund der Gleichgewichtsbrechung keine Möglichkeit für eine zweite Aktion.
Funktioniert die Technik nicht, kann es Folgeangriffe geben oder den Konter der Technik des Aikidoka. Beides wird geübt.
Daß der Angreifer kooperiert und willenlos alles mit sich machen läßt ist lediglich ein Voruteil.

Grins, interessant:
Jetzt wo ich es noch einmal lese, könnte man das tatsächlich so verstehen.
Aber als ich den Text geschrieben habe, habe ich gar nicht daran gedacht, sondern ich habe versucht, eine/n Aikidoka zu beschreiben, so nach ca. 15-20 Jahren / 2. oder 3. Dan, der/die jetzt endlich anfangen kann, Aikido zu lernen.
Tamura Sensei, der mit dem Schwert, spricht in seinem Kommentar der Dan-Prüfungsordnung davon, daß mit dem 3. Dan langsam eine Ahnung von den SV-Möglichkeiten / Fähigkeiten des Aikido beginnen kann zu entstehen.

Will sagen: Das veränderte Körpergefühl + einigermaßen Spontaneität der Bewegungen ist nicht das Ende, sondern lediglich die Voraussetzung des Übens. Erst dann geht es wirklich los.

Selbstverständlich

Grüße,
Carsten
Hi, ich denke Blume bezieht sich auf das Schema: ich mache Schlag A und du Konterst mit Technik B. So verstehe ich seine Interpretation von statisch und dies ist es ja auch, was er auf die anderen Budo KKs bezieht.

Einerseits muss ich ihm recht geben andererseits auch wieder nicht.

Ich denke, dass gerade dieses ,,einfache" Üben hilft eine Technik stark zu verinnerlichen, sodass man die Bewegung einfach inne hat und sich darüber keine Gedanken mehr machen muss, sobald der Eingang in die jeweilige Technik stattgefunden hat.

Aber gerade um den Eingang zu solchen Techniken zu finden, denke ich auch, dass anderes Training ( freies mit nicht vorhergesagten Angriffen) stattfinden muss, da es einerseits die Reaktion und Wahrnehmung schult und andererseits einem hilft diese Eingangsformen zu verinnerlichen.

Das ist sonst irgendwie, wie wenn man die Schwimmtechnik an Land übt, aber nie ins Wasser springt.

Eine andere Frage hätte ich jetzt aber nochmal an dich gerichtet. Du sprichst von dem Anfang einer SV-Fähigkeit nach 20 Jahren Aikido bzw zitierst einen Sensei, der sagt, dass man nach dem 2-3 Dan ansatzweise SV-Fähigkeiten bzw Abläufe im Aikido zu verstehen lernt. Bitte korregiere mich, wenn ich das falsch verstanden bzw interpretiert habe.

Aber wo ist dann der Sinn Aikido zu lernen? Wenn ich geistige Ausgeglichenheit und Körperliche Fitness haben will, kann ich Yoga machen und ins Fitnesstudio gehen.

Soweit ich weiß bezeichnet sich Aikido ja als Kampfkunst? Und ich denke trotz all dem ,,Körper und Geist bilden eine Einheit", Weg zur Erkenntnis bzw Selbstfindungszeug, sollte doch gerade das Wort Kampf nicht vernachlässigt werden.

Ich behaupte, wie man trainiert ist viel auschlaggebender, als wie lange man etwas macht und vorallem ist es wichtig, mit welcher Intention. Meines Erachtens kann sich auch ein Aikidoka nach 1-2 Jahren entsprechendem Training vielleicht schon nach 6 Monaten, mit der Hilfe von Aikido Techniken bzw Konzepten verteidigen.

Er muss ja nicht nur werfen bzw defensiv agieren wie ich es in meinem anderen Post im Thread schon erwähnt hatte. Also wie gesagt Aikido ist in meinen Augen wie jede andere KK auch, es kommt vorallem aufs Training an und mit welcher Intention man übt.

Geändert von Heros (12-06-2008 um 13:34 Uhr).
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  #86  
Alt 12-06-2008, 13:49
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derjenige wo aikido zur sv betreibt, der trinkt auch drei kannen kaffee um besser einschlafen zu können ! damit ist alles gesagt !
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  #87  
Alt 12-06-2008, 14:15
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Zitat:
Zitat von KaempferMarkus Beitrag anzeigen
derjenige wo aikido zur sv betreibt, der trinkt auch drei kannen kaffee um besser einschlafen zu können ! damit ist alles gesagt !
Ich kann nach Kaffee hervorragend schlafen, warum auch nicht, ist es doch, so weit ich weiß, längst ins Land der Märchen verfrachtet worden, dass Koffein wach machen soll. Das funktioniert wohl nur in Verbindung mit Zucker

Ansonsten habe ich hier dank meines Urlaubs lange nicht reingeschaut.

Pilgrim: Was ich damit meinte, dass Aikido Prinzipien lehrt, die anhand von Techniken veranschaulicht und, vielleicht auch unbewusst, geübt werden, hat aiki-no-michi sehr gut ausgeführt.
Natürlich ist das bei anderen KK auch so - warum auch nicht?
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  #88  
Alt 12-06-2008, 14:37
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Zitat:
Zitat von KaempferMarkus Beitrag anzeigen
derjenige wo aikido zur sv betreibt, der trinkt auch drei kannen kaffee um besser einschlafen zu können ! damit ist alles gesagt !
Brillant argumentiert!


Kopfschüttell ...

Zitat:
Zitat von netwolff
Ich kann nach Kaffee hervorragend schlafen, warum auch nicht, ist es doch, so weit ich weiß, längst ins Land der Märchen verfrachtet worden, dass Koffein wach machen soll. Das funktioniert wohl nur in Verbindung mit Zucker
Kaffe wirkt nur in Verbindung mit Bewegung stimulierend. Ohne das ist Koffein eigentlich ein recht gutes Schlafmittel.

Von daher ist das Argument von KaempferMarkus besser, als ihm bewußt ist.

Immer noch Kopfschüttel

Geändert von pilgrim (12-06-2008 um 14:52 Uhr).
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  #89  
Alt 12-06-2008, 14:41
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Zitat von pilgrim Beitrag anzeigen
Kaffe wirkt nur in Verbindung mit Bewegung stimulierend. Ohne das ist Koffein eigentlich ein recht gutes Schlafmittel.

Von daher ist das Argument von KaempferMarkus besser, als ihm bewußt ist.

Immer noch Kopfschüttel
Du meinst Aikidoka können nur kämpfen, wenn sich keiner bewegt? Jaja, ich weiß schon...
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  #90  
Alt 12-06-2008, 14:52
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