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  #1  
Alt 02-10-2002, 09:12
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Avci Wíng Tsun / Escrima
 
Registrierungsdatum: 10.04.2002
Ort: Hoch im Norden!
Beiträge: 93
Standard Deeskalation

Hallo,

eine Frage mal an alle Lehrer, die SV ausbilden. Wie unterrichtet Ihr eigentlich Deeskalation? Unterrichtet Ihr dieses überhaupt oder geht Ihr direkt zum „Hauen“ über?

Ich selber bringe den Leuten erst mal das Vorkampfverhalten bei. Wo sind die Hände und Füße, wenn mir ein Angreifer näher kommt? Danach gehe ich auf den eigentlichen Teil ein: Nicht gegen anschreien, nicht beleidigen, ruhig bleiben, ....

Viele Grüsse!
:-)
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  #2  
Alt 02-10-2002, 12:16
Benutzerbild von error404
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: thug jitsu; ghetto-do; gun fu
 
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Ort: da hood
Beiträge: 1.098
Standard

Finde ich ziemlich anständig von dir. Durch solches Training ist es oftmals möglich einen Kampf schon viel früher für sich zu gewinnen bzw. erst garnicht entstehen zu lassen!

ciao Alex
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  #3  
Alt 02-10-2002, 13:14
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Mikado
 
Registrierungsdatum: 20.03.2002
Beiträge: 61
Standard Re: Deeskalation

Zitat:
Original geschrieben von Mr. Smile
Hallo,

eine Frage mal an alle Lehrer, die SV ausbilden. Wie unterrichtet Ihr eigentlich Deeskalation? Unterrichtet Ihr dieses überhaupt oder geht Ihr direkt zum „Hauen“ über?

Ich selber bringe den Leuten erst mal das Vorkampfverhalten bei. Wo sind die Hände und Füße, wenn mir ein Angreifer näher kommt? Danach gehe ich auf den eigentlichen Teil ein: Nicht gegen anschreien, nicht beleidigen, ruhig bleiben, ....

Viele Grüsse!
:-)
Ich sage, ohne das darf man es auch gar nicht SV nennen, zumindest nicht konform mit unserem Rechtssystem
Wär ja auch scheiße, wenn alle statt zu reden, nur noch prügeln würden

SV-fähig zu sein, bedeutet nicht nur gerüstet und kampfbereit zu sein, dazu gehört nicht viel (bissel überspitzt ausgedrückt )
Das oberste Gebot, da wird mir eh jeder zustimmen, muss sein, den offenen Kampf zu vermeiden, das bringt in den seltensten Fällen was außer Schmerz, sowohl psychischem als auch physischem (blablabla *g*)
Der bessere Weg ist immer der der Worte, dafür braucht man Selbstbewusstsein / Ausstrahlung, Charisma eben

Außerdem natürlich für den Notfall gerüstet sein,
diese Dinge zu erreichen, muss das Ziel von SV-Training sein, zumindest in gewissen Maße es erreichbar ist

Wird wohl nicht jeder gleich n großer Redner werden, das kann man auch nicht verlangen, aber halt so, dass es in den meisten Fällen ausreichen sollte und man damit vor Gericht durchkommt, alles versucht zu haben
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  #4  
Alt 02-10-2002, 13:18
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Avci Wíng Tsun / Escrima
 
Registrierungsdatum: 10.04.2002
Ort: Hoch im Norden!
Beiträge: 93
Standard

Hallo,

bitte lasst uns nicht darüber diskutieren, ob wir sowas brauchen... Das sollte eigentlich klar sein?

Meine Frage war: Wie macht Ihr es?

Viele Grüsse!
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  #5  
Alt 02-10-2002, 15:37
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Mikado
 
Registrierungsdatum: 20.03.2002
Beiträge: 61
Standard

Zitat:
Original geschrieben von Mr. Smile
Hallo,

bitte lasst uns nicht darüber diskutieren, ob wir sowas brauchen... Das sollte eigentlich klar sein?

Meine Frage war: Wie macht Ihr es?

Viele Grüsse!
unser Trainer macht das so, zB mit CornerTraining (ich glaub, er nennt es so) und halt nachgespielten Situationen, wie etwa Anzocken auf der Straße oder halt, dass gerade jemand verprügelt wird, Beschützen einer Person und anderes mehr

Darauf soll man dann angemessen reagieren, Tips gibt's dann hinterher, Verbesserungsvorschläge oder ob das ok so war
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  #6  
Alt 08-11-2002, 14:49
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: Karate/Shotokan
 
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Ort: Bodenseeregion
Beiträge: 727
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Ich gebe selber kein Training, aber bei uns läufts wie folgt:

Das Auftretten wird in Rollenspielen geübt, d.h. (hauptsächlich Frauen) der Angegriffene, Belästigte, muß klar und deutlich "Nein" "laß mich in Ruhe" oder je nach Situation etwas ähnliches sagen/schreien.

Findet aber nur in reinen SV-Kursen statt.

Gruß

Karlo
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  #7  
Alt 08-11-2002, 15:26
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Kampfkunst:
 
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Ort: Hamburg
Beiträge: 12
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In wie weit funktioniert sowas im Training? Ich meine die 'bösen' sind dann ja die netten Trainingspartner von nebenan?

Hat mal jemand diesen Spiegel TV Bericht über die Vorbereitung der Kosovo-Soldaten gesehen? Das war nett, alle Reporter in nem Zimmer, Köpfe auf die Tische, die 'Bösen' rumgegangen und beschimpft .. usw. Hatte auf die Reporter auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck

Also wie versucht ihr die Situation möglichst realitätsnah zu gestalten?
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  #8  
Alt 09-11-2002, 14:44
Benutzerbild von Hausmeister
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Kampfkunst: - retired -
 
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Ort: Unter weiß-blauem Himmel, wo die Welt noch in Ordnung ist und ich mich noch sicher auf der Straße bewegen kann.
Beiträge: 530
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Wird bei uns leider garnicht gemacht.
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  #9  
Alt 09-11-2002, 14:52
Benutzerbild von Luggage
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Kampfkunst: [beliebiges Klischee hier einsetzen]
 
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Bei uns auch nicht. Ich bin auch nicht der große Deeskalierer, Missverständnisse-Aufklärer - ja, Ärger-aus-dem-Weg-Geher - ja, aber groß auf den anderen Einreden, am besten noch unterwürfig - NEIN! Wer unbedingt auf die Nase will, kann das gerne haben; wenn er zu groß ist, oder zu viele Kumpels hat, kann ich immer noch wegrennen. Problematisch wird's wenn meine Freundin o.ä. dabei und mitbetroffen ist, dann scheue ich eher die Auseinandersetzung, da ich nicht sicher sein kann, dass ich sie zu beschützen vermag, ich dagegen kann es schon ab, mal eine abgeräumt zu bekommen...

mfg,
Luggage
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  #10  
Alt 09-11-2002, 22:14
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Kampfkunst: Kung Fu
 
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Bei mir wird ständig darüber Diskutiert! Ich lege sehr viel Wert darauf Situationen richtig einzuschätzen und nach Möglichkeit zu kontrollieren. Das kann man nur mit der richtigen Wortwahl.

Man sollte also nicht nur am Anfang darauf Wert legen, sonder es ständig bei den Übungen mit einbeziehen!

Gruß Lars
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  #11  
Alt 10-11-2002, 13:12
Benutzerbild von Dao
Dao Dao ist offline
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Kampfkunst: Taijiquan, Baguazhang, Xingyiquan, Waffen, Neigong
 
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Beiträge: 4.065
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Hi,

in seiner Körperhaltung, Sprache, Mimik, ... klar und aussdrucksstark zu wirken, ist schon ein erster Schritt auf dem Weg der Deeskalation.
Die Fragen sind eher
-gibt es Verbalattacken?
-gibt es bereits Körperkontakt?
-Einzelner oder Gruppe?
-Umfeld (U-Bahn, Leute, ...)
-aus welchem Grund wird, der oder die angegangen (anmache, Agression, ...)

Kleine Grundregeln sind,
nie hektisch reagieren,
klar und bestimmt reden,
Blickkontakt,
wenig Ausdruck im Gesicht (emotional), ...
und diese Situationen vorher üben.
__________________
Liebe Grüße Dao
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  #12  
Alt 25-11-2002, 15:25
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Ich kann leider nur widersprechen was Vorkampfgebaren angeht, da mich die Erfahrung lehrt, sooo nicht. Die Körpersprache ja....

Ich stand zehn Jahre an der Tür und hatte drei Schlägereien, die fast aus dem Nichts heraus entstanden sind ohne grosse Vorkampfzeit. Wenn geredet wurde und ich die Deeskalation machte, funktionierte es, leider, nur wie im Kalten Krieg:
Als netter Kerl fragte ich zu Beginn, "warum Schlägerei, versteh doch, Du kommst nicht rein, weil Du nicht unserem Klientel ....usw." über die ersten zwei Jahre hinweg ging die Kamillenteemethode noch, weil die Leute keinen mehr Bock hatten irgendwann und gingen, aber die Zeiten und die Leute änderten sich und schliesslich war keine Zeit mehr zum Aufbrühen von den Kräutern. Was geschah, die Leute verstanden mein nettes Abweisen nicht und wurden verbalaggressiv und traten mir auf die Füsse, mental. Meine Antwort viel umso drastischer und direkter aus und ich stand praktisch sogar zweimal physisch auf den Zehenspitzen der anderen mit der Aufforderung jetzt oder nie, Schlägerei direkt! Auf ein Bellen hab ich direkt geknurrt und die anderen zogen sich zurück, immer! Das finde ich bis heute erstaunlich, da da auch gruppen dabei waren, denen ich auf jedenfall unterlegen war, und sicher auch einzelne Leute.
Meiner Erfahrung dürfen Aggressoren keine Zeit bekommen, sich in die Attacke hineinzusteigern, sondern sie müssen sofort wissen, ups, der wird beissen. Dann wollen die es nicht ausprobieren. O.K. Steht da IronMike, dann tut man besser so, als habe man nix gehört, aber der Standarddepp zieht den ******* ein. Ich bin selber nur 176cm hoch und nur ein bisschen wie Gimli, also an meinem Äusseren kann es nicht liegen, zudem sagte mir mal ein Türchef, ich sähe zu lieb aus , viel mehr an der Unverschämtheit meines Auftretens, wenn man mir dumm kommt.

Die gesamten Gesten und Vorkampfmethoden wecken bei dem anderen meiner Meinung nach eher einen direkten Angriff, als eine Habacht und VielleichtdochnichtEinstellung, denn dann fängt der an: "Oh, der Kleine macht KK und hält sich für doll!" und Schon geht ds Reinsteigern wieder los. Sieht er sich aber einer direkten Bereitschaft zum Kampf ggenüber, das ist was komplett anderes. Ich erklär das gerne mit dem "Funkeln in den Augen" und bezieh es auf meine Erfahrungen, die mich den seltsamsten und schrägsten Leuten haben begegnen lassen.

gruss

domme
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  #13  
Alt 25-11-2002, 17:27
Benutzerbild von kleiner Drachen
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Kampfkunst: Kung Fu
 
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Das ist dann aber keine SV mehr!
Du hast einen Weg gefunden, mit dem Du klar kommst, finde ich gut!
Alles ist aber nicht so ganz richtig (meiner Meinung nach). Dieses Auftreten passt zu Tür z.B. einer Disco, aber nicht im Alltag. Du bist warscheinlich dementsprechen gebaut (nehme ich mal an), aber was macht ein schmächtiges Kerlchen oder eine Frau!

In einem muss ich Dir recht geben, ein sicheres und starkes Auftreten ist immer besser als wie ein Schwächling dazustehen, die bekommen es immer, früher oder später!

Gruß Lars
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  #14  
Alt 26-11-2002, 11:24
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: LYWC
 
Registrierungsdatum: 28.08.2001
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Beiträge: 1.423
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"Ich bin 22 Jahre alt. Es liegt wohl an der Umgebung! In Gelsenkirchen wäre das schlimm!
Ich habe schon Situationen erlebt, in denen man der "Feigling" war und trotzdem eine reinbekommen hat, bzw. dann erst recht!"

Natürlich ist es SV, denn ich benutze mal ein paar Zeilen von Dir aus einem anderen thread. Du verteidigst Dein Ehrgefühl oder Deine Situation. Genau das "dann erst recht" habe ich auch beschrieben um es zu vermeiden. Ich provoziere inzwischen lieber bis der andere den Rückzieher macht, und das geschah immer, als wochenlang mit dem schlechten Bauchgefühl des Kleinbeigegenzuhaben rumzulaufen. Bei uns ist in SB war das nicht viel anders als in Gelsenkirchen, in Deinem Alter hab ich mit der Tür angefangen. Hier noch ein link, der nicht uninteressant sein könnte:

http://www.wt4um.de/phpbb/viewtopic....864&forum=3&14

liess mal mein post da.

gruss

domme
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  #15  
Alt 26-11-2002, 13:52
Benutzerbild von Eskrima-Düsseldorf
Moderator
Kampfkunst: Eskrima Individual Combat System
 
Registrierungsdatum: 27.05.2002
Ort: Mönchengladbach
Beiträge: 4.020
Standard

Zitat:
Original geschrieben von Basti
In wie weit funktioniert sowas im Training? Ich meine die 'bösen' sind dann ja die netten Trainingspartner von nebenan?

...

Also wie versucht ihr die Situation möglichst realitätsnah zu gestalten?
Wenn beide Seiten (Gut/Böse) das Rollenspiel ernst nehmen, kann man sehr schnell vergessen, daß das Gegenüber nicht der "Böse Mann" ist sondern ein Freund/Trainingspartner.

Meiner Erfahrung nach besteht das Problem eher darin, daß bei dem Rollenspiel die Emotionen sehr schnell "hochkochen" können. Es ist unheimlich wichtig, daß bei dem Rollenspiel vorher allen Teilnehmern klar gemacht bis zu welcher Grenze man geht (emotional). Der Streß darf einer echten Gefahrensituation nur nahekommen nicht in eine solche ausarten.

Es ist daher sehr wichtig, daß mindestens einer das Rollenspiel beobachtet und die Sache ggfls. sofort unterbricht.
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