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#16
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| Hallo Domme, das Verhalten das du beschreibst passt schon auf die Situation die du beschreibst. An der Tür hast du eine ganz spezielle Situation, die sich z.T. doch erheblich von anderen Situationen unterscheidet. An der Tür bist du jemand, der anderen quasi vorschreibt, was sie dürfen bzw. was nicht und von der Seite dessen, der z.B. draußen bleiben muss, bist du derjenige, der ihm häufig für ihn vollkommen unverständlich den Zugang verwehrt. D.h. in einem gewissen Maße bist du an der Eskalation beteiligt bzw. leitest sie ein. Du wirst dir dort auch selten Gedanken darüber machen den Platz zu verlassen, weil es nun mal dein Job ist an der Tür zu stehen. SV deckt aber einen viel weiteren Bereich ab. Was ist mit einer Belästigung in der es z.B. möglich ist den Gefahrenbereich zu verlassen. Dort kann ein sinnvolles Vorkampfverhalten dazu führen, sich in eine günstigere Position zu bringen, um den Ort zu verlassen. Es kann auch dazu dienen den Raum nach Hilfsmitteln zu durchforsten, wenn man damit rechnet, den Raum nicht ohne weiteres verlassen zu können. Auch bedeutet Deeskalation nicht ein unterwürfiges Verhalten. Vielmehr sollte der Verteidiger schon bestimmt auftreten aber eben nicht zu aggressiv. Man kann dem anderen schon klar machen, dass man seine Ruhe haben möchte und dass er Abstand halten sollte. Man kann ihm ferner dabei klarmachen, dass er es nicht mit einem wehrlosen Opfer zu tun hat allerdings auch nicht mit jemanden der nun unbedingt Streit will. Dabei ist es nicht unwesentlich ihm die Möglichkeit zu bieten die Sache auf sich beruhen zu lassen ohne dabei zu sehr das Gesicht zu verlieren. Ein weiterer Punkt ist das was Kernspecht m.E. durchaus richtig beschrieben hat (nein ich bin kein Fan von BD). Das Vorkampfverhalten dient auch dazu beiwohnenden Zeugen klar zu machen, dass man selbst nicht der Aggressor ist. Manche Streithähne verstehen es nämlich ganz geschickt das potentielle Opfer nach außen hin als Täter darzustellen. Ein sinnvolles Vorkampfverhalten sollte auch Strategien dagegen beinhalten. Dies können dir sicherlich einige Türsteher-Kollegen bestätigen, die evtl. immer noch am Abzahlen immenser Schmerzensgeldansprüche sind, weil sie eben vor Gericht nicht klar machen konnten, dass sie die Attackierten waren. Zwei Punkte zum Training des Vorkampfverhaltens. Ich halte es für immens wichtig im Training schon gewisse Standartsätze auswendig zu lernen, da Menschen im Stressfalle nicht gerade zu rhetorischen Höchstleistungen neigen. In diesem Falle ist es günstiger auswendig gelernte Sätze aufzusagen, als irgend etwas sinnloses vor sich hinzustammeln. Der zweite Punkt ist bei der Geschichte zu lernen mit dem verbalen Auftreten eine vernünftige räumliche Distanz herzustellen. Gerade im Muggingtraining haben wir festgestellt, dass vor allem auch Kampfsportler/künstler dazu neigen oftmals ohne Zwang eine viel zu geringe Distanz einzuhalten. Wer nur ein wenig Ahnung von Reaktionszeiten hat, der weiß, dass hier im Falle eines spontanen Angriffes meistens keine sinnvolle Reaktion mehr möglich ist. Gerade beim spontanen Einsatz von Waffen sieht es dann sehr duster aus, weil man sich jeder Möglichkeit beraubt einer solchen Attacke räumlich auszuweichen. D.h. Deeskalation und Vorkampfverhalten bedeutet nicht nur zu reden, sondern sich in eine günstige Position zu bringen um anzugreifen oder zu flüchten. Ein Training solcher Sachen kann nie falsch sein, nur muss man dem Einzelnen auch ermöglichen seinen individuellen Weg zu finden, da hier mehrere Wege zum Ziel führen. Gruß Ralf |
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#17
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| ARGH, was hatten wir zu Absätzen besprochen, Dr.Ralf? ![]() mfg, Luggage |
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#18
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| Wow, schönes posting und ich stimme Dir voll und ganz zu. Nein, den Platz kann man nicht verlassen, wenn man an der Tür steht, man lernt sich zu verhalten wie eine in die Ecke getriebene Ratte. Aber ich verstehe unter dem Begriff Deeskalation die Beendigung einer möglichen Eskalation, also eine Situation ohne Kampf zu bestehen. Habe ich den Raum und die Möglichkeit mich zurückzuziehen ist dies zu wählen, wenn man nicht kämpfen mag, auch wenn man laufen muss. Meine (positiven) Erfahrungen der Deeskalation an der Tür, die ich machte beziehen sich zum Teil auch auf mein Privatleben, zuletzt vor zwei Wochen abends in Marseille, indem ich die GGüber mit der Bereitschaft zur Gewalt in den Rückzug zwang, wie zuvor erläutert. Eine einfachere Methode ist das Nichtwahrnehmen und Ignorieren. Just my opinion Die Zeugengeschichte von Kernie kann ich einiges erzählen. In einer Auseinandersetzung, egal ob schon begonnener Kampf oder nicht, schreit man ganz laut: "Ich will nicht mit Dir kämpfen!" Dies ist auch ein Erfahrungsbericht von einem, der dadurch trotz Erstangriff der Verteidiger blieb, in mehreren Fällen, weil er ja "offensichtlich" nicht kämpfen wollte. Diese Aussage steht in einem Buch (ich glaube eins von Animal McYoung) aus den USA, erschienen vor mehr als 10 Jahren. In der WingChunMailingList wurde darüber sehr viel diskutiert, vor Kernies Buch und die meisten Ideen daraus stammen von Geoff Thompson. Also niux als eine Sammlung von Ideen anderer. Dennoch will ich ihm seine Darstellung nicht abspenstig machen, sie ist richtig, aber vielleicht sollte er Quellenangaben beifügen anstatt sich mit fremden Lorbeeren zu ..... Mein Türsteherchef hat mir solche Tips aus seiner Erfahrung raus auch ohne die Quellen vor Kernie schon gegeben. Es ist ein wenig wie immer im Netz, man diskutiert über die Dinge mit unterschiedlichen Ansätzen und ist doch ähnlicher Meinung. gruss domme |
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#19
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| Starkes Posting! Seh ich absolut genauso! Beste Grüße Ralf
__________________ GIVE A PROMISE - HOLD A PROMISE! |
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#20
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| @ domme Du mußt zwischen Kampf und SV unterscheiden. Wenn ich mich verteidige lege ich keinen Wert auf einen Kampf, gehe ich aber in eine Kampfstellung, so fordere ich den anderen doch auf mich anzugreifen. Das hat rechtliche Konsequenzen! Das ist der feine, aber auch kleine Unterschied! Situation Tür und provozieren gehört zu Kampfbereitschaft und der Aufforderung zum Kampf! Ich hoffe wir haben jetzt nicht aneinander vorbeigeredet! Gruß Lars |
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#21
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| So, meine Gehirnverwirrung hat sich nach Deinem Text gelegt und ich antworte:Wenn ich kämpfe, dann wenn ich angegriffen werde oder ich Nothilfe leiste, also zur SV. Meine "Provokationen" sind auch von solcher Wortgewandheit und verbaler Eleganz geprägt, dass es leicht ist, die Provokation zu finden, aber schwer, eine Beleidigung zu erahnen. ![]() So, und nun versuch mal Deine Argumente nochmal zu überdenken, denn ich denke, wir DENKEN aneinander vorbei. Aber Spass macht das diskutieren darüber schon. gruss domme |
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#22
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| @ domme ..."verbaler Eleganz"... hört sich gut an! Dann sind wir ja einer Meinung! Ich lasse mir auch nicht unbedingt was gefallen! Dann haben wir uns wirklich falsch verstanden! Gruß Lars |
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