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#1
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| Was mich zum schreiben dieses Topics motiviert hat war folgende Überlegung: Nicht wenige für die SV empfohlene Griffe, "Tricks" und Schläge sind äußerst brutal; man denke nur an die Augenstiche/-drücker, den klassischen Tritt in die Genitalien (jeder, der sowas schonmal unzensiert erleben durfte, weiß, dass sich danach selbst Chuck Norris vor Schmerzen am Boden winden würde) oder die allseits beliebten Gelenkhebel. Ob solche "gemeinen" Taktiken erlaubt sind gegen den Anfreifer, dass sei jetzt einmal dahingestellt, denn es geht im Endeffekt um Selbstverteidigung. Aber was ist, wenn solche effektiven Techniken selbst für den Anwender zu brutal sind? Sicherlich legt jeder einen gewissen Schalter um, wenn es wirklich brenzlig wird (und ich muss gestehen, ich selbst war noch nie in einer "richtigen" SV-Situation), aber dennoch, was ist mit Leuten die selbst im Kino die Augen schließen wenn es an die Augen geht, oder denen es schon zuviel ist wenn ein Arm gebrochen wird? Sind sie dann wirklich in der Lage einem Menschen dieses Leid zuzufügen, auch wenn dieser sie angreifen will? Besonders schwierig wirds ja wenn der Angreifer erstmal "nur" umklammert, in den Schwitzkasten nimmt o.Ä., also keine "Veranlassung" für besonders brutales Vorgehen liefert. Oder noch schlimmer, wenn der Angreifer ein Bekannter, ein Kollege, ein ehemaliger Freund ist, für den mach noch genug Symphatie empfindet, um ihm eben ein Leben ohne bleibende Schäden zu gönnen. Also meine Frage: Wie brutal kann/darf SV sein?, damit sie jeder bedenkenlos anwendet, ohne mit sich selbst im Konflikt zu sein oder vor unüberwindbaren psychischen Barrieren zu stehen. |
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#2
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| zu der sache "was traut man sich anzuwenden": der user sam fisher am board sagte mal in einem post sinngemäß so ca. er wüsste nicht ob er es tatsächlich zustande bringen würde einen ellenbogen oder ein knie durchzubrechen, und er hat was KK/KS angeht definitiv was auf dem kasten, und auch was härte angeht (dog brother) ich glaube nicht das ich das könnte oder tun würde! ich denke sv (abgesehen vom rechtlichen) darf alles, was eben nötig ist. und soviel wie man selber zustande bringt. und im falle eines falles verliert glaube ich jeder die gewissen hemmungen, die frage ist nur ob es nicht vieleicht zuspät für gegenwehr ist wenn man das "erkennt" ![]() lg, replica
__________________ ..... |
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#3
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| Zitat:
__________________ « Why let reality spoil a perfectly good theory?» Origin unknown |
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#4
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| Was einem selber vertretbar erscheint hängt zu sehr von Person und Situation ab, als dazu was Allgemeingültiges sagen zu können. Aber, wie Hock Hochheim es so schön (sinngemäß ins Deutsche übertragen) sagt: Wenn die Sch**ße bergauf fließt, muss ich die Fähigkeit haben, meine Empathie in entlegenen Winkeln meines Hirns zu verstauen und sie, nachdem ich alles notwendige (ggf. Eklige) getan habe, um mein Überleben zu sichern, wieder hervorzuholen. Das heißt, für diesen kurzen Zeitraum das Tier/den Psycho oder wie auch immer rauszulassen und dann wieder einzusperren. Hinterher auf den Gehsteig kotzen, sich vor Gericht rechtfertigen o.ä. ist doch allemal besser als ein Grabstein mit der Aufschrift "Er war moralisch überlegen" - das bleibt aber hoffentlich eine theoretische Frage. ![]() |
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#5
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| Zu diesem Thema gibts schon einige Diskussionen. Einfach mal unter §32ff StGB nachsehen. Da ist die "Härte" geregelt. Nicht aber der psychologische Aspekt, das muss wohl jeder mit sich selber abstimmen. |
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#6
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| Naja, diese geistige Härte bekommt man wohl nur durch Training oder Abstumpfung. Da liegt auch der große Vorteil des Angreifers: Oft ist er einfach nur zu mehr Gewalt und Grausamkeit bereit und nicht unbedingt körperlich überlegen. Dass jemand, der keine Probleme hätte eine beliebige Person zu töten deshalb sofort ein Psychopath ist bezweifle ich, was wäre sonst mit all den Soldaten? (Man kann nun argumentieren dass diese alle nicht ganz normal sind, doch ich gehe davon aus dass Begriffe wie "Psychopath" immer vom Standpunkt des Großteils der Gesellschaft aus gemacht werden) Ich persönlich hätte, denke ich zumindest, keine Hemmungen alles zu tun was mir notwendig erscheint, ich musste dies aber noch nie wirklich bis zum Ende (= Tod oder Bewusstlosigkeit des Gegners) durchziehen. Bis jetzt hat jeder früher aufgegeben, allerdings hatte ich noch nie wirklich einen richtig abgebrühten Gegner. |
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#7
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| Zitat:
als überlebender also mein fazit, je härter desto besser, auch wenn der angreifer anfangs ja "nich sooo gemein" ist, das kann so schnell umkippen, dass man dann seine chance vielleicht schon verspielt hat. |
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#8
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| Gerade bei solchen Gedanken oder Fällen sind Grappling-Skills imho der einzig gangbare Weg. Vorausgesetzt man hat nicht 10:1. Und man beherrscht die Techniken. Der Angreifer kann damit ideal fixiert werden und man kann ihm mehrfach die Chance auf Einsicht geben. Der Schmerz aus der Kontrollposition ist sehr gut "dimmbar". Zur Not - wenn alle anderen Versuche nicht fruchten - kann man den Gegner aus-chocken. Keine Augen ausgestochen, keine aufgespiesste Hoden am Boden ,..und..und...und.Viel mehr Frauen sollten sich dem Grappling zuwenden. Nicht nur weils Spass macht. Es gibt weit und breit auch nichts Besseres, um eine Vergewaltigung abzuwenden. Und nur mit Grappling hat man gegen deutlich stärkere und schwerere Männer eine reelle Chance. Aber stattdessen treibt man diese armen Geschöpfe in Geldverbrennungs-Stile wie WT und Co.
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#9
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| Interessantes Thema. Ich kann das Problem nachvollziehen, denn ich betrachte Gewalttäter grundsätzlich als verwirrte Menschen und würde ihnen deshalb ungern irreparable Schäden zufügen wollen. Ich denke, man sollte sich vorher überlegen, welche Techniken einem in einer Notsituation am ehesten was bringen - und damit meine ich nicht nur die Effektivität, sondern was man auch mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren kann - selbst wenn mich jemand angreift, möchte ich z.B. nicht auf meinen Schultern tragen müssen, dass dieser Mensch sein Leben im Rollstuhl verbringt. Ich habe z.B. nicht umsonst den Kriegsdienst mit der Waffe bewusst verweigert. Für mich persönlich halte ich z.B. Faustschläge auf die Hals-Kopf-Region für eine gefährliche Sache. Ich würde diesen immer Fussfeger (um ihn zu Fall zu bringen), Schläge, Stösse in den Magen vorziehen und was die Kopfregion angeht, jemanden nicht die Augen ausstechen, aber doch durch gezieltes Greifen in sein Gesicht doch darauf hinarbeiten, dass er begreift, dass er sich entfernen solle. |
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#10
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| Zitat:
__________________ "Was ist deine Lebensphilosophie?" "Toast. Halbes Schwein auf Toast!" |
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#11
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| Zitat:
Für mich zählt immer der Mittelweg und das heisst: erst die sanfteren Methoden.P.S: Auch ein ********* hat Familie, die vielleicht kein ********* sind... |
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#12
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| Dann zahlst Du aber auch Dein Leben lang. Ich rate Dir, diese Einstellung nochmal zu überdenken. Wenns vor Zeugen so rüberkommt, als wärst Du völlig unverhältnismäßig für die Situation ausgetickt als Kampfsportler hast Du schlechte Karten.
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#13
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| das ist mir in dem moment mit ziemlicher sicherheit sche!ßegal. denn in richtigen sv-situationen will mich einer/eine töten/entführen/vergewaltigen etc, und dann ist es bescheuert sich gedanken zu machen ob man auch ja nicht zu fest zuschlägt. denn leben und bezahlen ist besser als tot sein(finde ich)
__________________ "Was ist deine Lebensphilosophie?" "Toast. Halbes Schwein auf Toast!" |
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#14
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| Und das mit dem grappling hätte in meiner Situation auch nich mehr funktioniert: schon 5 minuten aufm boden rumgeturnt und dementsprechend auser puste, dazu mein gegner 100kg (muskeln) und ich 50. mein größtes problem war, dass er mit meinen armen machen konnte, was er wollte, also einfach beide mit einem festhalten.. und mit der anderen würgen |
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#15
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| Zitat:
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__________________ "Was ist deine Lebensphilosophie?" "Toast. Halbes Schwein auf Toast!" |
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