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#1
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| Hallo, Ich höre in Diskussionen zum Selbstverteidigungstraining immer wieder Aussagen wie „Anfänger müssen erstmal Grundtechniken lernen und beherrschen“, „Die Technik muss tausendfach wiederholt und eingeschliffen werden, damit sie instinktiv funktioniert“. Meiner Meinung nach kommt diese Einstellung aus dem Sport oder den Kampfkünsten wo es um komplizierte Bewegungsmuster bzw. die Optimierung der Ausführung geht. In der SV ist das doch viel einfacher. Stress und Adrenalin sorgen dafür, dass nur grobmotorische Bewegungen funktionieren (die dafür gut und mit Power). Ich sage meine Klienten, dass sie alle schon einen schwarzen Gürtel haben und bereits alle notwendigen „Techniken“ beherrschen. Alles was sie an Waffen für den Kampf brauchen, ist schon vorhanden. Sie haben die Bewegungen bereits tausendfach ausgeführt:
Die restliche Zeit verwende ich lieber für das wirklich Wichtige: Den Willen wecken sich zu verteidigen, verschüttete Überlebensinstinkte freilegen und immer wieder kurze Konfrontationssituationen gegen unkooperative Partner und Szenarien durchspielen. Wie hat schon der alte K&K Feldmarschall Radetzky gesagt: „Ein Plan der komplizierter ist als eine Ohrfeige funktioniert im Krieg nicht“ lg, nito PS: Ich rede hier von Coaching eines Klienten, d.h. ich kann mich voll und ganz einer Person widmen, sehe genau was sie braucht und momentan verträgt (an Input aber auch emotionell bzw. vom Energiehaushalt her) |
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#2
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| Zitat:
![]() Keep it simple ist mit Sicherheit ein guter Ansatz, ich bin auch ein Freund von einfachen Techniken (die funktionieren). Mentale Stärke, die nötige Aggressivität und der Wille zu Kämpfen sind IMHO wichtige Faktoren, um SV-fähig zu sein. Was nützen 100 Techniken, wenn im Ernstfall der Kopf versagt und die Knie zittern? Insofern denke ich ist Dein Ansatz gut. Allerdings sind 1,5h Stunden etwas wenig, um die nötigen Fähigkeiten auch abfordern zu können. Regelmässiges Training erhöht die Kondition, bringt den nötigen "Feinschliff" und verbessert auch die mentale Stärke, was - wie schon erwähnt - ein sehr einflussreicher Faktor ist. So long Zoid
__________________ Was kommt dabei raus: Kumpel = Zombie-Fan + Kamera + Schnittprogramm, kein Drehbuch oder Storyboard, nur eine Idee ... Zombies Inside |
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#3
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| Es macht Sinn KS/KK zu trainieren die ein einfaches Bewegungsmuster haben, wie z.B. MT oder Jiu-Jitsu. So das man im Stress nicht viel falsch machen kann. |
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#4
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| Durch das ständige Anwenden einer einfachen Technik wie Fauststoß, Kniestoß oder was auch immer, die eben effektiver funktionieren als die 0815 Bewegungen, die jeder irgendwann mal macht, kommt man in einer SV Situation gar nicht mehr auf die Idee, irgendwas anderes zu machen... Geistige Schulung ist natürlich Primärziel aber komplett ohne ein gewisses Technik/Strategieverständnis hat man gegen Leute, die größer/stärker sind von vornherein verloren; die sind zwar nicht geistig geschult, haben die Mentalität sich zu prügeln aber von Hause aus. Ergo: du hohlst zwar auf, überhohlst aber nicht! |
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#5
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| @Nito Was für einen Kampfkunst/sport betreibst Du? |
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#6
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| Zitat:
Ist ja schön, wenn Du bei jemand den Willen schulen möchtest, aber unterstell doch nicht, dass ein Angreifer keinen Willen hat! Naja, Du scheinst es ja alles gut zu wissen...
__________________ Les loups entre eux ne sont pas loups! |
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#7
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| @Nito Die Kampkünste bestehen zu einem guten teil aus solchen techniken wie du sie aufgelistet hast (einfache bewegungen) Sie werden in den KS/KK optiemiert --> sicherer Stand, Treffsicherheit, Hüft und Schulterbewegung, etc... Den wichtigsten teil in der SV macht klar der Wille aus das finde ich auch super das du darauf ein großes Augenmerk drauf legst ![]() allerdings solltest du den Sicheren Stand deiner Schüler nicht vernachlässigen. Auf der Straße umgetoßen oder zu Boden gerissen zu werden und danach Tritte zu kassieren ist nicht gerade Witzig ![]() |
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#8
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| Also ich weiß nicht so recht…! Es hängt letztlich immer davon ab, gegen wen sich der »Klient« denn verteidigen soll. Gegen einen Besoffenen oder einen Hanswurst oder gegen einen versierten Schläger mit (Kampfsport und Prügel-erfahrung)! Gegen den Schläger reicht Dein Konzept nicht aus! Gegen den Hanswurst sicherlich schon. Dann geht es auch noch darum, was erreicht werden soll. Soll sich der »Klient« nach kurzer Gegenwehr bloß schnell verdrücken können, oder soll er etwa seine Freunde beschützen, in dem er den Angreifer wirklich abwehrt (– ihn kampfunfähig macht oder ihm die Lust an weiterer Aggression nimmt). Das erstere kann Dein Konzept vielleicht ebenfalls leisten, aber das letztere sicherlich nicht sofern der falsche Aggressor vor euch steht. Sofern Du den entsprechenden Rahmen dem »Klienten« gegenüber klar darlegst, ist die Unterrichtsmethode vollkommen in Ordnung. Du solltest nur keine falschen Erwartungen wecken. |
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#9
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![]() Auftragen, Wischen, Polieren...jaja Dann können wir es ja alle schon...wofür trainieren wir dann überhaupt ? So eine Gurtanlegetechnik von der Hausfrau nebenan hat natürlich den selben Trainingseffekt wie der Muay Thai Kämpfer der die Technik tausendmal wiederholt ![]() Gerade die Grundtechniken sind doch die einfachen Techniken die da angewendet werden, und damit die die entsprechende Wirkung haben müssen die trainiert werden. Punkt. |
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#10
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Der Handballenstoß benötigt Bein- und Hüfteinsatz, das Strecken am Morgen nicht. Der Griff zum Sicherheitsgurt kommt aus dem Arm und bestenfalls aus der Schulter - für einen K.O. würde ich mich nicht auf dieses Bewegungsmuster verlassen. Für die anderen Bewegungen gilt das Gleiche: wenn ich etwas mit wenig Power langsam tun kann, heißt das nicht, dass ich es blitzschnell aus allen Lebenslagen mit ordentlich Wucht dahinter hinkriege. Da fehlt noch einiges. Genauso gut könntest Du behaupten, jeder, der seine Schuhe binden und sich hinterher wieder aufrichten kann, hätte das Zeug zum Champion im Kreuzheben ![]() Aber die Beispiele sind sicherlich gut, um Bewegungslegasthenikern überhaupt erstmal eine Anfangsidee zu geben.
__________________ « Why let reality spoil a perfectly good theory?» Origin unknown |
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#11
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| Hallo, Es geht eben nicht um eine Sportsituation, wir reden nicht von einem Kampf (zwei gleichwertige Gegner, die genau wissen, dass jetzt gleich auf eine ganz bestimmte Art u. Weise gekämpft wird und wo nach bestimmten Regeln Sieg oder Niederlage bestimmt werden, wie bei einer Schlägerei) Das ist Sport. Dort versuche ich natürlich Bewegungsabläufe bis ins Letzte zu optimieren, sonst hab ich keine Chance gegen einen vorbereiteten, motivierten Gegner. ABER: Wie schwer ist es, jemanden von hinten eine Bierflasche über den Kopf zu ziehen? Das ist Selbstverteidigung. ![]() Wie lange muss ich das am Sandsack üben? Wie lange muss ich dazu mit einer Bierflasche in der Luft herumfuchteln? Tausende Wiederholungen? Ich glaube nicht. Wie viel ist, rein körperlich gesehen, den wirklich nötig um am Abend gesund zu seiner Familie heimzukommen? Was die Schlagkraft anbelangt: Die „Learn to hit fucking hard“ Methode hat in der SV sowieso wenig Bedeutung.
Was den Zeitbedarf für's Training anbelangt will ich mal Teufels Advokat spielen:
nito Geändert von nito (02-10-2007 um 07:39 Uhr). Grund: Formulierung geändert für besseres Verständnis |
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#12
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zudem hat ein Wütender Angreifer/Nervöser Räuber auch Adrenalin im Blut Zitat:
Sie sollen ihre Fertigkeiten einschätzen können weil sich zu unterschätzen ist nichts sich zu Überschätzen aber auch nichts. Zitat:
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Deine ansätze werden in vielen Kampfkünstenschon seit Jahrhunderten angewendet aber an regelmäßigem training führt kein weg vorbei Kampfkünste/sportarten haben sich über Jahrtausende entwickelt und erpropt angepasst und weiterentwickelt. Im Kampf zählen zwar andere regeln als auf der Tatami aber mqan tut sein bestes sich gut auf die "Staße" vorzubereiten Geändert von sbenji (30-09-2007 um 10:59 Uhr). Grund: RS |
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#13
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Aber ein sportlicher Gegner, der in der gleichen Gewichtsklasse ist und sich an Regeln hält, ist ja viel viel gefährlicher als jede Kneipensituation... Geh mal lieber Deine Grundtechniken üben! |
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#14
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![]() Ganz interessant in dem Zusammenhang: Risiko statt Sicherheit: Der Mensch sucht die Gefahr - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten Gruß KK-Nupp |
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#15
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| Lass doch mal Deine Schüler antreten zum Aufheben einer schweren Last vom Boden, und sieh Dir an, was dabei herauskommt. Es geht nicht darum, Schlagkraft durch endloses Sandsacktraining zu entwickeln. Es geht darum, den richtigen Einsatz des Körpers in ALLEN Bewegungen zu lernen. Das trainierst Du, wenn Du es gelernt hast, jedesmal, wenn Du derartiges machst. Also beim Rasenmähen, Holzhacken, Auto schieben ... was weiß ich. Aber es WENN Du es kannst. Von hundertmal Gurtanlegen kriegst Du keinen härteren Schlag.
__________________ « Why let reality spoil a perfectly good theory?» Origin unknown |
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