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K-1 Fan 02-11-2003 12:51

Der Kampfsportler-ein Schläger?
 
wenn ich mich hier im board mal so umsehe gibts einige kampfsportler die bei jeder kleinen auseinandersetzung ihre fäuste schwingen
-kein wunder das kampfsport im allgmeinen so ein schlechten ruf hat...
ist der strassenkämpfer vielleicht sogar kampfsportler?

esdo 02-11-2003 13:53

Zitat:

Zitat von K-1 Fan
wenn ich mich hier im board mal so umsehe gibts einige kampfsportler die bei jeder kleinen auseinandersetzung ihre fäuste schwingen
-kein wunder das kampfsport im allgmeinen so ein schlechten ruf hat...
ist der strassenkämpfer vielleicht sogar kampfsportler?


Denke nicht!! Die meisten sind halt nur per Computer stark und leben da ihre Fantasie aus. :D :D :D :D

JetLag 02-11-2003 14:14

Zitat:

Zitat von K-1 Fan
kein wunder das kampfsport im allgmeinen so ein schlechten ruf hat...
ist der strassenkämpfer vielleicht sogar kampfsportler?

Ganz im Gegenteil. Derjenige der Kampfsport macht, hat doch im allgemeinen mehr Respekt (damit mein ich jetzt nicht Angst) vor gefährlichen Situationen. Jeder Kampfsportler kann sich im Dojo austoben und muss das nicht auf der Straße tun. Er weiß, was er kann, welche Verletzungen das mit sich bringen könnte und muss sich nicht profilieren - er ist insofern jedem Schläger an Reife und Voraussicht überlegen.
Kampfsport als SV ja, aber niemals als Mittel zur Provokation!

Gruß Jet

K-1 Fan 02-11-2003 14:24

Zitat:

Ganz im Gegenteil. Derjenige der Kampfsport macht, hat doch im allgemeinen mehr Respekt (damit mein ich jetzt nicht Angst) vor gefährlichen Situationen. Jeder Kampfsportler kann sich im Dojo austoben und muss das nicht auf der Straße tun. Er weiß, was er kann, welche Verletzungen das mit sich bringen könnte und muss sich nicht profilieren - er ist insofern jedem Schläger an Reife und Voraussicht überlegen.
Kampfsport als SV ja, aber niemals als Mittel zur Provokation!
so sollte es eigentlich sein..nur leider sind nicht alle unserer meinung :)

Jibaku 02-11-2003 14:30

Zitat:

Zitat von JetLag
Ganz im Gegenteil. Derjenige der Kampfsport macht, hat doch im allgemeinen mehr Respekt (damit mein ich jetzt nicht Angst) vor gefährlichen Situationen. Jeder Kampfsportler kann sich im Dojo austoben und muss das nicht auf der Straße tun. Er weiß, was er kann, welche Verletzungen das mit sich bringen könnte und muss sich nicht profilieren - er ist insofern jedem Schläger an Reife und Voraussicht überlegen.
Kampfsport als SV ja, aber niemals als Mittel zur Provokation!

Gruß Jet

Das halte ich eher für eine Wunschvorstellung oder eine Kampfkunst (Sport etc.) Werbeaussage als für die Realität.
Wenn auch nicht jeder Kampfsportler ein "Schläger" ist so sind doch erstaunlich viele "Schläger" Kampfsportler.
Und was das mit der angeblichen Reife angeht oder das "austoben" so sehe ich das eher ambivalent.
Und der angebliche Respekt führt selbst bei eigentlich friedfertigen Kampfsportlern doch oft zur Überbewertung von Situationen aus einer "taktischen" Perspektive.
Nein, weder glaube ich, daß Kampfsportler dem negativen Klischee entsprechen noch denke das der edele überlegen Friedenskrieger der Realität entspricht.

JetLag 02-11-2003 14:44

Zitat:

Zitat von Jibaku
Wenn auch nicht jeder Kampfsportler ein "Schläger" ist so sind doch erstaunlich viele "Schläger" Kampfsportler.

Gut, vielleicht hab ich mich da ein wenig von meinem Verständnis von Kampfsport leiten lassen. Meiner Erfahrung tut das aber keinen Abbruch.
Von den Kampfsport-Erfahrenen die ich kenne, gibt es nur wenige denen ich zutraue, auch in Situationen, in denen es nicht notwendig wäre, zu kämpfen.

Einfluss hat natürlich grundsätzlich die Situation, in der man sich befindet. Wenn die Freundin danebensteht und man meint, sich nicht vor ihr blamieren zu wollen (halt ich für Quatsch), reagiert man sicher schon anders.

Über die Definition, was ist eigentlich ein Kampfsportler, müsste man natürlich auch mal reden.

Gruß Jet

Black Fire 02-11-2003 19:40

Aus meinem Verein habe ich noch niemanden erlebt, der eine Prügelei angefangen hat. Im Training versuche ich meinen Kiddies Respekt voreinander beizubringen. Im Großen und Ganzen mit Erfolg.
Und gefährliche Techniken bekommen nur Fortgeschrittene und gefestigte Schüler (also keinen 9-jährigen Knirpse) beigebracht.
Ein Grundkurs in Notwehrrecht und Psychologie in der Selbstverteidigung gehört auch mit dazu.
Ich kann nicht ausschließen, das einer von denen mal auf die schiefe Bahn gerät, aber ich tue was in meiner Macht steht um dem entgegenzuwirken.

Ich schätze, zu viele Trainer setzen einfach voraus, das ihre Schüler schon das richtige tun werden. Oder sie erzählen auf der einen Seite "bleib friedlich" und aus der anderen Seite "nu hau schon zu" (sehr moderat formuliert), je nach sportlicher Situation. Ich hab da schon einiges an Zurufen an diversen Kampfringen gehört.

Ich schätze, man muß da:
1. selbst als Beispiel dienen (sich mit Sprüchen zurückhalten, Konflikte mit friedlichen Mitteln klären, Respekt zeigen, grade gegenüber den Schülern...)
2. auch im Training die Prinzipien fördern (respektvollen Umgang auch mit niedriger graduierten Schülern fördern, Gruppenübungen, Vertrauen zu verschiedenen Partnern (nicht nur dem besten Freund) aufbauen helfen,....)

Das ist keineswegs eine Garantie. Aber es zeigt Wirkung.


Auf der anderen Seite ist es wichtig, wenn man Schülern beibringt, Verantwortung zu übernehmen und zu handeln, wenn es nötig ist.
Ich für meinen Teil sehe nicht ein, warum ein gut trainierter Kampfkünstler/-sportler auf der Straße einfach wegsehen sollte.

Chris bamboozle 02-11-2003 20:32

ich würde sagen, dass nicht jeder Kampfsportler ein Schläger ist, aber es gibt sicher einige, die Kampfsport nicht nur aus dem geistigen Aspekt raus machen, sondern um auch mal zuzulangen.

Ich kenne einige(Boxen, WC), die auch in privaten Leben mal reinhauen, und zwar nicht nur um ihr Leben zu verteidigen, sondern auch wenn jemand der Freundin an der ***** packt oder so.

Tendenziell wuerde ich sagen, die Kampfkünste mit viel philosophischem Hintergrund haben weniger Schläger, bis gar keine. Und da wo es viel Sparring gibt, sind auch eher Leute, die dann ausserhalb des Trainings mal zulangen.

Die Vorstellung, dass Kampfkunst/Kampfsport automatisch mehr Respekt vor den Anderen sorgt, ist leider eine Wunschvorstellung.

Übrigens könnte ich mir auch vorstellen, dass ich inzwischen eine niedrigere Toleranzschwelle habe als früher, muss ich mir ganz ehrlich selber bekennen und eigentlich auch dran arbeiten. Ich glaube wenn mir heute einer aus Spaß mal so einen in den Bauch verpassen würde, dann wäre ich wohl eher bereit dem locker(!) eine zurückzuknuffen als es vielleicht vor 2 Jahren der Fall war, als ich keine KS gemacht habe und imzweifelsfall einfach eingesteckt und nichts gesagt hätte. Ist aber auch nur meine Einschätzung, es ist noch nicht dazu gekommen.

Christian

Alephthau 02-11-2003 21:03

Hi,

Warum sollten alle KKler Engel sein? Ich möchte nebenbei nicht wissen wie viele Schachspieler in Schlägereien verwickelt waren/sind! ;)

Ich denke mal es kommen viele Faktoren zusammen:

Wer vorher schon ein Schläger war wird es durch das betreiben von einer KK nicht so schnell ändern. Mit der Zeit wird er vielleicht ruhiger werden, aber wer von Natur aus ein solches Verhalten hat wird auch mit einer KK so sein.

Macht jemand eine KK kommt ihm irgendwann mal der Wunsch zu testen ob das was er lernt überhaupt funktioniert. Dadurch begibt er sich (bewußt oder unbewußt) in gefährliche Situationen rein.

Dann gibt es noch diejeniegen die mit einer KK angefangen haben, weil sie Opfer geworden sind. Bei denen ist meist der "Nie Wieder" Gedanke im Kopf, zusammmen mit dem verbesserten Selbstbewußtsein und dem etwaigen Können wollen sie sich nie wieder etwas Gefallen lassen. Was wiederum zu dem schon o.g. bringen in gefährliche Situationen führen kann.


Ich denke mal, daß Leute die aus reinem Spaß an der Freude eine KK begonnen haben am wenigsten in Hauereien finden wird.

Und im allgemeinen wird bei ALLEN nach gewisser Zeit wohl eine Veränderung zum ruhigeren Verhalten eintreten je länger sie eine KK betreiben.

Gruß

Alef

Alex! 02-11-2003 23:09

Hallo,
ich denke das ist wie mit Schusswaffen. Nicht jeder Sportschütze
wird zu einem Amokläufer. Es wird immer schwarze Schafe geben
und wenn man den falschen Leuten das "falsche" beibringt, dann
kriegt man auch kein schönes Ergebnis. Nur der Großteil möchte
diesen Sport eigentlich auch guten Gründen erlernen und solange
dieser Teil der Gemeinde größer ist, dürfte es eigentlich nicht der
Fall sein das Kampfsportler Schläger seien ...

so long,
Alex

Dao 03-11-2003 13:33

Zitat:

Zitat von JetLag
Ganz im Gegenteil. Derjenige der Kampfsport macht, hat doch im allgemeinen mehr Respekt (damit mein ich jetzt nicht Angst) vor gefährlichen Situationen. Jeder Kampfsportler kann sich im Dojo austoben und muss das nicht auf der Straße tun. Er weiß, was er kann, welche Verletzungen das mit sich bringen könnte und muss sich nicht profilieren - er ist insofern jedem Schläger an Reife und Voraussicht überlegen.
Kampfsport als SV ja, aber niemals als Mittel zur Provokation!

Gruß Jet

Hi JL,
gutes Posting, spricht mir aus der Seele! :respekt:

Chris bamboozle 03-11-2003 14:29

Nehmen wir mal ein berühmtes Beispiel(aber nur einer von vielen, die allerdings nicht auffallen): Mike Tyson. Der war als Kind nen Killer, der war im Ring nen Killer und ist auch privat nicht besonders ruhig geworden.

Christian

Alex! 03-11-2003 14:43

Hallo,
ich würde glatt behaupten das er aber auch ein anderes Umfeld hatte
als wir alle. Er saß im Gefängnis und hatte ein bischen mehr Druck
auszuhalten als wir. Nicht jeder Mensch vergewaltigt auch Frauen, er
schon ... bzw. wurde ihm ja mal vorgeworfen ...

so long,
Alex

Jibaku 03-11-2003 14:46

Zitat:

Zitat von Dao
Hi JL,
gutes Posting, spricht mir aus der Seele!

Das es Schulen gibt die diese Werte vermitteln will ich nicht bestreiten, auch daß sie damit Erfolg haben nicht.
Sicher lassen sich auch nicht alle Schulen über einen Kamm scheren, dennoch glaube ich, daß wenn man die Gesamtheit der Kampfsportler/Künstler betrachtet diese statistisch gesehen eher gewalttätiger da stehen als andere Sportarten.
Warum?
Zum einen spricht die Mitgliederstruktur dafür.
Kampfsport wird überproportional von Männern, von jugendlichen von Personen niederer sozialer Herkunft und von Menschen ausländischer Herkunft betrieben.
All diese Gruppen sind überproportional stark im Bereich der Gewaltdelikte der polizeilichen Kriminalstatistik vertreten.
Neben der Statistik sprechen für mich einige Grundsätzliche Erwägungen für diese Ansicht.
Personen die Gewalt grundsätzlich ablehnen werden kaum mehrere Tage in der Woche damit verbringen sich in der Anwendung von Gewalt zu perfektionieren.
Personen die wiederrum Gewalt in ihrem täglichen leben anwenden, zur Durchsetzung Ihrer Interessen um den Status in der Gruppe zu verbessern etc. werden danach streben sich in der Anwendung zu perfektionieren und eher häufiger dann auch Kampfsport als Mittel dafür wählen.
Unabhängig von der Leistung der einzelnen Schule sind das Umstände die sich weiter negativ auf die Statistik auswirken.
Die Möglichkeiten der Gewaltprävention durch Kampfsport sind in der Psychologie zumindest umstritten.
Die Untersuchungen dazu die mir bekannt sind und zu einem positiven Ergebnis kommen, beziehen sich auf Karatevereine oder auch psychologisch betreute Aktionen, beides ist sicher nicht repräsentativ für die gesamte Szene.
Vielmehr werden sogar völlig gegenteilige Ansichten vertreten.
Fraglos ist es so, daß eine Sinnvolle Beschäftigung, die Integration in eine Gruppe und Erfolgserlebnisse sich positiv auswirken können, daß erhebt Kampfsport aber nicht über andere Sportarten und macht auch die negativen statistischen Nachteile nicht wett.
Auch das "abreagieren" ist im Fußball, Tennis oder sonst einer körperlichen Betätigung genauso möglich.
Der Fähigkeit sich wehren zu können, die Ruhe in Konfliktsituationen bedingen soll, steht der Umstand gegenüber, daß "Waffen" die man hat oft auch dazu führen sie anzuwenden.
Es gibt zweifelsohne einen großen Vorteil von Kampfsport gerade im Bereich der Gewaltprävention bei Jugendlichen, daß ist der Umstandt, daß der Trainer/Sensei etc. etwas beherrscht, was ihn in eine Vorbildfunktion bringen kann.
Der strukturelle Nachteil kann also auch ein Vorteil sein.
Aber auch bei gefestigten Kampfsportlern gibt es Punkte die oft zum statistischen Nachteil avancieren können.
Kampfsportler beurteilen Situationen oft anders, unter taktischen Gesichtspunkten, als nicht entsprechend vorgebildeten Menschen.
Bei mir selber habe ich schon Situationen bemerkt in denen ich, in einer taktisch schlechten Position einen kräftigen, lauten, großen, aggressiven potentiellen Angreifer mit einem Knüppel gesehen habe und meine Freundin einen besoffenen (pöbelnden) älteren mann mit einer Gehbehinderung...?
Oder auch z.B. die SV Richtlinien beispielsweise des WT (Ist sicher austauschbar) das, wohl auch unter taktischen Gesichtspunkten, eine Vorwärtsverteidigung beim unterschreiten bestimmter Sicherheitsabstände propagiert.
Hätte ich mich an dieses Konzept gehalten, hätte ich deutlich mehr "Straßenerfahrungen" die noch in der Phase des "am kragen packen" deeskaliert wurden.
Und letztlich ist der Kampfsportler im Freundeskreis immer der der bei Konflikten hinzugeholt wird, was seine Chancen auch tatsächlich in einen solchen zu geraten deutlich erhöht.
Doch, unterm strich denke ich, daß kampfsporler eher mehr in Gewaltsituationen geraten als "andere" Menschen.

Alex! 03-11-2003 15:19

Hallo,

Zitat:

Doch, unterm strich denke ich, daß kampfsporler eher mehr in Gewaltsituationen geraten als "andere" Menschen.
Ich denke eher es könnte daran liegen das Kampfsportler einfach
wissen was sie können und nicht solche Ängste wie der "Normalbürger"
haben. Man weiss halt was man kann und muss nicht unbedingt so
schnell klein beigeben wie man es sonst tun würde. Ein Rennfahrer
bremst auch erst später in die Kurve ...

so long,
Alex


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