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  #61  
Alt 29-10-2011, 20:55
Benutzerbild von KeineRegeln
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Kampfkunst: Karate, Taekwondo in the past
 
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In vielen kann ich Raging Bull nur Recht (hähä) geben.
Für mich sieht es auch oft so aus, dass die finanzielle Hilfe im Sinne bezahlten Therapien für Straftäter höher ist, als für den Täter. Speziell wenn es um Vergewaltigung geht. Aber komischerweise führt jeder nur das Beispiel auf. Vielleicht ist hier ja wirklich eine Diskrepanz. Aber mit Sicherheit ist es nicht so, dass der Täter am Ende bei jeder Art von Straftat "besser gestellt" wird, als das Opfer. Die Wahrnehmung der Menschen hängt aktiv mit der Medienpräsenz zusammen und die Bringen nur das, was ihnen die meisten Einnahmen bringen. Sprich was der Zuschauer sehen will..

@suceng1: Du darfst nicht vergessen, dass die Zahl von Gewalttaten, Sexualstraftaten etc. seit JAHREN rückläufig ist, aber durch die Medien wird genau das Gegenteil dargestellt. Die Einzige Verschlechterung ist, das im Bereich Gewaltdelikte diese im Schnitt brutaler ausfallen. Aber wie gesagt, seit JAHREN rückläufig.

@Raging Bull: "Auffangen" kann man mit Sicherheit den ein oder anderen, in dem man ihm Beschäftigung gibt (bei Jugendlichen z. B. Jugendhäuser, Sport-Vereine etc.) und Perspektiven (Bei Erwachsene z. B. zeigen das man eine Berufliche Zukunft haben kann und Aktiv Fördern wie man wieder ins Berufsleben kommt). Wenn man Jugendlichen Beschäftigung gibt, dann fehlt ihnen die Zeit sich "zusammen zurotten". Allerdings ist bei all diesen Punkten die Gesellschaft und speziell die Politiker gefragt und nicht die Judikative (warum sollte es das auch?).

Gruß
KeineRegeln
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  #62  
Alt 29-10-2011, 21:23
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Kampfkunst: Su Ceng, Kickboxen, Filipino Fighting Arts
 
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Zitat:
Zitat von Raging Bull Beitrag anzeigen
Bei wem nicht?
In zivilisierten Gesellschaften ist man aber irgendwann von der Blutrache abgekommen, da das offenbar auch nicht ganz das Wahre ist. Ich persönlich will auch nicht dahin zurück.
Damit gehe ich konform. Auch ich möchte nicht zu einer Anarchie zurück in der jeder tun und lassen kann was er will. Gewalt erzeugt Gegengewalt und das ist eine Spirale die nur der Rechtsstaat und die Erziehung zu durchbrechen vermag.
btw. Ich bin auch nicht für die Todesstrafe, da sich wohl niemand anmaßen kann über das Leben eines anderen zu entscheiden (besonders wenn nur Indizien vorhanden sein sollten)!

Zitat:
Der Medienrummel ist nicht das Problem der Rechtsprechung. Wir haben nunmal keine Zensur und die Medien hierzulande richten sich nach marktwirtschaftlichen Gegebenheiten. Mit gern wiederholten, emotionalisierten "Berichterstattungen" bezüglich der "verhätschelten Täter" und der alleingelassenen Opfer lässt sich schlicht eine Menge Geld verdienen. Wem das stinkt, der darf solche Medien einfach nicht konsumieren. Da muss man sein eigenes Kaufverhalten ändern, aber nicht die Rechtsprechung kritisieren. Damit schlägt man in dieselbe Kerbe und forciert die Medienpräsenz der Täter.
Auch hier stimme ich mit dir überein, allerdings ist es auch ein Indiz wie unsere Gesellschaft tickt (finde ich zumindest). Wenn diese Medien mit solcherlei Berichterstattung mehr Geld machen können ist das ein Indikator was unsere Gesellschaft interessiert, bzw. wie unkritisch solche Medien konsumiert werden.

Zitat:
Bezüglich der "schlechten Kindheit" ist wichtig zwischen behandlerischen Ansätzen und juristischer Realität zu unterscheiden. Natürlich werden be- und entlastende Tatsachen erforscht und in der Strafzumessung berücksichtigt. Viel wichtiger als für "milde Urteile" ist die Vita eines Täters aber für den behandlerischen Ansatz, sprich Vollzugsplan und die Sozialprognose. Manch einem ist sein Rumreiten auf der schlimmen Kindheit vor Gericht hinterher sauer aufgestoßen, nämlich dann, wenn die Sozialprognose negativ ausfällt.
Was wiederum nichts daran ändert, sich überhaupt darauf zu berufen (genauso wie auf, durch Alkohol oder Drogen, verminderte Schuldfähigkeit - die meisten nehmen Alkohol und Drogen nicht unbewußt zu sich, sondern bewußt darüber, dass es die Sinne benebelt)


Zitat:
"Süffisante Lächeln" gibts eher selten. Man darf sich da auch nicht von Psychospielchen von Selbstdarstellern irritieren lassen. Du hast natürlich recht, dass es für Opfer nicht immer schön ist dem Peiniger in die Grinsefratze zu gucken. Das geschieht allerdings während der Wahrheitsfindung bei Gericht und geht schlichtweg objektiv nicht anders.
Und mal ehrlich - egal wie hart die Strafe ausfällt, wenn einem jemand etwas wirklich Schlimmes angetan hat (Tötung eines geliebten Menschen, Vergewaltigung etc) wird man immer mit der Strafe unzufrieden sein.
Auch da hast du wohl recht. Während der Wahrheitsfindung geht es nicht anders. Naja, wenn ich sicher sein könnte, dass der Täter bei solcherlei Delikten nicht nach 10 oder 15 Jahren wieder auf freiem Fuß ist, sondern auch wirklich eine Strafe verbüßen muß die nicht "auf einer A....backe" abgesessen ist, dann könnte ich damit evtl. Leben - aber zufrieden wäre ich sicher nicht.

Zitat:
Wie willst Du das denn machen? Es kann doch keiner in die Zukunft schauen...
Nein, das wohl nicht. Ich meine damit, das wir zunehmend ein Problem mit unseren sozialen Strukturen haben. Es geht in die Richtung, dass wir stark an den sozialen Brennpunkten arbeiten müssen. Es fängt doch damit an, eine Arbeit bzw. Perspektive für die Zukunft zu haben, für die es sich lohnt zu Leben. Das dieses Leben nicht im Überfluß sein muß (Luxus) sollte jedem klar sein. Aber es kann ein glückliches erfülltes Leben sein. Leider wird auch wieder durch unsere Medienwelt das schnelle (und reichliche) Geld versprochen von wegen "Werde Superstar und du brauchst keine Schule und keinen Job" oder "Werde Topmodel und dir liegt die Welt zu Füßen"! Aber wie schon erwähnt, das würde viel zu weit führen hier, da da noch viele andere Faktoren dazu gehören über die mir leider das faktische Wissen fehlt.
Auch hier sind es mehr meine subjektiven Eindrücke, die ich hier mitteile und ganz gewiss kein Rezept, wie unsere Zukunft besser gestaltet werden kann.


Zitat:
Beziehst Du Dich da auf Gäfgen?

Du hast nicht ganz unrecht, dass viele Urteile unbefriedigend ausfallen. Das liegt aber auch daran, dass auch Richter sich täuschen lassen und die meisten Angeklagten sich halt vor Gericht ganz anders geben, als bei ihren Taten. Das liegt in der Natur der Sache. Da fehlt manchem Richter auch der Bezug zur harten Realität. Das könnte man imo erfolgreich ändern, wenn Richter tieferen und beständigeren Einblick in Polizei und Justizvollzugsalltag hätten. Das hat aber nichts mit einem grundsätzlichen Bonus für Straftäter zu tun.
[/quote]

Genau! Ne, den Bonus meinte ich weiter oben (Stichwort schlimme Kindheit und verminderte Schuldfähigkeit).

Ich sehe, das wir so weit nicht auseinanderliegen mit unseren Meinungen, mein erster Post sollte jetzt auch nicht zu pessimistisch/reisserisch klingen. Wenn das so rüberkam, dann Schuldigkeit!
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  #63  
Alt 29-10-2011, 22:20
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Habe mir gerade die gesamten Beiträge hier reingezogen und muss erst mal verschnaufen. Hier scheinen sich ja mehr (Hobby-) Juristen zu tummeln als Kampfsportler! Ich hoffe nur eure äußerst feinen Unterscheidungen bezüglich Notwehr u. Notstand bzw. Verhältnismäßigkeit ja oder nein stehen euch im Zweifelsfall nicht im Weg zu reagieren, wenn ihr angegriffen werdet!

Moment!...Wie war das doch noch? Ach ja....keine Verhältnismäßigkeit! Wo ist die nächste Waffe?!...Kann weiter gehen!
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  #64  
Alt 30-10-2011, 09:34
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Zitat:
Zitat von Beowulf Beitrag anzeigen
Hier scheinen sich ja mehr (Hobby-) Juristen zu tummeln als Kampfsportler!
Du wirst es nicht glauben, man kann beides sein!

Zitat:
Ich hoffe nur eure äußerst feinen Unterscheidungen bezüglich Notwehr u. Notstand bzw. Verhältnismäßigkeit ja oder nein stehen euch im Zweifelsfall nicht im Weg zu reagieren, wenn ihr angegriffen werdet!
Du wirst über "unsere feinen Unterscheidungen" noch sehr glücklich sein, wenn du irgendwann mal der Staatsgewalt ausgeliefert sein solltest und auf die Grundsätze des Rechtsstaates und eine differenzierte Rechtsprechung hoffen musst...

Zitat:
Moment!...Wie war das doch noch? Ach ja....keine Verhältnismäßigkeit! Wo ist die nächste Waffe?!...Kann weiter gehen!
Ich kenne jedenfalls jede Menge Kampfsportler, die glauben sie dürften sich garnicht verteidigen, weil man mit Kampfsporterfahrung ja als Waffe gilt und man das nicht anwenden darf. Andere denken, sie müssten ihren Angreifer zunächst mehrfach warnen, bevor sie sich tunlichst verhältnismäßig ein Bisschen selbst schützen. Ich halte eine Aufklärung dahingehend für sehr sinnvoll und weit weniger schädlich, als eine zu detailierte Kenntnis der Rechtslage.
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  #65  
Alt 30-10-2011, 10:58
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Beiträge: 2.525
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Zitat:
Zitat von suceng1 Beitrag anzeigen
Auch hier stimme ich mit dir überein, allerdings ist es auch ein Indiz wie unsere Gesellschaft tickt (finde ich zumindest). Wenn diese Medien mit solcherlei Berichterstattung mehr Geld machen können ist das ein Indikator was unsere Gesellschaft interessiert, bzw. wie unkritisch solche Medien konsumiert werden.
Da hast Du recht, allerdings ist es da vor allem an uns selbst entsprechend zu handeln und unser Umfeld entsprechend zu beeinflussen.
Denn leider Gottes sieht man in D immer wieder, dass Probleme zwar erkannt, aber nicht die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden bzw. "das Volk" seine Macht offenbar nicht kennt und nicht nutzt.



Zitat:
Zitat von suceng1 Beitrag anzeigen
Was wiederum nichts daran ändert, sich überhaupt darauf zu berufen (genauso wie auf, durch Alkohol oder Drogen, verminderte Schuldfähigkeit - die meisten nehmen Alkohol und Drogen nicht unbewußt zu sich, sondern bewußt darüber, dass es die Sinne benebelt)
Drogen und Alkohol sind per se kein Freifahrtschein. Es wird da schon sehr genau drauf geachtet, inwieweit das als Schuldminderungsgrund herhalten kann.
Es geht zwar sogar soweit, dass es sogar Schuldausschließungsgrund sein kann, dann greift aber in aller Regel der Vollrausch-Paragraph (ist nämlich auch strafbar) oder man geht schlicht von "vorverlegtem Vorsatz" (actio libera in causa : Actio libera in causa ? Wikipedia ) aus.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht.


Zitat:
Zitat von suceng1 Beitrag anzeigen
Auch da hast du wohl recht. Während der Wahrheitsfindung geht es nicht anders. Naja, wenn ich sicher sein könnte, dass der Täter bei solcherlei Delikten nicht nach 10 oder 15 Jahren wieder auf freiem Fuß ist, sondern auch wirklich eine Strafe verbüßen muß die nicht "auf einer A....backe" abgesessen ist, dann könnte ich damit evtl. Leben - aber zufrieden wäre ich sicher nicht.
10-15 Jahre sitzen wohl die wenigsten auf einer Backe ab. Da stimmt dann doch der Spruch - Das Schönste im Leben ist die Freiheit.

Als Hinterbliebener / Opfer ist das unbefriedigend, aber das ist schon Strafe. Da ändert auch kein Fernseher was dran. (wobei ich natürlich verstehe was Du meinst9

Zitat:
Zitat von suceng1 Beitrag anzeigen
Nein, das wohl nicht. Ich meine damit, das wir zunehmend ein Problem mit unseren sozialen Strukturen haben. Es geht in die Richtung, dass wir stark an den sozialen Brennpunkten arbeiten müssen. Es fängt doch damit an, eine Arbeit bzw. Perspektive für die Zukunft zu haben, für die es sich lohnt zu Leben. Das dieses Leben nicht im Überfluß sein muß (Luxus) sollte jedem klar sein. Aber es kann ein glückliches erfülltes Leben sein. Leider wird auch wieder durch unsere Medienwelt das schnelle (und reichliche) Geld versprochen von wegen "Werde Superstar und du brauchst keine Schule und keinen Job" oder "Werde Topmodel und dir liegt die Welt zu Füßen"! Aber wie schon erwähnt, das würde viel zu weit führen hier, da da noch viele andere Faktoren dazu gehören über die mir leider das faktische Wissen fehlt.
Auch hier sind es mehr meine subjektiven Eindrücke, die ich hier mitteile und ganz gewiss kein Rezept, wie unsere Zukunft besser gestaltet werden kann.
Deine subjektive Meinung, die ich voll und ganz teile.



Zitat:
Zitat von suceng1 Beitrag anzeigen
Ich sehe, das wir so weit nicht auseinanderliegen mit unseren Meinungen, mein erster Post sollte jetzt auch nicht zu pessimistisch/reisserisch klingen. Wenn das so rüberkam, dann Schuldigkeit!
Jop, aber keine "Schuldigkeit". Foren sind ja zum diskutieren (Meinungsaustausch) da
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