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#1
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| Hallo, das Thema gab's ja schon ein paar Mal hier. Auf SPON ist ein Artikel Gewaltattacke in U-Bahn, in dem ein Polizist vom Präventivschlag abrät (wobei sich ja wieder die Frage stellt, was man unter 'angreifen' versteht): Zitat:
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#2
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| Halt ich für kompletten Mist, zum einen glaube ich kaum das ''Stopp'' rufen wirklich 'oft' schon ausreicht, zum anderen greife ich natürlich präventiv an, wenn ich sicher weiß das ein Angriff bevorsteht, warum sollte ich auch auf den Vorteil der ersten Aktion verzichten, es geht schließlich im zweifelsfall um mein Leben. Aber der Typ ist schließlich Polizist, selbst wenn er persönlich etwas anderes denkt kann er es natürlich öffentlich nicht kundtun, von wegen Beamter, Rechtsstaat usw. |
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#3
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| Ich finde den Artikel soweit in Ordnung. Der fettmarkierte Zusatz sagt in diesem Zusammenhang wenig aus, ich denke dass er hier einfach auch den Denkanstoss in Richtung Notwehrexzess lenken möchte. Es kommt immer auf die Umstände an, sich in einem solchen Artikel detailierter darin zu verstricken finde ich nicht sinnvoll.
__________________ Viele Leute meinen, ich bin oberflächlich. Das stimmt aber nicht! Ich habe auch hässliche Freunde... |
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#4
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| Präventiv angreifen ist wahrscheinlich, gerade im Hinblick darauf, dass 'in der Regel der Täter ein feiges Schwein' ist, der 'ein Opfer braucht' wohl die klarste Methode zu zeigen, dass man kein solches ist. Ob ein 'Stop' im Falle des Angriffs wirklich hilft, wage ich auch zu bezweifeln. Mit dem Rufen begenget man dem Angreifer auf einer Ebene, die ihn sowieso nicht interessiert. Weil er ja sein Opfer gefunden hat. Gruß Geändert von SkiTe (03-03-2010 um 12:22 Uhr). |
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#5
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| Dieses "Stop" schreien, mag ne feine Sache sein aber wer sagt denn das sein nächstes Opfer genau so couragiert ist? Manchmal ist es schön solchen Leuten ein Andenken zu geben an das sie sich erinnern. Und ich habe keinen Bock beim verlassen der Bahn dann aus der selben getreten zu werden weil der Aggressor nur auf den Moment wartete wo ich ihm den Rücken zudrehen musste. Ich denke mir das die vergangenen Opfer solche Übergriffe ebenfalls versucht haben den Aggressor verbal zu besänftigen und haben das mit Leben oder Gesundheit bezahlt. Mein Motto ist in so einem Fall: Du kannst mich zwar zum Tanz auffordern aber die Musik bestimme ich!
__________________ Und wenn du zu Boden gehst, steh einfach wieder auf |
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#6
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| Die Empfehlungen dürften wirken wie einbruchssichere Türen: Das Delikt wird nicht verhindert, sondern verlagert. Z.B. zum Nachbarn. Also ist es, mal ganz philosophisch betrachtet, sozialer die Sache zu eskalieren (wenn man das auch erfolgreich abwickeln kann, was man natürlich vorher nicht weiß).
__________________ Das Leben ist eher breit als lang |
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#7
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| Die Aussage der Polizei ist m. E. doch in Ordnung. Grds. die Konfrontation vermeiden, aber im Falle eines körperlichen Angriffs wehren. Mehr kann ich aus dem kurzen Ausschnitt nicht lesen. Es ist natürlich eine Auslegungssache, wann der körperliche Angriff beginnt; hier hat der Schutzmann sicherlich eine höhere Schwelle als der eine oder andere von uns ![]() ![]() Wie man sich dann verteidigt ist einem ja selber überlassen ![]() , macht sich aber sicherlich ganz gut, wenn 67 Zeugen bestätigen, dass man angegriffen wurde. Wenn man dann als gesetzestreuer Bürger aus Furcht, Verwirrung oder Schrecken tüchtig zulangt, ist das eben so![]() ![]() Grüße der herbie
__________________ Ich möchte schlafend sterben wie mein Großvater und nicht heulend und kreischend wie sein Beifahrer |
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#8
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| Die Situation kann man doch immer selber einschätzen, finde ich. |
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#9
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| Ist est nicht widersprüchlich zu sagen, man soll nicht wie ein Opfer wirken (sinngemäß), aber dann sagt er in der letzten Zeile, dass man einer direkten Konfrontation aus dem Weg gehen soll (wörtlich gemeint). Wenn ich nen halbstarken Jugendlichen auf dem Bahnhof sehe, der mich evtl blöd anmachen möchte, ich dann aber 5 Meter vorher abdrehe, um angeblich die Konfornatation zu vermeiden, dann kann ich mir gut vorstellen, dass er umso motivierter ist, mich fertigzumachen. Prinzipiell finde ich seine Äußerungen schon in Ordnung, aber wer kein Opfer sein will, sollte diese Rolle auch konsequent bis zur Konfornation vertreten, sonst verleiert man seine Glaubwürdigkeit und ist am Ende doch ein Ofer. |
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#10
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| Moinsen fry, höhö, die virtuelle Spielwiese hier zeigt ja, dass Eskalationen von Auseinandersetzungen nicht wirklich zu einem harmonischeren Beisammensein führen ![]() Spass beiseite: Mit dem Aspekt der Verlagerung hast du nicht Unrecht. Und dann gehn die Jungs vielleicht ein wenig rabiater zu Werke. Das würde den Text mit der latenten Botschaft "Jeder ist sich selbst der Nächste" allerdings trotzdem recht passend für die heutige Einstellung erscheinen lassen. Ich persönlich seh das auch so: den Bubis ordentlich den Hintern versohlen ist ne feine Sache. Das wäre quasi präventive Nothilfe. Is ne persönliche Kiste, ich nehme für mich auch die möglichen Konsequenzen in Kauf bzw. arroganter Weise für mich in Anspruch, diese im Vorfeld zu kennen und deswegen vielleicht sogar geschickt durch mein Verhalten zu manipulieren ![]() Zitat:
![]() Trotzdem ist der Text so in Ordnung: Ich laufe in Kölle vor kleinen Kindern auch nie bei rot über die Ampel, insgeheim, wenn ich alleine bin, aber rebellischer Weise durchaus ![]() Soll heissen: öffentlich zu schreiben, dass man iSe harmonischen sozialen Beisammenseins pädagogisch weise dem Agressor in den A*sch tritt, macht sich nicht so gut und ist pauschal auch nicht richtig. Soll der Polizist dann lieber mit dem nötigen Background in seinen Kursen vermitteln ![]()
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#11
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| Ich kann das, was in dem Artikel steht, nur unterstützen. Übrigens sind zwei verschiedene Beamte/innen zitiert, die evtl. auch zwei verschiedene Sichtweisen haben könnten. Der erste HK sagt was zum Auftreten, die zweite HKin sagt was zum Wehren, Schlagen, Treten. Für Polizisten ist das schon weitgehend, vor 10 Jahren haben die noch mäuschenhafte Kampfvermeidung gepredigt, alles andere sei doch so gefährlich und ziehme sich dem ordnungsliebenden (Spieß)bürger nicht... Die beiden Schlußsätze stimmen auch. Man sollte auf keinen Fall auf den Gegner (der einen z.B. provoziert) zugehen und schlagen, denn das kann sehr leicht als Notwehrprovokation erscheinen, bei der die Notwehr nicht geboten ist. Man bleibt, wo man ist, zieht sich vielleicht zurück, wenn der Gegner dann kommt, ist die Sache klar. Und wenn es geht, sollte man natürlich jeden Kampf vermeiden ("weglaufen"), schon aus Eigeninteresse, denn Kämpfe verlaufen oft unvorhersagbar und nicht immer nach Kampfkünstlers Wunschphantasie. Damit sagt sie aber nicht, daß man das machen müsse, denn sonst wäre die vorher ausgesprochene "Empfehlung", sich zu wehren, ja unsinnig. In der U-Bahn ist Weglaufen z.B. suboptimal, auch wenn meine 76-jährige Mutter dabei steht, würde ich nicht weglaufen, auch wenn ich es vielleicht noch schaffen würde. Die Meinung, quasi durch absichtliches Durchfechten von Kämpfen zur Generalprävention durch Ausschaltung potentieller Straftäter beizutragen, kann wohl nicht ernst gemeint sein. So was kann man sich gerne bei sich denken und sich dabei wohl fühlen, aber es hat mit der rechtlichen Realität in unserem Staat nicht das Geringste zu tun. Geändert von Tiju (03-03-2010 um 13:55 Uhr). |
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#12
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| Nuja, wie schon erwähnt: ich will sowas nicht als den pauschal richtigen Weg verstanden wissen, bin ja nicht der Messias ![]() Manchmal bin ich egoistisch: es gibt einfach Leute, denen will man unbedingt eine einschenken. Das ist wie bei einem Eiterpickel, der ausgedrückt werden muss. Mag durchaus sein, dass diese Gedankenkausalität bzgl. sozialem Nutzen an den Haaren herbeigezogen ist, aber moralisch ungemein befriedigend. Außerdem verbindest du mit dem letzten Satz quasi Recht und Gerechtigkeit. Is ja nicht dasselbe, wie man auch im KKB zu Genüge lesen kann. Wenn ich sozial wertvolle Arbeit leiste, kann ich mich durchaus illegal verhalten ![]()
__________________ Viele Leute meinen, ich bin oberflächlich. Das stimmt aber nicht! Ich habe auch hässliche Freunde... |
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#13
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| Zitat:
Nächstes mal mach ichs besser ![]()
__________________ Das Leben ist eher breit als lang |
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#14
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| Ich wollte nur sanft darauf hinweisen, daß ihr im Fall der Fälle eure philosophischen Betrachtungen möglichst nicht den Strafverfolgungsbehörden offenbaren solltet. ![]() |
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#15
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![]() Aber, mal ganz unphilosophisch, wenn so ein kleines A* auf Opfersuche ist und man weiß genau, wenn ich jetzt abhaue ist einfach der nächste dran ... juristisch gesehen muß man schließlich nicht flüchten oder sich den Ranzen vollhauen lassen. Wer in so nem Moment zulangt hat meinen Beifall und Beistand.
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