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#1
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| Moin Inspiriert durch dieses Thema werfen sich bei mir mehrere Fragen auf: Wie hoch ist der Theorieteil in Euren Kursen/Unterricht ? Behandelt Ihr auch Sachen wie z.B. Erkennung und Vermeidung von Gefahrensituationen, Vorgehensweisen der Täter, Täterprofile, Nonverbale und verbale, konfrontative und deeskalierende Selbstbehauptungstechniken, frühzeitiges Wahrnehmen von Grenzverletzungen, Grenzen setzen können, das Arbeiten mit den eigenen Ängsten usw.usf. Laut der Präventionsbeauftragten der Polizei sollte so etwas unabdingbar sein, vor allem im Kinder und Jugendbereich Der Anteil des eigentlichen Techniktraining sollte nur etwa 30-40% ausmachen.Was haltet Ihr von der These ? Bietet Ihr so etwas ? Könnt/Wollt Ihr das überhaupt bieten ? Wenn ja : Wie/Wo habt Ihr Euch geschult ? |
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#2
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| SV Kurse (!) halte ich sowieso eher für Schwachsinn, da man vernünftige SV in ein paar Stunden eh nich vermitteln kann. Die Theorie halte ich für Sekundär; wer heute nicht merkt, dass der Typ da an der Bar auf Stress aus ist, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Der Rest des Wissens (z.B. dass Vergewaltiger nicht immer große böse Fremde sein müssen oder die Gesetzeslage der Notwehr) ist schnell vemrittelt. |
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#3
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#4
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| 30%-40% find ich schon etwas wenig, da man auch die einfachen techniken ein bisserl einschleifen sollte. aber in jedem training so 10-20 minuten theorie, plus ein zwei theorieabende (recht, medizin) MUSS m.e. sein, da kämpfen wirklich nur ein bruchteil von SV ist. eine literatur-/linkliste zum abgeben ist sicher auch nicht verkehrt.
__________________ The complex part in simplicity is timing - Keith Jarrett |
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#5
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Zitat:
ich darf den trainee nicht mit irgendwelchen tricks zumüllen. ich kämpfe sowieso anders als mein verängstigter tn mit 65kg nassgewicht und ohne erfahrung. der soll lernen aus der kneipe zu gehen bevor er durch die tür fliegt. weil wenn man ihn erst am wickel hat, wird ihm das bisschen technik was ich ihm vermitteln kann auch nichts mehr nützen. |
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#6
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__________________ The complex part in simplicity is timing - Keith Jarrett |
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#7
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| Das hängt doch in erster Linie von Zielgruppe der Kurse und Kursdauer ab. Leitlinie: Schwerpunkte wichtigste Theorie (ein paar Statistiken, um falsche Vorstellungen abzubauen, Situationen/Täterprofile, Rechtsgrundlagen), Prävention/Deeskalation und dann ganz wenige, effektive Techniken, die möglichst realistisch trainiert werden, v.a. um die "Beisshemmung" abzubauen - und das möglichst in ein paar Szenarien, nicht "dojo-like". 12x90 Min. ist ein Kursrahmen, in dem man vernünftig arbeiten könnte, Kurzseminare könnte man als reine Theorieeinheiten zur Vermittlung von Hintergrundwissen machen oder als "reality check", indem man mit Kampfsportlern Stressszenarien und Technikanpassung macht, die technische Grundlage also vorhanden ist. "Unbesiegbar in zwei Tagen" war, ist und bleibt ein verbrecherischer Schwachsinn. Intensive Technikschulung bis zu dem Niveau, auf dem man sich unter Stress gegen halbwegs realistische, verschiedenartige Angriffe durchsetzen kann, geht nur mit regulärem Training. Ich denke, es gibt einige Leute, die so etwas anbieten können (u.a. ich, habe aber Zeit- und Platzprobleme), allerdings reicht Kampfsporttraining im Dojo/Schwarzgurt etc. lange nicht aus, i.d.R. nicht mal mit ÜL-/Trainer C, da diese Ausbildungen zumeist sehr sportzentriert sind. Für Sv-Training/Kurse gehört vieles an Zusatzinformationen und Didaktik mit rein, was häufig Kampfsportlern gar nicht bewusst zu sein scheint. Die Informationen sind ja verfügbar: Die Frauen-SV- Ausbildung des DJJV, entsprechende Angebote für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die oft gescholtenen "reality based"-Hybriden diverser Anbieter (Hock hat eine beeindruckende Menge an Theorie, Statistik, Psychologie, Methodik und Didaktik plus eigene Erfahrung zusammengetragen und hervorragend strukturiert - was immer man aus "Kampfkunstsicht" davon halten will), Inhalte einiger Disziplinen/Verbände, die realistisches SV-Training integrieren...Man muss eben die Zeit, das Geld und die Offenheit aufbringen, die relevanten Informationen zu finden und sich anzueignen. Der klassische Gi-und Dojo-Schwarzgurt ist was feines und sollte nicht verspottet werden, ist aber allein dadurch i.d.R. nicht ausreichend für das zur Diskussion stehende Angebot qualifiziert. Geändert von TacHead (08-02-2007 um 11:58 Uhr). |
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#8
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#9
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#10
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| Ich finde die Bezeichnung SV-Kurs für ein wenig irreführend. Es sollte doch eher SB-Kurs, also Selbstbehauptungskurs heißen. Denn ich finde ohne Selbstbehauptung, keine Selbstverteidigung!!! Grüße
__________________ Honi soit qui mal y pense Edward III. Geändert von wildcat (08-02-2007 um 14:15 Uhr). |
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#11
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| Selbstbehauptung ist auch irgendwie irreführend, Kursus zur Vermeidung, Umgehung und Abwehr potentieller und akuter Gewaltkonflikte im Altag wäre treffed glaube ich. |
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#12
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| Zitat:
__________________ The complex part in simplicity is timing - Keith Jarrett Geändert von doc faust (08-02-2007 um 15:07 Uhr). |
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#13
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| Mag ja sein, aber ich denke, dass ohne Selbstbehauptung weder die Vermeidung, noch die Umgehung geschweige denn die Abwehr funktionieren kann. Ich meinte auch eigentlich nicht, dass SB allein helfen kann. Natürlich müssen da noch andere Sachen dazu, aber ich finde einfach dass es DER Grundstein ist um das von dir erwähnte anwenden zu können.
__________________ Honi soit qui mal y pense Edward III. |
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#14
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| Moin Ich wollte eigentlich etwas über die theoretischen Inhalte wissen. Die meisten Kursanbieter konzentrieren sich immer nur auf den körperlich Aspekt und da auch nur auf den Teil der 20 - 40 Jahre alten Frauen. Was ist aber mit den jüngeren bzw. Senioren ? Ich habe heute nochmal mit dem Präventionsbeauftragten der Bremer Polizei gesprochen. Er war auch der Meinung, dass der Anteil der Techniken 30 % nicht überschreiten sollte. Gerade im Jugendbereich. Auf die Frage, ob es denn immer noch so wäre, dass nur etwa 10 % der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Vergewaltigungen sind, erwiderte er, sie würde noch viel niedriger sein. Das nütz den Opfern natürlich wenig. Der Großteil liegt aber im sogenannten "sozialen Nahraum" also der Umgebung in der man sich befindet. Meine Begriffserklärung: " Der Begriff Selbstverteidigung bezeichnet im allgemeinen die Vermeidung und die Abwehr von Angriffen auf die seelische oder körperliche Unversehrtheit eines Menschen. Die Bandbreite solcher Angriffe reicht dabei von Nichtbeachtung, unbedachten Äußerungen, Einnehmen von Gemeinschaftsraum usw., setzt sich fort über Beleidigungen, Mobbing und Körperverletzung und reicht bis hin zu schwersten Gewaltverbrechen. Meisten ist die Ausübung von Macht dabei der Ansporn der Täter. Die weit überwiegende Anzahl solcher Angriffe wird nicht von Fremden, sondern von Bekannten (z.B. Schulkameraden, Verwandte, Ehemänner usw.) verübt. Bei der Verteidigung gegen nicht-körperliche Angriffe spricht man heute auch von Selbstbehauptung (als Substantiv zu sich behaupten)." Also: Was an Theorie vermittelt Ihr ? Der Clown hat ja auch einige Punkte angesprochen, ebenso wie ich in meinem Eingangspost. Also nochmal meine Frage lesen und her mit den Antworten. ![]() |
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#15
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| Zitat:
Ist klar, da bin ich ja deiner Meinung; ich halte aber Techniken einschleifen erstmal für wichtiger, da dir die Theorie ohne Techniken auch im Kampf nichts hilft. Sekundär heißt ja nicht überflüssig, nur halt "an zweiter Stelle". Geändert von Ir-khaim (10-02-2007 um 12:38 Uhr). |
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