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#1
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| Möchte hier mal eine Diskussion über Trainingsmethoden zur realistischen Selbstverteidigung eröffnen ... Habe kürzlich mal mit einem Freefighter im Ring gestanden und mit diesem eine Runde lang nach Kickboxregeln gekämpft. Dazu muss ich sagen, dass ich bisher noch nie wirklich Vollkontakt gegangen bin. Als Schutzausrüstung hatte ich einen Kopfschutz, Ellbogen- und Schienbeinschützer sowie natürlich Boxhandschuhe. Im Nachhinein empfehle ich auch jedem im Ring einen Zahnschutz anzuziehen (ist nicht´s passiert). Nun denn, ich muss sagen, dass Vollkontakt eben schon was ganz anderes ist, als Techniken immer nur mit einem Partner kontrolliert und nicht in realer Geschwindigkeit auszuführen. Ich komme aus dem Wing Tsung-Bereich, trainiere aber parallel auch Kickboxen. Möchte jetzt hier kein Pro-WT- oder Contra-WT-Thread eröffnen, aber habe mir im Nachhinein einige Gedanken gemacht, ob mein WT-Keil auch gegen die schnellen Boxerkombinationen standhalten würde. Alles in allem halte ich das Vollkontakttraining für eine sehr realistische Trainingsmöglichkeit, die jeder, unabhängig seines Stils, zusätzlich zum üblichen Training betreiben sollte, sofern ihm wirkliche Selbstverteidigung am Herzen liegt. Gut man kann sagen, im Ring darf ich ja einige Sachen nicht, die ich auf der Straße darf, aber darum geht es weniger, sondern eher das man eben im Ring seine Defensivarbeit und auch seine Offensivqualitäten sehr verbessern kann, da eben bei Fehlern schonmal der eine oder andere Punch durchkommt, der auf der Straße das "Aus" bedeuten würde. Die "verbotenen" Techniken wie Kehlkopfangriffe, Kopfhebel, Augenstiche, Beißen usw. kann man dann immer noch extern in "slow-motion" trainieren (bzw. andeuten) und dann auch der Straße auch richtig durchziehen, wenn´s sein muss. Boxen, Thai- und Kickboxen usw. sind zwar Sportarten, sie haben aber eben das realistische Vollkontakttraining, welches nicht zu unterschätzen ist. Deshalb implementieren auch Kampfkünste auf SV-Basis wie z.B. Ju Jutsu, Krav Maga oder auch Wing Tsun in den besseren Schulen das Vollkontakttraining mit Schutzausrüstung. Sandsäcke und Schlagpratzen sind gut für Genauigkeit und Schlagkraft, aber nur mit einem Partner im Ring, der auch mal mit realer Geschwindigkeit angreift, kann man auch gutes Timing zur Verteidigung (Konter- und Stoppschläge, Ausweichen, Meiden, Parieren, Blocken) erlernen. Dafür gibt es ja sog. Drills, die den Übenden dann langsam mit vorgebenenen Kombinationen unter echter Geschwindigkeit an das freie Sparring heranführen sollten. Ich werde daher meine Wing Tsun-Techniken, insbesondere den Keil und Stopptritt auch mal im Ring an entsprechenden Personen versuchen. Für die Selbstverteidigung ist es denke ich auch wichtig, dass man, egal welchen Stil man ausübt, das Gefühl hat, dass die Technik auch unter einer Druck- und Stress-Situation funktioniert. Dies erreicht man aber eben nur durch realitätsnahes Üben. Bsp. Wing Tsun: Übe ich den WT-Keil immer nur gegen leichte und langsame Angriffe, die vorher genau vorgeben wurden, erreiche ich nicht die Qualität, als wenn ich mit jemandem im Ring stehe und ihm sage, "greif mich mit geraden Schlägen an, Jab oder Cross, rechts oder links ist egal, mit antäuschen usw.", dann übe ich den WT-Keil realistisch und mit entsprechender "Bissigkeit". Darüberhinaus lerne ich auf korrekte Deckungspositionen viel mehr zu achten. Bsp. Ju Jutsu: Übe ich einen Hebelgriff immer nur gegen kooperative Personen, dann werde ich überrascht sein, wenn er in der Selbstverteidigung nicht funktioniert. Übe ich ihn aber aus dem Sparring und Grappling heraus, dann bekomme ich eine gewisse Sensibilität dafür, wann welche Technik funktioniert bzw. welche Technik ich als nächstes anwenden kann, falls sich der Gegner so gut sperrt, dass meine erste Technik nicht anschlagen sollte. Welche Übungsmethoden wendet Ihr für das realistische SV-Training an ?? |
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#2
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| Sparring ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes realistischen SV-Trainings. Grüsse |
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#3
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| 2 Jahre Training mit Sparring > 20 Jahre Training ohne Sparring |
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#4
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| Ohne Vollkontakt kein Selbstverteidungstraining, würde ich sagen ...
__________________ "Wo Dummheit herrscht, ist Selbstvertrauen König." |
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#5
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| Zitat:
dann trainiere ich ja jetzt schon 70 jahre ohne sparring (mann mann mann , ich werd alt) |
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#6
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#7
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| Zitat:
UFCs, jede Menge Videos, eigene Sparring Erfahrung, und last but not least Bruce Lee Zitat:
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#8
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| Hm... ja, keine Ahnung, kommt mir ein wenig pauschalisierend vor... Meister Bruce in Ehren, aber wenn man mich fragte, würde ich die Aussage nicht so ohne weiteres unterschreiben. Jemand der 5000 Mal gegen ein nicht-menschliches Ziel schlägt, wird wohl auch ein menschliches treffen können, irgendwann geht das einfach in die Automatik über. Obwohl ich ehrlich gesagt zu unerfahren bin, das zu beurteilen... Ich will nicht sagen, dass Sparring unnötig ist, aber ist der Unterschied soooo groß?... Geändert von Pinselstrich (31-01-2006 um 21:37 Uhr). |
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#9
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| Zitat:
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#10
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| Zitat:
Menschen bewegen sich, sie stören deine Aktionen, sie positionieren sich plötzlich so, daß die Technik nicht mehr funktioniert, sie verändern plötzlich die Distanz, usw. usw. usw. Gegen einen Sandsack zu schlagen oder auch gegen einen kooperativen Partner zu hauen ist in keinster Weise mit Sparring zu vergleichen. |
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#11
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| Zitat:
Ich habe zwar (logischerweise) keine 20 Jahre Erfahrung, aber die ersten 6 Monate Kickboxen hab ich ohne Sparring gemacht. Ich dachte ich könnte die Techniken einigermaßen. Im ersten Fightclub kam dann das böse Erwachen. Kein Land gesehen, aber gar keins. Dann nach 3 Monaten konnte ich (halbwegs) mithalten. Die 6 Monate vorher waren (mehr oder weniger) umsonst. Logischerweise muss man irgendwann erstmal die Basics lernen, Techniken einschleifen. Aber ohne Anwendung (=Sparring) bringt's alles nix. |
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#12
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| Eure Argumente sind nicht von der Hand zu weisen, aber meiner Meinung nach lernt man unglaublich viel, wenn man 20 Jahre Kampfkunst betreibt (das ist so lang wie ich alt bin, denk ich grade). Rein motorisch hat man einen gewaltigen Vorteil gegenüber dem "Anfänger", der zwar Sparring gemacht hat, aber wahrscheinlich weder so schnell ist noch über so viel Kraft, Kondition, Wissen und Koordination verfügt... nicht zu vergessen die geistige Entwicklung, die man nach einer solch langen Zeit disziplinierten Trainings erfahren hat. Ich will mir hier nicht anmaßen darüber Bescheid zu wissen, aber ich denke Meister Bruce hat da ein bisschen übertrieben, um die Wichtigkeit davon zu unterstreichen, dass man nicht nur "Tänzer" bzw. "Poser" sein sollte. Jedenfalls kommt mir eine 2 > 20 Relation etwas unrealistisch vor. Ich weiß, dass Bretter nicht zurückschlagen, aber das heißt noch lange nicht, dass der Bruchtest absolut sinnlos ist... nicht alles glauben was in Filmen vorkommt... ![]() PS: Buzus, ist Jin Kazama nicht eine Person aus "Tekken 3"?... |
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#13
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| Zitat:
Man sollte die Diskussion auch nicht auf Zahlenverhältnisse versteifen. Ich weiß jedenfalls eins, die Steigerung der Kampfkraft durch Sparring ist gigantisch. Ein Brett durchzuhauen, verändert dagegen nur wenig. |
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#14
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#15
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