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  #1  
Alt Gestern, 19:54
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
Registrierungsdatum: 29.10.2009
Alter: 35
Beiträge: 130
Standard Gewalterfahrungen vor und nach dem KK/KS-Einstieg

Hallo zusammen,

es heißt, die Beschäftigung mit KK/KS wirke charakterbildend und lasse einen Menschen reifen. Es klingt plausibel und für mich kann ich das auch bestätigen.
Ich bin aber nicht die Welt und plausibel ist nicht gleich zu setzen mit wahr. Daher würde mich interessieren, wie eure Erfahrungen dazu aussehen, insbesondere in Hinsicht auf die Qualität und Quantität der erfahrenen Gewalt außerhalb des Wett- oder Trainingskampfes.

Bei mir war es so, dass ich vor der KK-Phase mich hin und wieder gekloppt habe...manchmal "Hahnenkampf"-mäßig, manchmal waren es auch SV-Situationen (deutlich seltener). Nach dem KK-Einstieg hat es schlagartig aufgehört. Bei so ziemlich allem, was danach körperlich wurde, war ich lediglich der Schlichter/Verteidiger und alle Aktionen von mir und auch gegen mich waren deutlich entschärfter/unblutiger. Alle Situationen, die mich direkt betrafen, wurden bereits in der Vorkampfphase entschärft. D.h. ich habe seit meiner KK-Ära keine körperliche Gewalt mehr erfahren, bei der ich eine echte Zielperson war.
Ähnliches konnte ich bei den Jugendlichen beobachten, die zu uns ins Training kamen (unabhängig der ausgeübten KK) - die wurden ruhiger, umgänglicher und hatten weniger Probleme auf der Straße. Hier ist allerdings anzumerken, dass mein Einstieg in der Pubertät stattfand, wo die Persönlichkeit sich eh stark verändert, weshalb man sich Fragen muss, ob die positive Änderung mit der Pubertät, der KK oder beidem zusammen hängt. Von dieser Warte aus wären die Erfahrungen von Späteinsteigern (Einstieg nach der Pubertät) besonders interessant.
Wie sieht es bei euch aus?

P.S.: bitte keine detaillierten Gewaltschilderungen und nichts StGB-Relevantes
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  #2  
Alt Gestern, 20:22
Benutzerbild von marasmusmeisterin
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: mein Knie überwinden
 
Registrierungsdatum: 02.06.2011
Ort: Dortmund
Alter: 52
Beiträge: 331
Standard Tjaa...

ich hatte weder vorher noch nachher irgendwelche Gewalterfahrungen. Habe ich bis heute nicht, wenn man mal von sexuellen Übergriffigkeiten absieht.

Darum glaube ich auch, daß die Späteinsteiger einfach aus anderen Gründen zur KK/KS finden.
Darin liegt wohl eher der Grund für die späteren charakterlichen Änderungen im jüngeren Alter - also in der jeweiligen Motivation dafür, überhaupt anzufangen.
Hier gibt es ja einiger Posts, die sagen "ab und zu kam/kommt einer ins Training, um sich zu prügeln, der ist dann aber ganz schnell wieder weg" oder "reformiert".
__________________
Wer nicht kotzt, ist nicht am Limit
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  #3  
Alt Gestern, 20:49
Benutzerbild von Willi von der Heide
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: DST, Combatives ( pausierend )
 
Registrierungsdatum: 27.02.2014
Ort: Ostwestfalen-Lippe
Alter: 38
Beiträge: 2.138
Standard

Zitat:
Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

es heißt, die Beschäftigung mit KK/KS wirke charakterbildend und lasse einen Menschen reifen. Es klingt plausibel und für mich kann ich das auch bestätigen.
Ich bin aber nicht die Welt und plausibel ist nicht gleich zu setzen mit wahr. Daher würde mich interessieren, wie eure Erfahrungen dazu aussehen, insbesondere in Hinsicht auf die Qualität und Quantität der erfahrenen Gewalt außerhalb des Wett- oder Trainingskampfes.
Bei mir ist das etwas vielschichtiger.

Privat:

Schulhofrangeleien u.ä. laße ich mal weg, das ging immer glimpflich aus. Eine schwere Sache habe ich in jüngeren Jahren erlebt, es hat mich nachhaltig geprägt. Daß ich mich das letzte Mal wehren mußte, ist schon ca. drei Jahre her und das war auch nur ein Betrunkener der mich an den Arm faßte. Mehr war da nicht.

Beruflich:

Hier sieht es schon anders aus. Da mußte ich mich doch öfters mal wehren und bin auch verletzt worden. Bleibt halt nicht aus !
Die allermeisten Konflikte kann ich aber ohne Hilfsmittel lösen.

Ich kenne so viele Leute, die nie in ihrem Leben mit Gewalt konfrontiert wurden und werden - Gut so !
__________________
Bevor man untern Torf kommt, macht man einiges mit im Leben !
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  #4  
Alt Gestern, 21:53
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
Registrierungsdatum: 29.10.2009
Alter: 35
Beiträge: 130
Standard

Zitat:
Zitat von marasmusmeisterin Beitrag anzeigen
ich hatte weder vorher noch nachher irgendwelche Gewalterfahrungen. Habe ich bis heute nicht, wenn man mal von sexuellen Übergriffigkeiten absieht.

Darum glaube ich auch, daß die Späteinsteiger einfach aus anderen Gründen zur KK/KS finden.
Darin liegt wohl eher der Grund für die späteren charakterlichen Änderungen im jüngeren Alter - also in der jeweiligen Motivation dafür, überhaupt anzufangen.
Hier gibt es ja einiger Posts, die sagen "ab und zu kam/kommt einer ins Training, um sich zu prügeln, der ist dann aber ganz schnell wieder weg" oder "reformiert".
Danke für die Antwort
Ich glaube die Motivation anzufangen ist einen eigenen Thread wert, da sehr komplex. Mir geht es hier in erster Linie darum, ob man durch die KK-Beschäftigung die Gewalt stärker aus seinem Leben raushält - vor allem unbewusst. Ich habe mir zB. nie gesagt, ich will ein besserer Mensch werden und durch mein Verhalten die Gewalt aus meinem Leben verdrängen. Es kam von alleine, ohne dass ich viel drüber nachgedacht habe. Aber die Körpersprache, der Bekanntenkreis und die Kommunikationsweise habe sich verändert und wirken wie ein Schutz, die Frage ist, ob dieser Schutz auch ohne KK so "schnell" entstehen könnte. Viele meiner Bekannten von damals, die nicht trainiert haben, sind auf die schiefe Bahn geraten und haben sich erst gefangen, als sie Eltern wurden. Bis dahin hat die Gewalt in deren Leben eine der zentralen Rollen gespielt - auch im Erwachsenenalter.
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  #5  
Alt Gestern, 21:57
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Desert Eagle.50
 
Registrierungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 1.666
Standard

Definiere "Gewalt" - die einen schwärmen davon wie sich damals auf dem Schulhof geschubst haben, anderen läuft ein kalter Schauer über den Rücken wenn sie hören wie mit einem Ledergürtel "geschnallzt" wird.

Nachdem ich mit KK/KS angefangen hatte war es mir einfach zu lästig den Kontrahenten 3x darauf hinweisen muss das ich Kicksbockser bin bevor ich zuschlagen darf... Wo bleibt da der Spaß?
__________________
"It's not the size of the dog in the fight, it's the size of the fight in the dog." M. Twain
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  #6  
Alt Gestern, 21:59
Benutzerbild von Terao
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Kendo
 
Registrierungsdatum: 14.05.2013
Beiträge: 8.948
Standard

Puh, interessante Frage. Mal sehen:
Ich hab mit KK (Judo) angefangen, da war ich 9. Keine echten Gewalterfahrungen und auch eigentlich kein Gedanke daran. Hat mir halt einfach Spaß gemacht, zu kämpfen.
In meiner Jugend, so zwischen 16 und 20, hab ich dann schon öfter mal das "Was wäre, wenn..."-Spielchen gespielt, und, klar, Gewalt kam im abendlichen Ausgehumfeld vor, betraf mich aber nie direkt. Interessanterweise war grad das ne Phase, in der ich keine KK betrieben habe, bzw. die Sachen nach und nach aufgesteckt habe (nur täglich Sandsack & Doppelendball verprügelt und Krafttraining).
Nachdem all die Jahre dann immer noch nix passiert war, verschwand so allmählich auch der Gedanke ans Sich-gegen-irgendetwas-verteidigen-Müssen. Folglich kehrte ich dann zu meiner alten Liebe, den unzeitgemäßen Waffen, zurück.
__________________
När jag hade druckit min broders blod // Så blev jag en riddare bold och god

Geändert von Terao (Gestern um 22:03 Uhr).
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  #7  
Alt Gestern, 21:59
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Krav Maga
 
Registrierungsdatum: 14.02.2013
Alter: 19
Beiträge: 81
Standard

Seitdem ich KS betreibe reagiere ich deutlich gelassener auf Provokationen, handele besser unter Stress und habe es nicht nötig mich mit dem Typen zu hauen der mich "Hurensohn" nennt weil ich mein Ego beim Sparring mit einem stärkerem Gegner wieder grade rücken kann.
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  #8  
Alt Gestern, 22:00
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
Registrierungsdatum: 29.10.2009
Alter: 35
Beiträge: 130
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Zitat:
Zitat von Willi von der Heide Beitrag anzeigen
Bei mir ist das etwas vielschichtiger.

Privat:

Schulhofrangeleien u.ä. laße ich mal weg, das ging immer glimpflich aus. Eine schwere Sache habe ich in jüngeren Jahren erlebt, es hat mich nachhaltig geprägt. Daß ich mich das letzte Mal wehren mußte, ist schon ca. drei Jahre her und das war auch nur ein Betrunkener der mich an den Arm faßte. Mehr war da nicht.

Beruflich:

Hier sieht es schon anders aus. Da mußte ich mich doch öfters mal wehren und bin auch verletzt worden. Bleibt halt nicht aus !
Die allermeisten Konflikte kann ich aber ohne Hilfsmittel lösen.

Ich kenne so viele Leute, die nie in ihrem Leben mit Gewalt konfrontiert wurden und werden - Gut so !
Konntest du die Wirkung der KK feststellen? Also, ob die Beschäftigung damit Gewaltvorkommen reduziert hat (ich glaube bei Risikoberufen kann man sich die Frage fast sparen, da man es sich nicht aussuchen kann, aber privat?)
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  #9  
Alt Gestern, 22:07
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
Registrierungsdatum: 29.10.2009
Alter: 35
Beiträge: 130
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Zitat:
Zitat von Little Green Dragon Beitrag anzeigen
Definiere "Gewalt" - die einen schwärmen davon wie sich damals auf dem Schulhof geschubst haben, anderen läuft ein kalter Schauer über den Rücken wenn sie hören wie mit einem Ledergürtel "geschnallzt" wird.

Nachdem ich mit KK/KS angefangen hatte war es mir einfach zu lästig den Kontrahenten 3x darauf hinweisen muss das ich Kicksbockser bin bevor ich zuschlagen darf... Wo bleibt da der Spaß?
Ähm ok, ich nehme dann mal die eine eigene Definition und lasse niedrigschwellige (Rumschubsen) und psychische Gewalt weg
Also in dem Fall ziele ich mit "Gewalt" auf alle Handlungen ab, die sichtbare oder innere Verletzungen verursachen, bzw. dazu geeignet sind.
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  #10  
Alt Gestern, 22:25
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kloppen (früher ju-jutsu, boxen, tkd)
 
Registrierungsdatum: 29.10.2009
Alter: 35
Beiträge: 130
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Also in meinem Fall hatte eine kleine abgelegene ostdeutsche Stadt mit hohen Arbeitslosenzahlen und stark vertretenen Migranten- und Neonazi-Szenen für ausreichend Aggressionspotential gesorgt und ich meine erkannt zu haben, dass KK allen mir von dort bekannten KKlern geholfen hat, diese Aggressionen in richtige Bahnen zu lenken.
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