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  #16  
Alt 17-01-2006, 08:22
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Also, wir haben es gestern beim Training probiert...weder in die Eier beissen noch mit der freien Hand durch die Beine durch kam der Gewürgte an meinen Unterleib. Vielleicht stellen wir uns ja komisch an ...

Grüsse
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Frank Burczynski - J.A.B. JKD Akademie Berlin + IMAG e.V. http://www.jkdberlin.de
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  #17  
Alt 18-01-2006, 01:20
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Ich verstehe nicht so ganz warum ein durchgezogener Armhebel die Notwehr überschreitet.

Gehen wir mal davon aus auf der Straße versucht mir einer den Kiefer einzuschlagen, geboxe, infight und zack auf den Boden. Habe unglücklicherweise zwei Schläge im Stand kassiert bin schon etwas angeschlagen und schaffe es in die Mount. Und nun? Ideal wäre ja ein Choke, bloss wird der sich nicht so einfach Choken lassen. Außerdem wird mir doch jeder Unterstellen ich hätte versucht ihm das Leben zu nehmen (Luftröhre zugedrückt und so ein Quatsch). Mit Faustschlägen oder sogar Ellbogen K.O. schlagen? Also dabei sind die Verletzungen ja mit am Größten. Und weil ich denke das 90% der Leute Panik bekommen und ihre Arme ausstrecken wenn du sie mountest (spätestens wenn du mit einem Fausthagel beginnst). Warum sollte hier ein Armbar die Notwehr überschreiten? Mein Gegner ist danach kampfunfähig (oder auf Koks) und nicht in Lebensgefahr.. Also entschuldigt mal bitte. Wie soll ich den sonst einen Kampf beenden? Der Kerl hat mir innerhin vorher auf die "Fresse" geschlagen und hätte mir die Nase oder den Kiefer brechen können, die Augen verletzen und was weiß ich alles.

Das selbe Spiel in der Guard. Er in meiner Guard und schlägt auf mich ein (versucht mich ernsthaft zu verletzen). Warum sollte hier ein Armhebel die Notwehr überschreiten. Wenn ich so einen schweren Brocken mit seinen Fausten rudern in der Guard habe...???

Das müsst ihr mir mal ernsthaft erklären, weil ich das nicht verstehe. Wie soll man sich den sonst verteidigen?
Gibt es da wirklich Rechtsprechungen die belegen, dass ein Armhebel eine Überschreitung der Notwehr ist?
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  #18  
Alt 18-01-2006, 08:22
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Die Notwehr "ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden." (§32 StGB).

Das Problem ist, dass wenn du deinen Gegner in einem Armhebel hast der Angriff nicht mehr gegenwärtig sein muss. D.h. ein guter Anwalt des Gegners wird es im Gerichtsprozess in etwa so aussehen lassen:
"Sehr geehrtes Gericht...mein Mandant befand sich in einer Kontrollposition und gab bereits auf. Er griff nicht gegenwärtig an und bat den Prozessgegner um Gnade. Dennoch hat der Gegner, aus reiner Rache, meinem Mandanten den Ellenbogen gebrochen und diesen so beeinträchtigt, dass mein Mandat über die nächsten 13 Monate nicht mehr arbeiten kann und es nicht abzusehen ist, dass nicht bestimmte Schmerzen für immer bleiben. Der Prozessgegner ist eindeutig ein Kampfsportler und hätte sich gewiss anders zu helfen wissen, als an dieser Stelle meinem Mandanten den Ellenbogen zu brechen und ihn sein Leben lang zu beeinträchtigen."
Na dann viel Spass beim Gegenargument.

Grüsse
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  #19  
Alt 18-01-2006, 10:59
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Es ist zwar ein bischen Off-topic, aber hier wird ein echtes Problem angesprochen das stets auftaucht, wenn man sich mit Bodenkampf seiner Haut wehren will. Schlägt jemand im Stand auf mich ein und ich schlage zurück, sieht das ein Richter wahrscheinlich ein. Bringe ich den Gegner erst zu Boden und schlage ihn aus der Mount siehts schon anders aus, die Zeugen werden aussagen man hätte auf einen wehrlosen, am Boden liegenden Gegner eingeschlagen - Notwehrexzess. Auschoken wie Frank vorschlägt? Wir wissen zwar, daß das vergleichsweise harmlos ist, die Richter aber nicht unbedingt. Im schlimsten Falle wird einem unterstellt, man hätte den anderen umbringen wollen. Ein paar Bänder zerreißen? Wohl auch nicht. Die Alternative jemanden zu Boden zu bringen, sich eine überlegene Position erkämpfen und es dann bei einer Drohung belassen? Auch keine gute Idee, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Ich bin vor zwei Jahren mit einem besoffenen Randalierer, der nicht von mir ablassen wollte aus der Kneipe raus, er packt mich am Kragen, ich denke noch Kopfstoß? - zu extrem, ich hab ihn dann mit "O soto gari"!!! (muß man sich mal vorstellen, was für eine Pfeife) geworfen, Knee on Stomach, erhobene Faust, tja und dann wieder aufgestanden in der irrigen Annahme, der andere hätte jetzt kapiert, daß er verliert. Pustekuchen, ne halbe Stunde später hat der Typ mir ohne Vorwarnung ein volles Bierglas im Gesicht zerschlagen- 48 Stiche und einen neuen Spitznahmen hat mir meine Naivität eingebracht. In einer vergleichbaren Situation würde ich heute drinnen bleiben. Und wenn das auch nicht geht würde ich ihn wahrscheinlich auschoken und dann so schnell es geht verschwinden.
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  #20  
Alt 18-01-2006, 11:04
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Eine ähnliche Geschichte hatten wir mal an der Tür:
Stänkerer wird von Security rausgebracht und macht draussen weiter Alarm - er geht dann direkt einen meiner Kollegen an - der bringt ihn zu Boden und Kontrolliert von oben - Stänkerer macht weiter - Kollege geht in Jujigatame - Stänkerer heult und kreischt, hat Angst um seinen Arm, verspricht das Blaue usw. - Kollege lässt los - Stänkerer setzt sich auf und schlägt kollegen erst in die Eier, dann ins Gesicht. War eine gute Unterrichtseinheit, aber hätte mein Kollege dem Mann den Arm brechen sollen? Wofür? Nee, ich bin immer gut mit Chokes gefahren...niemand, der ausgechoked wurde kam mit Polizei und Anzeige wieder.

Grüsse
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  #21  
Alt 18-01-2006, 11:17
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Oh Schreck, das ist aber eine krasse Konsequenz

Das Problem ist, dass man als zivilisierter Bürger sein Gegenüber ja nicht gleich kaputt machen will. Die Niederlage des Gemounteten ist zu unextrem.

Ein ausgekugelter Ellenbogen durch AB ist dagegen zu heftig, weil der Gegner im Moment der Anwendung (Zeitraum vom gestreckten Arm bis zum Bruch etc.) ja leider schon wehrlos ist. Der Angriff ist, wie JKD schreibt, nicht mehr gegenwärtig, also ist jede ausgeführte Technik ab hier Notwehrexzess, egal wie die Konsequenzen aussehen.

Wenn man die Chance zu nem Choke hat, sollte man diesen wohl versuchen. Und als "trainierter Kampfsportler" kann man auch glaubhaft darlegen, dass das die sanfteste Methode ist. Richter sind vielleicht manchmal ahnungslos, aber nicht dumm und Kampfsportler-Hasser

Ein Notwehr Exzess macht sich auch nicht an den Konsequenzen für den Gegner fest, sondern an der Wahl der Mittel. Trägt der Gegner eine schwerere Verletzung von einem Choke davon (kein Plan, was das alles sein könnte), ist das "nicht so schlimm", weil man nicht von einer solchen Konsequenz ausgehen konnte (weil nie im Training erlebt) und es sich daher nur um Fahrlässigkeit handelt. Bei einem AB ist aber die Konsequenz immer, wenn er voll durchgezogen wird, die Verletzung des Gegners. Hier ist es also Vorsatz, und der wird zu recht bestraft.
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  #22  
Alt 18-01-2006, 14:33
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Hi!

Ich kann auch wärmstens den Choke empfehlen!
Die krasseste Konsequenz, die ich "in real" noch vor kurzem erst mitterleben durfte, war den vorher aggressiv schlagenden Fettsack 30 Minuten im Kreis herum laufen zu sehen, ohne das er wusste was passiert ist!

Noch ein Tipp: Macht einen Sidechoke im Stand, so dass Ihr seine Schulter mit Eurem Hals an seinen presst! Mit etwas "Geschick" werdet Ihr auch bewußtlos und habt eine super Ausrede, dass Ihr Euch auch an nix erinnern könnt!

Gruß Andy

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  #23  
Alt 18-01-2006, 14:39
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Selber mit Sidechoke wegmachen ist echt klasse

Grüsse
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  #24  
Alt 18-01-2006, 14:50
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Zitat:
Zitat von jkdberlin
Na dann viel Spass beim Gegenargument.

Grüsse
Sehen Sie sich bitte ihren Mandanten an, Größe etwa 185, Gewicht um die 80 Kilo, tätowiert am ganzen Körper. Und jetzt sehen Sie mich an! Ich bin 172 groß, kurzsichtig, habe Asthma und gehe an Krücken. Wem möchten Sie glauben?
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  #25  
Alt 18-01-2006, 14:58
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aber du stehst 2-0 im Free Fight

Grüsse
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  #26  
Alt 18-01-2006, 15:02
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Ich wurde GEZWUNGEN!!!
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  #27  
Alt 18-01-2006, 15:23
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  #28  
Alt 18-01-2006, 15:25
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Zitat:
Zitat von Ligeirinho
Ich wurde GEZWUNGEN!!!
Du armer, kleiner Muck...

Grüsse
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  #29  
Alt 18-01-2006, 15:37
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Ja klar, diese Argumentation könnte vor Gericht kommen.

Aber ich könnte ja genausogut argumentieren, dass ich von meinem Gegenüber einmal (heimtückisch im Stand) angegriffen wurde und eben wiederum Angst hatte sobald ich von ihm Ablasse er wieder auf mich losgehen würde und zwar mit größerer Agressivität. Daher hätte ich auch aus "Angst" an dieser Stelle die "Notbremse" gezogen. Ich konnte dem großen psychologischem Druch den der Agressor auf mich ausübte nicht weiter standhalten. Außerdem war ich kurz davor meine Kontrollposition zu verlieren und der Kampf hätte eine für mich sehr ungünstige Wendung genommen.
Ich bin auch eher ein kleiner Zeitgenosse und falls ich mal Probleme mit einem größeren und schwereren bekomme könnte das ziehen.

Außerdem hat man doch immer die ungewissheit ob nicht noch ein Dritter (vierter, fünfter..etc.) sich an der Schlägerei gegen einen beteiligt. Von daher musste man einfach "schnell handeln".
Ich denke gerade diese Diskussion ist für alle Grappler wichtig. Vielleicht könnte man die in einen neuen Thread verschieben!?
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  #30  
Alt 18-01-2006, 15:52
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Anscheinend muss ich noch viel üben, wenn das bei Euch allen ohne Probleme funkt. Obwohl natürlich zu beweifeln ist, dass jemand im Choke was anderes macht als Panik zu haben... hm, egal, danke für die Antworten.

PS: Und was ist, wenn er mir den Anus verletzt?

Geändert von Pinselstrich (12-02-2006 um 21:12 Uhr).
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