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Alt 18-05-2006, 05:41
Benutzerbild von Da Gu kimm
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Kampfkunst: Kung Fu & Karate
 
Registrierungsdatum: 07.03.2006
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Der zukünftige Schüler muss, nach der Auswahl des Systems das er erlernen möchte, einen Meister dieser Schule aufsuchen, in der Hoffnung angenommen und akzeptiert zu werden. Er ist angewiesen kurz vor Sonnenaufgang, außerhalb der Wohnunterkünfte des Meisters (gewöhnlich waren diese mit dem Kloster verbunden) bis zu seiner Ankunft zu warten. Der Kandidat sieht dann, dass er nicht der einzige Bewerber ist, der diesen Unterricht wünscht. Alle warten lange Zeit, während dieser Zeit werden ihre Geduld und ihr Wesen durch viele Tests festgestellt. Wasser und Schmutz wird „zufällig“ über sie geworfen. Bereits aufgenommene Schüler ignorieren sie oder behandeln sie grob. Nach vielen Stunden wird ihnen mitgeteilt, dass sie mit einer Verzögerung rechnen müssen aufgrund einer wichtigen Zeremonie an der der Meister teilnehmen muss. Dann erhalten sie die Nachricht nach Hause zu gehen, weil es dem Meister nicht möglich ist, sie an dem heutigen Tag noch zu sehen. Jene die verärgert und wütend reagieren, werden sofort entlassen und ihnen wird mitgeteilt nicht wieder zu kommen.

Am nächsten Tag findet für die restlichen Interessenten die gleiche Prozedur wiederholt statt. Zusätzlich zu den Demütigungen sind sie unter geheimer Beobachtung, um festzustellen, ob sie nervös, geschwätzig oder streitsüchtig untereinander sind. Nach vielen Stunden oder Tagen werden sie aufgefordert, sich hinzuknien und der Meister oder jemand, der sich als solcher ausgibt, taucht kurz auf. Er sagt kein Wort, schaut sie kaum an. Sollte einer der Bewerber auf ihn zugehen um oder versuchen ihn anzusprechen, wird er aufgefordert zu gehen, weil er den Älteren keinen Respekt gezollt hat.

Im Laufe des Tages, werden die Übriggebliebenen gezielt beleidigt, werden gefragt, was sie hier überhaupt wollen und aufgefordert nach Hause zu gehen. Diejenigen, die dann immer noch nicht entmutigt sind, werden aufgefordert, niedrige Arbeiten wie z.B. den Fußboden scheuern zu verrichten. Wenn der Boden fast fertig geputzt ist, läuft ein Schüler mit schlammigen und schmutzigen Schuhen durch den gesäuberten Raum. Ein anderer Schüler meckert mit ihm, weshalb er nicht, ohne Aufforderung einen ganz anderen Bereich gesäubert hat. Hat sich ein Bewerber von diesen ganzen Strapazen noch nicht entmutigen lassen, wartet noch mehr schmutzige Arbeit auf ihn, immer unter Beobachtung um seine Wesenszüge zu erforschen.

Eines Tages werden sie zum Frühstück (Mittag-, Abendessen) mit den Mitgliedern der Schule eingeladen. Zuerst erhält jeder Bewerber einen Cracker, doch es wurde nicht aufgefordert, diesen zu essen. Einige Unbedachte essen ihn, einige Bedachtere hingegen nicht. Dann wurde ihnen eine bodenlose Schüssel gereicht, doch die Unbedachten stellten Fragen, was sie mit dieser bodenlosen Schüssel tun sollen. Dann wurde Reissuppe serviert; die Bewerber die fragten wie sie die Suppe essen sollten, wurden sofort entlassen, denn sie galten als unintelligent und nicht würdig, die Geheimnisse dieser Schule zu erlernen. Die Nachdenklichen setzten die Cracker in die Schlüssel hinein und ließen sich die Suppe darüber gießen und hatten nun eine funktionsfähige Schüssel. Anderen Teilnehmern wurde vom Meister oder einem höheren Schüler Tee serviert, die die davon tranken, wurden sofort entlassen. Die Ehrfürchtigen opferten dieses Getränk den Göttern. Und jene die diese Strapazen überstanden, mussten, als nächsten Test, Frühstück, Mittag- und Abendessen kochen. Hier wurde die Teamarbeit getestet. Nach mehrtägigen Dienst in der Küche wurden sie aufgefordert, einen weißen Hasen zu töten oder ein anderes heiliges Tier (der weise Hase war eine Seltenheit und ihn zu essen galt als schweres Vergehen). Das korrekte Verhalten war lieber Schläge zu ertragen als ein heiliges Tier zu töten (in vielen Schulen war das Essen von Fleisch verboten).

Bei den übrigen Bewerbern wurde jetzt die Ehrlichkeit unter Probe gestellt. Es wird ihnen eine gewisse Geldsumme für einen besonderen Verwendungszweck gegeben. Später wurde dann entschieden, dass es nicht notwendig für den Bewerber ist, das Geld weiter zu besitzen und er wird gebeten, es zurückzugeben. Nach Rückgabe des Geldes wurde den Bewerbern mitgeteilt, dass sie zuviel Geld zurückgegeben hatten. Akzeptiert der Bewerber diese Geldrückgabe, ist er durchgefallen. Ein ähnlicher Test wurde ausgeführt mit Gebetsperlen, in diesem Fall ist es umgekehrt, der Bewerber wird beschuldigt, nicht alles zurückgegeben zu haben. Jetzt wird er geprüft, wie er mit dieser Situation klar kommt. Manchmal soll er Dinge zählen und es wird behauptet, dass es nicht korrekt ist und er muss erneut zählen. Dies wird manchmal vielmals wiederholt, um zu sehen wie er oder sie reagiert. Wenn der Bewerber behauptet, dass er korrekt gezählt hat, wird er sofort entlassen (der Meister oder Schüler, der die Bewerber testet, nimmt oder gibt Objekte hinzu.) Einige Bewerber erhalten eine Schriftrolle und es wird Ihnen nahe gelegt, diese Rolle mit ihrem Leben zu verteidigen und niemandem auszuhändigen. Eines Tages wird ihnen aufgetragen, diese Rolle zu einer Schwesternschule oder einem Meister zu bringen. Während des Weges muss er diverse Tests bestehen, er wird zum Beispiel überfallen oder er muss das Leben von jemandem retten. Dabei verliert er diese Schriftrolle. Wenn er in der Schwesternschule oder beim Meister ankommt, erzählt er was geschehen ist und ist überrascht zu hören, dass er den Test bestanden hat.

Die Restlichen müssen einen Ausdauertest bestehen. Der Bewerber muss in einer anstrengenden Stellung, z.B. Pferdestellung, stundenlang in der Sonne (während der heißesten Zeit des Tages) oder Stunden im Regen oder Schnee, stehen. Der Bewerber muss solange stehen, bis die auf dem Kopf platzierten Räucherstäbchen abgebrannt sind. Jeder der dem Schmerz nicht gewachsen ist, wird abgewiesen, weil er nicht mit voller Überzeugung dabei ist. Dies ist einer der wichtigsten Tests (die Ursache der Punkte auf den Köpfen der Mönche) mit mindestens zwei Stäbchen und höchstens zwölf auf einmal. Dieser Vorgang wurde sooft wiederholt bis diese zwölf Punkte unverkennbar waren.

Schließlich werden die Restlichen zu einer formalen Audienz zum Meister geladen. Hier werden sie aufgefordert, Tee mit dem Meister zu trinken, mit dieser Zeremonie werden sie als Schüler aufgenommen. Der Meister selbst schenkt den Tee aus. Derjenige der Schüler, der davon trank, war unverzüglich entlassen. Grund war, dass dieser Bewerber den Meister mit seinem Verhalten als Diener darstellt und ausdrückt, dass er mehr weiß als der Meister. Richtiges Verhalten hier wäre aufzustehen und zum Altar zu gehen (fast jede Schule besitzt einen), den Tee in drei Zügen auszuschütten, das Sprichwort „ Nach Ehrung der Meister vor meiner Zeit, ehre ich den gegenwärtigen Meister, ich hoffe ich bin wert ihm zu dienen.“ aufsagend. Wenn der Meister zufrieden gestellt ist, trinkt er seinen Tee und die Absolventen wurden zu vollwertigen Schülern.
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  #2  
Alt 18-05-2006, 06:09
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Sha Family Martial Arts (Bagua, Xingyi, Tongbei)
 
Registrierungsdatum: 28.05.2002
Ort: Hong Kong
Beiträge: 1.231
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Aus was für einem Märchenbuch hast Du das denn ausgegraben?
__________________
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. - Ludwig Wittgenstein
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  #3  
Alt 18-05-2006, 12:32
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Shaolin Quan, Tai Chi Chuan, Shaolin Qi Gong, Okinawa Kobudo, Nunchaku Do
 
Registrierungsdatum: 25.02.2006
Beiträge: 126
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Bei aller Liebe, das würde ich auch gern wissen ...

Gruss
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  #4  
Alt 18-05-2006, 12:52
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Shaolin wuxing bafa quan, Bei Shaolin
 
Registrierungsdatum: 03.05.2006
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Zitat:
Zitat von christoph
Aus was für einem Märchenbuch hast Du das denn ausgegraben?
Jorj Sharl. Legendäre Geschichte des Shaolin.
Diese Märchen habe ich als Kind gelesen.
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  #5  
Alt 18-05-2006, 12:55
Benutzerbild von netwolff
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Kampfkunst: Katori Shinto Ryu, Aikido
 
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Hahaha, Grünschnabel - die Frage ist nicht, warum ich die Grille höre, sondern warum DU sie nicht hörst!
Hört sich irgendwie danach an, oder? Vielleicht ist sein Name ja tatsächlich Qwai Chang Kaine
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  #6  
Alt 18-05-2006, 17:02
Benutzerbild von "GZA"
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Kampfkunst: Liuhebafa
 
Registrierungsdatum: 04.03.2006
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lol selbst im alten China war/ist Kung Fu Business. Mal angenommen man würde das so durchziehen. Die hätten doch keine Schüler mehr.
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  #7  
Alt 29-05-2006, 07:17
Benutzerbild von Da Gu kimm
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kung Fu & Karate
 
Registrierungsdatum: 07.03.2006
Ort: 63825 Westerngrund
Alter: 58
Beiträge: 38
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in den Glanzzeiten der Kampfkunst waren die Schulen und Kloster überrannt und man musste selektieren. So entstanden laut Geschichte diese Prüfungen.
In ruhigen Zeiten waren die Prüfungen meist gegenstandslos.
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  #8  
Alt 29-05-2006, 08:02
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Chen Taijiquan
 
Registrierungsdatum: 05.02.2006
Alter: 23
Beiträge: 109
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Den mit der Schriftrolle hab ich schon mal in einem film gesehen.
Welcher war das? American Shaolin ?
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  #9  
Alt 29-05-2006, 11:19
Benutzerbild von Klaus
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst:
 
Registrierungsdatum: 31.08.2001
Ort: NRW
Beiträge: 7.277
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Ich glaube ja.
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