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  #1  
Alt 25-11-2002, 17:00
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Standard "Kinder Kung Fu" - Ziele und Möglichkeiten

Möchte hier stilunabhängig meine Erfahrung mit Kinder Kung Fu mitteilen und gleichzeitig eure Erfahrungen und eure Meinungen dazu hören.


Kinder Kung Fu ist meiner Meinung nach mit "Kung Fu für Erwachsene" nicht zu vergleichen. So ist unser Prüfungsprogramm bei Kindern auf dem "Di Tang Shu", also auf dem Bodenkampf aufgebaut, da Kinder so:

- Berührungsängste abbauen
- "weiches" Kämpfen lernen ohne Angst und ohne Verletzungen
- ihren Körper am besten kennenlernen
- riesigen Spass dabei haben
- die Grundlagen wie Kraft, Balance, Schnelligkeit genauso lernen
- für Eltern sieht es einfach gesetzter und sicherer aus

Neben dem Bodenkampf lernen Kinder bei uns die Grundtechniken und Formen und natürlich leichte "Selbstverteidigung" gegen Hebel, Griffe, Halte- und Würgegriffe (ob diese Art für ein Kind effektiv ist, sei dahingestellt).

Zur Selbstverteidigung: Der positive Aspekt besteht allein darin: Stärkung des Selbstbewußtseins und Aufzeigen potentieller Gefahren.

Oder?
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  #2  
Alt 25-11-2002, 23:17
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da stimme ich so zu.
Bei Kindern sollte der Schwerpunkt nicht auf dem kämpferischen Aspekt liegen(der natürlich auch ein bedeutender Bestandteil ist), sondern vor allem Spaß machen und zB das Miteinander fördern.
Die Sache mit der Körperbeherrschung passt auch genau.
Je früher man damit anfängt, desto besser wird mE das Gefühl für den Körper und dessen Möglichkeiten.
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  #3  
Alt 26-11-2002, 09:11
Benutzerbild von ShiVa
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Kampfkunst: Weng Chun Gong Fu
 
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ich denke auch, dass Kinder mit dem Selbstverteidigungsaspekt am Anfang überfordert sind.

Es sollte mehr auf Richtung Bewegung und Spass laufen.

Genau wie Shaolin Quan´s Trainingsplan, bzw. Prüfungsplan.
Der Rest kommt ganz von allein
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  #4  
Alt 26-11-2002, 09:22
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Hallo,

also wir trainieren auf jeden fall auf Bewegung und Spaß, dennoch kann ich mit meinen Kindern die Grundlagen der SV durcharbeiten, so wie Shaolin Quan es auch macht.

Für Kinder ist das noch keine Kampfkunst, sondern Spaß! Und das muss und sollte es auch sein den mit Spaß lernt sich leichter

Viele Grüße

Panther
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  #5  
Alt 26-11-2002, 09:53
tigercrane
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hi an alle

bei uns lernen kinder genau dasselbe wie ein anfänger auch. die selben übungen... nur der aspekt der anwendung wird herausgenommen, zu gefährlich... ansonsten wird genau das gleiche programm unterrichtet.. logischweise nicht so viel auf einmal.

vielerorts wird vieles andere unterrichtet, als die eigentliche kampfkunst... wieso? für was soll man zuerst fussball erlernen, um danach handball zu machen...? oft ist es leider so..

viele grüsse
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  #6  
Alt 26-11-2002, 10:40
Benutzerbild von Le Lôi
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bei mir sieht der kinderunterricht der 8-13 jährigen (dauert 2 x wöchentlich 1 h) folgendermassen aus:

1. teil (ca. 15-20 min):
- aufwärmen, dehnen und reaktionsspiele (wie staffeten...)
2. teil (ca. 20-30 min):
- fusstritt arbeit an der wand (wie balett)
- positionen, grundstechniken
- formen
- teilweise bodenkampf
3. teil (ca. 10-15 min.):
- zum schluss spiele (fangen, sitzball mit dem softball...)

beim teil 1 und 3 können die kinder ruhig etwas laut sein und lachen, doch beim teil 2 , wenn die techniken gelernt werden, ist ruhe und disziplin oberstes gebot.

die kinder sollen lernen, das man untereinander respekt hat und hilfsbereit ist. der respekt gegenüber den lehrer, erwachsenen und eltern ist ebenfalls sehr wichtig. wenn sie nicht parrieren, werden sie bestraft mit übungen oder halt nach hause geschickt. die grenzen müssen klar aufgezeigt werden und wenn sie überschritten werden, muss auch ein reaktion erfolgen. klar wird ihnen auch erzählt weshalb sie bestraft werden, doch meistens wissen sie es selber und machen die übungen ohne grosses murren.

gruss

Le Lôi
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  #7  
Alt 26-11-2002, 10:53
Benutzerbild von Panther
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Mein Trainingsaufbau bei 5-13

10-15min kurz Spiel um Grundwärme zu erreichen, Gymnastik, dehnen
15min Grundschule, Einseeltechniken, Kombinationen
5min Bodenkampf, auf die große Pratze hauen
20min SV
10min wenn alle gut mit gemacht haben Spiel

Das beste Training ist immer das wenn die Kinder sagen: "Wie ist schon zu ende?"

Viele Grüße

Panther
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  #8  
Alt 26-11-2002, 11:14
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@ tigercrane:

da muss ich dir recht geben. oftmals wird das kindertraining völlig entfremdet von der eigentlichen kampfkunst. das ist nicht sinn und zweck.

aber man muss einen weg finden, um kinder "kindgerecht" zu unterrichten und dabei auf die speziellen wünsche und sorgen der kinder eingehen (und nicht nur der kinder, auch der eltern und pädagogen!).

ich muss z.b. den lehrplan umstellen, da es nicht kindgerecht wäre, zwischen 2 prüfungen über ein jahr verstreichen zu lassen, wie es bei erwachsenen durchaus üblich ist. also mussten wir den lehrplan so aufteilen, das regelmäßige, kurze, dafür aber mehrere prüfungen auf die kinder zukommen.

ausserdem nehm ich den "zweikampf"-aspekt erstmal raus und zeig den kinder den relativ ungefährlichen bodenkampf zuerst - gleiche prinzipien und konzepte wie im stehen, nur eben "kindgerechter"....
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  #9  
Alt 26-11-2002, 11:46
tigercrane
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hi an alle

@shaolin quan

kindergerechter unterricht... ok... bis zu einem gewissen masse. auf wünsche der eltern oder irgendwelchen pädagogen einzugehen... wohl kaum.

eltern bringen ihre kinder in den unterricht, da sie denken, dass es ihren kindern gut tun wird. fragen können sie jederzeit (vor oder nach dem unterricht), doch wünsche betreffend der art und weise des unterrichts und dessen gestaltung, da mögen sie sich enthalten. sich um die sorgen zu kümmern... wieso nicht....

es ist kaum anzunehmen, dass eltern auch nur mehr als einen hauch davon verstehen, sicherlich aber weniger als der leiter des unterrichts. die kampfkünste haben meist einen speziellen weg des unterrichts und der sollte gewahrt bleiben... auch wenn jemand unterrichtet, so sollte er nicht zu einem dienstleistungszenter verkommen und den leuten das geben, was sie wollen, sondern dem schüler beibringen, was die kunst beinhaltet, welche er gewählt hat.. mit allen vor- und nachteilen.

dasselbe gilt für pädagogen... enthalte mich da...

bei uns werden auch kinder nicht anders geprüft als erwachsene... das heisst, wenn jemand das niveau hat, so kann er eine prüfung absolvieren, wenn nicht... dann eben nicht... verschenkt oder vereinfacht wird nichts.

viele grüsse
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  #10  
Alt 26-11-2002, 12:00
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Ich denke wir sprechen ein bisschen aneinander vorbei.

Es ist sicher nicht so, dass in unserer Schule die Eltern dastehen und uns Tipps geben, was wir mit den Kindern zu trainieren haben.

Vielmehr ist es so, dass ich mir als Leiter der Schule ein Grundkonzept überlegen musste, wo natürlich die Bedürfnisse der Kinder (und damit auch der Eltern und Pädagogen) berücksichtigt werden.

Auf diesen Überlegungen muss man dann den Unterricht, das Werbekonzept und den Umgang mit den Kindern aufbauen.

Für mich ist der Weg ganz klar:

- körperliche, ganzheitliche Fitness
- Umgang mit den körpereigenen Aggressionen
- Aufbau sozialer Eigenschaften
- gegenseitiger Respekt
- verantwortungsvoller Umgang mit dem (eigenen) Leben
- Verstehen des eigenen Körpers und Geistes
- Kennenlernen der Emotionen
- Lernen der Grundideen des Shaolin Quan Kung Fu
- Lernen der Basisformen
- Abbau von Berührungsängste
- einfache Selbstverteidigung und SELBSTBEHAUPTUNG
- Kennenlernen der chinesischen Kultur

Und auf diesen Ideen baue ich den Unterricht (anhand des Lehrplans der Erwachsenen) für die Kinder auf.

Und diese Punkte, denke ich, hat jede Schule in irgendeiner Form bei Kinder berücksichtigt - und das sind doch auch die Wünsche der Eltern und Pädagogen (und Therapeuten), oder nicht ???
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  #11  
Alt 26-11-2002, 13:56
tigercrane
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hi an alle

@shaolin quan

so gesehen stimmt es.. was doch eine genauere definition so alles ausmacht.

viele grüsse
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  #12  
Alt 26-11-2002, 14:05
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@Shaolin Quan:
Wenn ich das richtig verstehe, hast du für "deine" Kinder eine eigene Graduierungsfolge und ein eigens Lehrprogramm, wie handhabst du das denn mit Kindern, die bis ins Erwachsenen (oder vielleicht besser Teenager) alter bei dir trainieren: Haben sie dann zwar eine hohe Graduierung, aber eine andere als Erwachsene, haben sie in den letzten Jahren anderes gelernt, als deine langjährigen erwachsenen Schüler? Wie bringst du das unter einen Hut?

mfg,
Luggage
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  #13  
Alt 26-11-2002, 14:09
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Chou San,

also ein Kindertraining nicht kindgerecht zu gestalten ist für mich nicht ganz korrekt.
Ich würde ja ein Erwachsenentraining auch nicht immer gleich aufbauen, egal ob anfänger oder Fortgeschrittener! Oder?
Kinder haben sowohl andere motorische Fähigkeiten als auch ein völlig anderen kognitiven Leistungsstand.
Daraus resultiert Zwangsläufig, das bestimmte Trainingspunkte im Erwachsenentraining nicht für Kinder oder nur bedingt (hoher Frustrationsanteil!!) geeignet sind!

Das Spiel gehört genauso in den Unterricht von Bewegungskünsten, wie das trainieren von allgemeinen motorischen Fähigkeiten!
Kinder lernen erst ab einem bestimmten Alter wie man springt, rollt oder auch einfach schnell läuft!
Dazu gibt es einige Schriften in der Pädiatrie! (Stichwort: Entwicklung des Kindes)

Leider werden heut zutage in der schule nur wenig motorische Fähigkeiten geschult. Wenn die Kinder zu uns kommen, können die meisten (Alter 5-12) nicht: Radschlagen, Seilspringen, Purzelbaum etc.
Also werden genau diese Dinge geübt.
Die Aufzählung von Schaolin Quan ist da eigentlich sehr treffend.
Nur den Aspekt der Selbstverteidigung halte ich bei Kindern für nebensächlich. Mit Körperkontakt (LEICHT!) grundtechniken zu üben ist ok. Aber Selbstverteidigung? Sehr fraglich.
Habe mal mit einer vierten Klasse (Mädels und Jungs auf Wunsch der Eltern getrennt!) ein halbes Jahr lang SV gemacht... Die Techniken werden ihnen nix nützen (Nein, sie waren durchaus effektiv! MANTIStechniken! ), denn Gegner werden wohl immer viel stärker sein und die techniken können nach 10x einfach nicht sitzen! ABER: die Gespräche und die Verhaltensregeln in Notfällen, die haben (hoffentlich) etwas gebracht.

Naja, aber insgesamt ist die Arbeit mit Kindern einfach sehr anstrengend, oder?

Choi Guen
__________________
Grüsse Jochen
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  #14  
Alt 26-11-2002, 14:26
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@ luggage

bei uns haben die kinder auch nicht die gleichen grade wie die erwachsenen. auch ist das prüfungsprogramm nicht das gleiche. das soll nicht heissen , dass sie etwas anderes lernen. sie lernen die gleichen formen und techniken, doch ihr programm ist nur jeweils ein teil davon. sind sie dann jugendliche (ca. ab 14 jahren), dann müssen sie eine anerennungsprüfung machen und erhalten dann, gemäss ihrem wissen einen erwachsenengrad. so weiss jedes kind schon im voraus, dass er irgendwann einen anderen grad haben wird, so bald er älter ist. die grad bei den kindern und den erwachsenen sind farblich total verschieden, sodass es keine verwirrungen gibt. diese regelung ist auch in vielen anderen vietvodao auch teilweise in anderen kung fu schulen so.

@ mantis

mantistechniken sind immer effektiv ;-)

@ tigercrane

genau! weshalb zuerst etwas anderes lernen oder die ganze stunde nur spiele machen. schlussendlich wollen die kids kung fu lernen und nicht in einer spielgruppe sein. im eishockey oder fussballverein wird auch nicht zuerst golf gespielt.

gruss

Le Lôi
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  #15  
Alt 26-11-2002, 17:29
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@ tigercrane:

dacht mir doch, bis jetzt waren wir doch immer eine wellenlänge...

@ luggage:

ja, kinder trainieren ein "abgespecktes" traditionelles erwachsenenprogramm bzw. setzen andere schwerpunkte.
aber ich sehe auch das problem, dass ich eine lösung finden muss, wenn ein kind mal zu den erwachsenen wechselt.

@ mantis:

SV - stimme dir voll zu, deswegen ist die grundlage der kinder bei uns der bodenkampf.

@ le loi:

gott sei dank ist kung fu so breitgefächert, dass auch noch genug kindergerechter stoff bleibt...
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