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#1
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| Ich habe jetzt schon einige Zeit in den diversen Foren mitgelesen. Bisher sah ich noch keine Veranlassung mich daran zu beteiligen, da manchmal die Diskussionen Themen hatten mit denen ich nun gar nichts anfangen konnte. Nun brennt mir aber doch eine Frage auf der Zunge, und dies wollte ich mal mit den Fachleuten diskutieren. Ab wann ist ein Lehrer wirklich ein Lehrer oder nur ein "Scharlatan"? Braucht es eine profunde Ausbildung über mehrere Jahre oder reicht ein 3 Monatiger Aufenthalt in einer chinesischen Vorort Kung Fu Schule in einem chinesischen Kloster (den Namen braucht man sicher nicht zu erwähnen! ;-) ). Da ja hier mehrere Experten/Lehrer auf dem Gebiet schreibwütig unterwegs sind, wollte ich diese Frage einfach mal so in die Runde werfen. Was haltet Ihr davon? Da es sich ja leider nicht vermeiden läßt, aber ich es trotzdem sagen möcht: Die Spinner, die immer jede Diskussion nehmen sich zu profilieren sollen sich doch bitte eine andere Diskussion suchen!!! Arnold |
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#2
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| Hy, die Art wie Du Deine Frage formulierst läßt darauf schließen, daß Du die Antwort für Dich doch schon längst kennst. ![]() Selbstverständlich reichen keine 3 Monate in einer Vorort-Kung Fu-Schule, um aus einem Unwissenden einen perfekten Lehrer zu machen. Aber das gilt doch nicht nur für die chinesischen Kampfkünste, sondern für alle Bereiche auch außerhalb des Martial Art. Selbst wenn ich schnell lerne und innerhalb des Vierteljahres von früh bis spät gestriezt werde, dann fehlt mir doch im Endeffekt immer noch die reine Erfahrung, um das auch alles umsetzen zu können. Also kurzum, meine Meinung, es ist nicht möglich in dieser Zeit eine profunde Ausbildung zu erhalten. (Wenn ich wirklich ohne Vorkenntnisse dahin gehe) Gruß Micha
__________________ Und immer schön trainieren! Ausruhen kann man sich, wenn man tot ist... |
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#3
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| schade dass man nicht öffentlich die ip adressen sieht, wäre sicher interessant zu sehen wer hier als wer auftaucht... |
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#4
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| @ ExtremKreuter Du hast deine Frage ja schon selbst beantwortet. Es braucht Jahre um etwas seriös zulernen, geschweige es anderen Leuten zu unterrichten. Gruss |
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#5
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| Wenn nun hier alle Zustimmen, daß es Jahre braucht eine Kampfkunst zu meistern, egal wie ausgefeilt und genial sie ist, warum springen dann so viele Kampfkünstler rum, die im Sommer für einen Monat nach Shaolin pilgern, sich ein paar Formen zeigen lassen, und sich hier als Sifu, Shifu, etc. feiern? Ist es nicht unverantwortlich den Schülern gegenüber ihnen nur unfertiges Halbwissen aufzutischen, das man selbst kaum gemeistert hat?!? |
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#6
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| Das obliegt dann irgendwie auch der Verantwortung eines jeden Schülers, ob er sich von einem solchen 1-Monate-Sifu unterrichten lassen möchte. Ich glaube, daß ich es schnell merken würde, wenn einer gerade mal einen Monat KK trainiert hat. ![]() Nicht zu verwechseln aber mit Leuten, die hier in D´land emsig trainieren und lediglich zur Ergänzung ihres Wissens in die Herkunftsländer ihrer KK fahren. Das finde ich voll OK und verdient größten Respekt!!! Gruß Micha
__________________ Und immer schön trainieren! Ausruhen kann man sich, wenn man tot ist... |
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#7
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| Es gibt mittlerweile so viel Blödsinn über Kungfu, der immer und immer wieder verbreitet wird, eine Vermischung von Fiktion und Wahrheit, die bei historischen Aspekten beginnt aber leider dort nicht endet, da ist es für einen Total-anfänger manchmal sehr schwierig, festzustellen, ob jemand nur Gymnastik unterrichtet, Kickboxen oder wirkliches Kungfu... Ich halte es auch für unverschämt, einfach das label "Kungfu" drauf zu kleben, obwohl man keine Ahnung hat was das bedeutet, nur um es salonfähig zu machen. Selbst wenn der Lehrer ein netter Typ ist und das Training sogar ganz gesund ist, es ist meiner Meinung nach trotzdem noch Betrug, weil man nicht das bekommt, wofür man eigentlich gekommen ist... Wenn dann ein Lehrer richtiges Kungfu-training anbietet, sind viele anfangende Schüler verschreckt, weil es kein bisschen spektakulär ist, bei Stilen wie Bagua oder Baji sogar eher monoton und anstrengend, und manch einer denkt sich "das ist bestimmt kein Kungfu" Aber, was will man machen, außer sich einen Lehrer suchen, der einem was ordentliches beibringt? |
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#8
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| Meiner Meinung nach, bemerkt in Neuling meist nicht, wie gut oder schlecht sein Lehrer ist (Vielleicht kommen ihm die Zweifel nach einem halben Jahr), denn viele "1-Monat-Shifu´s" haben sicher ein gutes Marketing und können damit sich und ihr Können verdammt gut verkaufen... Vielleicht ist es ein Qualitätskriterium, wenn es Schüler gibt, die schon ein paar Jährchen dabei sind, oder wo die Schülerfluktuation nicht so groß ist. Vielleicht??? Raven |
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#9
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| Ich komm auf dieses Thema, weil ein guter Freund im letzten Jahr in einer Schule in Süd-Deitschland war, in der es eben so läuft. Der Junge hat scheints bei ein paar Stilen gelernt, war dann im Sommer kurz in Shaolin, kam wieder ... und schwups di wups ein Stil ward geboren .... Jetzt ist die Frage, was unterrichtet der Junge? Die Essenz von Shaolin? In Ein Paar Monaten gelernt? Ein Mischmasch aus Stile, keinen ganz begriffen? Oder ist er einfach genial?!? Was soll man da machen? Es wäre doch eigentlich moralisch verwerflich seinen Schülern die Illusion zu rauben, ihren Traum vom Kung Fu. Aber es weiter so laufen zu lassen ...? |
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#10
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| hi an alle melde mich trotzdem einfach einmal.. obwohl ich mit grösster wahrscheinlichkeit ja zu den spinnern gehöre ![]() ich denke, solange ein kung fu - anbieter, nennen wir ihn lehrer, den leuten nicht irgendwelche märchen erzählt, so ist dies nichts verwerfliches... im kurzen.. gut: ich unterrichte ein gemisch aus den folgenden systemen/stilen.. schlecht: ich unterrichte das alte ...... die moralische seite muss jeder für sich selber handhaben.. viele grüsse |
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#11
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| Genau wie es Tigercrane sagt. Wenn jemand zu seinem selbstgebastelten Stil steht und daraus keine Geheimnisse macht ist dies okay. Doch wenn ich dann höre, ich habe mein eigenes System gemacht, aus allen erdenklichen Stilen und dies ist nun der beste und wirkungsvosste Stil aller Zeiten, dann bekomme ich das Kotzen. Bei uns in der Region wird bei einer Schule für japanische KK jedes Jahr ein Shaolinmönch für einen Lehrgang gemietet und dann Shaolin Kung Fu und Qi Gong unterrichtet. Ist natürlich klar, dass man nach einem Wochenendlehrgang das ganze System begriffen hat und es beherrscht. Ach wie seriös. Doch unter dem Deckmantel Shaolin kann man alles machen. Gruss |
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#12
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| Exakt ja. Die Termini Kungfu und Shaolin verkaufen sich gut, also anstatt zu sagen, ich unterrichte schöne Akrobatik-formen und Kickboxen heisst es dann ich unterrichte uraltes Shaolin-kriegskunst... wie ich schon sagte, für mich ist das eine Form von Betrug. Aber man kann nichts dagegen machen, schon gar nicht rechtlich, man kann nur immer wieder überprüfen, was man denn da macht, wie es sich mit Informationsquellen vereinbaren lässt, die glaubwürdig sind usw. |
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#13
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| "Braucht es eine profunde Ausbildung über mehrere Jahre oder reicht ein 3 Monatiger Aufenthalt in einer chinesischen Vorort Kung Fu Schule in einem chinesischen Kloster (den Namen braucht man sicher nicht zu erwähnen! ;-) )" Ja, ja. Natürlich reicht es nicht. Aber hatten wir das nicht schon öfter bzw. sind sich nicht alle hier darüber einig?
__________________ Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. - Ludwig Wittgenstein |
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#14
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| Ein lustiges Thema - denn ich hatte vor ca. einem Jahr einen anonymen Brief in unserem Briefkasten mit massiven Drohungen und den Vorwürfen, die ExtremeKreuter hier pauschal stellt, direkt auf mich bezogen. Es ist leider schade, dass diese Menschen nie ihr wahres Gesicht zeigen, ihren Namen preisgeben oder sogar ein persönliches Gespräch suchen. Man muss, wie schon gesagt, unterscheiden, ob ein "Lehrer" für ein paar Wochen nach China fliegt, sich dort den Touristen-Pauschal-Unterricht reinzieht und dieses dann als die Essenz von Shaolin verkauft. Meiner Meinung nach ändert sich die Situation gerade, da kein Mensch mehr dieses Formenlernen ohne Hintergrund praktizieren möchte, so dass Lehrer mittlerweile eine wirklich fundierte Ausbildung haben müssen. Gott sei Dank! Ich möchte eine (meiner Meinung nach sinnvolle Art des Lernens) an meiner Geschichte aufzeigen: Ich beschäftige mich seit knapp 10 Jahren mit den verschiedenen Shaolinkünsten und betreibe seit 1995 ernsthaft und gewissenhaft Kung Fu & Qi Gong mit großem Zeitaufwand. 1997 durfte ich meine erste Übungsleiterausbildung in Shaolin Kung Fu machen - 1998 dann auch in Qi Gong. Seit dem bin ich jedes Jahr für mehrere Wochen und Monate in einer Schule in China, um mich weiterzubilden - 1999 wurde ich im August deswegen sogar in Shaolin als Schüler des Abtes angenommen. Im Jahr 2001 bekam ich dann die offizielle Lehrerlaubnis für Shaolin Quan Kung Fu und Shaolin Qi Gong. Das bedeutet für mich nicht, meine Ausbildung abgeschlossen zu haben und so reise ich auch weiterhin jedes Jahr zu meinen Lehrern, um tiefer in die Materie der Shaolinlehre einzudringen und mittlerweile sind auch meine Schüler gerngesehene Gäste in und um Shaolin. Während meiner Zeit in Deutschland unterrichte ich das gelernte, forsche und versuche das erlernte Wissen zu systematisieren. Für mich persönlich ein toller Lernweg mit vielen Erfahrungen, von denen letztendlich auch meine Schüler profitieren - und äußerst zufrieden sind. Ist da was verwerfliches dran? |
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#15
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| Eigentlich nicht. Es ist halt schwierig, zu beurteilen, ob jemand, der längere Zeit in China war, auch wirklich Kungfu gelernt hat oder bloss Gymnastik die er dann als Kungfu verkauft, denn das gibt es in der VR ja auch zur Genüge... ich habe nichts gegen Wushu, aber es besteht immer noch eine Diskrepanz zwischen Vorführungskunst und Kampfkunst, und jemand, der möglichst viel Geld machen möchte, der wird diese Unterscheidung möglichst verschweigen. Ein Anfänger kann dann irgendwann schon bitter enttäuscht werden. |
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