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  #16  
Alt 09-08-2002, 03:29
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Aikido, WT, Latosa Escrima, Yang Tai Chi, Hapkido, Shotokan Karate
 
Registrierungsdatum: 29.12.2001
Beiträge: 29
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Zitat:
Original geschrieben von relax
[B]1.) Das Knie muß lotrecht, d.h. in absolut gerader Verbindungslinie zwischen Hüftgelenk und Fußgelenk ausgerichtet werden.
Diese Aussage ist, so absolut getätigt, falsch. Es hängt natürlich von der Gelenkstellung der Knie ab - was leider vielen KK-Lehrern gerade NICHT bewusst ist... die beten immer diesen normierten Satz nach, der nur für Leute richtig ist, die keinerlei Fehlstellungen im Knie haben und die anderen Schüler wundern sich, daß sie Probleme bekommen...

Ich habe vor etwa 25 Jahren mit Yang TCC angefangen. Leider habe ich sog. X-Beine, und ich habe lange Zeit gerade *dadurch* Knieprobleme bekommen, daß ich immer versucht habe, diese Forderungen des "Knie über den Fuss" durch künstliches nach aussen Verrunden meiner Beine zu erfüllen.

Seit mir klar wurde, daß diese Forderung nur für Leute gelten KANN, die keinerlei seitliche Fehlstellungen im Knie haben und meine Knie von mir aus gesehen immer etwas "mehr seitlich innen vom Fuss" stehen, habe ich keinerlei Probleme mehr.

Man sollte also darauf achten, immer die seiner individuell vorgegebenen Kniegelenkstellung gemäße Positionierung von Hüfte-Knie-Fuss auch in den Endpositionen beizubehalten - wer X-Beine hat, dessen Knie liegen also etwas mehr "zwischen beiden Füssen", nach innen hin,wenn man das Lot fällt, und wer O-Beine hat, etwas mehr ausserhalb des jeweiligen Fusses (ob es so starke O-Beine gibt, weiss ich allerdings nicht. ,-)

Wichtig ist also - wie bei allen anderen Gelenken auch - die möglichst anstrengungsarme, entspannte, da natürliche Haltung gemäß dem vorgegebenen Gelenkapparat.

Zitat:
7.) Das Kniegelenk muss genügend geöffnet sein, um alle voran genannten Punkte überhaupt bewerkstelligen zu können (um dies besser zu spüren gibt es Partnerübungen, es würde den Threat sprengen, dies auch noch zu beschreiben)
Na, vor allem muss die Leistengegend/Hüftgelenk genug geöffnet sein, um Scherspannung in den Knien zu verhindern.

Das allerwichtigste aber ist m.E.:

TCC ist eine Kampfkunst. Und in einem Ernstfall ist es natürlich hinzunehmen, daß mal über ein belastetes Knie gedreht wird, da dies Schnelligkeitsvorteile bringt, bzw. von der Idee der Anwendung eigentlich wg. der Gewichtsverteilung u.U. so sein muss. Also gibt es Stellen, wo dies, wenn man es mit der Anwendung im Hinterkopf macht, leicht auch mal im langsamen Formlauf passiert. Das sollte man aber natürlich nie ohne Not tun. Es ist ziemliches Gift fürs Knie.

Also: Unbedingt die Form genau auf die Schrittarbeit hin überprüfen und darauf achten, daß man sich zumindest in den ersten Jahren nie angewöhnt, "irgendwie" übers belastete Knie den Fuss zu drehen. (Später kriegt man den Bogen raus, wie man die schädliche Wirkung minimieren kann). Im Zweifel lieber eine zusätzliche leer-voll-Phase einlegen, um den Fuss mit Sicherheit unbelastet drehen zu können.

bye
Thomas
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  #17  
Alt 09-08-2002, 14:29
Benutzerbild von relax
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Tai Chi, Qigong, Ba Gua, Nei Gung (B.K. Frantzis), Systema
 
Registrierungsdatum: 09.06.2002
Ort: Ulm
Beiträge: 35
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Hallo point,

zu Deiner 1. Aussage, was die Kniestellung betrifft:
Ich ging vom allgemeinen Prinzip aus, wobei ich auch ganz Deiner Meinung bin, daß immer individuell auf verschiedene Fehlhaltungen und Probleme Rücksicht genommen werden muss.
Tai Chi Formabläufe und Prinzipien sollten ja schliesslich dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.
Übringens gibt es Übungen und Hilfestellungen, wie man Fehlhaltungen verändern und im günstigsten Fall sogar beseitigen kann.

zu Deiner 2. Aussage, was die Öffnung der Knie angeht:
Auch hier stimme ich Dir zu, dass auch die Hüftgelenke geöffnet sein müssen, was aber um einiges schwieriger zu bewerkstelligen ist, als die Öffnung in den Knien. Man hat dabei auch den Psoas- und die Aduktoren-Muskeln zu beachten usw... Wenn man dies weiterführt kommt es natürlich auch auf die Öffnung der Illiosacral-Gelenke und die Stellung der WS an.

Man/Frau kann jedoch, wenn man die Prinzipien beachtet, vermeiden, daß Belastungen auch bei Drehungen überhaupt das Knie erreichen, die Knie werden durchlässiger, beweglicher und fühlen sich federnd an. Was sich dann auch bei schnellern Bewegungen in anderen Sportarten oder realen Selbstverteidigungssituationen (wobei die sicherlich am schwierigsten zu meistern sind) bemerkbar macht.
Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, daß damit viele, selbst grössere Knieprobleme sich bessern oder verschwinden können; bei einer Person z.B. mit ständigen Knieschmerzen konnte sich die Situation soweit verändern, daß sie sogar eine längere Bergtour ohne Schmerzen überstehen konnte (nach ca. 1 Jahr Training!).

Danke für Deine Anmerkungen.
Grüsse von Ralph
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