Kampfkunst-Board

Zurück   Kampfkunst-Board > Kampfkünste / Kampfsportarten > Chinesische Kampf- und Bewegungskünste > Kung Fu, Wushu, Kuoshu Sanda, Lei Tai

Kung Fu, Wushu, Kuoshu Sanda, Lei Tai Alles rund um's "Waijia" von der Tradition bis zur Moderne



Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #46  
Alt 20-03-2017, 09:04
Benutzerbild von kanken
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Nature
 
Registrierungsdatum: 10.11.2004
Ort: Münster
Alter: 39
Beiträge: 3.896
Standard

Ein anderes Beispiel:



Das Schwert ist zu groß, aber darum soll es nicht gehen.
Diese Bewegung findet sich in vielen Schwertschulen und hat unterschiedliche Anwendungen und um diese zu verstehen muss man halt auch wissen aus welchem Kontext sie kommen und wie sich daraus z.B. verschiedene Arten des Greifens und Übergebens der Hände ergeben haben, u.a. dafür ist z.B. das Verständnis der Rüstung wichtig (um mal bei einer Anwendung zu bleiben), oder um bei einer anderen Anwendung dieser Bewegung zu verstehen warum diese so effektiv tötet.

Wenn man nicht die Anwendungen zu dieser Bewegung kennt und nicht weiß aus welchem Kontext sie kommt, dann wird man essentielle Dinge halt nur schwer verstehen können. Sicher, man kann die Bewegung lernen, man kann sogar die Anwendungen dazu lernen, aber für einen bestimmten Grad des Verständnisses bedarf es einfach auch der Kenntnis des historischen Kontextes.

Grüße

Kanken
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Werbung
  #47  
Alt 20-03-2017, 09:23
Benutzerbild von Maddin.G
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Pin San Wing Chun, Sin Moo Hap Ki Do
 
Registrierungsdatum: 23.10.2010
Alter: 28
Beiträge: 7.906
Standard

Zitat:
Zitat von kanken Beitrag anzeigen
Wenn man nicht die Anwendungen zu dieser Bewegung kennt und nicht weiß aus welchem Kontext sie kommt, dann wird man essentielle Dinge halt nur schwer verstehen können. Sicher, man kann die Bewegung lernen, man kann sogar die Anwendungen dazu lernen, aber für einen bestimmten Grad des Verständnisses bedarf es einfach auch der Kenntnis des historischen Kontextes.
Die Frage ist jetzt an alle gerichtet.
Kann es sein, dass die verschiedene Gewichtung ob man die geschichtlichen Hintergründe kennen muss oder nicht, daher kommt wie man die Anwendung heutzutage sieht?
Ich gehe mal stark davon, dass heutzutage mit dem groß der historischen Waffen nicht mehr gekämpft wird, noch dass man in Rüstung herum läuft.
Jetzt wird der eine sagen, das Wissen brauchen ich erst Recht, der anderen dafür, deswegen kann ich eher darauf verzichten.
__________________
Alle sagten: Das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #48  
Alt 20-03-2017, 09:59
Benutzerbild von beniwitt
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: ;-)
 
Registrierungsdatum: 07.08.2007
Ort: Allgäu
Alter: 39
Beiträge: 338
Standard

Zitat:
Zitat von kanken Beitrag anzeigen
Z.B. um zu verstehen was mir dieses Set in einem bewaffneten Kampf auf Leben und Tod zeigen will. Dazu muss ich wissen wie und womit damals auf Leben und Tod gekämpft wurde und in welchem Kontext. Im Militär wurde anders gekämpft als im "zivilen" Bereich. Warum übe ich es aber unbewaffnet (da sind wir dann wieder bei den grundlegenden Prinzipien)? Warum kann ich die Idee so gut im Pushen einsetzen und wie übertrage ich das auf Klingen? Warum wird heute dass so viel mehr im Pushen geübt und so wenig mit Klingen (wer kennt dazu die Klingenanwendung?)?




Das halte ich für eine ziemlich gewagte Aussage. Boxer, Ringer, BJJ'ler üben auch "nur" Technik und Anwendungen. Zu behaupten das sei unproduktiv finde ich a) arrogant und b) falsch.
Ich würde behaupten jeder Ringer, Boxer oder BJJ'ler frühstückt nach einem Jahr intensiven Training jeden Yiquan oder Xingyi-Übenden mit dem gleichen Pensum an Training, jedenfalls so, wie es heutzutage gelehrt wird. Von TaiChilern fange ich erst gar nicht an zu reden, da reichen wahrscheinlich ein paar Wochen (wenn überhaupt).
Technisches Anwendungstraining ist die Basis für alles andere, jedenfalls wenn ich kämpfen lernen will. Interessiert mich Kampf nur am Rande, dann kann ich anders trainieren und meinen Fokus anders setzen, das wiederum entspricht nicht der historischen Realität, denn die Jungs haben geübt um zu überleben (oder halt um auf Marktplätzen Geld zu verdienen...).

Grüße

Kanken
Finde ich jetzt ehrlich gesagt ein bisschen schade die Diskussion hier auf so ein Niveau runter zu ziehen. Es geht ganz klar an dem vorbei was der Ausgangspunkt deines Threads war.

Du hast hier einige Sachen ziemlich vermischt in einen Topf geschmissen. Machst Andeutungen mit Bildern und Aussagen darüber wie anderes ohne historischen Kontext nur sehr begrenzt ist. Wenn man versucht zu differenzieren und konkreter zu werden um es verständlicher zu machen weichst du nur noch aus.

Ich will mich jetzt nicht mit Dir rumstreiten hier und bohre einfach nicht weiter nach.

Die Diskussion hier bringt mich aber schon wieder an einen sehr interessanten Punkt. Der Grund warum sich die chin. KK nur im Kreis drehen und praktisch nur in ihrer eigenen Blase existieren können. Im sport und trainingsdidaktischen Bereich, sowie im Wettkampf spielen sie auf internationaler Bühne und im Dialog mit anderen Disziplinen eigentlich überhaupt keine Rolle. Das ist nicht ein kultur-historisches Problem, sondern ein Problem der Eigenreflexion und Unfähigkeit sich klar auszudrücken. Gerade hier sollte man sich wirklich mal die Entwicklung des BJJ und das Aufkommen der MMA im weitesten Sinne (Vale Tudo) mal vor Augen halten. Hier wurden Grenzen gesprengt, gerade weil sich jeder nur in seiner eigenen historischen Blase gedreht hatte. Die Szene hat inzwischen echt gute Leute und didaktisch eine sehr ausgereifte Methodik hervorgebracht. Ich frag mich dabei halt immer wieder, was kann die TCMA hier eigentlich noch beitragen? Hat sie überhaupt was beizutragen?

Ich würde die Fragen ganz klar mit Ja beantworten. Aber es sind meiner Meinung nach bestimmt nicht irgendwelche Formanwendungen wie "der Wasserfall, der den Berg hinunterströmt". Da kannst du noch so viele historische Backgrounds dazugeben, es wird dich nicht um Klassen besser machen als ein gut austrainierter KKler.

Um was es geht ist wie man seine Zeit und seine Gesundheit möglichst effektiv und effizient einsetzen kann um Kraft, Geschwindigkeit und handwerkliche Fähigkeiten zu entwickeln, die man auf lebendige Art und Weise versucht an seinem Gegenüber immer weiter auszubauen und zu konkretisieren. Mit lebendig meine ich jetzt nicht irgendwelche Anwendungsdrills. Sondern ein Aufgaben- und zielorientiertes Training, dass bewusst intuitive Fähigkeiten und Anwendungsmöglichkeiten des Menschen fördern.
__________________
Yiquan-Allgäu
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #49  
Alt 20-03-2017, 10:11
Benutzerbild von Klaus
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst:
 
Registrierungsdatum: 31.08.2001
Ort: NRW
Beiträge: 17.642
Standard

Sind die Sammlungen von daoistischen Texten die irgendwann zu Werken zusammengestellt wurden nicht eher entweder tagesaktuelle Schriften die aus konkreten (uns nicht bekannten) Anlässen an konkrete Menschen (Freunde, Schüler, Offizielle) geschrieben wurden, oder allgemeine Schriften der Lebenspflege und daoistischen Alltagspraxis ? Alle Krieger sind Menschen, aber nicht alle Menschen sind Krieger, oder wollen welche werden.
__________________
"Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #50  
Alt 20-03-2017, 10:16
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: HEMA, Karate (inaktiv)
 
Registrierungsdatum: 24.01.2014
Alter: 31
Beiträge: 1.729
Standard

beniwitt Das mit der Didaktiv ist ein eben so eine Sache.

Bei manchen Anwendungen gibt es einen kein modernes Ekvivalent in den modernen Sportwissenschaften da sich niemand ernsthaft mit dem Thema beschäftigt.

Es geht dabei um die weniger schönen Aspekte der KK, wenn es darum geht anderen richtig weh zu tun oder schlimmer. Was die Wirksamkeit der Techniken in einem nicht regelmentierten Bereich betrifft bleiben einen quasi nur die alten Überlieferungen als Referenz.

Und da können manche CMA Richtungen wirklich froh sein, dass sie solche Überlieferungen haben.

Wir HEMA Leute tappen da im Dunklen. Die Fechtbücher tragen dazu nur wenig bei. Wir üben im HEMA zwar zu treffen ohne selbst getroffen zu werden, aber ob unsere Treffer mit einem richtigen Schwert in Sachen Zielwirkung was ausrichten würden, werden wir nie erfahren. Das es keine zumindest mir bekannten Überlieferungen in HEMA zum Punkto richtig schneiden gibt.

Ist ja auch ein unappetitliches Thema, das man nicht unbedingt wissen muss, wird jetzt der eine andere sicher behaupten.

Kann ich nicht abstreiten. Hoffe das niemand von uns je in die Situation kommt wo man ein solches Wissen braucht.

Aber trotzdem bin ich auch ein Purist, der schon gerne den effektiven Umgang mit einem Schwert lernen möchte, und da gehören auch weniger zivilisierte Aspekte dazu, wie z.b die Zielwirkung..
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #51  
Alt 20-03-2017, 10:22
Benutzerbild von Maddin.G
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Pin San Wing Chun, Sin Moo Hap Ki Do
 
Registrierungsdatum: 23.10.2010
Alter: 28
Beiträge: 7.906
Standard

Zitat:
Zitat von karate_Fan Beitrag anzeigen
Ist ja auch ein unappetitliches Thema, das man nicht unbedingt wissen muss, wird jetzt der eine andere sicher behaupten.

Kann ich nicht abstreiten. Hoffe das niemand von uns je in die Situation kommt wo man ein solches Wissen braucht.

Aber trotzdem bin ich auch ein Purist, der schon gerne den effektiven Umgang mit einem Schwert lernen möchte, und da gehören auch weniger zivilisierte Aspekte dazu, wie z.b die Zielwirkung..
Finde ich durchaus legitim, ich frage mich nur ob man es wirklich weiß weil man alte Überlieferungen hat?
Das bezweifel ich nämlich, es bleibt halt Wissen aus zweiter Hand. Der Rest ist halt Üben an leblosen Objekten.
__________________
Alle sagten: Das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #52  
Alt 20-03-2017, 10:25
Benutzerbild von kanken
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Nature
 
Registrierungsdatum: 10.11.2004
Ort: Münster
Alter: 39
Beiträge: 3.896
Standard

Ich will mich mit Dir auch nicht streiten Benjamin, im Gegenteil, aber gewisse Dinge, gerade wenn es um konkrete Anwendung geht, erkläre ich nicht schriftlich, sondern nur persönlich. Da gibt es eben mehr Kommunikationskanäle.

Ich meine auch dass die TCMA sehr sehr viel für die moderne Entwicklung der KK tun könnten, denn sie enthalten sehr sehr viel biomechanisches und psychologisches Wissen, von dem jeder Kämpfer profitieren kann.
Leider interessieren sich die wenigsten Athleten für die "klasssischen" Kampfkünste (und das kommt leider nicht von ungefähr).
Andererseits braucht man nicht mit biomechanischen Prinzipien kommen wenn man die einfachsten kämpferischen Dinge nicht beherrscht. Wenn ich nicht weiß wie ich mit einer Schlagkombi umgehe, wenn ich nicht weiß wie ich mit einem Takedown umgehe, wenn ich keinen Backtake hinbekomme und mich jeder einigermaßen ambitionierte moderner KK frühstückt, wie soll ich da als "Traditioneller" ernstgenommen werden?
Daran scheitert es doch leider in der Realität. Wie viele kämpferisch ernstzunehmende TCMA kennst du denn? Die Leute, die heutzutage in den Ring steigen, verlangen zu Recht dass man das, was man behauptet auch praktisch umsetzen kann, gegen sie und andere.
4 Oz, nen Mundschutz und ggf. nen Tiefschutz und dann los. So etwas geht doch auch freundschaftlich, da muss doch keiner gleich sterben. Man kann ja auch nur Ringen oder mit dickeren Handschuhen Boxen, aber wie viele TCMA'ler würden denn das ohne nachzudenken tun, wenn jemand sie darum bittet?

Auch das hat etwas mit dem historischen Kontext zu tun. Die TCMA müssen ihren Weg vom Töten mit Waffen zum sportlichen Kämpfen der Neuzeit schaffen. WXZ hat da ja schon sehr viel getan, Zhao Daoxin und andere Schüler von ihm auch. Die haben ja auch erkannt was man vermitteln kann, nur wird das leider oft nicht geübt und man spürt lieber das Qi in den rechten Sack fließen

Ringen ist ein essentieller Bestandteil der TCMA gewesen, aber wie viele TCMA'ler würden sich trauen gegen einen Ringer auf die Matte zu gehen? Warum?

Ich fände es Klasse wenn sich TCMA-Lehrer und "moderne" KK austauschen würden um miteinander und voneinander zu lernen, DAS wäre lebendige TCMA, aber dafür müßten die modernen Athleten auch auf TCMA-Lehrer treffen, die sie ernst nehmen können...

Grüße

Kanken
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #53  
Alt 20-03-2017, 10:32
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: HEMA, Karate (inaktiv)
 
Registrierungsdatum: 24.01.2014
Alter: 31
Beiträge: 1.729
Standard

Zitat:
Zitat von Maddin.G Beitrag anzeigen
Finde ich durchaus legitim, ich frage mich nur ob man es wirklich weiß weil man alte Überlieferungen hat?
Das bezweifel ich nämlich, es bleibt halt Wissen aus zweiter Hand. Der Rest ist halt Üben an leblosen Objekten.
Wirklich wissen, wird man es wohl nur wenn man es selber tut, was heutzutage ja glücklicherweise nicht mehr nötig ist. Aber die alten Überlieferungen können einem zumindest einen Weg zeigen wie man es machen könnte, wenn man einen guten Lehrer in dem Bereich hat.

Das macht einen wohl nicht zum Super Kämpfer der alles weiß, aber es ist immer noch besser, als in einer Disziplin unterwegs zu sein, wo noch keine alten Quellen zu dem Thema gefunden worden sind.......????

Aber jetzt genug vom OT, sorry.

Geändert von karate_Fan (20-03-2017 um 10:36 Uhr).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #54  
Alt 20-03-2017, 10:47
Benutzerbild von Maddin.G
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Pin San Wing Chun, Sin Moo Hap Ki Do
 
Registrierungsdatum: 23.10.2010
Alter: 28
Beiträge: 7.906
Standard

Zitat:
Zitat von karate_Fan Beitrag anzeigen
Das macht einen wohl nicht zum Super Kämpfer der alles weiß, aber es ist immer noch besser, als in einer Disziplin unterwegs zu sein, wo noch keine alten Quellen zu dem Thema gefunden worden sind.......????
Wieso OT, noch sind wir im Bereich historisches Wissen/Quellen, nur mit einer kleinen Gegenüberstellung?!

Naja, darüber kann man jetzt streiten ob es besser ist das einfach zu glauben oder doch das ganze neu für sich zu entdecken und zumindest so gut wie möglich zu üben, zu verwerfen, neue Gedanken haben, und dann wieder von vorne.
Wissen wird es halt keiner mehr, außer irgendwer hat nachweislich am lebenden Objekt geübt.
__________________
Alle sagten: Das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht und hats gemacht.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #55  
Alt 20-03-2017, 10:59
Benutzerbild von kanken
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Nature
 
Registrierungsdatum: 10.11.2004
Ort: Münster
Alter: 39
Beiträge: 3.896
Standard

Wurde gerade eben veröffentlicht und passt wie die Faust auf's Auge:

https://monkeystealspeach.com/interv...omas-holtmann/

Der User "Gong Fu" bringt es besser auf den Punkt als ich es je könnte!

Grüße

Kanken
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #56  
Alt 20-03-2017, 11:08
Benutzerbild von kanken
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Nature
 
Registrierungsdatum: 10.11.2004
Ort: Münster
Alter: 39
Beiträge: 3.896
Standard

Ich denke die Äußerungen eines Sanda-Champions, Full-Dogs, BJJ-Blackbelts, der Baishi Tudi eines wirklich traditionelles Lehrers der CMA ist und einen MA in chinesischer Literatur, Geschichte und Sprache hat sollte man zu diesem Thema ruhig zwei mal und gründlich lesen...

Grüße

Kanken
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #57  
Alt 20-03-2017, 12:48
Benutzerbild von beniwitt
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: ;-)
 
Registrierungsdatum: 07.08.2007
Ort: Allgäu
Alter: 39
Beiträge: 338
Standard

Lieber Kanken,

Mir geht hier einfach alles ein wenig zu sehr durcheinander. Du stellst gewisse Behauptungen auf und bevor man sich mal ein Argument packt und genauer anschaut, bist du schon wieder ganz woanders.

Zitat:
Zitat von kanken Beitrag anzeigen
Auch das hat etwas mit dem historischen Kontext zu tun. Die TCMA müssen ihren Weg vom Töten mit Waffen zum sportlichen Kämpfen der Neuzeit schaffen. WXZ hat da ja schon sehr viel getan, Zhao Daoxin und andere Schüler von ihm auch. Die haben ja auch erkannt was man vermitteln kann, nur wird das leider oft nicht geübt und man spürt lieber das Qi in den rechten Sack fließen
Ich bin der Meinung, dass um KK effektiv ausüben zu können (ganz egal ob heute MMA im weitesten Sinne oder TCMA) man nicht zwingend den historischen Kontext braucht. Dieser aber sehr wohl auch interessant sein kann. Nur sollte man das nicht in einen Topf schmeissen.

Der Grund warum sich BJJ und MMA im weitesten Sinne geformt haben war eben genau der Grund in einem möglichst freien Umfeld mit möglichst wenigen Regeln und Beschränkungen eine Möglichkeit zu schaffen sich zu messen. BJJ hat hier z.B. genau die ganze traditionelle und historische Sache hinter sich gelassen und hat sich einfach gefragt was macht Sinn, wie funktioniert was? Und hat etwas modernes, richtungsweisendes geschaffen.
Jetzt lassen wir mal die Waffen aussen vor, da es dadurch etwas zu komplex wird. Aber immer dieses Argument, dass die TCMA fürs Töten geschaffen sind und die KK heute sich nur auf reglementierten Wettkämpfen messen und die TCMA deshalb nicht mithalten kann, weil sie den Übergang nicht vollzogen haben und sich nicht angepasst haben -- das halte ich schon für ein wenig realitätsfremd. In den Vale Tudo Kämpfen zu Beginn war alles ausser Augenstiche und Beissen erlaubt. Das waren nicht nur hau-drauf-Kämpfer, sondern die hatten sich alle sehr viele Gedanken um ihr Training und ihr Handwerk gemacht. Wenn du jetzt behaupten solltest, dass man mit entsprechender TCMA und dem historischen Wissen dazu die alle über den Haufen schieben könnte, dann halte ich das für guten Stoff für einen KungFu-Film, aber schon etwas realitätsfremd.

Für mich betreibt jeder KKler ein Handwerk. Da gibt es für mich nicht etwas was auf fortgeschrittener Stufe plötzlich über das Handwerk hinaus geht und noch einen speziellen Kick bekommt.

Wo ich mir sicher bin wo die TCMA auch der KK-Szene im weitesten Sinne etwas zu bieten hat und sich eigentlich nicht zu verstecken braucht, ist im Bereich des effektiven und effizienten Trainings. Den Verschleiss beim Training möglichst gering zu halten und den Nutzen aus dem Training möglichst groß zu machen. Sie haben eine ganz eigene Weise Kraft, Geschwindigkeit und Handwerk zu Trainieren, die spannend ist zu erkunden und kennenzulernen.
__________________
Yiquan-Allgäu
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #58  
Alt 20-03-2017, 12:56
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Kyokushin Budo Kai, Judo, Escrima, neuerdings auch viel rumstehe
 
Registrierungsdatum: 04.01.2005
Ort: Franken
Beiträge: 1.568
Standard

Danke für den Link. Ein wirklich sehr guter Artikel!
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #59  
Alt 20-03-2017, 13:09
Benutzerbild von beniwitt
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: ;-)
 
Registrierungsdatum: 07.08.2007
Ort: Allgäu
Alter: 39
Beiträge: 338
Standard

Ach ja, zu dem verlinkten Text kann ich jetzt nicht so viel sagen ehrlich gesagt. Es ist auch nicht mein Ziel hier einen Tastaturkrieg gegen alle möglichen Leute zu führen. Ich bin mir sicher er macht gute Arbeit und gutes Training mit dem Qixing Tanglang.

Aber wenn wir von der historischen Bedeutung für realitätsnahen Kampf heute reden, dann sollte man einfach mit klaren Argumenten kommen und nicht einfach nur ein paar Bilder und Klassikerzitate hier posten und dann pauschal irgendwelche Behauptungen aufstellen. Letztendlich habe ich hier angefangen zu diskutieren, weil du bestimmte Behauptungen aufgestellt hast und ich habe einfach nur versucht sie ein wenig zu differenzieren und von deinem Absolutheitsanspruch herunter zu holen. Entweder wir bleiben bei der Diskussion und führen Argumente ins Spielfeld oder wir lassen die ganze Sache. Dafür ist mir echt die Zeit zu schade.

Um nochmal konkret zu werden. Wenn du glaubst öffnen und schliessen kann nur mit Rüstungsbildern und Laozi-Zitaten in letzter Tiefe verstanden und umgesetzt werden, dann würde ich genau hier sagen, das ist einfach ein zeitloses Handwerk was man jedem heute didaktisch sehr klar und einfach beibringen kann, ohne Bezug zu irgendwelchen historischen Bildern oder Sprüchen nehmen zu müssen.
__________________
Yiquan-Allgäu
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #60  
Alt 20-03-2017, 13:19
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: HEMA, Karate (inaktiv)
 
Registrierungsdatum: 24.01.2014
Alter: 31
Beiträge: 1.729
Standard

Zitat:
Zitat von Maddin.G Beitrag anzeigen
Wieso OT, noch sind wir im Bereich historisches Wissen/Quellen, nur mit einer kleinen Gegenüberstellung?!
Da stimme ich dir zu, noch sind wir bei einer einfachen Gegenübeürstellung,aber man sollte das ganze nicht zu sehr in Richtung HEMA lenken. Da HEMA und CMA doch verschieden sind, und nur beschränkt miteinerander verglichen werden können. Daher finde ich das man da vorsichtig sein sollte in welcher Richtung sich das Thema lenken sollte.

Was das Wissen über den Waffeneinsatz betrifft, dürfte es sich weniger um eine Glaubesfrage handeln, denke ich. oder gibt es mehrere Möglichkeiten eine Klinge so auszurichten das sie sich ins Ziel schneidet und dort nicht abprallt? Oder gibt mehrere Möglichkeiten wie man sticht hackt oder schneidet um den größtmöglichen Schaden anzurichten?

Kanken hat ja angedeutet, das es zumindest in seiner Linie ein paar detalierte Anweisungen zu dem Thema gibt...

So etwas ist in den heutigen KK, seltensens und wohl auch nicht gebrauchtes Wissen..
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort


Dieses Thema betrachten zurzeit 1 Personen. (0 registrierte Benutzer und 1 Gäste)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An
[IMG] Code ist An
HTML-Code ist Aus
Trackbacks are Aus
Pingbacks are Aus
Refbacks are Aus

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
Shen Yun Sektion über Geschichtliche Hintergründe shin101 Off-Topic Bereich 0 24-11-2011 09:40
Hintergründe der Türsteherkriege Perrito loco Security 21 04-04-2008 14:47
Türsteherkrieg in Leipzig/Hintergründe Perrito loco Security 12 10-03-2008 17:20
Einstellung und Hintergründe thomas-- Kung Fu, Wushu, Kuoshu Sanda, Lei Tai 11 29-07-2005 15:33



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 23:40 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.8.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0 ©2009, Crawlability, Inc.