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#1
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| Wer von Euch kann denn Yin und Yang einmal einfach und anschaulich erklären, damit man die Verbindung zur chinesischen Medizin und zu unseren Kampfkünsten versteht? |
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#2
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| Hallo Shaolin Quan, auweiha, was hast Du da nur angerichtet. Es gibt bestimmt einen Grund, warum der Daoismus über Jahrzehnte studiert werden muß. Ich versuch's trotzdem einmal. Wenn jemand nicht einverstanden ist, oder anderer Meinung ist, dann bitte nicht flamen - ich kann das nicht so richtig leiden. Also: Yin und Yang sind nichts weiter als die Verkörperung extremer Gegensätze: männlich - weiblich hart - weich voll - leer hell - dunkel trocken - naß Diese List ließe sich beliebig fortsetzen. Wichtig sind dabei nur die Gegensätze. Das alles heißt nicht das alle "Yang-Sachen zusammengehören, also das Männer hart, voll, hell und trocken sind. Das Daoismus sieht alles und jeden als eine Kombination dieser zwei Urelemente an. Daoistisch geprägt Kampfkünste tun das demzufolge auch. Am Beispiel einer einfachen Karatetechnik: Zuki - gerader Fauststoß: Die Technik wird am effektivsten, wenn man zum richtigen Zeitpunkt die richtige Menge an Yin, bzw. die richtige Menge an Yang einsetzt. Will sagen: Vom Start bis zum Einschlag volle Kanne Yin, volle Entspannung. Beim Eischlag: volle Kanne Yang - totale Anspannung, danach wieder sofort Yin. Die Wirkung der Technik beruht also auf dem Spiel der Extreme. In der Medizin geht man ebenfalls davon aus, daß der Mensch aus einer Mischung aus Yin und Yang besteht. Ist etwas faul an ihm, stimmt das Mischung nicht mehr. Du Beeinflußung von Qi-Bahnen und Punkten wird versucht, dieses wieder einzurenken. War das ausführlich genug? Wenn Du mehr wissen willst, frag' einfach. Tschüssi Ike |
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#3
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| kein problem... *** Die Yin und Yang Theorie stützt sich auf 3 Pfeiler 1. Die gegenseitige Abhängigkeit und der Gegensatz von Yin und Yang 2. Die unzählige Teilbarkeit in Yin und Yang 3. Die gegenseitige Umwandlung von Yin und Yang 1. Yin und Yang sind voneinander abhängig, d.h. es gibt kein Yin ohne Yang und umgekehrt. Nur durch die Existenz des einen gibt es das Andere. Es gibt zum Beispiel keine Nacht, ohne dass es den Tag gibt; keinen Schatten ohne Licht; keine Aufregung ohne Beruhigung etc. Ein Ding kann somit nicht Yin oder Yang sein, sondern es kann nur im Vergleich den Yin oder den Yang-Aspekt des Dings darstellen. Die Yin-Yang-Natur eines Dings ist somit relativ und keinesfalls absolut. Sie existiert nur aufgrund eines Vergleichs. So ist grau im Vergleich zu weiß Yin-Aspekt, aber grau im Vergleich zu schwarz ist Yang-Aspekt. Um diesen Vergleich aber machen zu können muss man die Eigenschaften des Yin und des Yang kennen. Die alten Lehrer benutzten gern Wasser und Feuer als Beispiele, um die grundlegenden Eigenschaften von Yin und Yang zu erläutern. Yin-Eigenschaften sind: Kälte, Abwärtsrichtung, Dunkelheit, Passivität, weich etc. Yang-Eigenschaften sind: Hitze, Aufwärtsrichtung, Helligkeit, Aktivität, hart etc. 2. Jedes Ding kann unzählig in seinen Yin und Yang-Aspekt geteilt werden. Die Hand ist im Vergleich zum Fuß Yang; die Handfläche ist aber Yin im Vergleich zum Handrücken; und die Fingerspitzen der Handfläche sind Yang im Vergleich zu den Handballen. So lässt sich jeder Yin-Aspekt eines Dings wieder in einen Yin-und einen Yang-Aspekt teilen und auch jeder Yang-Aspekt kann erneut in einen Yin-und einen Yang-Aspekt geteilt werden. 3. Jedes Yin wandelt sich um zu Yang und jedes Yang wandelt sich um zu Yin. Yin und Yang sind ständig im Wandel. Weil sie erst zusammen ein Ganzes bilden, gibt es kein Yin ohne Yang, wie wir oben gesehen haben, somit ist in jedem Yin ein Keim von Yang und in jedem Yang ein Keim von Yin. Beispielsweise gibt es auch im Winter (Yin-Zeit) einen sonnigen, schönen Tag und auch im Sommer (Yang-Zeit) einen grau verhängten, regnerischen Tag. Wie verwende ich Yin und Yang in der Kampfkunst? Da ich selber originales Shaolin Hung Gar Kung Fu in direkter Linie praktiziere, kann ich nur von diesem sprechen, denn auch da finde ich die Yin-Yang-Theorie immer wieder. So kann ich beispielsweise mit weichen, flexiblen Bewegungen (Yin) einen harten, starren Angriff (Yang) abwehren, oder ich bringe den Gegner aus dem Gleichgewicht, indem ich seine Kraft zuerst nach rechts (Yin) leite und dann nach links (Yang), oder indem ein Arm den unteren (Yin)Teil des Oberkörpers deckt und der andere den oberen (Yang) Teil. Weshalb nun braucht man das Wissen um Yin und Yang in der Medizin? Physiologische und pathologische Vorgänge im menschlichen Körper können anhand der Yin-Yang-Theorie erklärt und verstanden werden und oftmals sind somit Krankheitsverläufe vorhersehbar. Und noch ein wichtiger Aspekt sei hier anzumerken: Das Yin bildet die materielle Grundlage des Körpers, das Yang die Funktionelle. Nur die Ausgewogenheit dieser beiden Aspekte garantiert vitale, physiologische Abläufe. Die Balance des Yin und Yang im Körper bildet somit die Voraussetzung zum Gesundsein. Von N. Zäch, TCM - Therapeutin, Kung Fu Schule Martin Sewer *** viele grüsse |
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#4
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| hoffe ich erzähl jetzt keinen mist... also, yin-yang hat ja viele bedeutungen. in erster linie wohl die ausgeglichenheit zwischen "schwarz" und "weiß", zwischen "erde" und "himmel", zwischen "männlich" und "weiblich", zwischen "körper" und "geist". letzteres ist wohl dann die vbdg. zur kk, sprich körper und geist in einklang bringen. das yin-yang (oder ying-yang) ist ja in eine weiße und eine schwarze hälfte aufgeteilt, in der jeweils ein kleiner punkt in der kontrastfarbe zu sehen ist (wobei weder weiß noch schwarz farben sind, aber das ist ein anderes thema). dies stellt a) den einklang zwischen beidem dar und b) , dass das eine ohne das andere nicht existieren kann (ohne böses kann es nichts gutes geben, ohne gutes nichts böses-und im guten steckt immer was böses, im bösen immer was gutes). bin für alle korrekturen offen, aber ich meine das so verstanden zu haben! ![]() |
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#5
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| hi, so schnell so viele antworten... aber sind eure erklärungen wirklich die essenz von yin und yang? Was Tigercrane schreibt, gefällt mir sehr gut aber mir fehlt immer noch was ganz Entscheidendes. Ihr alle schreibt, yin und yang verkörpern die gegensätze, nehmen wir als beispiel: yin - kalt yang - heiss So, wir haben eine kalte Tasse Tee - klar, ist yin; wir haben eine heisse Tasse Tee - klar, ist yang; Was ist aber mit einer lauwarmen Tasse Tee??? mfg Christian |
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#6
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| irgendwo weiter oben hat wer geschrieben, dass es ja die zwei gegensätze gibt, die ohne einander nicht existieren können und dass beides zusammen yin-yang ergibt(haben wir glaubich alle)- ist dann die lauwarme tasse tee nicht das personifizierte yin-yang, die verschmelzung von heiß und kalt? da eine lauwarme tasse tee von der temperatur her optimal zu genießen ist, ist das jetzt meiner meinung nach die optimale wirkung des zusammenspiels zwischen yin+yang(heiß+kalt). sollten körper und geist nicht auch so zusammen wirken? oder seh ich das falsch??? |
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#7
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| ... und immer genau hinschauen. Im Yin-Yang-Zeichen findet sich noch eine kleine Symbolik: Im Schwarzen ist auch immer ein kleiner weisser Punkt und umgekehrt genauso. Das bedeutet, Yin und Yang bedingen nicht nur einander oder sind kontrair, sondern durchdringen sich auch. Im Yin ist auch immer ein Yang zu finden. Und eine entsprechende Portion Ying im Yang macht den Tee lauwarm Gruß Dirk |
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#8
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| Zitat:
![]() |
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#9
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| *lach* ... kommt davon, wenn man zu hastig liest. |
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#10
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| hi dirk, hi nils, mit dem symbol, da habt ihr schon recht, nur bedeutet der punkt nicht, dass in jedem yin auch yang oder umgekehrt ist, sondern nur dass das eine nicht ohne das andere existieren kann, und somit ist eure erklärung nicht die, die die yin/yang-lehre uns gibt. leider haben viele menschen, auch gute kung fu praktiker, genau diese erklärung im sinn, welche aber nicht der chinesischen logik und der chinesischen medizin entspricht. um yin/yang zu verstehen muss man sich, denke ich, folgendes beispiel erdenken: stellt euch mal vor, ihr seid kleine ausserirdische wesen auf einem planeten, auf dem es KEIN licht gibt. Was ist Tag? Man kann es diesen Wesen nicht erklären, weil sie kein Licht kennen und für unsere Vorstellung ständig Nacht herrscht. Sie kennen Tag nicht. Genauso ist es mit unserer lauwarmen Tasse Tee! Sie ist weder Yin noch Yang, sie ist nichts.... ...denn sie hat keinen Bezug! Stellt man neben die lauwarme Tasse Tee aber eine kalte, so ist die lauwarme Tasse in Bezug zur Kalten wohl Yang. Stellt man aber eine heisse Tasse Tee daneben, dann ist sie in Bezug zur Heissen Tasse Yin. Man benötigt also immer einen BEZUGSPUNKT, wenn man Yin/Yang ausdrücken möchte. mfg Christian |
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#11
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| Zitat:
interessanter aspekt, so hab ich das noch nicht gesehen, werde drüber nachdenken. ich war so stolz auf meine kombination mit der tasse tee ![]() |
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#12
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| genau wie shaolin quan es sagt! das wichtigste ist, dass wenn man etwas als yin oder yang klassifizieren will, immer einen bezug zu etwas haben muss. nur das dao in sich selbst ist ohne bezug. den es enthält alles und ist somit das absolute. in der tcm hat es unzählige leitsprüche betreffend yin/yang. z.b.: das yin nährt das yang; das yang beschützt das yin.... das yin befindet sich im innern des körper, das yang an der oberfläche... hat das yin oder yang seinen absoluten horizont erreicht, so transformiert es in das andere. (yin in yang; yang in yin) z.b.: tritt wind/kälte in den körper ein, so bekommt man anfangs typische symptome eines schnupfen (fröstel, abneigung gegen kälte, tropfende nase mit flüssig/klarem ausfluss, verspannung im nacken...). nun kann sich aber die wind/kälte in wind/hitze transformieren (yin in yang) und nun bekommt man zum schnupfen eine grippe mit fieber, abneigung gegen hitze, schwitzen, gelben/dicken ausfluss/auswurf, husten, gliederschmerzen...) gruss Le Lôi |
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#13
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| "mit dem symbol, da habt ihr schon recht, nur bedeutet der punkt nicht, dass in jedem yin auch yang oder umgekehrt ist, sondern nur dass das eine nicht ohne das andere existieren kann, und somit ist eure erklärung nicht die, die die Yin/yang-lehre uns gibt. leider haben viele menschen, auch gute kung fu praktiker, genau diese erklärung im sinn, welche aber nicht der chinesischen logik und der chinesischen medizin entspricht. " Meines Wissens bedeutet der Punkt genau das. Jedes Ding trägt den Keim von Yin und Yang in sich, nur überwiegt eines (manchmal auch nur zeitweise). Sowohl Männer als auch Frauen haben in ihrem Körper Testosteron, die Männer nur mehr als die Frauen, weshalb sie auch mehr die entsprechenden Eigenschaften zeigen. Durch Hormontherapien z.B. bei Geschlechtsumwandlungen lässt sich das ändern. Nie ist etwas nur Yang oder Yin, sonst wäre es nicht zur Wandlung fähig. Wandlung ist die entscheidende Essenz der Yin-und-Yang-Lehre. Und so ist auch eine lauwarme Tasse Tee nichts anderes als Yin und Yang im Übergang. |
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#14
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| tja Qian, da liegst du leider völlig falsch... dieses "in jedem yin steckt auch yang" ist leider völlig verwestliches denken... mfg Christian |
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#15
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| Zitat:
@ShaolinQuan Ich finde durchaus, daß Quian nicht völlig daneben liegt (s.o.). Yin und Yang gehen doch ineinander über? msg cdobe |
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