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  #1  
Alt 14-09-2011, 22:45
Benutzerbild von Knud
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Standard Dextrose nach dem Training und Insulinresistenz

hallo leute,
ich selber konsumiere regelmäßig nach harten trainingseinheiten einen shake aus ca. 800 ml wasser, 80 gramm dextrose und 30 gramm protein (molkenproteinisolat). das war für mich immer die gängige "post-workout-nutrition", um die glykogenspeicher möglichst schnell wieder zu füllen und den körper die nötigen aminosäuren zur verfügung zu stellen. letztere sollen durch den vom zucker induzierten insulinpeak ja noch besser vom körper aufgenommen werden.
nun hat mir mein hausarzt, mit dem ich nur zufällig über diese supplementierung gesprochen habe, dringlichst davon abgeraten, dextrose nach dem sport zu konsumieren. er meinte, dass es gerade nach einer erschöpfenden, sportlichen belastung ein absoluter tiefschlag für die bauchspeicheldrüse sei, soviel zucker in reinform zu sich zu nehmen und dass langfristig die gefahr einer insulinresistenz und somit die entstehung eines diabetis mellitus typ II deutlich ansteigt! er meinte, ich solle lieber darauf (zumindest auf den zucker (dextrose)) verzichten und nur das eiweiß zu mir nehmen und gegebenen falls eine banane dazu essen. die kohlenhydratspeicher sollte ich dann lieber über eine normale mahlzeit mit nudeln, reis oder kartoffeln etwas später nach dem sport wieder füllen. eine solche mahlzeit nehme ich ohne hin, nur bisher halt zusätzlich, möglichst zeitnah nach dem training zu mir.
ich weiss, dass dieses vorgehen mit der dextrose (alternativ auch maltodextrin, traubensaft, oder eine kombination mit salzstangen) gängige praxis nicht nur im bodybuilding-, sondern auch im triathlonbereich und bei weiteren sportarten ist. habndelt es sich dabei wirklich um "russisches roulette" mit der eigenen bauchspeicheldrüse, oder übertreibt mein arzt (von dem ich ansonsten sehr viel halte) hier ein wenig?
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Pommes sind nicht gesund, aber nicht menschenverachtend. (P.B in einer Diskussion um das Für und Wider der MMA Zensierung durch die Landesmedienanstalten)
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  #2  
Alt 15-09-2011, 10:20
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... na ja, wenn Du bisher gute Erfahrungen mit Deinem Doc gemacht hast, dann haste Dir die Frage eigentlich schon selbst beantwortet.

Ich bin zwar weder Mediziner noch Biologe oder Bio-Chemiker, aber nach allem, was ich mir bisher so angelesen habe, würde ich sagen, Dein Arzt hat Recht.

Außerdem nehme ich mal an, dass Du gut weißt, dass es eine Menge Leute gibt, denen ihre Gesundheit völlig egal ist, solange sie dicke Muckies kriegen oder irgendeine angestrebte sportliche Leistung schaffen - grade beim Bodybuilding oder beim Triathlon.

By the way: "Kohlenhydratspeicher" gibt's übrigens nicht - der menschliche Körper funktioniert auch komplett ohne Kohlenhydrate, da sie nicht essentiell sind.
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  #3  
Alt 15-09-2011, 11:20
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Zitat:
Zitat von nihonto Beitrag anzeigen
By the way: "Kohlenhydratspeicher" gibt's übrigens nicht - der menschliche Körper funktioniert auch komplett ohne Kohlenhydrate, da sie nicht essentiell sind.


-Es gibt Kohlenhydratspeicher
-der Körper funktioniert nicht ohne Kohlenhydrate

"nicht essentiell" bedeutet lediglich, dass man die nicht zuführen muss, sondern auch komplett selbst produzieren kann.
Deine Blutkörperchen sind beispielweise nicht essentiell, Du musst kein Blut essen.
Trotzdem stirbst Du ohne Blut.

Geändert von Simplicius (15-09-2011 um 11:27 Uhr).
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  #4  
Alt 15-09-2011, 11:54
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Zitat:
Zitat von Knud Beitrag anzeigen
hallo leute,
ich selber konsumiere regelmäßig nach harten trainingseinheiten einen shake aus ca. 800 ml wasser, 80 gramm dextrose und 30 gramm protein (molkenproteinisolat)....
Wenn Du kein Audauersportler bist, sehe ich keine Notwendigkeit in optimal gefüllten Kohlenhydratspeichern.
Abgesehen davon, dass Wheyprotein ohnehin seinen eigenen Insulinpeak erzeugt und sehr schnell aufgenommen wird, ist die Proteinaufnahme nach dem Training wohl nicht so zeitkritisch, wie teilweise behauptet.
Ansonsten kannst Du auch gleich BCAA in reiner Form nehmen.

Der einzige Vorteil, den ich für einen intensiv trainierenden Breitensportler in der Zufuhr von Kohlenhydraten direkt nach dem Training sehe, ist, um dem Open-Window-Effekt entgegen zu wirken, also der Herabsetzung der erhöhten Infektanfalligkeit nach dem Training.
Ob man dazu gleich 80g Glukose aufnehmen muss, weiß ich nicht, sind immerhin 336 ansonsten "leere" kcal.
Eventuell ist der Insulinpeak nach dem Training abgeschwächt, da die Muskeln Insulinsensitiver sind.
Inwieweit durch tägliche hohe Insulinbelastungen das Risiko für DiabetesII erhöht wird, weiß ich nicht, ich glaube man streitet auch noch unter Experten über die Ursachen und Risiken (zuviele Kohlenhydrate/ zuviele schnellen Kohlenhydrate/ zuviel gesättigtes Fett/zuviel Milch/zuviel rotes Fleisch/zu hohe Energiezufuhr/Adipositas.... )
Der hohe Blutzucker bei Diabetes II kommt ja zunächst wohl nicht durch eine erschöpfte Bauchspeicheldrüse, sondern durch eine erhöhte Insulinresistenz der Muskel und besonders der Fettzellen.
Erst im weiteren Verlauf wird dann die Bauchspeicheldrüße bzw. die Langerhansschen Inselzellen in Mitleidenschaft gezogen, da sie immer mehr Insulin produzieren müssen, um gegen die Insulinresistenz der Zielzellen anzuarbeiten.
Wenn Du die gleichen Kohlenhydrate in Form einer Banane oder sonstigem Obst zuführst, dann kriegst Du ungefähr 50% Fructose mit, die zwar nur eine geringe Insulinausschüttung bewirkt, aber wohl auch nicht ganz unverdächtig ist, bei zu hoher Zufuhr eine Insulinresistenz zu fördern.

Viele Empfehlen ja, aus Gesundheitsgründen die Insulinauschüttung ingesamt niedrig zu halten, da bieten sich Nudeln (normal oder Vollkorn) als Kohlenhydratquelle an.
Schließlich treibt man ja Sport, auch um gesund und Leistungsfähig zu bleiben, da würde ich dann auf irgendwelche Experimente verzichten, über deren Risiko ich mir nicht klar bin, aber das mir nur einen kleinen Vorteil bringt.

Geändert von Simplicius (15-09-2011 um 12:08 Uhr).
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  #5  
Alt 15-09-2011, 12:24
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Zitat:
Zitat von nihonto Beitrag anzeigen
By the way: "Kohlenhydratspeicher" gibt's übrigens nicht - der menschliche Körper funktioniert auch komplett ohne Kohlenhydrate, da sie nicht essentiell sind.
Sorry, aber das ist Blödsinn. Erythrozyten kommen ohne Glucose nicht aus. Nervenzellen können zwar noch über Ketone Energie gewinnen aber das ist kein wünschenswerter Zustand. Zudem hat der Körper Kohlenhydratspeicher in Muskeln und in der Leber.
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  #6  
Alt 15-09-2011, 12:52
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Zitat:
Zitat von jaro Beitrag anzeigen
Nervenzellen können zwar noch über Ketone Energie gewinnen aber das ist kein wünschenswerter Zustand.
Worin besteht der Nachteil?
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  #7  
Alt 15-09-2011, 12:55
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Wie viele Kohlenhydrate benötigt man so Pie * Daumen um das "open window" für Infekte zu schließen?
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  #8  
Alt 15-09-2011, 13:25
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Zitat:
Zitat von Simplicius Beitrag anzeigen
Worin besteht der Nachteil?
Es ist ein Eingriff in den Metabolismus des Nervensystems und auf lange Sicht kann es Veränderungen in der Psyche auslösen. Bei mir hat eine strikte low carb Diät z.B. höhere Erregbarkeit und gesteigerte Aggressivität verursacht. Bei manchen Krankheiten (Epilepsie) hat man eine Verbesserung der Symptome festgestellt aber meines Wissens nach sind die Langzeitauswirkungen nicht bekannt. Zudem können solche Diäten eine Azidose verursachen.
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  #9  
Alt 15-09-2011, 14:34
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das der körper über glykogenspeicher (vor allem muskeln und leber) verfügt ist wohl unumstritten. das der körper glukose benötigt, wohl auch. selbst wenn man dem körper überhaupt keine kohlenhydrate zuführt (was wie ich finde sehr schwierig und öde ist), würde der körper über die gluconeosynthese die nötige glucose gewinnen.
der open-window effekt wird ja häufig doppeldeutig verwendet:
einmal so, wie simplicius es erklärt hat, dass der körper nach einer auserschöpfung anfälliger für infekte ist. (wieviel kohlenhydrate hier nötig wären, um diesen effekt auszugleichen/ das fenster zu schließen, würde mich auch sehr interessieren!)
oft wird auch gesagt, dass die körperzellen direkt nach der sportlichen belastung aufnahmefähiger für nährstoffe, insbesondere eben die kohlenhydrate sind. ich habe sogar mal gehört, dass die glukoseaufnahme in die muskelzelle (und leber?) während dieses offenen fensters annähernd insulinunabhängig geschehen soll. es also gar nicht zu einem größeren anstieg des insulinspiegels kommt. dies würde dann ja allerdings auch wieder heißen, dass die geschichte mit der besseren proteinaufnahme gerade durch den insulinpeak nonsens wäre...
simplicius, du sagst ja auch, dass die proteinaufnahme nach dem training nicht so zeitkritsch wäre... ist der open-window effekt diesbezüglich (auch was die kohlenhydrate anbelangt) fehlinterpretiert und bezieht er sich "nur" auf die infektanfälligkeit?
wenn die kohlenhydrate in meinem shake einfach nur "leer" wären,ohne aber in irgendeiner form schädlich zu sein, würde ich das glatt so weiter machen, da ich ohnehin eher probleme habe, mein körpergewicht zu halten obwohl ich wirklich ziemlich viel feste und auch gesunde nahrung zu mir nehme.
wenn ich meinem körper aber damit schaden sollte, würde ich das ab sofort natürlich unterlassen (auch wenn ich das schon seit ca. 10 jahren so gemacht habe)
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  #10  
Alt 15-09-2011, 15:03
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Zitat:
Zitat von jaro Beitrag anzeigen
Es ist ein Eingriff in den Metabolismus des Nervensystems und auf lange Sicht kann es Veränderungen in der Psyche auslösen. Bei mir hat eine strikte low carb Diät z.B. höhere Erregbarkeit und gesteigerte Aggressivität verursacht.
Dieser Effekt ist ja teilweise erwünscht, bei Leuten mit Epilepsie, Migräne und dergleichen und auch bei Menschen, die mit normaler Ernährung ständig müde sind. Viele sind positiv Energiegeladen, das ist dann wünschenswert, bei Dir war es anders.
Hängt eventuell auch mit den Neuotransmittern im Gehirn zusammen, die ja über den Kohlenhydratstoffwechsel beeinflusst werden.

Zitat:
Zitat von jaro Beitrag anzeigen
Zudem können solche Diäten eine Azidose verursachen.
Eine schwerwiegende Ketoazidose kommt wohl eher bei Diabetikern und Hochleistungskühen vor.
Was ich am Zustand der stabilisierten Ketose bemerkenswert finde, ist, dass man (ich zumindest) keinerlei Verlangen nach Kohlenhydraten verspürt, also der Zustand vielleicht vom Körper nicht so "unerwünscht" ist, zumindest scheint es kein Programm zu geben, das unter Ketose ein derartiges Verlangen erzeugt.
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  #11  
Alt 15-09-2011, 15:21
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Ja da gibt es recht interessante Effekte, nur versteht man es noch nicht komplett, was da passiert und man muss wirklich aufpassen, wenn man mit seiner Biochemie spielt. Regelmäßige ärztlichen Kontrollen wären da sicherlich nicht verkehrt.
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  #12  
Alt 15-09-2011, 15:41
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Zitat:
Ja da gibt es recht interessante Effekte, nur versteht man es noch nicht komplett, was da passiert und man muss wirklich aufpassen, wenn man mit seiner Biochemie spielt. Regelmäßige ärztlichen Kontrollen wären da sicherlich nicht verkehrt.
Wozu zum Arzt gehen, wenn "man" diese Effekte noch nicht versteht?
Tatsaechlich ist die Low / No Carb community ziemlich gross, dazu kommt noch das nicht mehr ganz so junge Palaeo, so ganz unverstanden, bzw ueberraschend, sind diese Effekte also nicht.
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  #13  
Alt 15-09-2011, 15:48
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Dieses Zucker reinschütten halte ich auch für Unsinn. Schmeckt sicher auch nicht.

Ne anständige Mahlzeit danach ist völlig ausreichend, ein Proteinshake je nach Bedarf ist auch nicht verkehrt, aber Zucker in der Menge? Gibt bloß nen Blutzuckerspike, der ne heftige Insulinausschüttung nach sich zieht und dann den Blutzucker wieder in den Keller drückt. Danach ist man tendenziell noch mehr am *****.

Wenn's unbedingt Zucker sein soll, iss doch nen Schokoriegel. Der schmeckt und hat ne gute Mischung an Kohlenhydraten und Fett, damit das auch ein bisschen hält. Und mehr Kalorien hat er auch nicht.

Von Low-Carb Diäten (wie von Diäten generell) ist nichts zu halten. Schlägt bloß auf die Laune. Was bringt's mir, wenn ich nichts abnehme, aber trotzdem übel drauf bin?
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  #14  
Alt 15-09-2011, 16:25
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Zitat:
Zitat von Dudeplanet Beitrag anzeigen
Wenn's unbedingt Zucker sein soll, iss doch nen Schokoriegel. Der schmeckt und hat ne gute Mischung an Kohlenhydraten und Fett, damit das auch ein bisschen hält. Und mehr Kalorien hat er auch nicht.
Es geht ja gerade um KHs mit hohem glykämischen Index - deshalb Traubenzucker. Schokoriegel machen da wirklich keinen Sinn. Die haben aufgrund des Fettanteils einen niedrigen Index.
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  #15  
Alt 15-09-2011, 16:34
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Zitat:
Zitat von Ir-khaim Beitrag anzeigen
Es geht ja gerade um KHs mit hohem glykämischen Index - deshalb Traubenzucker. Schokoriegel machen da wirklich keinen Sinn. Die haben aufgrund des Fettanteils einen niedrigen Index.
Und sind daher besser.
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