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  #1  
Alt 18-01-2012, 13:10
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Standard Hoher Eiweiß-Konsum steigert das Diabetes-Risiko

kann mir das mal jemand genauer erklären? Wie soll das passieren? Was ist von dieser Studie zu halten?

http://diabetesstiftung.de/dds_news_single.html?&tx_ttnews[tt_news]=1234&cHash=310864c6ad9503a93e55e8b983e1d1fa

Zitat:
Hoher Eiweiß-Konsum steigert das Diabetes-Risiko
Ernährungs-Empfehlungen zum Diabetes-Risiko konzentrieren sich meist auf die Nahrungsfette und den Kohlenhydrat-Gehalt. Doch was ist mit den Proteinen?

Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Utrecht (Niederlande) untersuchte in einer prospektiven Studie bei mehr als 38.000 Teilnehmern der EPIC-Studie den Einfluss der Eiweiß-Zufuhr auf das Diabetes-Risiko. Die Daten wurden mit einem validierten Verzehrhäufigkeitsfragebogen erfasst. Die Diabetes-Diagnose wurde später durch ärztlichen Befund ermittelt.

Während der 10-jährigen Verlaufsbeobachtung traten 918 Fälle von Diabetes neu auf. Das Diabetes-Risiko stieg mit steigender Aufnahme von Gesamt-Protein und auch mit steigender Aufnahme von tierischem Protein mehr als 2-fach an. Pflanzliches Protein hatte keinen Einfluss auf das Neu-Auftreten eines Diabetes. Das Diabetes-Risiko stieg sehr deutlich an, wenn 5% der Energie in Form von tierischem Eiweiß zu Lasten von 5% der Energie in Form von Kohlenhydraten oder Fett aufgenommen wurde.

Schlussfolgerung der Autoren: Eine Diät mit einem hohen Anteil an tierischem Eiweißen ist mit einem erhöhten Diabetes-Risiko verbunden. Die Energie-Zufuhr von Eiweiß zu Lasten von Kohlenhydraten oder Fett erhöht also das Diabetes-Risiko.

Kommentar: Diese sehr gut konzipierte Studie zeigt eindrucksvoll, dass eine einseitige Ernährung für das Diabetes-Risiko ungünstig ist und dass es sogar schädlich ist, wenn man beim Nahrungsplan tierische Eiweiße über Maßen bevorzugt. Dies ist insbesondere daher interessant, weil in den letzten Jahren zahlreiche Abmagerungsdiäten in Form einer eiweißreichen Kost entwickelt wurden. Solche Diäten sind nun besonders kritisch zu bewerten und ernsthaft zu überdenken.
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  #2  
Alt 18-01-2012, 13:59
Benutzerbild von Simplicius
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Standard

Zitat:
Zitat von Tuborgjugend Beitrag anzeigen
kann mir das mal jemand genauer erklären? Wie soll das passieren? Was ist von dieser Studie zu halten?
Ohne Originalstudie schwer zu entscheiden.

Milchprodukte stehen z.B. schon länger im Verdacht, Diabetes zu fördern.
Die kritisierten Diäten wirken sich teilweise günstig auf die Insulinresistenz aus, daher ist eine langfristige Entwicklung eines Diabetes Typ zwei eher unwahrscheinlich.
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Ich wurde durch's Feuer, wie Phoenix geborn. Ich flog durch die Lüfte! ward doch nit verlorn.

Geändert von Simplicius (18-01-2012 um 14:02 Uhr).
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  #3  
Alt 18-01-2012, 14:02
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Wäre interessant gewesen, wenn man parallel dazu noch die Schuhgröße ausgewertet hätte

Spaß beiseite, ohne Klärung/Nachweis des zugrundeliegenden Vorgangs im Körper ist das nur eine Korrelation, kein kausaler Zusammenhang und damit Spekulation.

Um das zu verdeutlichen: Vielleicht werden die Proteinhaltigen Speisen stärker gesalzen und das löst die häufigeren Diabetesfälle aus? Vielleicht enthalten sie insgesamt mehr Energie("Kalorien")? Vielleicht wird mehr Alkohol dazu getrunken? Und so weiter...

Das ganze hat also für sich genommen wenig Aussagekraft sondern ist lediglich ein Hinweis darauf, dass es sich unter Umständen lohnen könnte, Proteinkonsum und Diabetesgefahr auf einen Zusammenhang zu untersuchen. Mehr nicht.
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  #4  
Alt 18-01-2012, 14:09
Benutzerbild von Tuborgjugend
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Kampfkunst: Krav Maga
 
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mann mann, es ist echt nervig, dass man solche seltsamen Korrelationen einfach in einen kausalen Zusammenhang stellen darf

Die DGE stürzt sich sicher wie ein Geier auf diese Schein-Korrelation
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  #5  
Alt 18-01-2012, 14:15
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Auch wenn es zunächst nur ein statistischer und kein kausaler Zusammenhang ist finde ich das dennoch zumindest bemerkenswert. Insbesondere da bei einer angegebenen Teilnehmerzahl von mehr als 38.000 nicht unbedingt zu erwarten ist das zufällige Effekte wie sonstige Ernährungsgewohnheiten (Alkohol, Salz, Gesamtenergiegehalt) oder Gesundheitszustand statistisch relevant sind.
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Grüße, Michael
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  #6  
Alt 18-01-2012, 14:51
Benutzerbild von Chen-Xin Danny
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Ein sensibles Thema ...




Chen-Xin
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  #7  
Alt 18-01-2012, 14:59
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hier die Originalstudie

Dietary Intake of Total, Animal, and Vegetable Protein and Risk of Type 2 Diabetes in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-NL Study
__________________
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  #8  
Alt 18-01-2012, 15:38
Benutzerbild von kanken
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Zitat:
Zitat von Simplicius Beitrag anzeigen
Ohne Originalstudie schwer zu entscheiden.

Milchprodukte stehen z.B. schon länger im Verdacht, Diabetes zu fördern.
Die kritisierten Diäten wirken sich teilweise günstig auf die Insulinresistenz aus, daher ist eine langfristige Entwicklung eines Diabetes Typ zwei eher unwahrscheinlich.
Na da sagen die Ergebnisse dieser Studie aber etwas anderes. In der Originalstudie wird ja auch in der Diskussion sehr schön dargelegt, warum es dazu kommen könnte. Diese Studie ist eine der ersten großen und statistisch sauberen, die einen belegbaren Zusammenhang zwischen hohem Eiweißkonsum und Diabetes zeigt. Es wurde ja schon lange vermutet und in diversen Studien belegt, dass ein sehr hoher Eiweißkonsum die Nieren schädigt, was ja eine typische Folge eines Diabets ist. Leider wurde in den Studien meines Wissens nicht auf Diabetes gescreent und es waren Schweinemodelle.

@asdfqwerty
Du solltest nicht so einen Mist erzählen und dich mal mit Studiendesign und Auswertung befassen, ehe du unqualifizierten Äußerungen von dir gibst. Das deine Äußerung weiter oben falsch ist, konnte man auch schon bei einem Blick in PubMed feststellen, ohne die gesamte Studie zu kennne (danke an Simplicius).

Diabetische Fachzeitschriften und die Fachgesellschaften weisen nicht ohne Grund schon seit letztem Jahr auf die Gefahr von zu hohem Eiweißkonsum hin. Auch die sportmedizinischen Fachgesellschaften sind sich da absolut einig.

Sicher ist auch, dass Training die Insulinresistenz verbessert und man damit auch einen erhöhten Bedarf hat, aber mehr als 1,8 g/kg/d ist eben Schwachsinn und dieser Wert gilt für HOCHLEISTUNGSSPORTLER!!! Für den Rest reichen 1,2-1,4 g dicke aus.


Wer meint, dass er es besser weiß als Ärzte, Biologen und Fachgesellschaften, der mag jetzt gerne weiter seine proteinreiche Diät machen...


Grüße

Kanken
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Der Weg zum innersten Kern unseres Seins führt nicht an unseren tiefsten Ängste und Gefühlen vorbei, sondern mitten in sie hinein und hindurch.

Geändert von kanken (18-01-2012 um 17:34 Uhr).
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  #9  
Alt 18-01-2012, 16:34
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Standard Zu viel Eiweiß ist ach nicht gut für die Nieren

Zu viel Eiweiß ist auch nicht gut für die Nieren :

Diabetes - HEXAL - Richtige Ernährung bei Diabetes
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  #10  
Alt 18-01-2012, 16:50
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Standard

Zitat:
Das Diabetes-Risiko stieg sehr deutlich an, wenn 5% der Energie in Form von tierischem Eiweiß zu Lasten von 5% der Energie in Form von Kohlenhydraten oder Fett aufgenommen wurde.
Wie ist das nun gemeint?
Wenn Eiweiß 5% mehr als genommen werden?
Oder z.B. anstatt 20% Eiweiß 25%?
Falls zweiteres die Meinung sein soll, finde ich das sehr pauschal, da Sportler doch generell einen höheren Kohlenhydratbedarf haben.
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  #11  
Alt 18-01-2012, 17:02
Benutzerbild von Dudeson
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wen wundert das bitte?

kann pure kohlenhydraternährung ohne eiweiß gesundsein, oder nur zucker?

ausgewogene ernährung morgens und mittags, dann kann einem rein garnichts passieren, egal wie viel eiweiß man abendsnoch nascht. es sei denn man ballert sich eiweißtabletten aus hintersibirien mit kindersicherung im verschluss en masse rein...
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  #12  
Alt 18-01-2012, 17:31
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Zitat:
Zitat von Dudeson Beitrag anzeigen
ausgewogene ernährung morgens und mittags, dann kann einem rein garnichts passieren, egal wie viel eiweiß man abendsnoch nascht.


Zitat:
Das Diabetes-Risiko stieg sehr deutlich an, wenn 5% der Energie in Form von tierischem Eiweiß zu Lasten von 5% der Energie in Form von Kohlenhydraten oder Fett aufgenommen wurde.
Zitat:
Zitat von Kanken
Es wurde ja schon lange vermutet und in diversen Studien belegt, dass ein sehr hoher Eiweißkonsum die Nieren schädigt, was ja eine typische Folge eines Diabets ist.
Es ist NICHT egal, wieviel Eiweiß man sich reinhaut.
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  #13  
Alt 18-01-2012, 19:09
Benutzerbild von Simplicius
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Registrierungsdatum: 16.07.2011
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hab mir das mal durchgelesen:

Dietary Intake of Total, Animal, and Vegetable Protein and Risk of Type 2 Diabetes in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-NL Study

Teilweise passt der Text nicht mit Tabelle 1 zusammen?

Zitat:
Over the quartiles
of total protein intake
, mean age, BMI,
waist circumference, and intakes of saturated
fat and carbohydrates increased,
whereas mean intakes of polyunsaturated
fat and fiber and percentages of men,
smokers, and physically inactive individuals
decreased (Table 1).
Laut Tabelle 1 nimmt doch die Balaststoffaufnahme mit steigender Proteinaufnahme zu (22,1g/day->24,2g/day) und die Kohlenhydrataufnahme ab (231,5g/day->213,6)?


Zitat:
Zitat von kanken Beitrag anzeigen
@asdfqwerty
Du solltest nicht so einen Mist erzählen und dich mal mit Studiendesign und Auswertung befassen, ehe du unqualifizierten Äußerungen von dir gibst. Das deine Äußerung weiter oben falsch ist, konnte man auch schon bei einem Blick in PubMed feststellen, ohne die gesamte Studie zu kennne
Man kann es denn Leuten ja zugestehen, dass die auf die geposteten Informationen Bezug nehmen, ohne sich weitere Infos zu suchen.
Die Einwände sind ja erstmal berechtigt und werden auch in der Studie berücksichtigt, auch wenn das in dem Artikel im Eingangsbeitrag irgendwie untergegangen ist.

Die in dem Eingangsartikel erwähnte mehr als Verdopplung (215%/Faktor 2,15) des Risikos des vierten Quartils im Vergleich mit dem ersten bezieht sich tatsächlich auf die unkorrierten Daten.
Um den Einfluss von Alter und Geschlecht korrigiert bleibt noch ein Faktor von 1,85 übrig.
Zieht man noch Diabetes-Risikofaktoren in Betracht, ist man schon bei 1,67.

Zitat:
Diabetes risk increased significantly
over the quartiles of total protein
intake. Adjustment for age, sex, dietary
factors, and diabetes risk factors yielded
an HR in the highest versus lowest quartile
(HRQ4) of 1.67
(95% CI 1.29 –2.16).


Korrigiert man das noch um den Einfluss von BMI und Taillienumfang bleibt noch eine wenig aussagekräftige Risikoerhöhung von 18% übrig:

Zitat:
After further adjustment for adiposity
measures, this association was no longer
significant
(HRQ4 1.18)
Das Hauptrisiko scheinen interessanterweise die Schlanken zu tragen, während die Dicken wohl weniger Nachteile von mehr Protein haben:

Zitat:
For lean individuals, diabetes risk increased
with increasing total protein
intake
(HRQ4 2.15 [95% CI 1.24 –3.15]
and 2.36 [1.30–4.29] for low BMI and
waist circumference groups, respectively),
whereas there was no relation in
obese participants
.

Wobei aufgrund der wenigen Diabetes-Fälle bei den schlanken Personen wohl auch die Autoren einen zufälligen Zusammenhang nicht ausschließen:

Zitat:
Finally, because of
the direction of the interactions, borderline
significance, and relatively few nonobese
diabetic participants,
we cannot
exclude the possibility that these interactions
are due to chance.
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Geändert von Simplicius (18-01-2012 um 19:28 Uhr).
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  #14  
Alt 18-01-2012, 19:40
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Kampfkunst: The Muk Yan Chong specalists, WSL/ PhB VT
 
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Alter: 36
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nanu?
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  #15  
Alt 18-01-2012, 20:06
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Kampfkunst: daily decrease instead of daily increase
 
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Ort: Berlin
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War mir bekannt, dass zu hoher Protein-Konsum bereits vorhandene Nierenprobleme verstärken kann, dass mit dem Diabetes-Risiko ist mir neu? Dachte bisher das Hauptproblem seien die Unmengen an Zucker, denn man sich reinhaut? Interessante Studie auf alle Fälle!

Führt wieder zum gleichen Fazit: Ausgewogene Ernährung ist das Beste
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