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  #16  
Alt 06-01-2007, 12:03
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Jetzt wird es kompliziert - ich weiß nicht, wie ich die Stellen übernehmen kann, die Du selber Zitiert hast.

Aber seis drum - Du wirst mich schon verstehen.


Zitat:
Zitat von slow
Nur weil man keine Waffe sieht heißt das noch lange nicht, daß der Gegner unbewaffnet ist.
Zitat:
Zitat von slow
Nein, das habe ich so nicht geschrieben und auch nicht gemeint. Natürlich gibt es einen gewissen technischen Unterschied für den bewaffneten (Angreifer). Aber es sollte keinen Unterschied für den unbewaffneten (Verteidiger) machen.
Diese Aussagen sind nicht falsch - ich wollte nur nicht das Thema wechseln - wir sind hier einer Meinung - nur bringt mich das im Bezug auf die Reine Messer-Abwehr nicht weiter. Also nicht böse sein, wenn ich nicht darauf eingehe

Zitat:
Zitat von slow
"wenig Kraft" und "langsam" passen nicht zum Messerkampf.
In einen Kampf vielleicht nicht - aber in einen Angriff.
Jörg B. am Bord hier hat etwas sehr interessantes zu diesem Thema auf dem Sommercamp in Rheinbach gezeigt. Ich suche mal danach - habe es schon einmal beschrieben und will es nicht noch einmal schreiben müssen.


Zitat:
Zitat von slow
Natürlich ist es nicht angenehm ein Holzmesser auf die Knöchel zu bekommen Aber das hat ja nichts mit der Geschwindigkeit zu tun. Und wenns weh tut, dann habe ich halt im Zweifelsfall gerade einen ordentlichen Schnitt/Stich mit einem echten Messer bekommen und muß mich selbst halt anders/besser/schneller bewegen bzw. mehr aufpassen.
Den Lerneffekt durch Schmerz zweifel ich auch nicht an.
Eher den gesunden sadismus unter trainingspartnern. Gerade Neulinge wollen beliebt sein und Ihrem Partner nicht weh tun - sie werden sich also etwas zurückhalten - also langsamer sein als ein echter Gegner - das ist was ich sage - nicht dass der Schmerz nicht ein eindeutiges Signal wäre.


Zitat:
Zitat von slow
Ja, war polemisch, und? Nicht vergessen, auch der Angreifer hat zwei Arme und Beine. Passivität beim Messer ist keine gute Idee.
Hier sprechen wir nicht über das gleiche.
Ich gehe von einer Situation aus, in der ich instinktiv reagiere weil ich im allerletzten Moment erkenne, dass ich mit einer Waffe angegriffen werde. Von Passivität keine Spur.

Zitat:
Zitat von slow
"mit einem Schlag ins Reich der Träume" ist wohl der feuchte Traum eines jeden Boxers. Wie oft das bei den Profis funktioniert weiß jeder der sich hin- und wieder einen Boxkampf anschaut.
Ich rede hier von einem Kampf - nicht von einer sportlichen Auseinandersetzung zwischen zwei gleich schweren, gut trainierten und auf den Kampf eingestellten Kontrahenten.
Die meisten Kämpfe die ich gesehen habe, waren nach dem ersten Schlag entschieden - der Rest war nur noch draufhauen.



Zitat:
Zitat von slow
Wenn Du mal gesehen hast wie man mit dem Messer trainiert, wie schnell die Abfolgen sind und wie hinterhältig agiert werden kann, dann würdest Du sowas nicht schreiben. Ein paar Schnitte und Stiche an den richtigen Stellen und der Messerkämpfer kann sich ausruhen, braucht nur noch auf Distanz bleiben, während das Opfer verblutet, im eigenen Blut ertrinkt bzw. erstickt.

Es gibt am Körper jede Menge Ziele, und sogar ich, der ich nun wirklich nicht gerade schnell bin, würde innerhalb 1 Sekunde bestimmt 3 lohnenswerte Ziele treffen. An unterschiedlichen Regionen. Voraussetzung: mein Opfer wehrt sich nicht
Genau das ist der Punkt über den ich die ganze Zeit rede - Macht es einen Sinn die waffenlose Abwehr zu üben, oder nicht?

Immerhin werde ich zu spät feststellen, ob ich einen Könner oder einen Stümper vor mir habe.
Drei lohnenswerte Ziele in einer Sekunde? Es werden vermutlich noch mehr sein - daher wieder die Frage: Macht es einen Sinn die waffenlose Abwehr zu üben, oder nicht?

Und wenn ja: Wie??

Ich tendiere zu dem was Noppel geschrieben hat - wenn sie wissen, dass es waffenlos nicht geht, kann man den ganzen Käse vergessen und sich den funktionierenden Sachen zuwenden - wegrennen oder Gegenstände benutzen.
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  #17  
Alt 06-01-2007, 12:07
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Zitat:
Zitat von Stickman
Na, dann werde ich auch mal zur allgemeinen Erheiterung beitragen...

aus der Realität....

in über 90% aller Fälle, ist eine Abwehr nicht möglich, weil der Angriff zu überraschend erfolgt. Multiple Abwehrverletzungen entstehen in aller Regel erst nach dem ersten Treffer...nicht vorher

bei einem Messer von Stoppwirkung zu reden ist falsch - ein Messer weist keine Stoppwirkung auf...es ist zwar eine hervorragende Angriffswaffe, aber eigentlich eine eher miserable Verteidigungswaffe....rein theoretisch und grundsätzlich...natürlich gilt auch hier, Ausnahmen bestätigen die Regel....

wenn du auf die 10 % hintrainieren willst, in denen das Messer rechtzeitig erkannt wird, dann lass dich einfach mal angreifen und versuche im ersten Angriff nicht getroffen zu werden und Distanz zu gewinnen, sei es um zu flüchten oder die eigene Waffe zu zu ziehen.....damit ist man dann eigentlich schon mehr als beschäftigt
**freu** na Prima, dass ist doch genau das was ich die ganze Zeit zu sagen versuche.

Wie bringen transportiere ich dieses Wissen in die Köpfe der Schüler??
So wie Noppel und ich es vorschlagen? Marker nehmen und learning by doing?
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Geändert von 17x17 (06-01-2007 um 12:09 Uhr). Grund: hatte die emoticons vergessen
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  #18  
Alt 06-01-2007, 12:17
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Dafür benötigst du nicht einmal einen Farbmarkierer..nimm einen Softtrainer und lasse deine Schüler sich gegenseitig angreifen, mit Vollkontakthelm, Handschuhen und vor allem grosser Angriffsintentsität...der Angreifer muss auch wirklich den Willen haben, seinen Gegner zu treffen....dürfte ziemlich ernüchternd wirken..

dann gibt es da noch geistige Abläufe, die einer "gefahrlosen" Messerabwehr eher abträglich sind....aber die kann ich hier jetzt nicht erklären, weil sie ein ziemlich grosses Kapitel in meinem Buch einnehmen..

um das Ganze jetzt aber wieder etwas zu relativieren....abhängig ist das Gelingen einer Messerabwehr IMMER von zwei Faktoren:

Den Fähigkeiten, dem Zustand und der Intention des Angreifers
Den Fähigkeiten des Verteidigers...

Geändert von Stickman (06-01-2007 um 12:19 Uhr).
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  #19  
Alt 06-01-2007, 12:38
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Ich denke ein wichtiger Faktor, der hier noch nicht besprochen wurde (oder ich habe es überlesen) ist, was will der Angreifer mit dem Messer anstellen?

a) Er will dich "nur" verletzen und fuchtelt mit seinem Messer vor deiner Nase rum
b) Er ist agressiv und will dich wirklich töten

Meine Trainer sagte immer zu mir, dann wenn Fall a) eintrifft, man eine 10%ige Chance hat, den Angriff abzuwehren (Von den kleinen Verletzungen/Schnittwunden die mit sicherheit dabei auftreten werden).

Bei Fall b) sieht es da schon wieder anders aus. Will der Gegner dich töten, wird er dich mit einem Stich tödlich Verletzen wollen. Das heisst auch, er wird direkt und die Angriffslinie wird sichtbar.

----

Was aber wenn Fall a) eintrifft, man also eine viel geringere Chance hat, den Angriff zu überstehen?

Das klingt zuerst vielleicht etwas bescheuert, macht aber in meinen Augen Sinn

In diesem Falle, versuche ich den Angreifer zu provozieren (Beleidige ihn, Spucke ihm ins Gesicht) und bringe ihn dazu, mich direkt anzugreifen.

Ich denke diese Punkte sollten angesprochen werden, NACHDEM du deinen Schülern klar gemacht hast, es besser ist, wenn möglich, wegzulaufen.

---

Training gegen Angriffe mit einem Messer, halte ich selbst für sinnvoll. Ist aber nur meine Meinung
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Ein vermiedener Kampf ist immernoch der Beste!
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  #20  
Alt 06-01-2007, 12:47
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Zitat:
Zitat von mArtist
Ich denke ein wichtiger Faktor, der hier noch nicht besprochen wurde (oder ich habe es überlesen) ist, was will der Angreifer mit dem Messer anstellen?

a) Er will dich "nur" verletzen und fuchtelt mit seinem Messer vor deiner Nase rum
b) Er ist agressiv und will dich wirklich töten

Meine Trainer sagte immer zu mir, dann wenn Fall a) eintrifft, man eine 10%ige Chance hat, den Angriff abzuwehren (Von den kleinen Verletzungen/Schnittwunden die mit sicherheit dabei auftreten werden).

Bei Fall b) sieht es da schon wieder anders aus. Will der Gegner dich töten, wird er dich mit einem Stich tödlich Verletzen wollen. Das heisst auch, er wird direkt und die Angriffslinie wird sichtbar.

----

Was aber wenn Fall a) eintrifft, man also eine viel geringere Chance hat, den Angriff zu überstehen?

Das klingt zuerst vielleicht etwas bescheuert, macht aber in meinen Augen Sinn

In diesem Falle, versuche ich den Angreifer zu provozieren (Beleidige ihn, Spucke ihm ins Gesicht) und bringe ihn dazu, mich direkt anzugreifen.

Ich denke diese Punkte sollten angesprochen werden, NACHDEM du deinen Schülern klar gemacht hast, es besser ist, wenn möglich, wegzulaufen.

---

Training gegen Angriffe mit einem Messer, halte ich selbst für sinnvoll. Ist aber nur meine Meinung
Hör mal - das ist echt gefährlicher Unsinn

Wenn Dein Gegner mit dem Messer fuchtelt, kannst Du kooperieren und versuchen zu flüchten.

Will Dich einer töten sind wir wieder dabei das 90% der Angriffe nicht abgewehrt werden, weil sie zu plötzlich kommen.

Deinen Gener zu provozieren, damit er einen ungestümen Angriff macht....

Bitte teste mit einem Edding wovon Dein Trainer redet - such Dir einen der Keine Ahnung von Messerkampf hat und sag ihm er soll mal einfach machen - egal ob schnell oder langsam - fest oder fuchtelnd. Seine einzige Aufgabe ist jedoch, dass er es Dir schwer machen soll.

Ich glaube das wird für Dich sehr erhellend sein.

Eine kranke logik ist schon darin enthalten - aber leider nur eine kranke.
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  #21  
Alt 06-01-2007, 12:49
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Zitat:
Er will dich "nur" verletzen und fuchtelt mit seinem Messer vor deiner Nase rum
Na dann habe ich ja ausreichend Zeit, Fersengeld zu geben...... nein, im Ernst, was du da beschreibst....trifft auf ein Täterprofil zu, das es erstens sehr selten gibt, zweitens entweder mit der Möglichkeit einer Flucht oder verbaler Deeskalation verbunden ist..

Dein Vorschlag ist, sorry, dumm, und würde auch aus rechtlicher Sicht Probleme nach sich ziehen.....abgesehen davon, das Stiche schwieriger abzuwehren sind als Gefuchtel...
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  #22  
Alt 06-01-2007, 13:38
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Zitat:
Zitat von 17x17
Wie bringen transportiere ich dieses Wissen in die Köpfe der Schüler??
So wie Noppel und ich es vorschlagen? Marker nehmen und learning by doing?
versteh mich bitte nicht falsch! man sollte ihnen durchaus etwas beibringen, aber damit sie wirklich dinge so lernen können, dass sie sinnvoll einsetzbar sind, müssen sie erstmal wissen, wo ihre natürlichen grenzen liegen. da kann man einen mehrtägigen vortrag halten, der absolut nicht hängen bleibt, oder man lässt sie probieren.

das wird sich einprägen und die schüler werden viel genauer und kritischer betrachten, was man ihnen dann beibringt. dadurch werden so allmachtsphantasien auch gut vermieden.

wenn man den schülern dann etwas beibringt, sollte es auch deren natürlichen bewegungen aufbauen, denke ich. wenn die person mal wirklich in eine solche situation kommt, wirds ja doch sehr urig ablaufen... instinkte, reflexe, wenig technik. deswegen bringen tolle techniken nichts, wenn sie nicht auf den ohnehin vorhandenen reflexen aufbauen oder sogar noch übermäßig anspruchsvoll - wenn auch supereffektiv - sind

ein beispiel: wenn der natürliche reflex ist, den waffenarm versuchen unter kontrolle zu bringen, dann sollte man darauf aufbauen und bspw zeigen, welche einfach umzusetzenden optionen ich noch habe, wenn ich mit beiden händen seine messerhand festhalte

wenn der natürliche reflex ist, zu versuchen, dass messer aus der hand zu schlagen, dann sollte man vielleicht versuchen, dahingehend zu helfen oder ihnen zumindest die chance zu geben, dass zu üben.
am besten wäre wohl noch, halbwegs gefahrlose möglichkeiten aufzuzeigen:
mit dem regenschirm zuschlagen, mit der handtasche, dem shulranzen, dem rucksack oder mit der jacke und hoffen, dass er sich drin verstrickt, bevor man auch nur dran denkt, irgendein körperteil in richtung messer zu bewegen


ich sage nicht, dass instinktive handlungen gut sind - sie sind es nicht. aber ich denke, dass sie trotzdem das erste und vielleicht einzige sind, was dann im ernstfall einfällt.

da kann die person irgendne künstliche waffenabwehr in perfekter manier gegen einen ganz bestimmten angriff beherrschen - im ernstfall wird sie vermutlich doch anders reagieren.


wenn ich das problem des topicerstellers hätte und so ein training organisieren müsste, würde ich auf instinkten aufbauen

zegegeben, dass war jetzt nicht hilfreich, aber meine meinung.

gruß
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  #23  
Alt 06-01-2007, 17:36
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Zitat:
Zitat von noppel
zegegeben, dass war jetzt nicht hilfreich, aber meine meinung.
Hilfreich war es in dem Sinne, dass ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Bis auf einen Ausrutscher haben wir im Kern sehr ähnliche Vorstellungen - ich bin also nicht abgehoben

Im Ganzen hat sich für mich auch schon der Thread gelohnt - einige gut zu verwertende Argumente waren schon dabei.

Ich bin in meiner Meinung bestätigt - das ist für mich ersteinmal die Haptsache



Sonst noch was zu dem Thema?
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Dominic R.
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  #24  
Alt 06-01-2007, 17:46
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Zitat:
Zitat von 17x17
Genau das ist der Punkt über den ich die ganze Zeit rede - Macht es einen Sinn die waffenlose Abwehr zu üben, oder nicht?

Immerhin werde ich zu spät feststellen, ob ich einen Könner oder einen Stümper vor mir habe.
Drei lohnenswerte Ziele in einer Sekunde? Es werden vermutlich noch mehr sein - daher wieder die Frage: Macht es einen Sinn die waffenlose Abwehr zu üben, oder nicht?

Und wenn ja: Wie??

Ich tendiere zu dem was Noppel geschrieben hat - wenn sie wissen, dass es waffenlos nicht geht, kann man den ganzen Käse vergessen und sich den funktionierenden Sachen zuwenden - wegrennen oder Gegenstände benutzen.
Ich würde sagen: ja, es lohnt sich eine waffenlose Abwehr zu üben. Über das "wie" lasse ich mich aber trotzdem nicht aus, da ich selbst lerne und es massig sehr viel kompetentere Leute als mich gibt. Im Zweifelsfall hat man einfach keine andere Möglichkeit, man hat keine Zeit eine Waffe zu suchen und weder Platz noch Zeit wegzulaufen. Wenn man überhaupt keine Ahnung hat was es zu beachten gibt, wie man agieren kann, verkommt das zu einer recht einseitigen Sache.

Es ist ja gut und schön, wenn man als untrainierter auf den Gedanken kommt die Messerhand mit beiden Händen zu greifen. Nur wird der Messerkämpfer die leere Hand dazu verwenden
a) zu schlagen -> Ablenkung des Opfers, Abwehrbewegung lockert Griff um Messerhand
b) seine Messerhand einfach wegreißen (ja, geht, oft geübt und demonstriert, da muß schon Herkules persönlich greifen)
c) mit der leeren Hand einfach das Messer aus der blockierten Hand rausfischen, ggf. eventuelle eigene Schnittwunden mißachtend
d) mit der leeren Hand zum 2. Messer greifen (jetzt wirds plötzlich *richtig* interessant...)
weitere Möglichkeiten um das "Opfer" zu beschäftigen und abzulenken:
e) Kopfstoß
f) treten
g) beißen
...

Auch Distanz schützt vor Schaden nicht. Zum einen kann Distanz sehr schnell überbrückt werden, wenn nicht weit genug (und weit genug bedeutet -> unbewaffneter Verteidiger hat die Möglichkeit zu flüchten), zum anderen eröffnet eine zu kurze Distanz die Möglichkeit zum spielen. Schnelle Stiche, Schnitte, Jabs mit dem Messer... der Messerkämpfer hat aufgrund der Klinge eine höhere Reichweite.

Es gibt Möglichkeiten mit einem Messerangriff einigermaßen umzugehen. Das kann man trainieren. Nicht, um einen ernsthaften Angriff garantiert vollkommen unbeschadet zu überstehen, sondern um einen ernsthaften ERKENNBAREN Angriff mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu überleben. Und sei es, sich ein Fenster zur Flucht öffnen zu können.

Ein verdeckter Angriff auf kürzeste Distanz, aus dem Hinterhalt und überraschend ohne Vorgeplänkel kann wohl nur von Hellsehern und absoluten Paranoikern gemeistert werden.

Ciao

slow

P.S. ich erhebe keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit, dazu bin ich einfach zu schlecht. Ist nur meine Meinung, die ich mir Aufgrund meiner persönlichen Beschäftigung mit dem Messer gebildet habe.
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  #25  
Alt 06-01-2007, 17:54
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Zitat:
Zitat von slow
Es gibt Möglichkeiten mit einem Messerangriff einigermaßen umzugehen. Das kann man trainieren. Nicht, um einen ernsthaften Angriff garantiert vollkommen unbeschadet zu überstehen, sondern um einen ernsthaften ERKENNBAREN Angriff mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu überleben. Und sei es, sich ein Fenster zur Flucht öffnen zu können.
Das trifft es doch ganz gut. auch ein guter Hinweis, danke
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Dominic R.
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  #26  
Alt 06-01-2007, 18:23
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Zitat:
Sollten waffenlose-Messer-Abwehr-Techniken überhaupt Platz im Training haben? - und wenn ja - welchen?
Kommt auf das Training an. Wenn man den Leuten nur ein paar Zaubergriffe ("So, heute lernen wir, wie man einen Stich von oben abwehrt!") beibringt und die Jungs dann mit stolz geschwellter Brust nach Hause gehen in der irrigen Annahme, daß sie jetzt keinen Messerstecher zu fürchten brauchen, dann tut man ihnen sicherlich keinen Gefallen.

Ich betrachte die Abwehr eines bewaffneten Angreifers als Bestandteil des Waffenkampfes. Man kann seine Chancen wesentlich verbessern, wenn man den Messerkampf besser beherrscht als der Angreifer. Was das fürs Training bedeutet, ist klar...

Zitat:
Meine Argumentation richtet sich im Allg. aber eher gegen das Bemühen, das Messer unter Kontrolle zu bekommen. Sicherlich wäre es toll (das Messer zu kontrollieren) aber ich habe halt bisher niemanden gesehen der es könnte
Wenn der Angreifer in den Infight geht und der Verteidiger das Messer nicht unter Kontrolle hat, wird er sehr viel Blut verlieren. Wenn man sich wie im Training hinstellt und auf den eingeübten Angriff wartet, wird das natürlich nichts...
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...sie kommen auch hinter deinen Schild
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  #27  
Alt 06-01-2007, 19:10
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Zitat:
Zitat von Andreas Weitzel
@ 17x17:

Messerabwehr ist zu 99 % eine "Nervensache" - eine Sache, deren Erfolg davon abhängt, wie ruhig, entspannt und kontrolliert deine Psyche (und damit dein Körper) ist. Und der Rest gehört der Technik, die vom Prinzip her eigentlich einfach ist: Angriffslinie verlassen, Waffe kontrollieren, Gleichgewicht brechen, immer noch Waffe kontrollieren. Die Frage ist immer, wie ruhig und kontrolliert man sich selbst bewegt. Davon hängt ab, ob die Technik gelingt.

Eins darf man aber nicht vergessen: Es kämpfen Menschen. Das bedeutet: Wenn beide kontrolliert arbeiten, aber der Angreifer sein Handwerk (Messerangriff) technisch besser beherrscht, als der Verteidiger seins (Messerabwehr), dann hat der Verteidiger Pech gehabt.

Gruß
Andreas
Gewagte These ...

Kämpfen ist sicher zu 80 % Nervensache und zu 20 % Technik, Kraft und Kondition. Aber behalt mal bei einem echten Messerangriff (kein Training) die Nerven und bleib entspannt ... das gelingt nur sehr wenigen Menschen (entweder weil ihnen das Leben nicht´s mehr zu bieten hat, sie unter Drogeneinfluß stehen und die Situation nicht realisieren, von Natur aus Draufgänger oder einfach extrem kaltblütig sind). Die meisten Menschen (auch viele Kampfsportler) werden allerdings mit ihrer Angst zu kämpfen haben, schließlich geht es um Dein Leben (nicht um einen WM-Titel, einen Punkt im Sparring oder eine einfache Prügelei) ...

Hier muß man einfach sagen, dass man unbewaffnet gegen einen Amokläufer mit Messer, einen ausrastenden Widersacher oder am schlimmsten gegen einen kaltblütigen Menschen, der weiß wie man mit dem Messer umgeht, so gut wie fast keine Chance hat. Dafür ist das Messer eine zu gefährliche Waffe.
Man kann es nicht abblocken (wie z.B. einen Schlag), wenn man es schafft den Waffenarm zu parieren, kann der Gegner immer noch das Messer zurückziehen und schneidet einem den Unterarm + Sehnen, Venen/Arterien auf, der Gegner kann einen Angriff antäuschen und im letzten Moment den Angriffswinkel und die -richtung mit dem Messer ändern (im Gegensatz zu Schlagangriffen), um ein Messer zu benutzen ist keine besondere Kraft erforderlich, ein Stich auf vitale Punkte am Körper kann den sofortigen Tod zur Folge haben, Schnittverletzungen führen u.U. zu hohem Blutverlust und verheilen nur sehr langsam (Narbenbildung, eingeschränkte Bewegungs-fähigkeit bei Sehnen- und Nervenverletzungen), selbst wenn man schafft die Waffenhand des Gegners zu fixieren, kann dieser immer noch mit der freien Hand zuschlagen oder auch mit den Beinen treten, er befreit die Waffenhand und man wird erneut unter schlechten Bedingungen (man ist evtl. angeschlagen) angegriffen etc..

Mit dem klassischen Jujutsu-Kipphandhebel etc. ist es längst nicht mehr getan !!! Sowas vermittelt nur falsche Sicherheit. Jeder "SV-Experte" der behauptet, er könne einen Messerangriff zu jedem Zeitpunkt gefahrlos abwehren, kann ich nur auslachen und sage "gib mir ein Messer und ich schlitze ihn mal kurz in der Werbepause eines Spielfilms auf" ... die klassischen Techniken funktionieren nur gegen idiotische Angriffe ... aber kein Angreifer sagt Dir vorab wo er angriffen wird, geschweige denn in Slow-Motion, außerdem bewegt sich kein Angreifer wie ein Scheintoter oder läßt seinen zweiten Arm am Körper hängen, während der "SV-Experte" an ihm "herumspielt" ... so greift nunmal niemand an. Die Leute sind aggressiv, fuchteln wild mit dem Waffenarm herum, werfen Gegenstände auf Dich etc.. Alles was Du machen kannst, kann der Gegner auch ...

Deshalb bietet selbst das realistischste und beste Messerabwehrtraining immer nur eine Chance, mehr nicht. Dabei ist es wichtig den Schwerpunkt auf Ausweichen, Beinarbeit, Treten, Deckungspositionen zu legen sowie den Schülern zu vermitteln, dass sie jeden nur im Ansatz waffenverwendungsfähigen Gegenstand (Tasche oder Stuhl als Schutz, Latte, Stock, Flasche, Kette, zur Ablenkung mit Gegenständen werfen etc.) gegen den Angreifer einsetzen müssen. Sie müssen unfair kämpfen, gemein sein und psychisch in der Lage den Gegner zu töten, sobald sich die Gelegenheit bietet.

Geändert von Lap Sao (06-01-2007 um 19:15 Uhr).
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  #28  
Alt 06-01-2007, 19:40
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Zitat:
deren Erfolg davon abhängt, wie ruhig, entspannt und kontrolliert deine Psyche (und damit dein Körper) ist.
Sorry Andreas, wenn du mit einem Messer angegriffen wirst und dieses vielleicht noch irgendwie "rechtzeitig" erkennen kannst, dann ist es vorbei mit Ruhe, Entspannung und Kontrolle...du musst in Sekundenbruchteilen die Eindrücke verarbeiten, Abwehrmassnahmen oder Reaktionen auswählen und ausführen....das ist schon mal geistiger Stress erster Klasse, auch wenn dir automatisierte Mechanismen vielleicht einen Teil erleichtern können...und wir reden hier wirklich von Sekundenbruchteilen....

Als erfolgreiche Messerabwehr ist es übrigens schon zu bezeichnen, wenn der Stich zum Rumpf "nur" den Hüftspeck oder den Arm trifft..... kommt mal von dem Gedanken weg, unverletzt aus so etwas herauszugehen....Sieger ist, wer überlebt....

Die unbewaffnete Messerabwehr muss schon aus einem einzigen sinnvollen Grund trainiert werden...die meisten Angriffe kommen so überraschend, dass überhaupt keine andere Möglichkeit bleibt, den ersten Angriff anders abzuwehren....diese unbewaffnete Abwehr des ersten Angriffs ermöglicht erst eine Flucht oder das Ziehen einer eigenen Waffe oder die Nutzung eines geeigneten Behelfsmittels.
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  #29  
Alt 06-01-2007, 20:05
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Zitat:
Zitat von slow
Es ist ja gut und schön, wenn man als untrainierter auf den Gedanken kommt die Messerhand mit beiden Händen zu greifen. Nur wird der Messerkämpfer die leere Hand dazu verwenden
a) zu schlagen -> Ablenkung des Opfers, Abwehrbewegung lockert Griff um Messerhand
b) seine Messerhand einfach wegreißen (ja, geht, oft geübt und demonstriert, da muß schon Herkules persönlich greifen)
c) mit der leeren Hand einfach das Messer aus der blockierten Hand rausfischen, ggf. eventuelle eigene Schnittwunden mißachtend
d) mit der leeren Hand zum 2. Messer greifen (jetzt wirds plötzlich *richtig* interessant...)
weitere Möglichkeiten um das "Opfer" zu beschäftigen und abzulenken:
e) Kopfstoß
f) treten
g) beißen
...
das stimmt natürlich

aber das messer zumindest für ein paar wenige sekunden unter kontrolle zu haben gibts einem ja raum für weitere möglichkeiten

seien es zauberhebel wie in klassischen stilen gelehrt, knietechniken (was wohl meine erste wahl wäre, wenn ich in so ner situation noch nen halbwegs klaren verstand hätte)

wenn man schnell und stark genug ist, kann man sich ja auch quasi in den gegner reindrehn und kurz einen arm für ellenbogentechniken lösen...
schulterwürfe oder der klassische tritt in die klöten.

aber solche theorie braucht man eigentlich nicht diskutieren.
es kommt eh immer anders

und in dem falle, der mir vorm geistigen auge vorschwebt (körperlich unterlegener ohne groß kampfsportkenntnisse, aber mit nem sehr einschüchterndem messer) würde ich lieber einige schläge als einen stich kassieren

gegen wen, der gleich stark ist, hat man eh verloren

aber wenigstens das 15-jährige schmächtige ghettoposerkid mit dem gewaltigen bowiemesser oder nem springmesser in der hand muss so nicht zwangsweise zum frühableben führen

ist schonmal ein erfolg.

ich halte sowieso viel mehr davon, alltagsgegenstände die man auch oft bei sich hat, zu verwenden... siehe oben

gruß
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  #30  
Alt 06-01-2007, 21:05
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Meine Meinung, ohne alles hier jetzt gelesen zu haben:
Verschiedene Grundlegende "Techniken" sollte man trainieren. Kurz, einfach aber wirkungsvoll!
Denn Schülern klar machen, das man waffenlos selbst bei einer geglückten Verteidigung, so gut wie NIE unbeschadet da raus kommt.
Ziel kann es sein, das eigene Risiko so gering wie möglich zu halten.
Gegen den 08/15-Messerstecher sind die Chancen größer, als gegen den Waffenkenner, sprich sich die Art der Messerhaltung anschauen.
"Man kann sich nur gegen etwas verteidigen, was man selbst kennt!"
MfG
Markus
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Lieber im Training schwitzen, als auf der Straße bluten!
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