Kampfkunst-Board

Zurück   Kampfkunst-Board > Allgemeines zu Kampfkünsten/-Sportarten > Waffen in Kampfkünsten

Waffen in Kampfkünsten Schusswaffen, Hieb- und Stoßwaffen, Waffenrecht, Waffenzubehör, Herkunft und Typen - bitte keine Diskussionen die in den Fachforen besser aufgehoben sind.



Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 13-08-2017, 17:58
Gast
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard Sichelschwerter bzw. Chepesch

In Game of Thrones sieht man öfters Dothrakis mit sichelartigen Klingenwaffen herum hantieren, unter anderem vom Pferd aus. Dachte die neue Staffel wäre ein willkommener Anlass sich darüber zu unterhalten.

Hat jemand von euch Ahnung warum sich solche Waffen historisch gesehen nicht durchgesetzt haben? Und wie wurde überhaupt damit gekämpft? Laut Wikipedia war das Chepesch in Ägypten wohl eher als Waffe für Fußsoldaten gedacht. Was Bronzewaffen allgemein angeht habe ich gehört, dass der direkte Klingenkontakt nach Möglichkeit vermieden wurde, um die Waffe zu schonen, was die Dynamik von Kämpfen wohl ziemlich verändert haben soll.



Vorsicht mit Spoilern.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Werbung
  #2  
Alt 13-08-2017, 19:18
Benutzerbild von itto_ryu
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Highland Broadsword, Backhold Wrestling
 
Registrierungsdatum: 13.10.2005
Beiträge: 8.822
Standard

Sichelschwerter gab es und soweit ich weiß, blieben sie in einigen Regionen auch erhalten. Schau dir mal diesen Kanal an, dort wird u.a. damit gearbeitet:

https://www.youtube.com/user/austinwarriorarts/videos


Hier wird etwas drüber erzählt:
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 13-08-2017, 20:29
Benutzerbild von Terao
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Kendo
 
Registrierungsdatum: 14.05.2013
Beiträge: 10.215
Standard

Könnte mir vorstellen, dass die (wie alle spezialisierten Slicer) nicht so optimal gegen Rüstungen sind. Was den alten Ägyptern (und den Dothraki ) ziemlich egal sein konnte, aber in vielen Kulturen halt doch eine große Rolle spielte.
__________________
Du sollst am Sabbat keine Fledermäuse rasieren.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 14-08-2017, 00:34
Benutzerbild von DEKAR
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: krav maga (früher hapkido und jkd)
 
Registrierungsdatum: 21.05.2015
Beiträge: 428
Standard

das kopis der griechen hat sich doch vermutlich aus dem kopesh der ägypter entwickelt. das falcata ging doch auch in etwa in die richtung. kukris werden doch sogar heute noch benutzt.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 14-08-2017, 09:20
Benutzerbild von Klaus
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst:
 
Registrierungsdatum: 31.08.2001
Ort: NRW
Beiträge: 18.006
Standard

Kann es sein, dass die ursprünglich aus Sicheln als Erntewerkzeug entwickelt wurden, weil die einfach da waren ?
__________________
"Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 14-08-2017, 09:43
Benutzerbild von Nite
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: BJJ (früher: TKD, MMA)
 
Registrierungsdatum: 25.12.2010
Alter: 33
Beiträge: 3.814
Standard

Zitat:
Zitat von DEKAR Beitrag anzeigen
das kopis der griechen hat sich doch vermutlich aus dem kopesh der ägypter entwickelt. das falcata ging doch auch in etwa in die richtung. kukris werden doch sogar heute noch benutzt.
Wobei die Wölbung der Schneide beim Kopesh eher einem Säbel gleicht und nicht einer Sichel wie bei Kopis/Falcata/Khukri
__________________
WWCD - What Would Churchill Do?
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 14-08-2017, 11:02
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Bujinkan Budo Taijutsu
 
Registrierungsdatum: 10.07.2002
Ort: Hannover
Alter: 39
Beiträge: 1.582
Standard

Zitat:
Zitat von Anton Nümus Beitrag anzeigen
Was Bronzewaffen allgemein angeht habe ich gehört, dass der direkte Klingenkontakt nach Möglichkeit vermieden wurde, um die Waffe zu schonen, was die Dynamik von Kämpfen wohl ziemlich verändert haben soll.
Inwiefern soll das etwas verändert haben? Mit Kupfer oder Steinwaffen war doch Wafenkontakt auch nicht gut.
__________________
Gesendet mittels Unterhaltungselektronik ohne Tapatalk.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 14-08-2017, 11:52
Gast
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Terao Beitrag anzeigen
Könnte mir vorstellen, dass die (wie alle spezialisierten Slicer) nicht so optimal gegen Rüstungen sind. Was den alten Ägyptern (und den Dothraki ) ziemlich egal sein konnte, aber in vielen Kulturen halt doch eine große Rolle spielte.
Das ist ein Argument. Andererseits hat Klaus sicherlich auch einen Punkt, soweit ich das beurteilen kann. Im Sinne dessen, dass man genommen hat was da war.

Zitat:
Zitat von DEKAR Beitrag anzeigen
das kopis der griechen hat sich doch vermutlich aus dem kopesh der ägypter entwickelt. das falcata ging doch auch in etwa in die richtung. kukris werden doch sogar heute noch benutzt.
Meinst du es gab einen westlichen Einfluss auf die Entwicklung des Kukris?

Zitat:
Zitat von Tyrdal Beitrag anzeigen
Inwiefern soll das etwas verändert haben? Mit Kupfer oder Steinwaffen war doch Wafenkontakt auch nicht gut.
Sorry, Fehler meinerseits. Macht mehr Sinn, dass sich die Dynamik von Kämpfen eher mit der Einführung von widerstandsfähigeren Legierungen veränderte.

Zitat:
Zitat von itto_ryu Beitrag anzeigen
Sichelschwerter gab es und soweit ich weiß, blieben sie in einigen Regionen auch erhalten. Schau dir mal diesen Kanal an, dort wird u.a. damit gearbeitet:

https://www.youtube.com/user/austinwarriorarts/videos


Hier wird etwas drüber erzählt:
Super, danke! Habe in der Suchfunktion auch noch ein paar interessante Videos gefunden die du wohl früher mal postet hattest.
Zitat:
Zitat von Nite Beitrag anzeigen
Wobei die Wölbung der Schneide beim Kopesh eher einem Säbel gleicht und nicht einer Sichel wie bei Kopis/Falcata/Khukri
Gab es auch Sichelwaffen die beidseitig geschliffen waren?
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 14-08-2017, 15:31
Benutzerbild von itto_ryu
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Highland Broadsword, Backhold Wrestling
 
Registrierungsdatum: 13.10.2005
Beiträge: 8.822
Standard

Zitat:
Zitat von Anton Nümus Beitrag anzeigen
Gab es auch Sichelwaffen die beidseitig geschliffen waren?
Beim Shotel setze ich es voraus. Schau dir mal an, wie der besagte Kanal die Tehcniken zeigt, mal Krümmung so rum, mal so rum. Sicherlich findest du da Antworten:

Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 14-08-2017, 17:34
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Ex-Florettfechter, Senioren-Karate, Fettverbrennung-Do
 
Registrierungsdatum: 27.04.2016
Beiträge: 386
Standard

Meines Wissens kämpften die professionellen Armeen (Griechen, Römer etc.) in hintereinander gestaffelten Schlachtreihen, dicht an dicht. Speere, Lanzen, Kurzschwerter waren so die bevorzugten Sachen. Das ist alles auf engem Raum zu führen. Mit so einem beidseitig geschliffenem, gebogenen Ding vermute ich war die Verletzungsgefahr für die eigenen Leute recht groß und sich in einer Reihe eng aneinander hinter Schilden zu verschanzen und überraschend vorzustechen war wahrscheinlich mit so etwas auch nicht so einfach. Es ist viel Material für eine sehr geringe Reichweite. Massenproduktion von Speeren oder Kurzschwertern ist schon ökonomischer im Zusammenspiel mit einer gut gedrillten Kampftechnik in Formation. Ein gerader Stich ist auch leichter zu erlernen, als der fancy Sichelschwertkampf.
Bei reinem Werkzeug, eine Bauernarmee mit Sicheln kann man solche Art von Waffen wahrscheinlich verwenden, aber gegen die Vollprofis mit Speer/Schilde/Kurzschwert und in Rüstung, alle gleich gut ausgerüstet und gedrillt sieht man mit so etwas m.E. alt aus. Die halten ihre Reihen geschlossen und den Gegner mit dem Speer auf Abstand.
Spezialtruppen, Reiterei o.ä. lässt sich unter historisch Interessierten diskutieren, aber mal Hand aufs Herz in Serien wie Game of Thrones soll es einfach exotisch und geil aussehen, egal wie praktikabel es in der Situation wirklich wäre.
__________________
"Ich habe alle diese Degen selbst geschmiedet und übe täglich acht Stunden mit ihnen, um einen Piraten töten zu können." "Du brauchst dringend ein Mädchen mein Freund!" (Fluch der Karibik)
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #11  
Alt 14-08-2017, 17:48
Benutzerbild von period
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: alles was (b)ringt, Schwerpunkt Freistilringen
 
Registrierungsdatum: 11.02.2005
Ort: Italien
Alter: 29
Beiträge: 1.809
Standard

Bei dem letzten Statement gehe ich sofort mit Ansonsten ist es halt eine Taktikfrage, und erfolgreiche Taktiken entwickeln sich halt immer aus der Notwendigkeit. Z.B. war der Schildwall ja auch im Frühmittelalter ziemlich beliebt, und da spielt die zweihändige Dänenaxt (neben anderen Stangenwaffen) aus der zweiten Reihe eine recht wichtige Rolle, um den Wall aufzubrechen. So ist es halt immer - jemand entwickelt ein System, hat eine Weile Erfolg damit, dann kommt jemand mit einer neuen Taktik und zwingt zu Modifikationen. So sollen die Türkenkriege der Auslöser für die Schaftfedern an Stangenwaffen wie Piken gewesen sein (weil die mit dem Säbel in der Lage waren, die Spitzen erfolgreich abzuschlagen). Und die spanischen Söldner sollen nach Macchiavelli in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts den Schweizer Pikenieren mehrmals übelst zugesetzt haben, indem sie sich mit Schwert und Buckler bewaffnet unter den Pikenspitzen durchgerollt (!) haben...
Was ich damit sagen will: viele Bewaffnungssysteme können mit der richtigen Taktik Erfolg haben. Nur obs im konkreten Fall funktioniert, weiß man erst wenns ausprobiert wurde.

Beste Grüße
Period.
__________________
Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 15-08-2017, 02:16
Benutzerbild von DEKAR
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: krav maga (früher hapkido und jkd)
 
Registrierungsdatum: 21.05.2015
Beiträge: 428
Standard

Zitat:
Zitat von Anton Nümus Beitrag anzeigen


Meinst du es gab einen westlichen Einfluss auf die Entwicklung des Kukris?
keine ahnung aber hatten ie philipnen indonesier etc nicht auch ähnlich geformte schwerter? könnte also auch aus dem osten kommen. oder halt über alexander den großen von den europäern oder komplett eigenständig.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 15-08-2017, 17:51
Benutzerbild von itto_ryu
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Highland Broadsword, Backhold Wrestling
 
Registrierungsdatum: 13.10.2005
Beiträge: 8.822
Standard

Zitat:
Zitat von period Beitrag anzeigen
Z.B. war der Schildwall ja auch im Frühmittelalter ziemlich beliebt, und da spielt die zweihändige Dänenaxt (neben anderen Stangenwaffen) aus der zweiten Reihe eine recht wichtige Rolle, um den Wall aufzubrechen. So ist es halt immer - jemand entwickelt ein System, hat eine Weile Erfolg damit, dann kommt jemand mit einer neuen Taktik und zwingt zu Modifikationen.
Stimmt grundsätzlich. Wobei es spannend ist, wenn es Ausnahmen gibt. Z.B. ist die lange beidhändige Axt skandinavischen Ursprungs bei den Galloglass-Söldner in Irland bis ins späte 16. Jhd. als Hauptwaffe im Einsatz gewesen. Und die waren als schwere Infanterie keine altbackene Truppe oder Anachronismus, sondern eine militärisch wichtige Stärke in den Kämpfen dieser Zeit (wobei man da natürlich die irisch-gälischen Verhältnisse bedenken muss).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 15-08-2017, 18:42
Benutzerbild von period
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: alles was (b)ringt, Schwerpunkt Freistilringen
 
Registrierungsdatum: 11.02.2005
Ort: Italien
Alter: 29
Beiträge: 1.809
Standard

Da stimme ich wieder grundsätzlich zu, weise aber darauf hin, dass die Hellebarde (die man als Weiterentwicklung der langstieligen Axt ansehen kann) und verwandte Stangenwaffen ja auch am Festland im 15. und frühen 16. Jh. noch eine relevante Militärwaffe darstellt. Eine ähnliche Waffe kann durchaus mit anderen taktischen Zielen eingesetzt werden, z.B. gegen Reiterei oder als Universalwaffe für Stadt- und Leibwächter (Schweizer Garde...).

Beste Grüße
Period.
__________________
Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 16-08-2017, 16:37
Benutzerbild von itto_ryu
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Highland Broadsword, Backhold Wrestling
 
Registrierungsdatum: 13.10.2005
Beiträge: 8.822
Standard

Zitat:
Zitat von period Beitrag anzeigen
Da stimme ich wieder grundsätzlich zu, weise aber darauf hin, dass die Hellebarde (die man als Weiterentwicklung der langstieligen Axt ansehen kann) und verwandte Stangenwaffen ja auch am Festland im 15. und frühen 16. Jh. noch eine relevante Militärwaffe darstellt. Eine ähnliche Waffe kann durchaus mit anderen taktischen Zielen eingesetzt werden, z.B. gegen Reiterei oder als Universalwaffe für Stadt- und Leibwächter (Schweizer Garde...).

Beste Grüße
Period.
Jupp, guter Punkt
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort


Dieses Thema betrachten zurzeit 1 Personen. (0 registrierte Benutzer und 1 Gäste)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An
[IMG] Code ist An
HTML-Code ist Aus
Trackbacks are Aus
Pingbacks are Aus
Refbacks are Aus

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
5/3/1 bzw. 8/6/3 Esse quam videri Trainingslehre 12 25-12-2014 18:47
Welche/r KK bzw KS ist das? drucka Offenes Kampfsportarten Forum 2 25-10-2011 20:40
Wo bzw wie treffen Timmi Muay Thai, Muay Boran, Krabi Krabong 10 13-02-2011 21:18
Cs. bzw Pfefferübungsspray woher? Daniel1981 Security 14 25-11-2009 14:01
was bzw wo?! holunder Anfängerfragen - Das Forum für Kampfkunst-Einsteiger 7 23-09-2008 15:53



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 22:01 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.8.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0 ©2009, Crawlability, Inc.