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  #1  
Alt 18-05-2011, 13:02
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Standard Cam Impingement (Hueftgelenk)

Heute war ich wegen Schmerzen im Hueftgelenk bei der Abduktion der Beine beim Obersarzt der orthopaedischen Uniklinik (also das mit Abstand kompetenteste, was es in der Umgebung gibt).

Diagnose:

Femoro-acetabuläres Impingement. Der Gelenkhals der Oberschenkelknochen ist an einer Stelle nicht ausreichend tailliert, sodass er an der Gelenkpfanne anstossen kann.

Loesungsmoeglichkeiten:

Mit dem Kickboxen aufhoeren oder operieren. Das Ausmass der Operation richtet sich danach, was bei einer noch durchzufuehrenden MRT zu sehen ist. Bestenfalls wird einfach ein Stueck vom Gelenkhals abgetragen, oder die Gelenklippe wird gerichtet. Schlimmstenfalls muss ein Teil des Oberschenkelknochens erst entfernt werden, um das Gelenk auszukugeln und so die Gelenklippe zu behandeln. 2 Monate Kruecken.

Der Haken an der Sache:

Die Schmerzen habe ich bei der Abduktion, aber die fehlende Taillierung des Gelenkhalses ist an der Vorderseite. Die Oberseite des Gelenkhalses ist in Ordnung, d.h. eigentlich muesste selbst ein Seitspagat drin sein. Die Vorderseite stoesst eigentlich nur ein, wenn man diese Bewegung macht:
Solche Bewegungen kommen beim Treten doch eigentlich nicht vor. Die Schmerzen habe ich, wenn ich das Bein seitwaerts anheben will. Laut Arzt kann das trotzdem im Zusammenhang mit einer Schaedigung der Gelenklippe stehen.
Jedenfalls sollte ich wohl mit dem Kick- /Thaiboxen aufhoeren.


... puh, starker Tobac. Die operativen Aussichten sind genauso unangenehm wie mit dem Sport aufzuhoeren.


Wurde jemandem schonmal diese Diagnose gestellt?

Was haltet ihr von dem Schmerzzusammenhang (Schmerz bei der Abduktion, obwohl da eigentlich nichts an der Gelenkpfanne anstossen duerfte)? Hat jemand schonmal eine Loesung des Problems gefunden?

Waere echt dankbar fuer ein paar Antworten.
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  #2  
Alt 18-05-2011, 15:20
Benutzerbild von Pyriander
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Auf jeden Fall zweite Meinung, egal wie Oberchefarzt jemand ist; mir wurde auch ein Impingement diagnostiziert (in der Schulter allerdings) was man hätte operieren können - was Wunder, von einem orthopädischen Chirurg. War es aber doch nicht, hat sich beim Physio rausgestellt. Wenn man einen tollen Deluxehammer hat, sehen auf einmal viele Probleme wie ein Nagel aus und so...
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  #3  
Alt 18-05-2011, 18:57
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Bei mir wurde ein pincer-Impingement in der Hüfte diagnostiziert, ich merke es auch leich bei der abduktion, allerdings beeinträchtigt mich das ganze bisher kaum, weshalb ich auch vorerst von einer Op absehe.

Natürlich mache ich mir darüber sorgen, aber wie du schon schriebst ist die Op im zweifel nicht ganz ohne. Es besteht natürlich die Gefahr, dass ich durch das aufschieben die Knorpelsubstanz weiter schädige. Ich wäre auf jeden Fall an deinen Erfahrungen interessiert, also berichte bitte wie es sich bei dir entwickelt.

P.s: Ich hab nach der Diagnose (vor 1 1/2 Jahren) auch im internet geforscht. Das ergebnis war, dass man in deutschland, was die minimal-invasiven verfahren zur behandlung von FAI angeht, noch etwas hinterher hinkt und man sich im falle einer OP auf jeden Fall einen der top spezialisten suchen sollte. Wenn das mrt bei dir ergibt, dass man es per athroskpie behandeln kann, würde ich wirklich drüber nachdenken, eine komplette luxation wäre mir zu extrem solange ich keine extremen schmerzen durch das impingement habe.

Geändert von GermanGerbil (18-05-2011 um 19:03 Uhr).
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  #4  
Alt 18-05-2011, 22:10
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Wo liegt der Schmerz denn GENAU?

Die Frage ist, ob das Hüftgelenk selbst die Schmerzen verursacht, oder eine (indirekt) mitbetroffene Struktur, wie z.B. ein Schleimbeutel oder einer der kleinen, nervtötenden Hüftmuskeln.

Also die Fälle mit Hüftimpingement, die ich zu behandeln hatte (einer war KKler) waren meistens so schwach ausgeprägt, dass die Probleme eben eher durch die Schonung bzw Kompensation ausgelöst waren, als durch das Anstossen selbst.

Also da kanns sein, dass man allein schon das Bewegungsbild durch PT oder etwas in der Art verbessern kann, dann tuts auch nicht mehr so weh beim kicken.

Gruss, Thomas
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  #5  
Alt 19-05-2011, 00:16
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Danke erstmal fuer eure Antworten. Ja, eine OP waere auch fuer mich Ultima Ratio. Die kommt erst dann in Betracht, wenn ich im Alltag Probleme bekomme. So weit ist es zum Glueck noch nicht. Und eine zweite Meinung werde ich mir auch noch einholen.

Thomas: Gute Frage, wo genau der Schmerz liegt. Beim Provokationstest wie in der Abbildung oben habe ich das Anstossen recht genau lokalisieren koennen. Das steht ja auch in Einklang mit der Verdickung an der Vorderseite des Oberschenkelhalses. Hingegen treten die Schmerzen beim Treten ja bei der Abduktion auf. Da kann ich aber gar nichts genaueres sagen als "das Gelenk tut weh". Irgendwie ist da ein Schmerz, aber ich kann nicht genau sagen, woher er kommt. Ein bisschen "vorne aussen" vielleicht? Grundsaetzlich wuerde ich vom Gefuehl her aber sagen, dass es das Gelenk ist, und keines der Baender oder Muskeln drum herum.

Nachtrag: Hab grad nochmal ausprobiert, indem ich in den Seitspagat gegangen bin - wegen des Schmerzes bekomme ich im Stand die Beine kaum 90 Grad auseinander. Der Schmerz ist nicht nur aussen, sondern je nach dem, wie ich das Bein in der Position grad belaste, eigentlich an allen Seiten.
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Geändert von Der Tobi (19-05-2011 um 00:21 Uhr).
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  #6  
Alt 19-05-2011, 09:21
Benutzerbild von kanken
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Geh mal zu einem GUTEN Physiotherapeuten oder Manualmediziner mit einer umfangreichen Ausbildung in Osteopathie. Nur weil der gute Mann Oberarzt in einer Uniklinik ist, heisst das nicht, das er sich mit manueller Medizin gut auskennt...

Grüsse

Kanken
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Der Weg zum innersten Kern unseres Seins führt nicht an unseren tiefsten Ängste und Gefühlen vorbei, sondern mitten in sie hinein und hindurch.
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  #7  
Alt 19-05-2011, 12:37
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von Der Tobi Beitrag anzeigen
Thomas: Gute Frage, wo genau der Schmerz liegt. Beim Provokationstest wie in der Abbildung oben habe ich das Anstossen recht genau lokalisieren koennen.
Du selbst hast den oben abgebildeten Test gemacht (ohne Arzt)?
Also die Hüfte gebeugt und dann eine Rotation des Unterschenkels?
Woran hast Du das Anstoßen den fest gemacht?
Dass es nicht mehr weitergeht, oder an Schmerzen?
Stößt das schon beim Beugen an, oder erst bei der zusätzlichen Rotation des Unterschenkels nach außen?
Bei der Rotation wird doch nach meinem Verständnis die Außenseite des Oberschenkelhalses nach vorne gedreht, so dass die dann die weitere Beugung behindert?
Hat Dich der Arzt auch angefasst, oder nur aufgrund von Röntgenbildern geurteilt?
Wenn ersteres, dann sollte er ja die grenzwertige/schmerzhafte Abspreitzfähigkeit bemerkt haben?
(45° sind da wohl noch im Rahmen: http://www.physiopaed.de/n0ue.htm)

Wenn Letzteres solltest Du auf Kankens Rat hören.

Ein Anstoßen muss ja nicht wehtun, bzw. Hüftprobleme können sich auch in Beinschmerzen zeigen.
Dennoch kann auch ohne Schmerzen das Gelenk geschädigt werden.
Seinen Lieblingssport aufgeben zu müssen ist zwar grausam, aber kaputte Gelenke können irgendwann weitaus grausamer sein.

An Deiner Stelle würde ich mich ausführlich informieren (nicht unbedingt bei Ärzten, die Dir die OP verkaufen wollen) ob durch die empfohlene Operation tatsächlich eine mögliche Arthrose hinausgezögert werden kann. Schenkelhals abtragen und Gelenklippe annähen könnte ich mir noch vorstellen, machen zu lassen, aber Gelenk auskugeln hört sich ziemlich übel an, besonders, wenn dabei der Oberschenkel durchtrennt wird.

Geändert von bluemonkey (19-05-2011 um 16:48 Uhr).
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  #8  
Alt 19-05-2011, 15:53
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Zitat:
Zitat von Der Tobi Beitrag anzeigen
Grundsaetzlich wuerde ich vom Gefuehl her aber sagen, dass es das Gelenk ist, und keines der Baender oder Muskeln drum herum.

Nachtrag: Hab grad nochmal ausprobiert, indem ich in den Seitspagat gegangen bin - wegen des Schmerzes bekomme ich im Stand die Beine kaum 90 Grad auseinander. Der Schmerz ist nicht nur aussen, sondern je nach dem, wie ich das Bein in der Position grad belaste, eigentlich an allen Seiten.
Also sagen wir mal so: den HüftGELENKsschmerz merkt man eher in der Leistenbeuge - da kommts wirklich genau drauf an, wo man was merkt.

Das sollte man, wie Kanken sagt, manualtherapeutisch untersuchen.

Gruss, Thomas
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  #9  
Alt 19-05-2011, 17:19
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bluemonkey: Den Test hat der Arzt gemacht. Der hat alle Beweglichkeitswinkel der Beine abgecheckt und danach den Provokationstest gemacht. Das Anstossen tritt grundsaetzlich erst bei einer zusaetzlichen Rotation auf, wobei ich grad merke, dass es auch dann leicht schmerzt, wenn ich das Bein mit den Armen wirklich komplett an den Oberkoerper ranziehe.
Der Anstoss-Schmerz ist aber verhaeltnismaessig leicht im Vergleich zum Schmerz bei der Abduktion. Er fuehlt sich auch anders an.
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