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  #1  
Alt 06-05-2011, 13:26
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Kampfkunst: Kung Fu
 
Registrierungsdatum: 20.04.2011
Beiträge: 14
Standard Gesundheitliche Verantwortung

Der gelbe Kaiser - Gesundheit mit Chinesischer Medizin - Konflikt zwischen Lunge und Leber, Po und Hun mit zwei Fallbeispielen


Beim Lesen dieses Artikels habe ich mich gefragt, ob Qi Gong und Tai Chi Chuan lehren nicht auch mit einer enormen Verantwortung den Kunden gegenüber einhergeht.

Gerade weil Körper und Geist bzw. auch Emotionen Hand in Hand einhergehen.

Meine Frage an die Ausbilder hier:

Wie kann ein Unterrichtender absehen, dass Übungen, die für den einen gut sind, für den anderen schädlich sein können?

Wo fängt die Verantwortung beim Unterrichten an und wo hört sie auf?
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  #2  
Alt 06-05-2011, 13:42
Benutzerbild von Shugyo
KKB-Userstatus: Professional
Kampfkunst: Xingyiquan
 
Registrierungsdatum: 06.03.2009
Ort: Berlin
Alter: 46
Beiträge: 875
Standard

Hallo,

ich unterrichte zwar kein Qigong, betreibe es aber. Die verschiedenen Systeme (zumindest die, die gesundheitlichen Zwecken dienen) sorgen doch gerade dafür, dass es nicht zu Unausgewogenheiten der Elemente (bzw. Organe) kommt. Die Verantwortung besteht wohl hauptsächlich darin, nicht beliebige Qigong-Übungen und Systeme miteinander zu vermischen.

Grüße
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  #3  
Alt 06-05-2011, 14:29
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Kampfkunst: Taijiquan Yang-Stil
 
Registrierungsdatum: 28.06.2007
Beiträge: 131
Standard

Zitat:
Zitat von Dreamwalker Beitrag anzeigen
Meine Frage an die Ausbilder hier:

Wie kann ein Unterrichtender absehen, dass Übungen, die für den einen gut sind, für den anderen schädlich sein können?

Wo fängt die Verantwortung beim Unterrichten an und wo hört sie auf?
Wer keinen Heilberuf hat, sollte keine Qigongübungen lehren, die so massiv sind, dass sie schädlich sein können. Außerdem sollte man beim Qigongunterricht die Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung und Körpersensibilität der "Kunden" fördern, ihnen immer wieder sagen, dass sie auf sich selbst aufpassen sollen.

Ansonsten ist Harmonisierung wirklich das richtige Stichwort: sanft und langsam. Die Hammerübungen kann man gerne an sich selbst ausprobieren, wenn man das wirklich will.
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  #4  
Alt 07-05-2011, 06:44
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: früher Taekwondo
 
Registrierungsdatum: 05.05.2011
Ort: Frankfurt a.M.
Beiträge: 28
Standard

Ein interessanter Beitrag, wenn ich mich auch frage, warum man gerade bei dem verlinkten Artikel darauf kommt. Zunächst zum Artikel möchte ich bemerken, dass man mit der TCM vertraut sein muss, um solch einen Fachartikel zu verstehen (soll nicht heissen du hättest ihn nicht verstanden!!), denn die TCM stammt aus einer Zeit, wo die Chinesen von Anatomie sehr wenig wussten (vor ca. 2000 Jahren) und die anatomischen Begriffe nicht 1:1 mit den heute bekannten identisch sind. Spielt aber auch für die TCM´ler nicht die Rolle, da es hier um mehr als Anatomie geht. Die Lebenskraft Qi spielt eine sehr grosse Rolle und die muss frei zirkulieren können.
Qigong ist eine ganzheitliche Meditations-, Konzentrations und Bewegungsform - einfach gesprochen: die einen machen Qigong, die anderen Yoga.
Ich gebe Euch allen Recht, dass jede Form der meditativen Arbeit auch "Gefahren" für den Patienten darstellt - sei es die genaue Körperposition (geht bei manchen körperlichen Gebrechen nicht) oder die ausgelösten seelischen Blockaden.
Ein Schwerpunkt meiner persönlichen Arbeit ist die Schmerztherapie und hier kann es passieren, dass der Patient bei der Behandlung nicht nur seine Schmerzen "verliert", sondern auch seelische unterdrückte Traumata an die Oberfläche kommen. So erlebte ich schon Weinanfälle, weil durch die Behandlung plötzlich Dinge frei wurden, die vor Jahrzehnten dem Patienten traumatisch passiert sind. So gibt es z.B. die larvierte Depression, d.h. traumatische Erlebnisse werden "im Körper abgelegt" und führen zu körperlichen Symptomen.

Fazit: Wenn jemand durch meditative Übungsformen zu seinem Inneren findet, dann können auch (extrem) negative Dinge zum Vorschein kommen. Ein Trainer sollte zumindest soweit für diese Möglichkeiten sensibilisiert sein, dass er weiss wie er darauf reagieren sollte.
__________________

Volker Horbach Heilpraktiker- www.fluvius-sanus.de
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  #5  
Alt 14-05-2011, 19:56
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Kung Fu
 
Registrierungsdatum: 20.04.2011
Beiträge: 14
Standard

@Shugyo
@Hanspeter
@fluvius sanus

Ich danke euch für eure interessanten Informationen und Erfahrungen und stelle mal wieder fest, wie heilsam es ist wenn offene Fragen beantwortet werden.

Das bringt mich ein großes Stück weiter. Merci euch allen.
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  #6  
Alt 18-05-2011, 11:37
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Zitat:
Fazit: Wenn jemand durch meditative Übungsformen zu seinem Inneren findet, dann können auch (extrem) negative Dinge zum Vorschein kommen. Ein Trainer sollte zumindest soweit für diese Möglichkeiten sensibilisiert sein, dass er weiss wie er darauf reagieren sollte.
Richtig!

Hi

Das wichtige ist eigentlich, dass der Lehrer weiß was er da unterrichtet und vor allem das Unterrichtet, was die Balance bringt.
QiGong soll den Körper in Ausgleich bringen. Wenn nun Übungen gemacht werden, die z.B. nicht alle Elemente anregen, dann kann es zu Reaktionen kommen. Aber in erster Linie liegt es da am Übenden sich bemerkbar zu machen. Der Lehrer weiß nicht immer, was in einem anderen vorgeht, vor allem dann, wenn mehrere im Unterricht beteiligt sind.

Verfolgt man z.B. derzeit die Yoga- und QiGongwelle,
gibt es Wochenendzertifikate die ausgeteilt werden, wo man sich fragen muß, ob so ein Lehrer(in) nun doch qualifiziert genug ist.
QiGong muß man leben. Und das geht eben nicht nur 2x die Woche (als Lehrer)

Yoga wie auch QiGong sind nicht nur eine Ansammlung von Bewegungen/Übungen, sondern ein ganzheitliches Konzept, um Balance, Gesundheit zu schaffen, Gesundheit zu erhalten und letztlich auch zu wachsen.

Ich bin ein Freund von beiden "Systemen", wobei ich selbst dann doch eher im QiGong beheimatet bin.
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  #7  
Alt 19-05-2011, 21:48
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Kampfkunst: Kung Fu
 
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Danke für deinen Beitrag @va+an

Meine Gedanken dazu:

Ich gehe davon aus, dass ein Mensch der einen Kurs belegt, dem Lehrenden vertraut bzw. voraussetzt, dass er Übungen an die Hand bekommt die er zu Hause eigenständig üben kann um seine Gesundheit zu verbessern.

Sicherlich sollte der Übende sich der / dem Unterrichtenden bemerkbar machen, wenn es zu Reaktionen kommt. Das setzt allerdings voraus, dass der Übende seine Reaktion auch mit den Qi Gong oder Yoga-Übungen in Verbindung bringen kann.
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  #8  
Alt 19-05-2011, 23:58
Benutzerbild von va+an
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Kampfkunst: Dao Wing Chun , Chen TaiJiQuan
 
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Zitat:
Zitat von Dreamwalker Beitrag anzeigen
Danke für deinen Beitrag @va+an

Meine Gedanken dazu:

Ich gehe davon aus, dass ein Mensch der einen Kurs belegt, dem Lehrenden vertraut bzw. voraussetzt, dass er Übungen an die Hand bekommt die er zu Hause eigenständig üben kann um seine Gesundheit zu verbessern.

Sicherlich sollte der Übende sich der / dem Unterrichtenden bemerkbar machen, wenn es zu Reaktionen kommt. Das setzt allerdings voraus, dass der Übende seine Reaktion auch mit den Qi Gong oder Yoga-Übungen in Verbindung bringen kann.
Grundsätzlich muß jeder verstehen, dass wenn sich ein Unwohlsein sich einstellt, man erstmal aufhören sollte!

Während des Unterrichts sollte ein in Verbindung bringen kein Problem darstellen. Allerdings gebe ich dir Recht, dass sich durch lösen/loslassen Prozesse in Gang kommen können, die man nicht direkt damit in Verbindung bringen kann (gerade Laien).

Ernsthaftes Üben erfordert ernsthaftes Hinhören und ernsthaftes Lernen (wollen). Natürlich bedarf auch einen guten und empatischen Lehrer, der weiß und versteht was da gerade passiert.

((Waffentraining setze ich hier gleich, da falsches Verstehen und Ausüben ordentlich weh tun kann bzw. anderen ebenso))
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  #9  
Alt 20-05-2011, 07:44
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Zitat:
Zitat von va+an Beitrag anzeigen
Grundsätzlich muß jeder verstehen, dass wenn sich ein Unwohlsein sich einstellt, man erstmal aufhören sollte!

Während des Unterrichts sollte ein in Verbindung bringen kein Problem darstellen. Allerdings gebe ich dir Recht, dass sich durch lösen/loslassen Prozesse in Gang kommen können, die man nicht direkt damit in Verbindung bringen kann (gerade Laien).

Ernsthaftes Üben erfordert ernsthaftes Hinhören und ernsthaftes Lernen (wollen). Natürlich bedarf auch einen guten und empatischen Lehrer, der weiß und versteht was da gerade passiert.

((Waffentraining setze ich hier gleich, da falsches Verstehen und Ausüben ordentlich weh tun kann bzw. anderen ebenso))
Muss verstehen, sollte, sollte, erfordert... Dummerweise haben Anfänger, die wir unterrichten, aber ein schlechtes Gefühl für ihren Körper und für das, was ihnen gut tut. Als Lehrer haben wir vor allem auch die Verantwortung, ihnen das beizubringen, immer wieder darauf zu bestehen, dass sie auf sich hören sollen und lieber weniger üben als zu viel.
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  #10  
Alt 20-05-2011, 13:26
Benutzerbild von va+an
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Zitat:
Zitat von Hanspeter Beitrag anzeigen
Muss verstehen, sollte, sollte, erfordert... Dummerweise haben Anfänger, die wir unterrichten, aber ein schlechtes Gefühl für ihren Körper und für das, was ihnen gut tut.
Sonst wären Therapeuten auch nicht mehr nötig

Zitat:
Zitat von Hanspeter Beitrag anzeigen
Als Lehrer haben wir vor allem auch die Verantwortung, ihnen das beizubringen, immer wieder darauf zu bestehen, dass sie auf sich hören sollen und lieber weniger üben als zu viel.
Ist richtig. Richtig ist auch, dass wenn ein Schüler es nicht verstehen möchte (warum auch immer), er im Grunde dann auch schlichtweg pech hat. Da kann der Lehrer noch so viel erklären und erzählen.
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  #11  
Alt 21-05-2011, 07:24
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Zitat:
Zitat von va+an Beitrag anzeigen
Ernsthaftes Üben erfordert ernsthaftes Hinhören und ernsthaftes Lernen (wollen).

((Waffentraining setze ich hier gleich, da falsches Verstehen und Ausüben ordentlich weh tun kann bzw. anderen ebenso))
Zitat:
Zitat von va+an Beitrag anzeigen
Richtig ist auch, dass wenn ein Schüler es nicht verstehen möchte (warum auch immer), er im Grunde dann auch schlichtweg pech hat. Da kann der Lehrer noch so viel erklären und erzählen.
Warum sollte ein Schüler Zeit, Geld und Energie in den Unterricht und Lehrer investieren, wenn er nicht ernsthaft lernen und verstehen möchte, @va+an?

Meiner Meinung nach liegt die Verantwortung beim Lehrer, dem Schüler Lerninhalte didaktisch optimal zu vermitteln und sich auf die Art des Lernens einzustellen; den Schüler da "abhzuolen" wo er steht. Ebenso sich eigene Wissensgrenzen einzugestehen und diese zu kommunizieren.
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