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Gesundheit, Heilmethoden und Medizin Hier könnt ihr über alles, was die Gesundheit verbessert, diskutieren: TCM, Shiatsu, Akupressur, Akupunktur, Qi Gong, Tuina, Meditation, Thai-Massage, Moxa, Kräuterkunde usw. Dazu noch normale schulmedizinische Probleme.



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  #16  
Alt 07-02-2017, 21:46
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Zitat:
Zitat von Little Green Dragon Beitrag anzeigen
Solange sie nicht sich oder andere gefährdet wird das aber ziemlich schwierig wenn sich nicht freiwillig beim Arzt vorstellig werden will.
Kommt halt auf die Definition von Selbstgefährdung an. Manchmal bringt sich die Gute in Situationen, die kein nüchtern denkender Mensch freiwillig eingehen würde.

Das resultiert in einer Unzahl an "seltsamen Zufällen" und Unfällen, die nicht selten im Spital oder auf dem Polizeiposten enden.

Wie oft die Dame schon schwer verletzt wurde geht auf keine Kuhhaut!

Beleidigt die wildfremde Menschen auf der Strasse mit ÜBELSTEN Schimpfwörtern. Hat schon mehrfach völlig unbeteiligte Passanten körperlich angegriffen und sich auch schon mit riesen Kerlen angelegt (die Frau ist 170cm und keine 50kg).

Zitat:
Und nur per Ferndiagnose ohne akute Gefährdung wird da auch kein Arzt Zwangsmaßnahmen anordnen. Ist eben nicht verboten "verrückt" zu sein.
Das ist prinzipiell auch richtig, finde ich. Einfach Leute einweisen geht halt gar nicht und erscheint mir gruselig.

Jedoch wünschte ich mir schon, ihr zwangsweise helfen zu können.

Ich sehe eben eine akute Gefährdung... irgendwann geht das übel aus, wenn sie so weiter macht.

Danke für deinen Rat und Zuspruch.

Zitat:
Zitat von kanken Beitrag anzeigen

Zunächst gibt es Gruppen für Angehörige psychisch Kranker, da kann man sich vor Ort informieren, wird meistens von den lokalen psychiatrischen Kliniken angeboten und sie helfen einem auch bei der Verarbeitung der erlebten Dinge.
Hallo Kanken und danke für den Rat.

Ich habe gestern den sozialpsychiatrischen Dienst meines Wohnkantons kontaktiert. Dort wurde mir eine Beratung für Angehörige und Betroffene angeboten und sogar ein Hausbesuch und die weiteren Optionen wurden mir erklärt.

Das Ganze ist sogar GRATIS. Das konnte ich kaum glauben. Da wird einem einfach gratis geholfen. Als Geringverdiener bin ich es gewohnt, dass arm sein hart bestraft wird und dass es sacketeuer ist, kein Geld zu haben.

Mir ist da ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Denn ich habe schon begonnen zu überlegen, wie ich das Geld für den Psychiater etc. zusammenkratzen soll.

Zitat:
Dann muss man wissen dass es sehr schwer werden kann wenn jemand wirklich eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis hat und man sich "einmischt", denn man läuft immer Gefahr in das Wahngebäude eingebaut zu werden.
Das habe ich vermutet. Sobald ich ihrem Wahn entgegentrete, bin ich vermutlich auch ein Verschwörer, ein Agent oder sonst etwas. Deswegen habe ich sie stets in Ruhe gelassen und einfach mitgespielt - wie bei den Fantasien eines Kindes.

Da es aber nun auch andere betrifft und schwer belastet, muss ich mich dazwischen stellen und die anderen schützen.


Zitat:
Generell wünsche ich Dir viel Kraft, so etwas ist für alle Beteiligten anstrengend.

Grüße

Kanken
Vielen Dank Kanken und danke für den Rat.

Ich habe wirklich die Überzeugung gewonnen, dass etwas getan werden muss.

Nach meinem Gespräch mit dem SPD habe ich umgehend einen Termin beim Arzt vereinbart. Ich habe ihr zunächst erklärt, es ginge um das Hämatom (Hämatom im Gehirn nach dem letzten Mordanschlag. War nicht unbedingt hilfreich für ihre Gesundheit)

Jedoch hat sie gerochen, dass etwas nicht stimmt. Ich habe sie dann unter 4 Augen an die Hand genommen und ihr erstmals klipp und klar gesagt, dass sie Wahnvorstellungen hat. Darauf hin hat sie mir die Freundschaft gekündigt und wurde sehr wütend. Erst als ich ihr erklärt, dass sie entweder mit mir zum Arzt kommt, oder ich ihre Tochter und ihren Enkel von ihr fernhalten werde, willigte sie ein.

Heute morgen beim Arzt wars dann super. Die Ärztin (Allgemeinmediziner) war 15 Jahre die Anlaufstelle für Junkies und Prostituierte in Wien.... die perfekte Frau, um hinter die Fassade zu blicken. Sie hat erklärt, sie wolle das Arzt-Patienten-Verhältnis nicht belasten und halte sich deshalb ein wenig raus. Als die Patientin sich jedoch in allzu arge Widersprüche verstrickte merkte ich ihr an, dass ihr klar ist, wie der Hase läuft.

Wir haben uns dann, ganz diplomatisch, darauf geeinigt, dass sowohl meine Bekannte, als auch ich zum Psychiater gehen und wir abklären lassen, wer von uns beiden unter Wahnvorstellungen leidet. Ich muss sagen, die Behändigkeit dieser Ärztin beeindruckte und amüsierte mich. Ein Vergnügen mit so überaus kompetenten Menschen zu tun zu haben.

Zitat:
Zitat von washi-te Beitrag anzeigen
Das ist ganau die Frage. Es gehört ja zum Krankheitsbild, dass Betroffene sich selbst für gesund halten und keine Krankheitseinsicht aufweisen.

Wenn dir ein Ansatz einer Antwort über den Weg läuft, das würd mich auch interessieren.
Ja, das ist ja das tragische/lustige daran.

Sie kann sich auch nicht an einen psychotischen Anfall erinnern und glaubt, ich denke mir das Ganze einfach aus.

Ich erwähne natürlich nicht, dass ihr Umfeld das Gleiche sieht wie ich, um nicht das Vertrauen zu ihrem Umfeld zu stören.
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  #17  
Alt 07-02-2017, 21:57
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Zitat:
Zitat von panzerknacker Beitrag anzeigen
das wird dann sehr schwierig, wie bereits von jemandem erwähnt, erfolgt Zwangseinweisung nur bei akuter (Selbst-)Gefährdung
Nun sind wir ja bald beim Psychiater. Da sie nun überzeugt ist, ich selbst wäre derjenige mit Wahnvorstellungen, ist sie auch bereit, mit mir mitzukommen. Ich finds lustig.

Naja, die tatsächliche Gefahr für ihre Gesundheit ist schon sehr gross. Sie würde sich nicht selbst mit einem Messer verletzen, oder aus dem Fenster springen... aber sie würde mal eben einfach so einen 2 Meter Hells Angel als Pädophiles Mistschwein beschimpfen und ihm ins Gesicht spucken.

Sie tut auch andere Dinge, die in der Schweiz zwar prinzipiell legal sind... aber als bald 50-jährige ist man in diesem Geschäft so weit unten, dass die Kunden der Horror sind und die Gefahr riesig. Wir machen uns grosse Sorgen, dass sie einmal auf diese Weise sterben könnte.

Auch wenn ich ihre Entscheidung für die Gefahr respektiere und kein Problem damit habe, wenn jemand wachen Geistes seinen eigenen Untergang wählt... so ist es jedoch eine andere Sache, wenn jemand keine nüchternen Entscheidung mehr treffen kann, oder? Denn wenn sie nüchtern ist, distanziert sie sich deutlich und klar von solchem Verhalten.


Zitat:
Drogenkarriere dabei?
mein bester Kumpel fand es auf jeden Fall hilfreich, wenn seine Umwelt ihm entschieden in seinem Wahn entgegengeschritten ist (also im Nachhinein...)
der hat allerdings bei der zweiten Psychose seine Zwangseinweisung eher provoziert, sich sozusagen also noch versucht/erfolgreich geschafft sich selbst zu helfen
Drogenkarriere auf Blackbeltniveau: Alkohol, Kokain, Base... das ist zumindest das, wovon ich weiss. Schon immer Drogen, aber vor ungefähr 12 Jahren (gemäss Umfeld) eskalierte das Ganze und es begannen, rückwirkend gesehen, erste Symptome und Anzeichen einer Schizophrenen Erkrankung.

Auch ihr Vater hatte schon einmal, aber nur einmal, einen schweren psychotischen Anfall und drehte völlig durch für ein paar Stunden, konnte sich anschliessend nicht mehr erinnern.

Zitat:
Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
Das ist eine schwierige Situation, und ich würde mir dringend Hilfe bei einer grösseren psychiatrischen Klinik in der Nähe mit einem guten Ruf besorgen, oder dem erwähnten sozialpsychiatrischen Dienst bzw. dessen schweizer Pendant.
Das habe ich getan. Danke Klaus.

Zitat:
Zitat von Glückskind Beitrag anzeigen
Gute und hilfreiche Antworten hast Du ja bereits bekommen.

Ich kann Euch daher nur viel Kraft und alles Gute wünschen.
Danke Glückskind. Ich bin froh, mich auf den Rat des KKB stets verlassen zu können.

Zitat:
Zitat von Hendrik82 Beitrag anzeigen
Ggf. können im absoluten Notfall (akute fremd-/Eigengefährdung) auch Zwangseinweisungen/-Behandlungen (in Deutschland nach PsychKG) eingeleitet werden. Dies ist allerdings selten und auch nur unter Beteiligung des Gerichts.
Bisher ist es überraschend gut gegangen. Ich hoffe weiterhin auf ihre Mitwirkung.


Zitat:
Erfahrungsgemäß ist der Umgang mit Patienten amit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis ja sehr diffizil (in den Akutphasen ganz besonders), da kaum Problemeinsicht besteht bzw. diejenigen oft in ihrem Wahnzustand gefangen und somit oft nicht rational handeln.
Da sind besonderes Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt die man in gebündelter Form m.E. am besten bei Mitarbeitern o.g. Einrichtungen findet.
Zum Glück habe ich aus der Sicherheitsbranche sehr viel Erfahrung mit Betrunkenen und druftigen Leuten auf allen möglichen Drogen. Ich nehm das relativ easy.

Deshalb habe ich auch begonnen, zu handeln, bevor es die anderen noch mehr belastet.

Zitat:
Alles Gute und der Dame hoffentlich baldige Besserung/Genesung!

Grüße, der Henne
Vielen Dank Henne. Auch dir Alles Gute.
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  #18  
Alt 07-02-2017, 21:59
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Zitat:
Zitat von Punisher-Nukem Beitrag anzeigen
Ich weiss von Psychologen, dass substanzinduzierte Psychosen heilbar sind zumindest in einigen Fällen möglich

Wenn das eine genetische Prädisposition ist, und er es ganz alleine ohne Cannabis und LSD geschafft hat, weiß ich nicht ob da was möglich wäre
Das klingt schonmal vielversprechend.

Gemäss ihrer Tochter war bis vor ungefähr 12 Jahren Alles normal. Die Probleme fingen erst an, als der Drogenkonsum eskalierte.
LSD war vermutlich nie ein Thema, dafür Kokainbase und andere Upper. Kiffen mehr so nebenbei und natürlich jede Menge Alkohol. Alkohol und Kokain sind ja auch so eine tolle Kombination..
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  #19  
Alt 08-02-2017, 00:53
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Zitat:
Zitat von Kraken Beitrag anzeigen
Das klingt schonmal vielversprechend.

Gemäss ihrer Tochter war bis vor ungefähr 12 Jahren Alles normal. Die Probleme fingen erst an, als der Drogenkonsum eskalierte.
LSD war vermutlich nie ein Thema, dafür Kokainbase und andere Upper. Kiffen mehr so nebenbei und natürlich jede Menge Alkohol. Alkohol und Kokain sind ja auch so eine tolle Kombination..
Fangen wir damit an, dass du überhaupt nicht weißt, was sie möglicherweise schon alles genommen hat, es gibt härtere Sachen die gerade im Trend sind und ehrlich gesagt, kann ich verstehen dass sie interessant sind und jugendliche anziehen. LSD und DMT haben ein Potential die Menscheit ins positive massiv zu verändern, es ist eine Waffe. Die wenigsten wissen es und halten es einfach für Rauschgift.

solche psychosen können natürlich reversibel sein, vorallem nachdem der Konsum aufhört. Die Sache ist, dass sowas nur schwer pauschal prognosiert werden kann, weil man viele Information braucht. Alkohol und Cannabis sind erstmal nicht interessant.

Cannabis kann Paranoid machen sowohl während der Wirkung als auch generell, das ist aber keine echte Paranoia sie hört mit dem Rausch auf. Manchmal werden Menschen mit psychischen Problemen und viel Streß wegen Cannabis-Konsum psychotisch, weil sie es täglich machen und der Schalter irgendwann umschaltet, das sind die langfristigen Fälle die auch im rauschfreien Zustand sind.

Bei Kokain kann Paranoia oder andere Psychosen auch als Entzugserscheinung auftretten.

Von LSD weiss man, dass LSD nicht unbedingt schizophren macht, sondern ledlich die genetische Veranlagung beschleunigt d.h. wenn du genetisch Schizophrenie vererbt hast und es ist dein Schicksaal in 10 Jahren daran zu erkranken mit 30, dann passiert dir dann schon mit 20 nach paar LSD Trips.

Ein Psychologe sagte mir jedoch, dass es jedem passieren kann aus seiner Erfahrung. Ich weiß nicht ob er allerdings mich lediglich davon abschrecken wollte, weil ich mich für LSD interessierte.

Ich kenne aus eigener Erfahrung nur Psychosen während der Wirkung, aber nicht langfristig anhaltende.

Letztendlich war schon ein Schaden da, der durch die Drogen begünstigt wurde.
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Ein Kampfsystem, das kein leistungsorientierter Wettbewerb ist, sondern eine Familie, ist eine Vetternwirtschaft

Geändert von Punisher-Nukem (08-02-2017 um 01:06 Uhr).
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  #20  
Alt 08-02-2017, 04:54
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Ich sags mal so, ohne Selbsteinsicht wirst du sie NIEMALS in Behandlung bringen wenn keine Selbstgefährdung vorliegt.

Wenn es wirklich so arg ist und du nicht mehr weiter weißt müsste man eventuell eine Gefährdung erfinden(ich weiß klingt übel, könnte aber die Notbremse sein).

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  #21  
Alt 08-02-2017, 06:48
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Wenn ich es richtig verstanden habe, ging es jetzt schon bei ihr eine Weile irgendwie ohne Behandlung. Vielleicht klappt es, dass sie sich ambulant behandeln lässt, dass würde den Kontakt zwischen euch wohl am wenigsten verändern.

Wie gesagt gibt zwei Wege in die stationäre Psychiatrie:
Freiwillig oder mit Zwang.
Zwingen kann sie beispielsweise das Landratsamt oder die Polizei aufgrund akuter Eigen- oder Fremdgefährdung. Ein Betreuer mit dem Aufgabenkreis Gesundheitsfürsorge und Aufenthalt kann sie auch gegen ihren Willen einweisen. Neben der akuten Gefährdung kann die Einweisung durch Betreuer auch zur Abwendung eines erheblich gesundheitlichen Schadens erfolgen. Eine Betreuung wird in Deutschland beim Amtsgericht beantragt. Das ist ungefähr die Gesetzeslage in Deutschland. Bezüglich Schweiz musst dich nach den Betreuungsgesetzen und Unterbringungsgesetzen erkundigen/googeln.

Geändert von alcudra (08-02-2017 um 06:56 Uhr).
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  #22  
Alt 08-02-2017, 09:14
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Zitat:
Zitat von Punisher-Nukem Beitrag anzeigen
Ich kenne aus eigener Erfahrung nur Psychosen während der Wirkung, aber nicht langfristig anhaltende.
Ich kenne leider auch sehr langfristig anhaltende Psychosen, die durch den langjährigen Konsum von LSD, Chrystal und Kokain entstanden sind. Diese haben bei einem sehr guten Freund leider nicht gut geendet. Irgendwann wurden die Psychosen so stark, dass sie auch nach Abklingen des Rausches nicht mehr nachgelassen haben und er irgendwann keinen Ausweg mehr gefunden und das Ganze für sich selbst beendet hat.

Von der Beschreibung hört es sich sehr ähnlich an - ständige Verfolgungsangst, irgendwann wurden die engsten Freunde zu Spionen und die "klaren" Phasen wurden immer kürzer.

In denen war er sich um seinen Zustand allerdings bewusst und er hat auch zahlreiche Therapien (ambulant und geschlossen) begonnen. Die waren aber meist nur eine Suchtverlagerung auf starke Psychopharmaka - was den Zustand nicht verbesserte. Der Rückfall erfolgte meist wenige Tage oder Wochen nach Beendigung der Therapie.

Ein Herankommen an Ihn wurde für alle Beteiligten immer schwieriger, so dass sich einer nach dem anderen auch irgendwann abgewendet hat. Das hört sich brutal und herzlos an, aber wer einmal selber in so einer Situation gesteckt hat weiß, dass es auch für Aussenstehende einen Punkt gibt, an dem es einfach nicht mehr weiter geht und der Selbstschutz einsetzt.

Er war dann einige Zeit komplett abgetaucht. Als er wieder kam, schien es als hätte die letzte Therapie wirklich angeschlagen - er machte einen richtig klaren und gesunden Eindruck. Leider war das aber vermutlich auch der ausschlaggebende Punkt wo ihm klar wurde, dass das ganze Leben mehr oder weniger verpfuscht ist. Mit 14 von der Schule ohne Abschluss, keinerlei Lehre oder ähnliches, durch 10 Jahre harten Drogenkonsum nicht mehr arbeitsfähig, kaum noch Freunde - das brachte das Faß zum überlaufen.

Ich möchte Dir hier keine Angst machen, es gibt mit Sicherheit auch genug Fälle, wo so etwas noch mit einem blauen Auge ausgeht. Die Gefahr, dass auch nach Therapie und Co., kein gutes Ende folgt, sollte man sich aber bewusst machen.

Der Vorschlag von Gabber4Life ist eigentlich gar nicht so verkehrt. Man muss ja keine Lügengeschichten erfinden, das Geschilderte von Dir zeigt ja schon massig Gefährdungspotenzial. Vielleicht findest Du ja einen Arzt, der auf Grund Deiner Beschreibungen eine Zwangseinweisung verordnet. Das es möglich ist, kann ich aus Erfahrung sagen.

Ich wünsche Dir / Euch viel Kraft! Das ist ein wirklich harter Weg, den Du gerade gehen musst.
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  #23  
Alt 08-02-2017, 09:19
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Zitat:
Zitat von Gabber4Life Beitrag anzeigen
Ich sags mal so, ohne Selbsteinsicht wirst du sie NIEMALS in Behandlung bringen wenn keine Selbstgefährdung vorliegt.

Wenn es wirklich so arg ist und du nicht mehr weiter weißt müsste man eventuell eine Gefährdung erfinden(ich weiß klingt übel, könnte aber die Notbremse sein).
Das verstehe ich nun nicht.
Was verstehst Du unter "so arg" wenn keine Gefährdung vorliegt?
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  #24  
Alt 08-02-2017, 09:24
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Zitat:
Zitat von Aruna Beitrag anzeigen
Das verstehe ich nun nicht.
Was verstehst Du unter "so arg" wenn keine Gefährdung vorliegt?
Man kann auch ohne Lebensgefahr sein Leben ruinieren?
Blöde Frage.
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  #25  
Alt 08-02-2017, 09:24
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Zitat:
Zitat von Aruna Beitrag anzeigen
Das verstehe ich nun nicht.
Was verstehst Du unter "so arg" wenn keine Gefährdung vorliegt?
Was er beschrieben hat ist stets ne Dauergefährdung, nur halt nicht nach der tollen germanischen Gesetzgebung, die immer erst in Erscheinung tritt wenn es knallt bzw zu spät ist.

Ich weiß wovon ich spreche, wir haben so einen Fall in der Familie. Hat alles nix gebracht bis wir verzweifelt ne Geschichte erfunden haben, von da an ging es bergauf. Und wir haben das über 15 Jahre mitgemacht.

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  #26  
Alt 08-02-2017, 09:56
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Zitat:
Was er beschrieben hat ist stets ne Dauergefährdung, nur halt nicht nach der tollen germanischen Gesetzgebung, die immer erst in Erscheinung tritt wenn es knallt bzw zu spät ist.
Würde man großzügiger mit Zwangseinweisungen umgehen, würde das vielen auch nicht passen. Das sind immer schwierige Entscheidungen. Und ich bin froh, dass ich die nicht treffen muss.
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  #27  
Alt 08-02-2017, 10:05
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Das Größte Problem ist ja auch gar nicht zwingend die Sucht an sich - die lässt sich in den meisten Fällen durch Therapie in den Griff bekommen.

Ich sehe das größte Problem, wie oben schon beschrieben, im sozialen Umfeld, dass man sich durch die Lebensumstände geschaffen hat.

Selbst nach einer Zwangseinweisung und erfolgreicher Therapie muss man irgendwann wieder in sein Leben zurück. Nur wohin, wenn es dann nichts gibt auf das man zurückgreifen kann?
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  #28  
Alt 08-02-2017, 10:06
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In einem Thema hier kürzlich, stand am Ende die Frage zu beantworten:
„Wie entsteht Angst?“
„Wie wird Angst beherrschend?

Diese Frage ist zu stellen und zu beantworten.

Das aber geht nur sehr bedingt und überhaupt nur zu einem sehr kleinem Teil in einem Forum anzustimmen, weil es nur noch selten als obsolet, im Sinne von veraltet, angesehen wird, eben weil modernes solchen Ansätzen stets auszuweichen versucht, um sich selbst weiterhin als bestätigt anzusehen.

Von daher, allen in dem/Deinem davon betroffenen Umfeld alles Gute, Glück und vor allem: erhalt der eigenen Gesundheit...

Florett

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  #29  
Alt 08-02-2017, 10:30
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Wenn hier wirklich eine substanzinduzierte Psychose vorliegt, die durch langjährigen Konsum jetzt immer schlimmer wird, dann bedeutet das, dass sich strukturelle Veränderungen am Gehirn ergeben haben, was nicht durch eine einfache Konsumeinstellung zu beheben ist.
Des Weiteren, wie hier ja auch schon gesagt wurde, leben diese Menschen ja weiter in ihrem soziokulturellen Umfeld und sind jeden Moment ihres Lebens mit all den Dingen konfrontiert, die zu dem jetzigen Zustand geführt haben.

WENN man da eingreifen möchte, dann hilft nur eine radikale Maßnahme, vor allem wenn wir hier über jemanden reden der über 50 ist.
Radikale Maßnahme würde in so einem Fall, neben Entgiftung und Behandlung der Psychose, bedeuten einen Betreuer zu installieren und eine Wohnform zu finden die denjenigen aus seinem bisherigen Umfeld herausholt und ein substanzfreies Leben ermöglicht mit wenig Möglichkeiten sich selber zu gefährden. Leider sind dies in der Regel mehr oder minder geschlossene Wohngruppen mit intensiver Betreuung.

Jetzt zu dem WENN. Jeder Mensch hat das Recht das Leben zu leben das er möchte, solange er nicht sich oder Andere aktiv gefährdet. Das bedeutet, zumindest in Deutschland (wie die Sache in der Schweiz aussieht weiß ich nicht), jemanden, wie in dem von Kraken beschriebenen Fall, kann man nicht einfach geschlossen Einweisen und Unterbringen! Eine Psychose ist kein Grund jemanden wegzusperren und/oder zwangszubehandeln. Erst wenn derjenige die alltäglichen Dinge seines Lebens nicht mehr regeln kann, dann kann ein Betreuer installiert werden (meistens ist das Arbeiten, Wohnung und Behördendinge die derjenige nicht mehr in der Lage ist zu regeln).

Kraken, ich kann Dir nur dringend raten professionelle Hilfe zu holen (hast du ja schon getan!) und diese Leute ihre Arbeit machen zu lassen.

Ganz wichtig: GRENZ DICH AB! Du bist für denjenigen nicht verantwortlich und der Staat erst ab einem Punkt wenn derjenige sehr, sehr weit unten ist.
Das ist hart und wird noch härter werden, aber du musst an Dich und Deine Familie denken. Holt Euch Hilfe und Beratung und zieht vor allem für Euch eine rote Linie ab der Ihr derjenigen Person sagt "Bis hier hin und nicht weiter, ab jetzt musst Du sehen wie du klarkommst. Such Dir Hilfe und nimm sie an, dann reden wir weiter."

Helfen kann man (leider) erst dann wenn der Andere Hilfe will oder ganz tief am Boden liegt (Betreuung und Unterbringung, ggf. mit Zwangsmedikation).

Alles Gute

Kanken
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  #30  
Alt 08-02-2017, 10:39
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Zitat:
Zitat von Terao Beitrag anzeigen
Man kann auch ohne Lebensgefahr sein Leben ruinieren?
Blöde Frage.


Diese Frage, die Du hier stellst, entpricht nicht der, die ich gestellt habe.
Die möglichen Gründe dafür, dass Du die falsch darstellst, um die falsche Darstellung als "blöd" zu bezeichnen, erscheinen mir klar.



Zitat:
Zitat von Gabber4Life Beitrag anzeigen
Was er beschrieben hat ist stets ne Dauergefährdung, nur halt nicht nach der tollen germanischen Gesetzgebung, die immer erst in Erscheinung tritt wenn es knallt bzw zu spät ist.
Ich habe Erfahrungen aus dem eigenen Umfeld damit, dass entsprechende Einschränkungen der Selbstbestimmung (Vermögenspflegschaft) vorgenommen wurden, als vor Gericht nachgewiesen wurde, dass entsprechende Realitätsverluste langfristig z.B. mit finanziellem Ruin einhergehen können.
Akute manische Phasen gingen da auch oft nahtlos in einen Aufenthalt in eine geschlossene Abteilung über, sobald die richtigen Leute ausreichend genervt wurden.

Das hängt dann natürlich auch von dem Ermessen/Einstellung des Beurteilenden ab und der kann sich irren.

Manfred Lütz berichtete nach meiner Erinnerung z.b. von dem Fall einer Dame, die immer nackt oder in ähnlicher gegen die Sitten verstoßender Art in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Die Ärzte meinten, das sei war skurril, würde aber niemanden gefährden und haben die zunächst unbehandelt lassen.
Später wurde die wohl doch behandelt und als sie wieder eine normale Sicht auf die Realität hatte hat sie sich furchtbar geschämt über ihre früheres Verhalten von dem ja viele ihrer Bekannten wussten.
Da sieht man schon die Schwierigkeit:
Gegen die guten Sitten zu verstoßen muss ja nicht Ausdruck einer Krankheit sein und wenn man nun einen leidenschaftlichen FKK-Rebellen unter einem Vorwand einweisen lässt ist (fü den) nix gewonnen, außer man möchte selbst seine schöne Aussicht bewahren.

Zitat:
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Ich weiß wovon ich spreche, wir haben so einen Fall in der Familie. Hat alles nix gebracht bis wir verzweifelt ne Geschichte erfunden haben, von da an ging es bergauf. Und wir haben das über 15 Jahre mitgemacht.
Gut, wenn das die einzige Möglichkeit war und auch dem Betroffenen geholfen hat, ist das natürlich positiv.
Nur ist nicht jeder der einem anderem unter einem Vorwand die Persönlichkeitsrechte einschränken lassen will, auch tatsächlich an dem Wohl des Betroffenen interessiert bzw. selbst wenn, ist das nicht immer zielführend.
Daher würde ich daraus keine allgemeine anwendbare Lösungmöglichkeit postulieren wollen oder im Internet, ohne die genaue Situation aus verschiedenen Perspektiven zu kennen, zu dieser Strategie raten.

Geändert von Aruna (08-02-2017 um 10:50 Uhr).
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