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  #121  
Alt 15-01-2012, 21:32
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Kampfkunst: Karate, Taekwondo in the past
 
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Das ist doch gerade in ner KK sehr einfach, wenn man sich nicht selbstbelügt. Ob durch Unwissenheit oder whatever ist im ENDEFFEKT egal. Wie du schon richtig sagst, MUSS jeder anfangen seine KK für sich zu interpretieren. Und dann zu REALISIEREN. Du lernst Methodik und du lernst die für dich passend zu interpretieren und beginnst automatisch die für dich "gültigen" Techniken in deine Kampfesweise zu integrieren oder anders Ausgedrückt zu benutzen. Die Prinzipien sind von deinen Lehrer beeinflusst. Manchmal auch nur die Techniken, aber letzten Endes ist es immer deine Kampfkust. Gut zugegeben, habe oft schon Leute gesehen, die Stur so kämpfen, wie es ihnen beigebracht wurde. Zum Teil sogar gut, aber ich habe das Gefühl, dass sie nur Techniken und Taktiken abrufen. Nicht nach Prinzipien kämpfen. Klingt eingebildet, aber das ist mein derzeitiger Eindruck.

Letzten Endes gilt in KK´s aber immer noch, das Prinzipien (als auch Techniken) sich nur im Kampf beweißen können und auch erst dort wirklich verstanden werden. UND vorallem auch erst richtig ins Bewußtsein sacken. Chi Sao ist kein Kämpfen. Zum Glück gibt es Trainer im WC/WT-Bereich, die das auch so sehen. Aikido ist auch keine Kampfkunst, so wie sie in den meisten Westlichen Länder gelehrt wird. Aber auch da gibt es zum Glück noch eine Minderheit,die Aikido als KK lehrt.

Wer kein Randori/Sparring macht, kann aus rein logischen Gründen nicht sicher sein, dass das was er lernt SV-Tauglich ist. Wer was anderes behauptet soll das tun, aber er hat trotzdem unrecht.

Der Unterschied zwischen Glauben und Kampf ist folgender: Wer glaubt, brauch keinen Beweiß und hat auch nichts zu befürchten, wenn er sich geirrt hat. Denn wenn er Tod ist, spielt es a) eh keine Rolle mehr, b) er kommt vielleicht in seinen Himmel, c) er kommt in die Hölle eines anderen Gottes und kann es eh nicht mehr ändern.

Bei einem Kampf (in westlichen Gefilden ist darunter i. d. R. eine Schlägerei zu verstehen, bei der es nicht um Leben und Tod geht, aber trotzdem bleibende Schäden entstehen können), sieht die Sache anders aus. Hast du gar nicht erst die Mittel gelernt um mit der Situation zurecht zu kommen oder hast du sie zwar gelernt, aber kannst sie nicht umsetzten, weil du nur den Umgang mit kooperativen Partner kennst, hast du noch in Lebzeiten mit Konsequenzen zu rechnen. Die Gefahr für nachteilige Konsequenzen für einen Selbst zu minimieren, ist die Aufgabe von Kampfkünsten. Nach Deutschem Verständnis bedeutet Kampfkunst die Kunst zu Kämpfen. Das philosophischer Kram zu einer Kampfkunst gehören muss ist Quatsch. Und die Kunst zu Kämpfen lernt man nun mal nur im "Kampf".

Ich persönlich finde es gar nicht schlimm, das WC beim Sparring gar nicht so aussieht wie WC/WT im Demovideo. Bestätigt es doch nur, das ab einen gewissen Punkt eh fast alles gleich aussieht. Allerdings muss ich sagen, wenn ich WC/WT könnte und unterrichte würde, würde ich es anders machen als in den (scheinbar) meisten WC und vorallem WT Schulen.

Aber wie schon mal gesagt, dass ein VK Kampf eines WC´lers nicht aussehen muss, wie der eines MT oder Kyokushin oder Boxer oder MMA´ler ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

Aber sorry für die Spizte: Ich würde diese drei alle male dem WC und ganz besonders dem WT um Längen vorziehen Seit mir nicht böse.

Gruß
KeineRegeln

Geändert von KeineRegeln (15-01-2012 um 21:37 Uhr).
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  #122  
Alt 16-01-2012, 06:56
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Kampfkunst: Kategorisierungen täuschen nur illusionäre Ordnung der Dinge vor
 
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Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass es nie die Techniken sind die den entscheidenden Unterschied ausmachen sondern die innere Haltung. Natürlich muss man sich mit einem gewissen Technikreportoir vertraut machen um sich den Möglichkeiten zu öffnen. Doch im Kampf kann man nicht eben auf Pause klicken und dann auswählen welche Technik man als Nächstes anwenden möchte. Ich bin der Meinung, dass es unbedingt notwendig ist sein Bewusstsein zu trainieren. Dann kommt alles von selbst. Reagieren tut man sowieso nur noch instinktiv. Und das kann man nicht mit Scheuklappen vor den Augen, indem man z.B. zwanghaft versucht bestimmte Stände oder Haltungen wie in der Grundschule eingeübt zu kopieren.

Aber wie mein lieber Vorposter bereits geschrieben hat, kommt es darauf an die Gemeinsamkeiten zu erkennen die alle Kampfkünste, Stile, what ever gemeinsam haben.

Die philosophische Sache finde ich immer sehr amüsant.. ich meine: wenn ich mich philosophisch entwickeln möchte dann kann ich auch Triathlon machen. Oder Leistungsschwimmen oder sonst irgendwas. Leider (und das ist auch das Problem in unserer Welt) wird zuviel Wert auf Begrifflichkeiten gelegt. Ist denn Philosophische Entwicklung so magie -und geheimnisumwoben?? Neeiin.. denn sonst würde Niemand zur persönlichen "Erleuchtung" (ich nenne es mal Selbstfindung) kommen wenn er kein Kampfkünstler wird der mit traditionellen Roben durchs Dojo hüpft. Oder Priester und die Bibel wörtlich zitiert anstatt sich Gedanken zu machen was die Hintergründe sind. Oder oder oder.. ich spiele damit auf eine ganz essentielle Sache an. Im Daodejing (die "Bibel" des Daoismus) steht etwas sehr Interessantes, was mir persönlich ein AHA-Erlebnis verschafft hat:
"Werft weg die Heiligkeit, werft weg die Rechtschaffenheit, des Menschen wahrhafte Heiligkeit ist er selbst"

Was meine ich damit und was hat das mit Kampfkunst / Philosophie zu tun:
Ganz einfach. Es ist in nahezu jeder Kampfkunst der Aspekt des "Ich-Besiegens" zu finden. Doch nur Wenige verstehen das. Es ist nichts Anderes als: so zu sein, wie man sein möchte.
Ohne Verbote, imaginäre Regeln oder sonst was. Wer eine Kampfkunst also allein der Philosophie wegen erlernt verschwendet seine Zeit, denn diese Philosophie ist kein Geheimnis, das nur den Kampfkünstlern vorbehalten wird. Es ist im Grunde nichts Besonderes und letztendlich findet man alles was man braucht bei sich selbst. Man muss dafür keinen Karate-Gi anziehen und auch keine Mönchsrobe. Man findet die "Wahrheit" (so nenne ich es mal) in allen Bereichen des Lebens, wenn man seiner Intuition folgt. Aber nunja.. das ist ein anderes Thema und gehört nicht in dieses Forum hier. Ich wollte damit nur klar machen, dass man die Philosophie nicht überbewerten sollte.

Am Beispiel Karate ist das sehr schön zu beobachten. Oft zitieren Lehrer / Trainer etwas aus Funakoshis Schriften. Ja.. und? Weil Funakoshi sagte es gibt keinen ersten Angriff, ist das automatisch eine universell einheitliche Tatsache und Regel?? Oder die Sache mit dem Respekt. Was hat Respekt mit Selbstverteidigung zu tun? Versteht mich nicht falsch - ich werte nicht die charakterlichen Ausbildungsinhalte am Beispiel des Karate. Ich sage nur, dass das Jeder mit sich selbst ausmachen muss und er dafür kein Karate braucht. Mein Vater ist Aufzugmonteur und hat das Alles auch ohne Kampfkunst für sich selbst verwirklicht - aber eben so wie ER es für richtig hält zu leben und nicht wie irgendwer der vor langer langer Zeit.. (in einer weit entfernten Galaxie.. *hust*) mal gelebt hat prophezeite.

Die meisten Menschen sind wie Marionetten. Sie lesen oder hören etwas und akzeptieren das als allgemein gültige Regel.

Fazit (nochmals) an den TE: Mach was DIR GEFÄLLT, gehe deinen eigenen Weg und bilde dir deine eigenen Regeln. Selbstverteidigung hast du in jeder Kampfkunst, wenn du es richtig trainierst.

Geändert von Nova87 (16-01-2012 um 07:02 Uhr).
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  #123  
Alt 16-01-2012, 07:15
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Zitat:
Zitat von KeineRegeln Beitrag anzeigen
....
Aber sorry für die Spizte: Ich würde diese drei alle male dem WC und ganz besonders dem WT um Längen vorziehen Seit mir nicht böse.
...
No problem
Ich hab noch nie versucht, jemanden zu bekehren, jeder soll machen, was ihm Spaß macht, es wär langweilig, wenn wir alle dasselbe machen würden, gibts noch eine Floskel?


Ansonsten sehr guter Beitrag.
__________________
"Man kann wissen, wie man siegt, ohne fähig sein, es zu tun" Sunzi
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