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#1
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| Hallo alle zusammen, mich persönlich würde interessieren: Welche Strömungen es im JKD derzeit alles gibt? Wer dort die Leitung hat? Was die Unterschiede zur eingentlichen Quelle sind? Wo die Gemeinsamkeiten liegen? Bitte, was ich nicht möchte, ist eine Form von Aktionismus "wir sind die besseren" oder ähnliches! Vielen Dank im voraus Mike
__________________ www.nikolaus-budo-lehrgang.de www.warriors.de www.psds.de NBL 2012 am 08. und 09. Dezember |
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#2
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| Oh man, eine Beantwortung dieser Fragen ist ziemlich heikel, da man da a.) immer politisiert und b.) vieles falsch machen kann. Also nix, wovor ich mich fürchten würde ![]() Ich versuche es mal, ohne Gewähr und ohn Anspruch auf Vollständigkeit mit dem Hinweis, dass ich nur Namen von Leuten nenne, mit denen ich schon wenigstens persönlich auf einem Seminar zu tun hatte. Das ganze ist ebenfalls meine persönliche Einschätzung und soll komplett ohne Wertung sein! Desweiteren möchte ich sagen, dass für mich die "Grenzen" eher fliessend und willkürlich sind. Ich sehe alles durchaus als Teile eines Ganzen. Also: Generell kann man das wohl aufsplitten in: 1.) "Original" JKD, heisst: hier wird exakt das trainiert, was damals bei Bruce Lee trainiert wurde. Diese Richtung lässt sich weiter in die jeweiligen Trainingsperiode aufsplitten: 1.1. Seattle Jun Fan Gung Fu: Taky Kimura, Jesse Glover 1.2. Oakland Periode: Howard Williams u.a. 1.3. Los Angeles Periode : 1.3.1: Schule : Jerry Poteet, 1.3.2: Privat: Ted Wong 1.3.3: Backyard: Bob Bremer, Steve Golden, Pete Jacobs (die meisten aus dieser Kategorie gehören auch in 1.3.1) 1.4. Hier sehe ich noch Leute, die durchaus ihr Originaltraining beibehalten haben, aber versuchen, andere Kampfkünste mit dazu zu nehmen, ohne auf die "Concepts" Seite (2.) zu gehen: Dan Lee (JKD + Tai Chi) Joe Cowles (Seattle Periode JFGF + Aikijutsu (mit dem habe ich noch nie was gemacht, habe nur einige Videos)) 1.5. und zu guter Letzt gibt es noch Leute, die versuchen, alles aus den drei Schulen zu kombinieren: Lamar Davis 2.) "Concepts" 2.1. Generell dürfte hier Guro Dan Inosanto stehen 2.1.1: Schüler von BL und Dan Inosanto oder ausschließlich Dan Inosanto, die obwohl sie weiterhin bei ihm trainieren auch noch einen eigenen Weg dazu gehen: Larry Hartsell, Erik Paulson, u.a. 2.1.2: Schüler von Dan Inosanto, die bei ihm trainiert haben und jetzt einen eigenen Weg gehen: Cass Magda, Chris Kent, Tim Tackett, Burton Richardson, Paul Vunak, u.a. Oh man, tja, das war's erstmal. Wie gesagt: wahrscheinlich nicht vollständig und in dem Augenblick, in dem ich es abschicke, fallen mir noch andere ein oder ich bereue es Egal....let the party begin!Grüsse
__________________ Frank Burczynski IMAG e.V. Berlin ![]() Jeff Monson Grappling und MMA Pfingstseminar in Berlin: http://www.kampfkunst-board.info/for...eminar-145000/ |
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#3
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| @ jkdberlin Worin liegt der technische Unterschied zwischen "Original" JKD und "Concepts"? Gruß Martin |
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#4
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| Gute Frage. Das Problem der Beantwortung liegt wahrscheinlich darin, dass es kaum "JKD-typische" Techniken gibt. Ich versuche es mal so: Im "Original JKD" wird das ausschließlich das trainiert, was BL ins einen Schaffensperioden (s.o.) trainiert hat bzw, hat trainieren lassen. D.h., die Konzepte, Strategien, Prinzipien und Taktik wird mit den Originalunterrichtsmethoden und den Originaltechniken trainiert. In den "Concepts" gehört ein Teil der Originalmethoden zum Basisprogramm (je nach individueller Vorliebe des Instructors) und es werden auch Techniken, Prinzipien, Strukturen, Strategie und Taktik von anderen Kampfkünsten bzw. Erfahrungen aus anderen Trainingssystemen mit eingearbeitet. Dies alles aber gesehen durch die Matrix, die das "Original" JKD vorgibt. D.h. jedes "Neue" muss in die Struktur passen, nach Möglichkeit ohne die Prinzipien etc. zu verletzen. Dabei soll im Endeffekt nicht angesammelt, sondern ergänzt bzw. ausgetauscht werden. Gerade im Concepts-Training wird deutlich, das JKD kein fertiges Produkt ist, das man wie in einem Laden für eine bestimmte Menge Geld kaufen kann, sondern ein Prozess, eine Entwicklung des individuellen Kämpfers. Hoffe, das wird einigermassen klar... Grüsse
__________________ Frank Burczynski IMAG e.V. Berlin ![]() Jeff Monson Grappling und MMA Pfingstseminar in Berlin: http://www.kampfkunst-board.info/for...eminar-145000/ |
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#5
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| Sind die "concepts" dann nicht eher, dass was BL mit seinem JKD schaffen wollte, nämlich die Möglichkeit des Schülers sich in jegliche Richtung, die zu ihm passt zu entwickeln und sich nicht an irgendwelche Stile zu halten? Das "original" wäre dann ja eigentlich nichts anderes als wieder die Gründung eines neuen Stil, in dem gesagt wird: "BL hat das soundso gemacht, jetzt mußt Du das auch so machen"! Aber ich denke gerade das wollte BL nicht. Gruß Martin |
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#6
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| Das sehe ich auch so.Wenn Lee heute noch wäre, hätte er JKD sicher weiter entwickelt. Er hat den "Blick über den Tellerrand " doch erst publik gemacht. In meinen Augen ist gerade das sein größtes Vermächtnis. |
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#7
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| seh´ich auch so: "stillos" zu denken (und zu handeln), das wars, was bruce wollte... ist in meinen augen, auch der taoitische grundgedanke des wingchun/des "chisao", die anpassungsfähigkeit an den gegner (und die situation), das ist eben (in den grenzen des wingchun) eben das "chisao"... und von da ist bruce inspiriert worden! so long Geändert von SPQR (28-01-2003 um 15:25 Uhr). |
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#8
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| @jkdberlin was macht denn in eurer schule? "original jkd" oder "concepts" |
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#9
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| Hallo - Grüßt Euch! Paul Vunak erklärte das auf einem Lehrgang mal so. Das orginale JKD ist das JKD, das BL für sich entwickelt und perfektioniert hat. Aber halt nur bis zu diesem Zeitpunkt an dem er starb. In dem Moment hörte logischerweise die Entwicklung auf. Das Beispiel war folgendes: Das orginal JKD ist wie ein Punkt in einem Bilderrahmen und die Punkte herum sind Concepts-Varianten, die jedem Schüler die Möglichkeiten geben sollen, sich nach einigen Jahren Trainings und Verstehens von den Konzepten des JKD zu inspieren lassen und seinen eigenen Weg finden im Rahmen der JKD-Concepts. Da das Orginal von Bruce Lee mit Ihm gestorben ist! Aber da gibts soviel Auslegungsformen und ich denke wichtig ist, das der Schüler sich weiterentwickelt und wächst und versteht. JKD oder Concepts auf dem Weg zum Nicht mehr kämpfen müssen, falls aber doch das man kampfstark ist: mit Technik+Konzept! Aber ich denke, da haben Bob+auch Frank wahrscheinlich ein tieferes Wissen als ich. In diesem Sinn...... beste Grüße Ralf
__________________ GIVE A PROMISE - HOLD A PROMISE! |
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#10
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| Zitat:
Grüsse
__________________ Frank Burczynski IMAG e.V. Berlin ![]() Jeff Monson Grappling und MMA Pfingstseminar in Berlin: http://www.kampfkunst-board.info/for...eminar-145000/ |
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#11
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| Hallo, ich denke die "original JKD" Vertreter wollen "Bruce Lees Erbe" das Jun Fan Gung Fu so weitergeben wie sie es in den sechziger Jahren lernten um "uns" die Ideen und Techniken die Bruce Lee damals hatte zu präsentieren und zu lehren. Die JKD-Concepts Vertreter vermitteln auch das Jun Fan Gung Fu, jedoch auf die Anforderungen des einundzwanzigsten Jahrhunderts modifiziert. Die Philsosopie ist bei den "original JKD" Vertretern genau das, bei den Concepts Vertretern ist die Philosopie Bestandteil des Trainings. Für mich persönlich sind alle Kommentare und jeglicher Unterricht egal von welcher Seite sehr interessant und lernenswert. Jedoch sollte man seine Zeit nicht damit verschwenden die anderen zu kritisieren. Beide Methoden haben ihren Charme! |
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#12
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| - Geändert von A.M. (26-07-2008 um 11:12 Uhr). |
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#13
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| Hallo Andreas, der erste Punkt ist denke ich das Jeet Kune Do ein Konzept oder eine Philosophie ist, es ist kein Stil und keine KK. Jun Fan Gung Fu ist die Grundlage der Techniken die Bruce Lee benutzte und anhand dieser Techniken vermittelte er auch sein Konzept, so jedenfalls habe ich das Verstanden. Das Jun Fan Gung Fu der sechziger Jahre war von den damals in Amerika "verfügbaren" Kampfkünsten und dem HK Wing Chun beeinflußt. Und natürlich auch entwickelt um gegen diese verfügbaren KK zu bestehen. Der Einfluß von Dan Inosanto auf das Jun Fan Gung Fu ist die Integration von weiteren Techniken und der Austausch einiger Techniken, genau das tat Bruce Lee zu Lebzeiten. Ich denke das sein Gung Fu das sich von Seattle zu Oakland zu L.A. ja auch sehr stark verändert hat, auch weiterhin weiterentwickelt worden wäre. Der Weg von Inosanto ist also genauso konsequent, in meiner Einschätzung, wie der seines Sifu. Was einige Schüler von Inosanto aus dem gelernten machen ist ein anderer Punkt und sicherlich Geschmackssache, die gehen Ihren eigenen Weg! Das Problem dabei ist natürlich das es bei jedem der Schüler Inosantos ein wenig anders aussieht. Vor allem der Stand variiert häufig, bei manchen von Dans Schülern ist das Jun Fan Gung Fu auch kaum noch zu erkennen. Aber es gibt auch einige die das "Original" drauf haben. Aber ist das nicht Jeet Kune Do? Den eigenen Weg zu finden? Es ist jedenfalls ein sehr wichtiges Ziel das originale JFJKD aus den sechzigern zu erhalten, denke ich. Es zeigt viele Gedanken von Bruce Lee auf und hilft zu verstehen welchen Weg er ging. |
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#14
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| ehrlich gesagt finde ich das problem, was bruce lee wollte und was er nicht wollte sehr mühsam. ich glaube keiner weiß doch wirklich was bruce lee von den leuten wollte, oder ob er überhaupt irgendwas von den leuten wollte. keiner weiß was er vorhatte und bestimmt wußte er nicht mal selber wie sich das jkd weiterentwickeln sollte. ich glaube nicht, das das jkd so aussehen sollte, wie es zu seinem tode aussah. er hatte immer neue gedanken und erfahrungen gemacht wie ein mensch es halt macht. genauso hat er gedanken, trainingsmethoden und stile geändert, rausgelassen oder ergänzt. z.b. ist bruce lee ja viel gelaufen und hat viel rope skipping betrieben. trotzdem wird er bestimmt auch das schwimmen für sehr sinnvoll gefunden haben, wenn er die möglichkeit hätte es öfters zu tun. keiner weiß, ob bruce lee schwimmen gut fand oder nicht, und nur weil er es nicht erwähnt, heißt es doch nicht, das es schlecht ist, oder das wir es auch nicht tun brauchen. was ich zu 100% glaube, das er nicht wollte, das sehr gute kämpfer ihn vergöttern, sondern selbst anfangen ein bruce lee zu werden. das bedeuted selbst einen WEG zu suchen. daher tendiere ich auch eher zu den concepts-ideologie. jeder sollte seinen eigenen weg suchen, eigene starke techniken und trainingsmethoden suchen. ich glaube leute wie vunak, oder sogar besser dan inosanto haben bruce gut verstanden und daraus ihre eigenen weg gefunden. wie arm wäre es gewesen, wenn dan insosanto seine jugendlichen attribute und eigenschaften in den fmas einfach weggeworfen hätte, nicht drüber nachgedacht hätte wie er es kombinieren könnte, sondern einfach bruce lee wie einer ideologie gefolgt wäre und alles können aufgegeben hätte, um wing chun und jun fan zu betreiben und neu zu erlernen. meiner meinung hat jeder mensch seine schwächen und stärken. ich glaube einfach, daß es zu einigen einfach nicht paßt so eine schnelle beinarbeit zu haben wie bruce. man kann doch keinem menschen mit football linebacker format in diese form pressen. so einer muss ganz anders kämpfen, denken oder sich bewegen. bruce war ein mensch und bruce wollte anscheinend auch, daß jeder ein mensch bleibt wie er es war und nicht seine gefolgsmarionette. ich glaube zum beispiel wäre bruce lee absolut begeistert von den harten und realistischen trainingsmethoden der chute boxe academy (silvas, murilo ninja, pele) gewesen, wenn es sowas in seiner zeit gegeben hätte. die mma-sachen hat bruce stark vorangetrieben und beeinflußt. ich glaube sogar einige dieser kämpfer der schule hätten es gut mit bruce aufnehmen können. |
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#15
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| Hi Board, klasse Diskussion, gute Startfrage von Michael. Bin heute erst wieder am PC, deswegen ein kleiner Nachtrag von mir. Die Auflistung von Frank ist umfassend stellt jedoch mehr einen Stammbaum dar, d. h. in JKD gibt es viele verschiedene Richtungen die jedoch alle mehr oder weniger auf den selben Lehrplan zurückzuführen sind. Diese alberne Concepts/Orginal Trennerei hinkt und funktioniert nur "politisch" und in der Theorie. Statt Schüler zu polarisieren versuche ich zu unterrichten, so kann jeder basierend auf seiner Erfahrung und Trainingsbasis zu diesen oder jenen Schlüssen kommen. Dies sollten die Kriterien sein für was JKD ist und wie es funktioniert. Diese Kriterien von anderen zu "bekommen" selbst wenn diese berühmte oder super tolle JKD Instructor/Fighter sind, helfen nicht wirklich falls man die Inhalte nicht für sich selbst functional machen kann. Hört sich easy an ist aber tatsächlich schwer. JKD bracht viel Übung, Wiederholung, Zeit und Erklärung im Trainingsprozess. Ohne diese drei Dinge hast Du kein JKD. Kali, Wing Chun, Tae Kwon Do oder Fool ing Yu zu üben mit einem JKD Buch in der Hand ist nicht JKD. Bruce Lee´s Methode hat einen organisierten Anfang und ein offenes Ende. So leicht und kompliziert ist das. So viel für heute, Bob Dubljanin www.soai.de |
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