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  #1  
Alt 27-08-2003, 11:30
Benutzerbild von jkdberlin
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Kampfkunst: IMAG e.V. + J.A.B.
 
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Standard KPST 17: Bodenkampf

Es gibt Kampfkünste, die erwecken den Eindruck, als ob alle Kämpfe auf dem Boden landen. Dies ist nach meinen persönlichen Erfahrungen nicht der Fall.
Insbesondere nicht in der Selbstverteidigung (MMA Events werden hier nicht betrachtet). Aber: viele Kämpfe gehen zu Boden! Nicht, weil man selber das unbedingt möchte, sondern weil es der Gegner oder der Kampfverlauf oder der Untergrund, auf dem man kämpft, es verlangen. Ein Gegner kann einen werfen oder überrennen, der Kampfverlauf im Clinch kann zum Straucheln beider Gegner führen und der Boden kann nass, vereist, rutschig oder mit Hindernissen belegt sein. Kämpfe gehen auf den Boden! Den Bodenkampf zu vernachlässigen wäre für jede Kampfkunst, die sich mit dem Thema Selbstverteidigung beschäftigt eine Todsünde.
Ein Kampfverlauf, bei dem ein Gegner den anderen wirft und dieser dann praktisch regungslos am Boden bleibt und der Kampf somit beendet ist, ist ebenfalls unrealistisch bis äusserst selten. Bodenkampf ist nicht so einfach.

Der Bodenkampf sollte nicht in der SV gesucht werden, aber wer fragt schon danach. Bodenkampf schränkt ein, behindert. Er behindert am sicher Wegkommen, er behindert gegen mehrere Gegner und er behindert noch mehr, wenn Waffen ins Spiel kommen. Er behindert die eigene Bewegung und die Bewegung des Gegners.

Das wichtigste am Bodenkampf ist die Kondition des Kämpfers. Durch die unzähligen Möglichkeiten des Kampfverlaufes am Boden und der weiteren Verschiebung der "Arbeit" aus dem aeroben hin zum noch mehr anaeroben Bereich gegenüber dem Standkampf ist diese Art der benötigten Kondition kampfentscheidend. Bodenkampf erinnert vom sportlichen Aspekt her sehr an Wettkampfschwimmen, man benötigt viel und lange Kraft ohne dabei richtig Luft zu bekommen. Und es werden Muskeln benutzt und benötigt, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie hat.

Richtiges Bodenkampftraining ermöglicht eine Art Sensitivität die dem Chi Sao Drill im Standkampf ähnlich ist. Nur das hierbei eine Art Ganzkörpersensitivität erlernt wird. Das Gefühl für die Gewichtsverteilung des Gegners, für Balanceverlagerung, für bestimmte Anspannunge kurz vor dem Schlagen sowie für die Bewegungen, die letztendlich zu einem Hebel oder Würger führen, müssen gespürt werden, um sie zu kontern.

Schlagen, Treten und der Einsatz von Knie, Ellenbogen und Kopfstössen am Boden ist sehr wichtig. Obwohl es einfach und logisch erscheint, sind viele überrascht, wie man seine Körpermechanik am Boden ändern muss im Vergleich zum Standkampf, um diese Waffen erfolgreich am Boden einzusetzen.
Das gleiche gilt für die Verteidigung gegen diese Techniken.

Das Training von tausenden von Hebeln, Würgern und deren Variationen ist der SV wohl eher unnötig. Man selber sollte wissen, wie man sicher seinen Gegner am Boden besiegt oder sich gegen seine Angriffe verteidigt. Befreiungen aus Positionen, das Verhindern der häufigsten und bekanntesten Hebel sowie die Schlagverteidigung haben hier Vorrang.

Der Bodenkampf eröffnet ein weites Feld in der SV und im Kampf. Wer sich damit nicht beschäftigt, hat einen fatalen Fehler begangen, wenn er in die Lage kommt. Und verteidigen tut man sich am besten gegen Dinge, die man auch kennt. Traumangriffe von ausgedachten "Ringern" und deren Abwehr sind Trainingsszenarien, die ein an ernsthafter SV interessierter Kampfkünstler nochmal realistisch überdenken sollte.

Viele Konzepte und Prinzipien aus dem Standkampf lassen sich auch am Boden, teilweise mit technischen Modifikationen, umsezen. Nur lernen und trainieren muss man das vor Ort, so realistisch wie möglich. Viel Spass beim nächsten "Rollen".

Grüsse
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Frank Burczynski
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  #2  
Alt 27-08-2003, 14:25
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Kampfkunst: Südost Asien Institut der Kampfkünste
 
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Danke für den super artikel.

Grüsse,

Bob
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  #3  
Alt 27-08-2003, 16:34
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Es ist mir ein Vergnügen

Grüsse
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Frank Burczynski
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  #4  
Alt 27-08-2003, 18:00
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Moin Frank

Netter Text Darf man den klauen ?
__________________
Bis denn. Euer Sven.
www.selbstschutzakademie.de www.senki-ma.com
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  #5  
Alt 27-08-2003, 18:06
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Mit Authoren- und Quellenangabe, ja

Grüsse
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Frank Burczynski
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  #6  
Alt 28-08-2003, 00:11
Benutzerbild von Franz
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ja der Bodenkampf kommt mir auch immer etwas anstrengender vor, leigt evtl auch am eingeschränkten Bewegungsradius, und natürlich wenn man unten ist die Luft, naja lohnt sich eben doch ab und an den inneren Schweinehund zu überwinden und Bodenkampf zu üben.
Freue mich schon auf Sonntag Frank, klasse Artikel, gibt mir nochmal nen Motivationsschub
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  #7  
Alt 28-08-2003, 10:50
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Moin und Hallo,

Stylistisch einwandfreier Artikel. Gefällt mir auch sehr gut, obwohl das wesentliche fehlt.
Deine Signatur darunter.
Dort müsste/sollte stehen wer der Verfasser ist, was am wichtigsten ist, wie er zu der Erkenntnis kommt.
Also als Beispiel so:

Franck B.
Ringer, Grappler, Bodenkämpfer....

Hat man dann deine Signatur gelesen, gewinnt der Text, eine ganz andere Bedeutung.
Das du jetzt der Meinung bist, das viele Kämpfe am Boden enden, liegt jetzt auf der Hand.
Ein Boxer, WT ler, MT............ würde sicher nicht deine Meinung teilen.

„Viele Kämpfe“ ist relativ. Welche ? Reale ? Gestellte ?

Reale voll kaum. Dort werden im Ernstfall 98 % im Stand entschieden. Es sei den, der KO am Boden zählt dazu.
Gestellte, ja. Liegt wohl auf der Hand das ein Ringer , Grappler sich dort am besten fühlt.

Das Gerücht hält sich dank solcher Artikel, sehr Hartnäckig, das viele Kämpfe am Boden entschieden werden. Das ist Falsch.

Liege ich richtig ?


mfg

PS:
Sorry, das mit deiner Signatur stimmt nicht ganz. Deinen Namen steht drunter, hab ich jetzt erst entdeckt. Ja ja die Augen.
Aber das wesentliche kommt rüber ?

Geändert von MisterX (28-08-2003 um 11:05 Uhr).
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  #8  
Alt 28-08-2003, 11:35
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Tja, das Wort "viele"...was ist damit gemeint?

Ein MT'ler könnte nicht meiner Meinung sein? Oh doch...genauso wie ein Boxer...schau doch mal wieviele Kämpfe beim Boxen in den Clinch gehen oder wie oft beim Muay Thai geworfen wird. Sind das keine Grappling-Sachen? Ich rede von der SV, nicht vom Ring, wo ein Ringrichter die Kampfhähne trennt.

Ich selber bin in meiner Türsteherzeit mit meinen Gegnern vielleicht 3 - 4 mal zu Boden, auf dem Video "Ultimate Streetbrawl" geht fast jeder Strassenkampf irgendwie zu Boden, was meine ich mit "viele" ? Irgendwo dazwischen...

Nun, ich würde sagen, eine "bemerkenswerte Anzahl" aller realistischen Fights geht ins Grappling. Es ist völlig okay, wenn du aus eigener Erfahrung anderer Meinung bist. So ist nunmal meine Erfahrung und meine Beobachtung. Wie gesagt, es geht ja auch nicht in meinem Artikel darum, das ich Grappling mehr promoten möchte. Es gehört, wie alle anderen Trainingsdistanzen nur einfach mit dazu. Nicht mehr und nicht weniger.

Nein, ich seh mich nicht selber als Bodenkämpfer. Ich trainiere 3 mal in der Woche Grappling (ausserhalb der Wettkampfvorbereitung, während derselben sind es 5 mal), 2 mal in der Woche Stock und/oder Messer und 7 mal in der Woche Stand-Up Kampf (JKD, Boxen, Savate). So oder so ähnlich sehe ich auch die Verteilung im realistischen Kampf...aus meiner Erfahrung.

PS: Frank schreibt sich ohne "c"

Grüsse
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Frank Burczynski
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  #9  
Alt 28-08-2003, 14:32
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Hi Frank,


super Artikel...


DU sprichst einen wunden Punkt an .... denke den Bodenkampf kann man auch sehr gut spielerisch trainieren... schwierig wird es wenn der Partner ein paar Kilos mehr hat...

Solange man frisch ist u. sich gut bewegt kann man eigentlich auch ganz gut mit schwereren Leuten klarkommen.... aber irgendwann ist halt Ende....

Sprich die Kondition ist voellig am A.... und der Dicke legt sich einfach drauf...

Zumindest geht es mir dann so.

Viele Gruesse
Andreas
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  #10  
Alt 29-08-2003, 00:15
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Ich bin so froh dass ich ein Dicker bin...

(Nur Spaß, hat auch sch$!§viel Nachteile)
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When the ring bell rings, the bullshit stops.
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  #11  
Alt 29-08-2003, 11:44
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Hi Frank,

Ist vielleicht Ansichts sache, aber Clinchen zähl ich selber nicht zum Grappling. Was meinst du ?

Und wenn du während deiner Zeit 3-4 mal zu Boden gegangen bist, halt ich das nicht gerade für oft.
Fragt sich auch, ob du da, weiter gekämpft hast oder gleich aufgestanden bist.

Meine vermutung bestätigt sich immer wieder, das ein realer Kampf selten am Bodengeführt wird.

mfg
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  #12  
Alt 29-08-2003, 13:01
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Ich hab mal was schlaues gelesen, so ungefähr das auch wenn vielleicht nur 10% am Boden weitergeführt wird, muß es da zu 100% klappen.
Bzw. Wahrscheinlichkeitsrechnung bringt mir überhaupt nix, wenn ich halt im Moment am Boden liege. Auch wenn das nicht so wahrscheinlich gewesen wäre
Aber was anderes was mir dazu einfällt.
Ich glaub die Gracies haben mit ihrer Quasi Unbesiegbarkeit zu Beginn des UFC dazu beigetragen, daß jeder wie Depp Bodenkampf trainiert hat und manch einer vergessen hat, daß man auch wunderbar jemand im Stand jemand umhauen kann.
Mittlerweile kommen aber wieder mehr die Standup-Fighter. Denk ich, hab aber eigentlich keinen Überblick in der Szene. Und wie schon jemand gesagt hat, ist das mit dem abgesprochenem Wettkampf und uff de Gass oder irgendwo sonst ja was anderes
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  #13  
Alt 29-08-2003, 14:30
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Hi

Tja, Clinchen ist so eine Sache aus dem Stand Up zum Grappling...mir egal, ich trainiere es bei beidem Es gibt Clinch aus dem Muay Thai und Boxen, aber auch im Ringen und im Judo. Wozu gehört es? Egal, Hauptsache es funzt

4 mal zu Boden heisst, es ging zu Boden und dort auch weiter. Das ist in 13 Jahren nicht viel... Dazu möchte ich aber bemerken, dass ich denke, dass ich ein paarmal verhindern konnte, mit meinem Gegner zu Boden zu gehen, gerade weil ich bemerkte (durch das Grappling Training), was passieren soll.

Ich denke, Zahlen wie 90%, 70% und 66% sind übertrieben. Aufgefallen ist mir, dass je untrainierter die Gegner sind (oder einer der beiden ist), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit des "zu Boden-Gehens". Ist aber auch nur meine Beobachtung...liegt vielleicht an den Schulhofraufereien, bei denen man versucht hat, seinen Gegner eher runterzuringen und ihn dann nach Aufgabe zu fragen...das prägt

Wie schon geschrieben, mein Artikel sollte nicht den Bodenkampf propagieren, er sollte meiner Meinung nach nur einfach als Element in jedem SV Training dabei sein.

Grüsse
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Frank Burczynski
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  #14  
Alt 29-08-2003, 15:17
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Hi nochmal,

Finde unsere beiden Meinungen gar nicht so unterschiedlich, nur das du zum Boden tendierst, und ich zum stehen.

Finde Grappling, Bjj nicht schlecht, besonders die eingänge sind gut. Auch für die Straße sehr zu empfehlen, aber die weiterführung am Boden ist zu riskant.Aber mit den Eingängen macht man sowieso alles im stehen klar.
Hat mir übrigens ein bekannter erzählt/gezeigt, macht Grappling und macht auch alles im stehen klar.

Klasse Artikel übrigens, da könnte sich die EWTO , ein stück abschneiden, ist nicht so aufdringlich, ist ne gute werbung


mfg
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  #15  
Alt 29-08-2003, 15:27
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Hehe, ich denke, unsere Meinung sind sogar noch gleicher, weil ich in der SV nicht zum Boden tendiere, sondern nur Bodentraining (in oben beschriebenen Einschränkungen) propagiere!

Ich will in der SV nicht zum Boden!!

Nach Möglichkeit auf keinen Fall!!

Ich würde immer versuchen, eine Konfrontation erst im Stehen zu beenden!

Nur wenn es passiert (siehe oben), dann muss ich auch was können! Sonst wird es sehr schmerzhaft für mich! Dafür war der Artikel gedacht...

Im Sport liebe ich den Boden, insbesondere MMA...aber in der SV nutze ich mein Grapplingtraining, um erst gar nicht zum Boden zu kommen oder das schnell wieder zu beenden und aufzustehen.

Grüsse
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Frank Burczynski
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