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  #1  
Alt 16-06-2004, 10:29
Benutzerbild von jkdberlin
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Kampfkunst: IMAG e.V. + J.A.B.
 
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Standard KPST 21: Mix it up?

Eine besondere Schwierigkeit in der Theorie des JKD ist die Vorstellung des "Mischen verschiedener Kampfkünste", die ja im JKD vorhanden sein soll. So gehen scheinbar einige Kampfkünstler hin und "nehmen" ein paar techniken aus dem Muay Thai, ein paar Techniken aus dem Wing Chun und ein paar Techniken aus dem Jiu-Jutsu, vermengen das ganze irgendwie und glauben und/oder propagieren, sie würden nun JKD machen.
Dem ist aber nicht so! JKD ist keine Ansammlung von den "besten" Techniken aus Gung Fu, TKD, Muay Thai etc.pp. Ein Mixen dieser Stile würde aufgrund einer mangelnden Basis und Struktur auch gar keinen Sinn machen. Bruce Lee selber erklärte JKD durch die Herkunft aus dem Fechten, dem Boxen und Wing Chun. Heisst das, er nahm die Techniken dieser Systeme und mischte sie? Nein. Mit dem Mischen ist im JKD etwas ganz anderes gemeint. Bruce Lee und seine JKD Schüler setzten Techniken, Konzepte, Prinzipien und Strategien auf eine Struktur, die in allen Kampfdistanzen funktionierte. Sie "mischten" Tritte, Schläge, Trapping, Infight und Grappling in der langen, der mittlere, der nahen und der Grappling-Distanz.
Nach Bruce Lees Tod gaben Kampfkünstler wie Dan Inosanto und Larry Hartsell Seminare, bei denen diese Mischung, bzw. der Übergang und die Transition von Treten zu Grappling, von Schlagen zu Grappling und von Trapping/Clinching zu Grappling Themen waren.
Sie waren Pioniere des Mischens und des Übergangs der verschiedenen Kampfdistanzen. Dabei half ihnen die Struktur des JKDs, die in allen Distanzen gleich die Plattform für die Techniken ist.
Das Mischen im JKD bezieht sich meiner Meinung nach nicht auf das Mixen von unzusammenhängenden Techniken, sondern auf das Übergehen von der einen Kampfdistanz in die nächste, das Erkennen der Zusammenhänge, das Trainieren einer gültigen Struktur in allen Distanzen und dem Mischen eben dieser Distanzen.

Grüsse
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  #2  
Alt 16-06-2004, 12:24
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Aikido, Jeet Kune Do
 
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Ort: Hessen
Beiträge: 319
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Du sprichst mir aus der Seele Frank.
Endlich mal ein klares Wort. Gegen die irrtümliche Annahme des Chop Suey Kampfstils muss ich auch immer wieder angehen wenn Interessenten, die vielleicht gerade auch schon in anderen Schulen so etwas erzählt bekamen, jetzt bei uns ins Training kommen.
Jerry Poteet beschreibt das im "Coversations " so schön indem er das etwa so sagt: most people think you take a little footwork from fencing, a few boxing moves and wing chun trapping and you got Jeet Kune Do.
Bruce had the ability to move your weapons out of the way without even coming into handrange. Weswegen z.B. ja auch die Trappingstruktur im Jeet Kune Do von der im Wing Chun abweicht.
__________________
Gruß Rolf
FUDOCHI-DOJO, Wiesbaden
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  #3  
Alt 16-06-2004, 12:28
Moderator
Kampfkunst: Mixed Martial Arts
 
Registrierungsdatum: 08.03.2004
Alter: 48
Beiträge: 695
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Hi Frank,

das sehe ich ganz genau so und so verstehe ich auch die Lehre von Dan Inosanto. Das Übergehen von einer Distanz in die nächste, das Beherrschen der jeweiligen Distanz und auch deren Mix ist der Kern der Sache und von daher völlig stilunabhängig. Natürlich liegt es nahe in der jeweiligen Distanz dann Tools zu benutzen, die sich gerade als besonders durchdacht, effektiv etc. darstellen. Aber genau diese Tools können sich jederzeit verändern bzw. durch neue, bessere ersetzt werden, nicht aber die Distanzphilosophie. Gute JKD-Leute trainieren meiner Meinung nach Muay Thai, Wing Chun, CSW etc. als eigenständige Kampfsportarten um sie zu verstehen, sich selbst weiter zu entwickeln, aber nicht um sie zu einem neuen "JKD" zu mixen.


Gruss
Christianauskiel
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