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  #1  
Alt 21-06-2010, 15:04
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Standard 24er Peking Form für Chen Stil Anfänger

Hallo Taijiler,
die ihr unterrichtet.

Was haltet ihr davon wenn man Taijianfängern zum Einstieg erst mal die Yang Stil Peking form beibringt, die ja auch was hat,
bevor man sie an den Chen Stil heranführt.
in China wird es wohl auch automatisch bei vielen so sein, da die Pekingform als Volksform verbreitet wird, falls es noch so ist. Grüße Chicky
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  #2  
Alt 21-06-2010, 15:58
Benutzerbild von Fei Long
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Kampfkunst: Dachfirstfaust
 
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Standard

Ich bin zwar kein Unterrichtender, geben aber trotzdem mal meinen Senf dazu ab.

Es ist sicher nicht "schlimm" wenn man zum Einstieg die 24er Pekingform lernt. Auf der anderen Seite sehe ich keinen Grund oder gar keine Notwendigkeit das zu tun wenn man eigentlich eh Chen machen will, denn dann kann man genau so gut bzw. sogar besser direkt mit Chen anfangen.
Die Basics muß man eh lernen egal welche Linie man betreibt, und es gibt so weit ich den Überblick habe auch in allen Chen-Ablegern inzw. eigene Kurzformen für Einsteiger.

Ich glaube auch nicht dass das in China die normale Herangehensweise ist. Sicher, die 24er ist extrem weit verbreitet, und es wird einige Leute geben die diese schon kennen bevor sie bei einem Lehrer einer anderen Linie landen. Ich denke aber nicht daß Neulinge bei einem Chen, Wu, Sun oder auch Yang-Lehrer erst mal die 24er beigebracht bekommen.

Wie Du schon sagst, die 24er ist in China sowas wie die "Volksgymnastik", da geht man in den Park und stellt sich einfach zu den anderen und macht einfach mit, und so lernt man die dann nach und nach. Ich denke aber bestimmt 98% der Leute die genau das machen, jeden Morgen im Park mal die 24er laufen (wogegen nix zu sagen ist, nicht falsch verstehen, halte das für sehr respektabel), werden nie was anderes tun und das als "Vorbereitung" für andere Linien sehen.
Etwas anderes wird es - schätze ich - sein wenn man an einer Sportuniversität o.ä. studiert, da wird man dann sicher die 24er als Einführung gelehrt bekommen. Aber da wird dann auch hinterher wohl weniger ein klassischer Familienstil gelehrt werden.
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"Der Chen Stil geht auf das Jahr 1928 zurück und entstand in Peking." (Produktbeschreibung "Tai-Chi Chen Yi Lu - Formen und kriegerische Anwendungen")
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  #3  
Alt 21-06-2010, 16:18
bluemonkey
Gast
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Zitat:
Zitat von Chicky Beitrag anzeigen
Was haltet ihr davon wenn man Taijianfängern zum Einstieg erst mal die Yang Stil Peking form beibringt, die ja auch was hat,
bevor man sie an den Chen Stil heranführt.
Nichts!

Formen sind Transportmittel für Inhalte. Zum Einstieg gibt es Vorübungen wie stehende Säule, Seidenübungen, Kurzformen.
Warum sollte man die Zeit von Schülern damit verschwenden, eine Form zu erlernen, die nicht dazu konzipiert wurde, die gewünschten Inhalte zu transportieren und die sie dann, wenn sie mal den Zielstil können, eh nicht weiterüben?
Chenstil ist nicht schwieriger zu erlernen als (richtiger) Yangstil.

Wenn der angestrebte "Chenstil" natürlich nur aus leerer Gymnastik besteht, dann kann man auch eine andere Gymnastikform vorher machen um das Programm zu strecken oder abwechslungsreicher zu gestalten.
Dafür gibt es sicherlich auch eine Zielgruppe, allerdings sollte man die Schüler fairerweise aufklären wohin die Reise geht (oder eben nicht geht)

Geändert von bluemonkey (21-06-2010 um 16:23 Uhr).
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  #4  
Alt 21-06-2010, 20:46
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Unser (chinesischer) Lehrer hat folgendes Curriculum:
1. Basisübungen (Bahnenlaufen mit den Übungen, die in der 24er vorkommen)
2. 24er (=Yang-Stil in vereinfachter Form)
3. 40er (= eine Yang-Stil-Wettkampfform)

Diese Basis wird in jeder Stunde geübt. Stretching und Basisübungen macht jeder für sich, danach werden die beiden Yang-Stil-Formen zum Aufwärmen gelaufen.
Danach lernt jeder entweder Wu- oder Chen-Stil.
Bei meinem Lehrer ist Chen-Stil VIEL schwerer (was die Anforderungen an Kraft und Beweglichkeit angeht), als Yang- oder Wu-Stil.
Deswegen ist es sehr gut, erst einmal mit einer stark vereinfachte Form wie der 24er zu beginnen - verglichen mit dem, was ich vorher jahrelang an "deutschem" Taiji trainiert hatte, ist allerdings selbst seine 24er deutlich schwieriger und detailreicher .
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  #5  
Alt 21-06-2010, 20:59
Benutzerbild von scarabe
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Tja, wenn man Schüler möchte, die sich stark zur Seite drehen, das hintere Bein durchstrecken und sich sonst noch ein paar Sachen angewöhnen, die im Chen-Stil unerwünscht sind, kann man zuerst eine Yang-Form unterrichten.

Will man hingegen sauberen und klaren Chen-Stil vermitteln, ohne die Leute durch Unterschiede zu verwirren, die sie sich erst an- und dann wieder abgewöhnen müssen, sollte man Yang-Stil tunlichst vermeiden!

Außerdem gibt es auch im Chen-Stil diverse leichte Einstiegsformen.
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  #6  
Alt 21-06-2010, 21:09
Benutzerbild von Drachin
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Zitat:
Zitat von shenmen2 Beitrag anzeigen
Unser (chinesischer) Lehrer hat folgendes Curriculum:
1. Basisübungen (Bahnenlaufen mit den Übungen, die in der 24er vorkommen)
2. 24er (=Yang-Stil in vereinfachter Form)
3. 40er (= eine Yang-Stil-Wettkampfform)

Diese Basis wird in jeder Stunde geübt. Stretching und Basisübungen macht jeder für sich, danach werden die beiden Yang-Stil-Formen zum Aufwärmen gelaufen.
Danach lernt jeder entweder Wu- oder Chen-Stil.
Bei meinem Lehrer ist Chen-Stil VIEL schwerer (was die Anforderungen an Kraft und Beweglichkeit angeht), als Yang- oder Wu-Stil.
Deswegen ist es sehr gut, erst einmal mit einer stark vereinfachte Form wie der 24er zu beginnen - verglichen mit dem, was ich vorher jahrelang an "deutschem" Taiji trainiert hatte, ist allerdings selbst seine 24er deutlich schwieriger und detailreicher .
Keine Ahnung was das soll. Um irgendeine ernstzunehmende Variante des Yang-Stils kann es sich dabei jedenfalls nicht handeln.

Inwiefern findest Du denn den Chen-Stil, der daran anschließt, viel schwerer?

Wenn ich mal raten soll, lernst Du diese vermaleite WuShuAngeblichTaiChi?
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  #7  
Alt 21-06-2010, 21:27
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Nein, mir hat er Wu-Stil beigebracht, weil Chen für mich (und besonders mein kaputtes Knie) zu hart ist.
Was bei Chen schwerer ist :
- sehr tiefe Stände, verbunden mit z.T. schnellen Drehbewegungen
- das ganze Vorbereitungstraining für dieses tiefe Stehen, dass die Chen-Schüler machen müssen (Mabu mit jemandem auf den Oberschenkeln stehend, Mabu mit einem schweren Stock auf den ausgestreckten Händen, wesentlich heftigeres Dehntraining als ich es mache).

Das mit dem Pseudo-Taiji sagt mein Lehrer (der übrigens früher ein sehr erfolgreicher Wettkämpfer war, nicht Formlauf, sondern Pushhands) immer über das was er in Deutschland von Taiji gesehen hat- Mit Ausnahme von Jan Silberstorf, den fand er recht gut.
Er regt sich immer darüber auf, dass hierzulande Taiji nicht als Kampfkunst bekannt ist.
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  #8  
Alt 21-06-2010, 21:33
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Da hat er Dir ganz schöne Märchen erzählt, so trainiert man allenfalls in Shaolin oder in äußeren Stilen, aber nicht mal die härteren Jungs in Chenjiagou würden so ihren Chen-Stil trainieren!
Außerdem kommt es gar nicht auf tiefe Stände an, erst mal muß die Bewegung richtig sitzen, dann kann man langsam tiefer gehen- kann, muß aber nicht.
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  #9  
Alt 21-06-2010, 21:46
Benutzerbild von Drachin
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[QUOTE=scarabe;2233143]Tja, wenn man Schüler möchte, die sich stark zur Seite drehen, das hintere Bein durchstrecken und sich sonst noch ein paar Sachen angewöhnen, die im Chen-Stil unerwünscht sind, kann man zuerst eine Yang-Form unterrichten.
/QUOTE]

Im Leben nicht, das hintere Bein durchstrecken in einem traditonellen Yang-Stil!

Das das so im modernen 'WuShu Angeblichen Yang Stil' gemacht wird, ist allerdings sicher.
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  #10  
Alt 21-06-2010, 21:50
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Kampfkunst: Taijiquan und anderes
 
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Ähm, wieso Märchen erzählt ?
Die fitten jungen Männer bei uns trainiert er so.
Außerdem sehe ich ihn, seinen Körperbau und seine kämpferischen Fähigkeiten.
Wobei unser Training natürlich trotzdem viel gemütlicher ist als bei seinen Lehrern - schon deshalb, weil wir alle eben keine Kinder sind, die täglich trainieren, wie er es früher gemacht hat.
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  #11  
Alt 21-06-2010, 23:38
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ich kenne das mabu Training mit einem Stock, der nicht runterfallen darf, auf den Oberschenkeln, von meinem früheren Hung Gar Training, aber nicht vom
Chen Taiji Training.
Kann allerdings auch sein, daß dein Lehrer das Training
für Personen mit mehr Bewegungsdrang anpaßt.

weiterhin viel Spaß beim Üben.

zur Eingangsfrage:
kommt für mich darauf an ob der Neuanfänger nur mal ein bißchen reinschnuppern möchte bzw. eher ein bißchen "sanfte asiatische Gymnastik" oder auch Taiji zum kennenlernen; da reicht die 24 Peking Form.
(im Volksmund manchmal auch als
Wellness VHS Taiji bezeichnet )

aber im Falle eines nach Möglichkeit einigermaßen richtigen
Taiji Einstiegs (Stil unabhängig); nein, wäre für mich Zeitverschwendung.
(nur mein pers. Eindruck).
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  #12  
Alt 22-06-2010, 00:33
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Zitat:
Zitat von shenmen2 Beitrag anzeigen
Ähm, wieso Märchen erzählt ?
Die fitten jungen Männer bei uns trainiert er so.
Außerdem sehe ich ihn, seinen Körperbau und seine kämpferischen Fähigkeiten.
Wobei unser Training natürlich trotzdem viel gemütlicher ist als bei seinen Lehrern - schon deshalb, weil wir alle eben keine Kinder sind, die täglich trainieren, wie er es früher gemacht hat.
Ich denke keiner hier behauptet, dass das was Du da aus Eurer Schule erzählst nicht stimmt. Nur sind das halt keine Trainingsmethoden die irgendwie für den Chenstil typisch wären.
Genau so gut könnte Dein Lehrer sowas auch für die Yang oder Wu-Schüler ins Trainingsprogramm aufnehmen, deshalb wäre es aber auch nicht typisch für diese Stile.

Nebenbei, auch Yang kann man anders trainieren, wenn man sich mal dieses Video so ab 0:30 anschaut, das ist ja auch schon ein wenige tiefer, und dann braucht man denke ich auch kein Mabu mit "draufstellen" mehr...
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  #13  
Alt 22-06-2010, 08:37
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Zitat:
Zitat von shenmen2 Beitrag anzeigen
Ähm, wieso Märchen erzählt ?
Die fitten jungen Männer bei uns trainiert er so.
Außerdem sehe ich ihn, seinen Körperbau und seine kämpferischen Fähigkeiten.
Wobei unser Training natürlich trotzdem viel gemütlicher ist als bei seinen Lehrern - schon deshalb, weil wir alle eben keine Kinder sind, die täglich trainieren, wie er es früher gemacht hat.
komischer Trainer, auf die Art produziert man optisch nettes wushu und baut Kraft auf, typisch in den äußeren Stilen, aber das ist nun nicht gerade das Wichtigste im Chen-Taiji.
Sowas schaut dann meist für Laien schön und spektakulär aus, ist aber leer und oft zu angespannt, statt gelöst, blockiert den Energiefluß... usw...

@Drachin
ich habe selbst keinen Yang-Stil gemacht, mit fallen in den Videos aber immer wieder die starken Drehungen zur Seite und das gestreckte hintere Bein auf, ob nun durchgedrückt oder nicht, und wer sich das erst mal angewöhnt hat, bekommt es schwer wieder raus.
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  #14  
Alt 22-06-2010, 09:20
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Zitat:
Zitat von Drachin Beitrag anzeigen
Das das so im modernen 'WuShu Angeblichen Yang Stil' gemacht wird, ist allerdings sicher.
Auch wieder so ein Klischee, das gerne bedient wird
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Geändert von Heping (22-06-2010 um 09:50 Uhr).
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  #15  
Alt 22-06-2010, 09:39
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Kampfkunst: Chen Taijiquan,spitze Zunge, Phantasie(Anfängerin bis gut trainiert)
 
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Ort: X-Berg
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Die Frage ist seltsam, auch wenn ich nicht unterrichte.
Wozu soll ich erst etwas aus einem anderen Stil lernen?

Abweichungen der Stile sind z.T. schon erheblich. Es sollte bei uns mal eine Vertretung durch jemanden geben der Yang-Stil macht, aber nach kurzer Diskussion wurde das wegen zuviel Verwirrung für Anfänger gelassen.

@shenmen2
Wenn das Wichtigste am Chen-Stil wäre sehr extrem tief zu stehen, bräuchte ich das gar nicht zu versuchen. Das ging sehr gut hoch anzufangen und mit der Zeit komme ich auch tiefer. Wichtig ist die richtige Kniekorrektur, falsch verdreht kann auch schon einiges beim hohen Stehen kaputt gehen.
Das waren gefühlte Stunden mit "achte auf dein Knie", aber der Unterschied ist deutlich, da tut nix anschließend weh, wenn ich die Knie richtig ausrichte.
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