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  #46  
Alt 26-12-2011, 18:28
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Kampfkunst: chen-shi
 
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Normalerweise schickt kein Lehrer seine Schüler an Prüfungen die sie nicht (locker) bestehen. Von daher finde ich es oft zweifelhaft ob es was bringt. Ich habe schon einige KK Prüfungen hinter mir. Zeit und Geldverschwendung für den Schüler. Aus Sicht des Verbandes kann ich es nachvollziehen. (Qualitätssicherung, Zusatzeinkommen, Gruppenbildung, Kundenbindung etc.)

Was mir völlig auf den Keks geht ist die Wartezeit. Das hat nichts mit Fähigkeiten zu tun und ist völlige Willkür des Gremiums.

Den Duan braucht man für nichts. Keiner fragt danach.

Welchen Duan hat Chen Bing? Hat er überhaupt einen? Nur so z.B.
Ich denke nicht dass jeder Chenler aus Chenjiagou bei diesem Zirkus mitmacht, wieso auch? Geldausgeben damit einer sagt man sei gut, die wissen, dass sie gut sind wenn sie es sind.



YS
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  #47  
Alt 26-12-2011, 19:43
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@Yangshuo

Ganz deiner Meinung... Für die, die es brauchen ist es bestimmt eine gute Sache.

@scarabe

Danke für die Antwort.
Übrigens netter Bericht gefällt mir.


Als Qualitätssicherung, denke ich geht es nur wenn die Prüfer über mehrere Tage prüfen. Ansonsten denke ich das nur der Lehrer/Meister selber entscheiden kann, ob jetzt jemand Unterrichten kann oder nicht....
Man muss ja auch die Sache vermitteln können. Der beste Kämpfer/Formenläufer muss nicht der beste Lehrer/Meister sein (kann aber).
Aber wie schon scarabe sagt für die "Standart" Stile ist es bestimmt gut.
Da man so ein Internationales Level hat, wie zum Beispiel die Abfolge einer Form u.s.w.
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  #48  
Alt 26-12-2011, 20:17
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
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na ja, für unsere Prüfung waren zwei Tage vorgesehen, letztendlich haben wirs dann in einem geschafft, der aber gute 10 Stunden dauerte und an dem man uns ordentlich unter Druck setzte. Das neue System wird wohl länger brauchen, wobei die meisten Prüflinge unseren Prüfern ja schon aus den Wettkämpfen (5 Tage) bekannt waren.

Yangshuo: genau da liegt das Problem. Wer ist als Lehrer oder gar Meister befähigt sowas festzustellen? Immerhin haben wir in Jiaozuo ja festgestellt, daß so manch in Europa akzeptierter oder gar hoch gelobter Lehrer/Meister dann nicht bekommen hat, was er/sie sich erhofft hatte- das sind aber die Leute, die in Europa ihre Schüler zu Prüfungen schicken (und die sich wenigstens selber auch hin getraut haben!).... der höchste, an einen Westler in Jiaozuo vergebene Duan war der 4., nur ein paar Asiaten bekamen einen höheren, deren Taiji war aber auch ... wow!!! (hatten ja auch seit Kindheit heftigst trainiert)
Verschenkt wurde also gewiß nichts.
Das war aber auch keine Schul- oder Verbandesprüfung- also die Prüfer kamen nicht auf Einladung irgendwohin, sondern hielten anläßlich des Wettbewerbs international für JEDEN zugängliche Prüfungen ab, egal, von welchem Meister jemand gelernt hatte oder nicht.

Natürlich, wenn ein Meister wie Chen Bing jemanden zu einer Prüfung schickt, dann kann man davon ausgehen, daß ER schon den Durchblick hat, beurteilen zu können, ob der Schüler eine Chance hat oder nicht- aber nicht alle Nicht-chinesischen Lehrer haben das Niveau und das Urteilsvermögen eines Chen Bing, siehe oben. Der hat natürlich auch aufgrund seiner Abstammung und seiner Erfolge in Wettbewerben usw. nicht nötig, einen Duan zu machen- andere weltbekannte Meister haben ihn gemacht: Chen Huixian z.B. oder Wang Haijun, viele andere auch.

Da aber bei uns im Westen das Niveau durchaus anders ist, als in China, ist es schon eine gute Sache, daß es nun die Möglichkeit gibt, sich verbandesunabhängig prüfen zu lassen- denn so stellt sich schnell heraus, auf welchem Niveau jemand tatsächlich ist.

Und noch etwas "typisch Westliches":
Als ich zu Chen Bing gegangen war und dort bestimmte Formen lernte und meine Prüfungen vorbereitete, sagten mir doch tatsächlich ein paar deutsche Trainer, daß Chen Bing ja nicht die Erfahrung seines Onkels habe, weil er ja noch so jung sei- und deshalb könne Chen Bing ja gar nicht richtig beurteilen, ob ich schon weit genug sei, diese Dinge zu lernen (!!!)
Deshalb solle ich die nicht lernen, weil gemäß Verbandesgepflogenheiten dürfe man das erst lernen, wenn...... und überhaupt, wieso mein Geld denn zu Chinesen tragen, es gebe doch in D inzwischen genug hochkarätige Trainer....
Meine Ansicht: wenn ich mein Geld schon "wohin trage", dann doch bitte dahin, wo ich echt was beigebracht bekomme, wenn ich mich entsprechend reinhänge!

Tatsächlich waren das Leute, die zwar einige Jahre älter sind, als der knapp 40-jährige Chen Bing- die aber weder an Taiji-Jahren, noch an Niveau in irgendeiner Hinsicht mit Chen Bing mithalten können. Da besteht also (bei manchen) schon noch Aufklärungbedarf!

Geändert von scarabe (26-12-2011 um 20:38 Uhr).
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  #49  
Alt 26-12-2011, 20:39
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Hi scarabe

Solche Figuren einfach ignorieren oder zum pushen fordern


YS
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  #50  
Alt 26-12-2011, 21:02
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@scarabe

Verbandsunabhängig ähh nein schau doch nochmals auf dein Zertifikat.
Da steht Chinese Wushu Association...
Ansonsten muss ich dir recht geben.
Ja und was hier teils als hohes Niveau Verkauft wird, da kommt mir manchmal das grauen...
Habe da auch selber schon manches erlebt.
Mmmh ich denke die Westler die sowas zu dir sagen, wollten doch nur das du bei denen lernst und nicht direkt an der Quelle
Die verlangen meist auch mehr als ein Chen Bing für Privatunterricht.
Bei meinen Meister damals musste ich dafür die Klasse Unterrichten.
Die guten sind meist gar nicht so teuer.
Vor allem das gelaber von wegen erst nach XX Jahren,
oder bevor man keine grauen Haare hat ist man nicht gut geht mir auch ziemlich auf den Sack. Aber damit finde ich Punkt 6 bisschen widersprüchlich, damit Unterstützt du die, die meckern.
Und das mit den "schlechten" Lehrer gibt es bestimmt auch in China.
Auch wenn nicht so oft wie hier, und meist sind es auch die hier bekannten(denke ich muss aber nicht sein).
Es ist ja längst nicht jeder gute Kampfkünstler/Meister bekannt.
Ach ja, ich Gratuliere dir zur bestandenen Prüfung.
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  #51  
Alt 26-12-2011, 21:06
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@Yangshuo

Ja dein Tipp ist super... In einem Freundschaftlichen Sparring/Pushen um Belehrung bitten
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  #52  
Alt 26-12-2011, 23:20
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Jep, guter Tip :-) und danke für die Gratulation.

verbandesunabhängig- damit meinte ich, egal, bei wem jemand zuhause trainiert oder bei welchem Meister/Verband.

Daß man seinen Meister trotzdem mit Bedacht wählen sollte, ist klar- ich erlebe selber gerade, wie eine mir bekannte Chinesin nach ein paar Unterrichtsstunden im Urlaub und ein paar DVDs versucht, Taiji-Unterricht aufzuziehen und sich als "Meisterin" bezeichnet- und, wetten, da werden einige Deutsche hingehen...
Aber im Zeitalter des Internets kann man sich auch über chinesische Meister informieren- wenn man will.
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  #53  
Alt 26-12-2011, 23:31
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Ich denke nicht jeder ist übers Internet auffindbar jedenfalls nicht als Meister von dies oder das. Aber übers Internet kann man sich ein gutes Bild machen was gut und nicht so gut ist. Das Stimmt....
Es gibt aber natürlich auch viele Blender im Internetzeitalter
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  #54  
Alt 26-12-2011, 23:53
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Zitat:
Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
Daß man seinen Meister trotzdem mit Bedacht wählen sollte, ist klar- ich erlebe selber gerade, wie eine mir bekannte Chinesin nach ein paar Unterrichtsstunden im Urlaub und ein paar DVDs versucht, Taiji-Unterricht aufzuziehen und sich als "Meisterin" bezeichnet- und, wetten, da werden einige Deutsche hingehen...
Aber im Zeitalter des Internets kann man sich auch über chinesische Meister informieren- wenn man will.
Viele wissen nicht mal was Taiji ist. Wissen nichts von den verschiedenen Stilen und haben keine Ahnung worauf sie achten müssen oder das sie überhaupt darauf achten sollten, dass der Lehrer kompetent sein soll.

Kenne Leute die seit Jahren Taiji machen und nicht wissen was Chen ist. Oder das Pushen mehr sein kann also sich mit Fliegenschissgewicht zu berühren und miteinander was schönes machen.

Jene die wissen was sie suchen werden es auch finden, den anderen muss man das erst zeigen.

Genau dafür ist das Duan System gedacht imo. Um Kunden zu fangen. Wow, eine Auszeichnung von China. (Und China ist in den Köpfen von manchen so weit weg wie der Mars.)

Chinesen spielen ihren Vorteil aus, ist verständlich. Und das traurige ist, oftmals reicht das den Leuten schon vollkommen.

Kenne Leute die nicht mal die 18er auswendig können und sagen. 'Taiji ist toll, ich fühl mich viel besser, bin den ganzen Winter nie krank gewesen etc.'
Denn sie machen ja jetzt Taiji, hin und wieder.

Taiji hat den marketingtechnischen Nachteil das es Taiji heisst. Wer mehr will, geht oft woanders hin. (Sie 'können' noch gar nicht wissen was sie vom Taiji wollen, weil sie es noch nicht erlebt haben wie sowas wirken kann)


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  #55  
Alt 27-12-2011, 00:15
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Ist das nicht ein Problem jeder KK?
Das mit der grossen Verbreitung hat immer auch Negativ folgen.
Vor allem sind doch ja auch all die "Wellness" Kampfkünstler ja ganz zufrieden mit dem was sie bekommen. Jede Kampfkunst ist mit harte Arbeit verbunden, und nicht jeder mag hart Arbeiten.
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  #56  
Alt 27-12-2011, 07:12
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Gab doch in der Diskussion von vor 2 J. schon mal ein Vid-Beispiel für irgend einen Duan, oder? Soweit ich mich erinnern kann, war das nicht gerade berauschend, was da als Prüfungsinhalte vorgeführt wurde.
Vielleicht kann S. dazu nochmal was zeigen, verlinken?
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  #57  
Alt 27-12-2011, 09:15
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Hallo Alfie (scarabe),

lieben Dank für deinen Bericht über deine Duan Prüfung in China.
Wird dem einen oder anderen vielleicht die Angst nehmen, für seine eigene Duanprüfung in China!?
Speziell wird ihm durch deinen kleinen Bericht deutlich vor Augen geführt, dass ohne ausreichende Vorbereitung diese Prüfung ganz schön in die Hosen gehen kann.
Allgemein sehe ich solche Prüfungen mit sehr gemischten Gefühlen. Wo soll das hinführen? frage ich mich dabei - einige Systeme haben ganz deutlich gezeigt, dass über die Kategorisierung (Schublade auf und Schüler rein) hinaus nicht mehr viel passiert.
Dann werden die Werbetrommeln angeworfen und jeder zeigt sich mit seinen Zertifikaten von seiner Schokoladenseite (die Schulen müssen ja auch Geld abwerfen).
Die Frage ist eher, wer kontrolliert und konzipiert dieses System und will ich mich diesem System unterordnen.
Insgesamt braucht es schon etwas Mut diesen Schritt zu gehen.
Den hast du jedenfalls bewiesen und du hast für dich sicher wieder den einen oder anderen Schritt gemacht auf deinem Taiji-Lebensweg!
__________________
Liebe Grüße Dao
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  #58  
Alt 27-12-2011, 11:47
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Zitat:
Zitat von Richard22 Beitrag anzeigen
Mabu, ich habe meine Danträger einfach kampfunfähig gemacht. Das mehrmals. Was sollte da nicht klar sein - wenn ich die Helden wiederholt in unter 10 Sekunde töten könnte. Umgekehrt war es nicht so.

SV, man sollte es nicht glauben, übt man im Kampf.
Lass doch mal die Luftblasen beiseite, Richard. Sonst gleichst du ja immer mehr denjenigen, die du selbst kritisierst. Wen sollen solche Sprüche denn beeindrucken, Jungs auf dem Schulhof?

Ich frage im Gesamtzusammenhang dessen, was du hier im Forum zum Thema SV-Fähigkeit schon so alles vom Stapel gelassen hast. Du lässt es da an apodiktischen Be- und Verurteilungen ja nicht mangeln. Dagegen hab ich im Prinzip nichts. Nur wenn man dann etwas von dir aufgreift und mal tiefer nachhakt, kommt da nichts Entsprechendes mehr. Bleibt alles ziemlich flach und plattitüdenhaft.

Nochmal, das war meine letzte Frage:

Zitat:
Aber werde doch mal konkret:
Wie testest und bewertest du jemands SV-Fähigkeit?

Dass das nicht über ein "freundschaftliches Sparring" laufen kann, darüber sind wir uns glaube ich einig. Denn das wäre ja "nur" Sport. Bestenfalls, wenn man sich ansieht, was alles so als Sparring läuft.
"Kampf":
Was für Kämpfe, Richard?! Für manch einen ist ja schon ein lockeres Box-Sparring ein Kampf mit SV-Aussagekraft. Oder meinst du Freikämpfe? Wenn ja, wie frei sind die denn bei dir bzw. welchen Einschränkungen unterliegen sie noch? Und wie laufen diese Kämpfe ab? Als klassisches Duell? Und dabei könntest du deine Dan-Träger immer "unter 10 Sekunden töten." Wenn ich, hätt' ich, tät ich ...

(Stellen sich deinen Dan-Trägern solche Fragen eigentlich nicht? Dann leiden sie vielleicht auch am verbreiteten "Meistersyndrom". Da kann man dann natürlich nur noch "nichts können", "hoffnungslos" versagen und ständig unter 10 Sekunden von dir getötet werden.)

Geändert von Mabuhay (27-12-2011 um 11:49 Uhr).
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  #59  
Alt 27-12-2011, 13:13
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Ich möchte gerne noch etwas deutlicher auf das neue Duansystem eingehen und darauf, wieso ich mich dem quasi "unterordne".

Zunächst, was ist Unterordnung? Ich muß ja nichts aufgeben, lerne weiter, wie bisher, bin bei denselben Meistern und kann, wenn ich möchte, alle paar Jahre eine Prüfung machen oder es bleiben lassen.

Gut ist, daß ich nicht ewig Mitglied bei irgendeinem Verband (hier der CWA) sein muß, um meinen Duan zu machen oder zu behalten- man muß nämlich -zumindest bisher- gar kein Mitglied der CWA sein.
Mein Duan verfällt auch nicht, wenn ich nicht jedes Jahr mindestens soundsoviele Lehrgänge bei demunddem Verband mache und ich muß auch nicht alle paar Jahre für teures Geld meine Prüfung wiederholen.
Kurzum:
Die zwanghafte Kundenbindung, die ich an anderen Verbänden kritisiert habe (wenn du nicht bei uns Mitglied bleibst, pro Jahr soundsoviele Stunden in UNSEREM Verband nimmst und nicht alle paar Jahre Deine Prüfung für teures Geld wiederholst, verfällt sie und Du stehst nach all den Jahren und Mühen wieder mit leeren Händen da....) entfällt.
Das ist im Duansystem wie gesagt anders, Du kannst lernen, bei wem Du willst und bist nicht gezwungen, dauernd Prüfungen zu machen oder Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. (Hoffe, das bleibt auch so)

So gesehen bezieht sich die Unterordnung also nur auf die Prüfungsinhalte und die sehr erfahrenen Prüfer.

Diese habe ich nun- speziell was das neue System beinhaltet- genauer angesehen und für gut befunden:
Kein Wunder, wenn erfahrene Meister, wie CXW, CZL usw. mitgewirkt haben:

geprüft werden u.a. typische Bewegungen auf den verschiedenen Niveaus- und es sind Bewegungen dabei, die in D auch z.T. gerne "vereinfacht" werden, weil Balance oder Beweglichkeit nicht reichen. Oder Fajin-Bewegungen, die bei vielen nicht kraftvoll genug sind. usw.
Aber wer einen ernsthaften Anspruch an eine KK stellt, bzw. von sich sagen will, diese auf höherem Niveau zu beherrschen, sollte schon eine gewisse Mindest-Beweglichkeit und -Balance samt Kraftübertragung etc. mitbringen, denn wie soll er denn sonst diese Bewegungen korrekt weitergeben?

Dann gibt es Bewegungsfolgen, die fürs Verständnis dessen, was man tut, wichtig sind. Auch sehr sinnvoll als Prüfungsinhalt.

Dann gibt es, angepaßt an den Schwierigkeitsgrad, eigens entworfene Kurzformen, die gewisse Mindestanforderungen an den Skill des Prüflings stellen. Diese Formen finde ich zwar nicht so "schön", wie die Klassiker, aber sie machen Sinn, weil sie wichtige Inhalte zusammenfassen.

Dann gibts die Partnerformen, die zeigen, daß jemand auch verstanden hat, welche Kampfbedeutung seine Formenbewegungen haben.

Es gibt Anwendungen, wo man die Bewegungen der Form am Gegner beweisen muß, also Würfe, Kicks etc.

und dann natürlich die normalen Faust- und Waffenformen.

Auch wenn man vielleicht noch etwas mehr "kämpfen" könnte, ist das ein Prüfungssystem, dem ich mich gerne unterordne, weil es die verschiedenen Inhalte des Taiji sehr gut wiederspiegelt und meiner Meinung sehr umfassend zusammengestellt ist und keinesfalls einseitig.

Damit hat sichs dann auch schon mit der Unterordnung, denn ansonsten lerne ich weiter wie bisher, ohne daß mein Lernen durch das Duansystem abgeändert oder negativ beeinträchtigt worden wäre.
Im Gegenteil, eigentlich war das Ganze auch eine tolle Motivation, sich auch weiterhin reinzuhängen, denn irgendwie ist es ja auch eine Belohnung für die Mühen, wenn man sieht, daß man gewisse internationale Standards durchaus erfüllt.


Ich möchte hier aber auch mal die Eigenverantwortung der Praktizierenden ansprechen:
Zwar gibt es Viele, die wir hier auch schon oft kritisiert haben, die aus Taiji eine Wischiwaschi-Gesundheits- und Berührungskunst gemacht haben, die mit KK nicht mehr viel zu tun hat- aber es gibt auch Leute, die es ernsthaft betreiben.

Ein Lehrerdiplom in D kann sehr viel oder absolut nichts bedeuten, bei der Vielfalt hier und irgendwie ist doch jeder von sich und seinem System überzeugt und vermarktet es entsprechend. Aber selbst wenn nicht- wer würde potenzielle Kunden schon woanders hinschicken, weil es da besser ist? Und das oft von Leuten, die noch nicht mal eine Form halbwegs korrekt laufen können!

Natürlich ist das Duansystem nicht allein seeligmachend, aber es zeigt doch gewisse Qualitätskriterien auf, die einen äußeren Rahmen bilden. Und der ist für korrektes Taiji schon sehr zu empfehlen.
So gesehen stellt es Mindestanforderungen und zeigt, daß der Geprüfte diese erfüllt.
So ähnlich wie der TÜV beim Auto: Es ist zumindest verkehrssicher, das ist schon mal was- und kann für Kunden etwas sehr Wichtiges sein.

Daß man darüber hinaus trotzdem an der eigenen entwicklung arbeiten muß und seine KK feilen sollte, ist klar- aber wer das nicht macht und nur stur die vorgegebenen Übungen runterturnt, wird auch im neuen Prüfungssystem spätestens bei Form und Anwendungen von den Prüfern "entlarvt" werden....


Was nun das Entwickeln der eigenen Persönlichkeit betrifft, innere Arbeit, Meditation, mehr oder weniger Energiefluß, ZZ etc-
das liegt dann doch stark in der eigenverantwortung der Praktizierenden/Lehrenden- denn es läßt sich durch Prüfungen schwer festmachen.
aber das macht mit oder ohne Duansystem keinen großen Unterschied- ein ernsthafter Kampfkünstler wird daran arbeiten, einer, der nur oberflächlich interessiert ist oder Geld machen will, wird es in Zukunft genauso zu umgehen versuchen, wie bisher....

Geändert von scarabe (27-12-2011 um 13:20 Uhr).
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