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  #16  
Alt 02-03-2010, 16:46
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Taijiquan Yang-Stil
 
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Beiträge: 131
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Zitat:
Zitat von Dodge71 Beitrag anzeigen
Ich bin überrascht.

Nicht von dem was der Threadstarter von sich gibt, das halte ich für besser als es auf den ersten Blick erscheint.
Auch wenn hier einiges überspitzt formuliert wird, dient das wahrscheinlich eher dazu Gefühle auszudrücken und eine Diskussion anzuheizen.
Auf der suche nach Hilfe, Wut wegen aktuellen Ereignissen, Stolz. Liege ich da so falsch?
Ja, aber das macht es dann vielen schwer, sachlich drauf einzusteigen. Aber was soll man machen: Er hat es so geschrieben, also gehe ich davon aus, dass er das auch so meint.

Sachlich gesehen, ist es natürlich Uninn, die lehrende Menschheit in zwei Gruppen einzuteilen. Es gibt ja auch die Lehrer, die es gegen Geld tun (Pädagogen arbeiten ja auch gegen Geld...) udn trotzdem gut sind. Die meisten Vollzeit-Taijilehrer hatten früher einen anderen Beruf udn sind dann meist nach und nach Profi geworden. Und wie das Wort schon sagt: Das ist ein Beruf. Davon will man leben, also nimmt man Geld für die Dienstleistungen. Wenn es einem nicht gefällt, kann man gehen.

Noch zu einem anderen Punkt: Ich möchte weder als Schüler noch als Lehrer vier bis sechs Monate in der Kälte in einem Park herumstehen - da ist mir ein geschlossener Raum schon wesentlich lieber. Und auch der kostet, und auch den bezahle ich dann mit.

Und gegen das Sifu-und-Guru-Getue habe ich auch etwas. Meinen Lehrer rede ich mit Vornamen an (er ist zwei Jahre jünger als ich), das hat mit seiner Autorität in Sachen Kampfkunst nichts zu tun. Und der ist sehr bodenständig und hatte auch schon einen anderen Beruf, in dem er sehr erfolgreich war. Nichts verkrachte Existenz.

Das Problem ist die Verallgemeinerung. Aber das ist hier ja leider fast üblich geworden, dass man sich aus einigen eigenen Beobachtungen eine ganze Theorie bastelt.
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  #17  
Alt 02-03-2010, 19:21
Benutzerbild von scarabe
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Kampfkunst: Chen Taiji, Qi Gong
 
Registrierungsdatum: 11.08.2006
Ort: B
Alter: 45
Beiträge: 4.029
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dazu dreierlei:

erstens, es ist alles ein Geben und Nehmen. Wenn ein Lehrer oder Meister den Schülern seine Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, sich zu entwickeln gibt, dann muß es fairerweise auch eine Gegenleistung geben- diese kann auch als Bezahlung in Geld dargebracht werden, das ist nicht unseriös- zumal der Meister vermutlich auch eine Menge Geld investiert hat, um so gut zu werden, Schüler sinnvoll unterrichten zu können.


Zweitens: Nicht jeder, der daneben nichts anderes tut, sei es aus Liebe zur KK oder aus Gründen der heutigen Wirtschaftslage, ist gleich eine verkrachte Existenz- auch wenn es diese natürlich auch gibt. Das zu beurteilen ist aber eine schwierige Geschichte, denn wie will man von Außen jemanden beurteilen, ohne in dessen Schuhen zu stehen? Man lernt im WUDE ja auch, nicht vorschnell zu urteilen.

Drittens: Ich kenne zwar auch ein paar wenige Leute, die mit Hingabe und aus Liebe zur KK ihr wissen gratis weitergeben- ich profitiere gelegentlich sonntags selbst davon- aber es gibt auch viele selbsternannte Lehrer mit Geltungsdrang oder sonstigen Problemen mit ihrem Selbstwertgefühl, die das nur machen, um ihr ego aufzupolieren, was letztendlich dann auch nicht der wahre Weg ist.

Und, so ist es meistens: Die "Wahrheit" sitzt irgendwo in der Mitte...
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  #18  
Alt 03-03-2010, 09:22
Benutzerbild von KlingonJake
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Kampfkunst: 精武體育會;TaiJi Yang-Stil
 
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Beiträge: 721
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jetzt mal ganz ehrlich: ich bin seit oktober selbstständig, ich möchte mit meiner kk geld verdienen...bin also ein stück weit kategorie A, auf der anderen seite möchte ich aber nicht so sein, wie A, also bin ich irgendwas zwischen A und B, weil geld zum leben in dieser gesellschaft einfach mal - und da stimmt ihr mir sicher zu - was wichtiges zum überleben ist...momentan verdiene ich unter 200€ damit...bin also ganz sicher nicht A...mehr verdienen wär schon nicht schlecht, leute ausbeuten allerdings schon....es ist in keinster weise ein leichtes geschäft...aber warum heule ich hier rum, ich wusste das, und mir ist bewusst, dass ich damit nicht reich werde, will ich auch nicht...will halt nur klarkommen, am besten ohne alg2...ich mache das ganze weil's mir für mich persönlich was gibt...
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Kung Fu ist nicht kämpfen; Kung Fu ist nicht zu kämpfen;"It's a long way to go"
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  #19  
Alt 03-03-2010, 11:29
Benutzerbild von laoshu
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Kampfkunst: taiji
 
Registrierungsdatum: 26.11.2007
Ort: Niedersachsen
Alter: 51
Beiträge: 287
Standard Umsonst ist der Tod ...

... und der kostet das Leben!
Soweit ich informiert bin (Internet, Fachbücher etc.) hat die große Mehrzahl der Meister in den langen Ahnenreihen der verschiedenen TJQ-Schulen sich in irgendeiner Form (Geld, Anstellung bei Hofe, Sachdienstleistungen, Reinigungsdienste der Schüler und andere geldwerte Vorteile) für die Weitergabe ihrer Kenntnisse entlohnen lassen.
Kein namhafter Meister, sei es aus dem asiatischen oder dem europäischen Raum, gibt ein Seminar aus reinem good will. An dieser Stelle möchte ich an alle im KKB mit drei Großbuchstaben abgekürzten Koryphäen der Szene erinnern. Völlig selbstlos und uneigennützig?
Mein Hausfrauen-Spruch: Gute Dienstleistung, gutes Geld. Im business-bullshit: win-win.
Imo ist absolut nichts Verwerfliches oder Anrüchiges daran, mit der Vermittlung seiner Kenntnisse Geld zu verdienen. Wenn mir das Angebot nicht gefällt, kann ich es ablehnen.
Was die "verkrachten Existenzen" anbelangt, so muss ich gestehen, dass ich aus persönlicher Erfahrung mehr Unterrichtende (vielleicht eine wertfreie Bezeichnung, mit der alle klar kommen?) mit nicht geradlinigem Lebenslauf kenne. Mich eingeschlossen. Ausgebildete Banker, Rechtsanwälte, Ärzte (außer mit Schwerpunkt TCM), leitende Angestellte etc., die haupt- oder nebenberuflich TJQ unterrichten, kenne ich nicht.
Das mag auch daran liegen (pers. Vermutung), dass zumindest noch vor 10 und erst recht vor 20 Jahren, die Berufsbezeichnung Taijiquan- oder Qigong-Lehrer wildeste Assoziationen hervorrief und ein kaum anzustrebendes Ausbildungsziel darstellte. Vielleicht für damals arbeitslose Lehrer. Zu denen gehörte ich übrigens auch. Eine Ausbildung (die man übrigens sehr teuer bezahlen muss, und das investierte Geld geht an keine gemeinnützige Stiftung) zum Taijiquan-Lehrer wäre mir allerdings nicht in den Sinn gekommen.
Reichtümer erwerben heute in der Branche zumeist jene, die, da sie frühzeitig auf den Zug aufgesprungen sind, an der Spitze der Organisations-Pyramide stehen. Manche größeren Organisationen erinnern ja verdächtig in ihrer Struktur an tupperware oder amway.
Man muss ja nur mal eine einfache betriebswirtschaftliche Rechnung für einen hauptberuflichen TjQ-Lehrer als Einzelkämpfer an der KK- und Wellnesstaiji-Front aufmachen:
50 festzahlende Schüler (hört sich wenig an, ist es aber nicht) a, sagen wir mal, 40 Euro Monatsbeitrag (mehr geht vielleicht im Fitnessstudio), Querschnitt, da Kids und Studenten ev. weniger bezahlen und man Familienrabatte einräumt. Die Mitglieder dürfen natürlich mehr als eine Stunde Unterricht die Woche besuchen (mal umlegen auf Euro pro besuchte Stunde). Macht 2000 Euro BRUTTO im Monat. Raummiete, Nebenkosten, Versicherung etc. gehen ab ... Vom Rest muss der selbständige Unterrichtende leben (Altersvorsorge, Krankenkasse, Auto, Versicherung etc.). Noch Fragen?
Für viele ist die Krankenkassenbezuschussung da sichernd für die Existenz, die verkrachte (Ironie!).
Übrigens sind sehr wenige bereit, für die Dienstleistung aus eigener Tasche weiter zu bezahlen, wenn die Förderung der Gesundheitskassen wegfällt.
Ich danke allen TJQ-Lehrern, von deren Kenntnissen ich profitieren durfte, erst recht, nachdem mir klar wurde, wie wenig ich eigentlich für ihre Dienstleistung bezahle.
Alles Liebe,
laoshu
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There is no phoenix without ashes.
Aus der Biografie von Jane Fonda
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  #20  
Alt 03-03-2010, 16:02
Benutzerbild von Mathieu
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Kampfkunst: Tai Chi Chuan
 
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Ort: Saarbrücken
Beiträge: 150
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Laoshu hat den Kern der Sache sehr gut getroffen, finde ich.
So oder ähnlich sieht die Wirklichkeit schon aus.
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  #21  
Alt 03-03-2010, 16:20
Benutzerbild von Klaus
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Kampfkunst:
 
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Mit 2000 brutto im Monat kann man als Selbständiger wenn man eigene Räume hat nicht leben, da hat man vielleicht Hartz-4-Lebensunterhalt. Man zahlt ja Krankenkasse, Rente und ggf. Arbeitsausfall-Beiträge komplett selbst, nicht nur halb.
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"Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)
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  #22  
Alt 03-03-2010, 16:51
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
Registrierungsdatum: 20.08.2002
Ort: NRW
Alter: 41
Beiträge: 3.232
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Im WT-Unterforum gab es vor kurzem eine ähnliche Diskussion. Und da hat ein User recht stimmig dargelegt, das man, wenn man von den auch hier genannten 40 Euro pro Monat ausgeht, mindestens 150 Schüler braucht, wenn man als Haupt- und einziger Beruf einigermassen davon leben können will.
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Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
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  #23  
Alt 03-03-2010, 21:33
Benutzerbild von Hongmen
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Kampfkunst: INNERE KAMPFKUNST
 
Registrierungsdatum: 31.10.2005
Alter: 53
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man kann auch mit wenig geld leben!
traurig ist nur das sich manche atrappenfürsten eine goldene nase verdienen, nur weil sie gute geschäftsleute sind. soll heissen, die schüler kaufen minderwertige ware zu einem unangemessenen preis. sei es durch die gebühr ansich, den "lehrgangs, prüfungs und sonstigen" nebenkosten. oder weil sie mit 30 anderen auf der matte stehen!
ihr versteht was ich meine?

gruß
hongmen
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Schule für Innere Kampfkunst
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  #24  
Alt 03-03-2010, 22:41
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: altes yang taijiquan
 
Registrierungsdatum: 19.01.2008
Alter: 46
Beiträge: 97
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Zitat:
Zitat von Hongmen Beitrag anzeigen
man kann auch mit wenig geld leben!
traurig ist nur das sich manche atrappenfürsten eine goldene nase verdienen, nur weil sie gute geschäftsleute sind. soll heissen, die schüler kaufen minderwertige ware zu einem unangemessenen preis. sei es durch die gebühr ansich, den "lehrgangs, prüfungs und sonstigen" nebenkosten. oder weil sie mit 30 anderen auf der matte stehen!
ihr versteht was ich meine?

gruß
hongmen
so ist es!
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  #25  
Alt 03-03-2010, 22:51
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: altes yang taijiquan
 
Registrierungsdatum: 19.01.2008
Alter: 46
Beiträge: 97
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Zitat:
Zitat von KlingonJake Beitrag anzeigen
jetzt mal ganz ehrlich: ich bin seit oktober selbstständig, ich möchte mit meiner kk geld verdienen...bin also ein stück weit kategorie A, auf der anderen seite möchte ich aber nicht so sein, wie A, also bin ich irgendwas zwischen A und B, weil geld zum leben in dieser gesellschaft einfach mal - und da stimmt ihr mir sicher zu - was wichtiges zum überleben ist...momentan verdiene ich unter 200€ damit...bin also ganz sicher nicht A...mehr verdienen wär schon nicht schlecht, leute ausbeuten allerdings schon....es ist in keinster weise ein leichtes geschäft...aber warum heule ich hier rum, ich wusste das, und mir ist bewusst, dass ich damit nicht reich werde, will ich auch nicht...will halt nur klarkommen, am besten ohne alg2...ich mache das ganze weil's mir für mich persönlich was gibt...
na hört sich doch gut an. glückwunsch zur selbstständigkeit. Ich poste jetzt was, von dem ich denke das ich mir gerade bei den jüngeren keine freunde mache
Wenn Jemand mit 26 jahren lehrt, werde ich immer hellhörig. Wenn du aber meinst ( ich kenne ja deine Qualifikation nicht, wer oder wie du bist) das du in deinem Alter genug lebenserfahrung, kampfkunsterfahrung, geistige reife mitbringst ect.......Das gehört für mich alles mit dazu.
dann ist das natürlich noch um einiges besser. Ist das bei dir so?
Oder siehst du dich eher als trainingspartner, und möchtest dich mit den anderen gemeinsam weiter entwickeln?

Bitte nicht böse sein, ist nämlich garnicht so gemeint.

LG

fällt mir gerade ein: Nun stell dir mal vor ( Du willst ja nicht reich werden, sagst du?) wenn du mit dem was du da machst....hm.....sagen wir mtl. 5000 euro oder mehr noch, verdienen könntest. Wie würde dir das gefallen?
Weist was ich meine? zu sagen ich will ja nicht reich werden , ist einfach. Wenn man aber die chance bekommt richtig geld zu machen, hören bei den allermeisten diese guten vorzätze auf. das ist nicht nur in den kampfkünsten so, sondern überall. Es erstaunt mich manchmal wie sehr sich menschen vom Geld beeinflussen lassen.

Geändert von Takito (03-03-2010 um 23:01 Uhr).
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  #26  
Alt 04-03-2010, 10:13
Benutzerbild von Fei Long
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Dachfirstfaust
 
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Ort: Bochum SAR
Beiträge: 345
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Zitat:
Zitat von Takito Beitrag anzeigen
...

fällt mir gerade ein: Nun stell dir mal vor ( Du willst ja nicht reich werden, sagst du?) wenn du mit dem was du da machst....hm.....sagen wir mtl. 5000 euro oder mehr noch, verdienen könntest. Wie würde dir das gefallen?
Weist was ich meine? zu sagen ich will ja nicht reich werden , ist einfach. Wenn man aber die chance bekommt richtig geld zu machen, hören bei den allermeisten diese guten vorzätze auf. das ist nicht nur in den kampfkünsten so, sondern überall. Es erstaunt mich manchmal wie sehr sich menschen vom Geld beeinflussen lassen.
Auch hier müßte man wieder ganz klar differenzieren. Ich finde es auch nicht verwerflich oder auch nur kritisch wenn jemand sich wünsch oder es ihm gefallen würde daß er 5.000 oder 10.000 Euro im Monat verdient. Ich würde das auch gerne. Und ich finde es auch nicht nötig für die Glaubhaftigkeit wenn man sich zum Vorsatz nimmt "ja, ich will mit meiner Schule über die Runden kommen, aber auf jeden Fall nur so viel verdienen daß es gerade so reicht".

Der entscheidende Punkt ist doch schlicht und einfach, ob der Unterricht gut ist und die Preise fair. Wenn KlingonJake oder grundsätzlich ein selbständiger KK-Lehrer es schafft mit seiner Schule 5.000 oder 10.000 im Monat zu verdienen, was wäre daran schlechter als wenn er nur 2.000 verdient?

Verwerflich würde es für mich erst dann, wenn der Unterricht schlecht wäre und/oder einfach nur einen Massenabfertigung, er die Leute mit irgendwelchen Blender-Methoden zu sich locken würde und die Preisgestaltung nur darauf ausgelegt wäre seinen "Kunden" möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Durch überhöhte Beiträge, überzogene Extrakosten (alle paar Monate teure Seminare oder Pflichtprüfung ohne die man nicht weiter kommt, überteuerte Trainingsbekleidung die beim Training Pflicht ist und sich am besten noch alles halbe Jahr und nach jeder Prüfung ändert) und und und - man kenn ja solche Storys.

Wenn er es aber schafft einfach durch guten Unterricht viele Leute in seine Schule zu holen und er vielleicht durch seine Qualität auch noch nebenbei das ein oder anderen Seminar an Wochenenden gefüllt bekommt, und dann am Ende des Monats mehr als nur das Existensminimum auf dem Konto landet, sehe ich da gar kein Problem.
Wenn der (finanzielle) Erfolg durch ehrliche Arbeit, gute Qualität und angemessene Preise erreicht wird, ist da gar nichts gegen einzuwenden, im Gegenteil.
__________________
"Der Chen Stil geht auf das Jahr 1928 zurück und entstand in Peking." (Produktbeschreibung "Tai-Chi Chen Yi Lu - Formen und kriegerische Anwendungen")
fei long guo jiang - enter the fat dragon

Geändert von Fei Long (04-03-2010 um 10:16 Uhr).
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  #27  
Alt 04-03-2010, 10:46
Benutzerbild von Jörg B.
Moderator
Kampfkunst: Hauen und Stechen
 
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Ort: NRW
Alter: 41
Beiträge: 3.232
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Meine Meinung zm Thema:

Geld verdienen ist nichts Ehrenrühriges. Wir alle müssen essen und brauchen ein Dach überm Kopf.

Was Preise für Unterricht angeht: Niemand zwingt die Leute mit vorgehaltener Waffe in eine teure Schule. Die Nachfrage bestimmt das Angebot, und wenn Leute bereit sind, hohe Preise für Unterricht zu bezahlen, dann ist das so.

Ob der Unterricht gut ist und die Preise fair haben letzendlich allein die Leute zu beurteilen, die in den Unterricht gehen und die Beiträge zahlen.

Außerdem: Umsatz ist nicht gleich Verdienst! Ich verweise nochmals auf mein genanntes Beispiel, das im Wing Chun-Unterforum diskutiert wurde.

Von den dort genannten 6.000 Euro Umsatz (150 Schüler á 40 Euro pro Monat) landen nach Abzug von Umsatz- und Einkommenssteuer, Miete+NK für die Schulräume, Kosten für Steuerberater etc., privater KV, Altersvorsorge, Rückstellungen etc.) am Ende wahrscheinlich so um 2.500 Euro in der Tasche des Lehrers.
Nicht gerade Existenzminimum, aber beileibe auch kein fürstlicher Verdienst, vor allem, wenn man damit eine Familie ernähren muss.
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Es wird zuviel erzählt von zu wenig Erlebtem
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  #28  
Alt 04-03-2010, 11:03
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Kampfkunst: Taijiquan Yang-Stil
 
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Beiträge: 131
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Zitat:
Zitat von Fei Long Beitrag anzeigen
Auch hier müßte man wieder ganz klar differenzieren. Ich finde es auch nicht verwerflich oder auch nur kritisch wenn jemand sich wünscht oder es ihm gefallen würde, daß er 5.000 oder 10.000 Euro im Monat verdient. Ich würde das auch gerne. Und ich finde es auch nicht nötig für die Glaubhaftigkeit, wenn man sich zum Vorsatz nimmt "ja, ich will mit meiner Schule über die Runden kommen, aber auf jeden Fall nur so viel verdienen daß es gerade so reicht".

Der entscheidende Punkt ist doch schlicht und einfach, ob der Unterricht gut ist und die Preise fair sind. Wenn KlingonJake oder grundsätzlich ein selbständiger KK-Lehrer es schafft mit seiner Schule 5.000 oder 10.000 im Monat zu verdienen, was wäre daran schlechter als wenn er nur 2.000 verdient?

Verwerflich würde es für mich erst dann, wenn der Unterricht schlecht wäre und/oder einfach nur einen Massenabfertigung, er die Leute mit irgendwelchen Blender-Methoden zu sich locken würde und die Preisgestaltung nur darauf ausgelegt wäre seinen "Kunden" möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Durch überhöhte Beiträge, überzogene Extrakosten (alle paar Monate teure Seminare oder Pflichtprüfung ohne die man nicht weiter kommt, überteuerte Trainingsbekleidung die beim Training Pflicht ist und sich am besten noch alles halbe Jahr und nach jeder Prüfung ändert) und und und - man kenn ja solche Storys.
(...)

Ja, wir kennen das alles. Was mich wundert, ist die Beimischung der moralischen Kategorie "verwerflich". Ich glaube nicht, dass wir auf dieser Ebene weiterkommen.

Und, wie schon öfter gesagt wurde: Es sind ja auch die Schüler, die das alles mitmachen, aus irgendeinem Bedürfnis heraus. Sei es, dass sie feste Strukturen brauchen oder einen Guru, der sie erlöst, oder eine geheimnisvolle Gruppentätigkeit, die sie praktizieren, oder oder... Gibt viele Möglichkeiten.
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  #29  
Alt 04-03-2010, 11:14
Moderator
Kampfkunst: Liechtenauer, Taijiquan & komisches Zeug
 
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Und wenn man dann schon so viele Leute hat, schafft man sich eventuell noch einen Assistenten an, der auch etwas Geld haben möchte - zack, schon wieder ein paar Hundert weniger...

Besonders effektiv ist hauptberufliches Geld verdienen mit Kampfkunst nicht, ausser, man baut sich ein schönes Schneeball-System auf und weiss, wie man Leuten Dinge verkauft, die sie gar nicht brauchen.

Ich persönlich hätte aber auch so wirklich gar kein moralisches Problem damit, mich an der Spitze eines weltumspannenden Netzwerks von gutgläubigen Deppen zu sehen, die mir zigtausende Euro in die Tasche werfen - zumindest solange ich mit der Handvoll von brauchbaren Leuten immer noch schön trainieren kann

Da derzeit das weltumspannende Netzwerk aber noch in Arbeit ist, trainiere ich die Leute kostenlos - (aber hoffentlich nicht umsonst)

Gruss, Thomas
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Der Gott, der Eisen wachsen ließ / der wollte keine Knechte
Drum gab er Säbel Schwert und Spieß / dem Mann in seine Rechte
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  #30  
Alt 04-03-2010, 11:30
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: will was neues versuchen
 
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Beiträge: 104
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Zitat:
Zitat von Jörg B. Beitrag anzeigen
...

Von den dort genannten 6.000 Euro Umsatz (150 Schüler á 40 Euro pro Monat) landen nach Abzug von Umsatz- und Einkommenssteuer, Miete+NK für die Schulräume, Kosten für Steuerberater etc., privater KV, Altersvorsorge, Rückstellungen etc.) am Ende wahrscheinlich so um 2.500 Euro in der Tasche des Lehrers.

Nicht gerade Existenzminimum, aber beileibe auch kein fürstlicher Verdienst, vor allem, wenn man damit eine Familie ernähren muss.
Mal eine Beispielrechnung:
Eingang 6000
- EKSt 1265,50
- Soli 69,66
- KiSt 113,99
- Ust 957,98
- Pacht warm (Schulungsräume, geschätzt) 1000
- Steuerberater 260
- private KV 200
- Rücklagen 300
Rest 1832,87

Verheiratet mit 2 Kindern ein Auto und natürlich eine Wohnung... also reich wird man so sicherlich nicht.
Von Rente mal ganz zu schweigen.

Korrigiert gerne ein paar Posten, dann wirds genauer

Geändert von Dodge71 (04-03-2010 um 11:32 Uhr).
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