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#1
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| Vor ein par Monaten hatte ich mal einen Thread gestartet, indem es um Taijiquan als Add-On ging und ich fand, dass dabei kein befriedigendes Ergebnis für mich heraus kam. Nun ist wieder etwas Zeit vergangen und ich habe neue Erkenntnisse bezüglich der Thematik IMA gesammelt und würde daher gern eine neue Diskussion, mit einer meiner Meinung nach besseren Terminologie starten ![]() Vorab, ich werde mir mühe geben und es wird etwas länger. Daher die Kurzform: Ist Tai Chi ein Bewegungssystem, welches universal auf jegliche Art von Bewegung übertragbar ist. Meine Meinung: Ganz klar Nein! Eure und das Warum würde mich aber interessieren? Längere Fassung: Für mich lässt sich die Tai Chi Szene in folgende 3 Gruppen teilen: 1.Gesundheit/Meditation 2.Kampfkunst 3.Bewegungssystem Die 3 Themen stellen sicher Überschneidungen dar, also bitte nicht direkt losbrüllen ,,ich mache das wegen allen 3", jedoch habe ich sie mal nach Hauptintention der Übenden eingeteilt. 1.Gesundheit/Mediation Ergibt sich relativ schnell und simpel. Kann auch für die anderen Gruppen ein ,,netter Nebeneffekt" sein. 2. Kampfkunst Ursprünglichste und für mich traditionellste Verwendung, nach meiner Interpretation der Quellen. 3. Bewegungssystem Meist von Leuten innerhalb der KK Szene, aber auch anderer Sportarten als vermeintlicher Bewegungs-Optimierer genutzt. Genau bei Punkt 3 möchte ich ansetzen und darstellen warum das für mich keinen Sinn macht: These 1: Es müsste sich an Studien beweisen lassen! Wäre Taijiquan ein optimierendes, universal anwendbares Bewegungssystem müsste sich dies per Studie feststellen lassen. Wenn man 2 Leistungsgruppen auf ähnlichem Niveau in einer beliebigen Sportart wählen würde und die eine Gruppe in der Hälfte/ 1/3 der Trainingszeit Tai Chi übt und die andere nicht, müsste sich dies laut These, bei gleicher Trainingszeit bemerkbar machen, wenn dem so wäre. Ich würde zu gerne z.B 2 Gruppen 1 x Leistungsboxer und 1 x Sprinter sehen, von denen Gruppe A Tai Chi praktiziert während die B Gruppe auf ihre Art und Weise ihrem Sport nachgeht. Mein Tipp wäre, dass die B Gruppe so gut wie immer gewinnen würde, oder das man zumindest keine merkbar besseren Resultate bei der A Gruppe feststellen würde. Unterstützt wird meine These noch dadurch, dass sich das System an sich nicht im Leistungssport bisher durchsetzten konnte. Wäre es wirklich so bewegungsoptimierend, hätte es sich auf Dauer durchsetzen müssen! These 2: Die Klassiker sprechen für mich gegen ein Bewegungssystem Warum? Sie enthalten, kampfstrategische Anweisungen! Bei einem komplett freiem Bewegungssystem, wäre die Strategie frei wählbar. Im Tai Chi heißt es aber ,, lead to emptiness then attack", ,, 4 ounces deflect 1000 pounds " usw. Das sind für mich vor allem strategische Anweisungen, an die eine optimierte Bewegung gekuppelt werden soll! These 3: Warum gibt es keine stark offensiv/gradlinigen Interpretationen? Wäre Taijiquan ein universelles Bewegungssystem müsste sich auch für eine kämpferische extrem aggressive/gradlinige Vorgehensweise eignen. Dafür ist es aber nicht bekannt. Und darum sieht es wohl auch nicht so aus wie Xing Yi oder Baji, die so funktionieren und anscheinend andere Attribute primär entwickeln. Meine Schlussfolgerung: Wenn Kampfsportler oder Kampfkünstler egal welchen Rufes Taijiquan ausüben, dann tun sie dies entweder als volles, ergänzendes Kampfsystem, wie z.B ein Ringer, der zusätzlich boxt, oder sie betreiben es als Bewegungs-Optimierer, was für mich schlicht eine Gelenkschmiere und Wohlfühler, durch die verlangsamte/bewusstere Bewegung, die ihnen zumindest ein objektiv leistungssteigerndes Gefühl vermitteln könnte, darstellt. Dies will ich natürlich auch niemanden absprechen, aber ich hinterfrage hier erneut und in meinen Augen durchdachter das ,,Resultat" und denke das im Endeffekt nur die Gruppe 2 in der Lage ist, Taijiquan in seiner Kernfunktion zu erhalten/repräsentieren. Grüße Ima-Fan |
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#2
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| Um es kurz zu machen, da irrst Du Dich. Innere Kraft ist universell und funktioniert bei jedweder Bewegung, Tätigkeit oder Sport. Taijiquan ist eine Methode das zu trainieren, es gibt allerdings noch andere. Wenn man nicht in Gruppe B mit Steroiden, Wachstumshormonen und anderen "Goodies" arbeitet, reisst Gruppe A nachdem die Kraftentwicklung auch wirklich einsetzt den Hintern auf. Sportler die intensiv trainieren entwickeln übrigens schon mal innere Kraft ohne dafür irgendwelche chinesischen Dinge praktiziert zu haben, bei einem Tennisspieler ist mir das aufgefallen. Was da fehlt sind dann besondere Effekte der Stabilität die eben über spezifische Übungen reinkommen. Die findet man dafür dann bei Leuten die das quasi in ihrem Beruf trainieren, Artisten, Portiers die den ganzen Tag stehen, usw. Mit wenigen einfachen Übungen aus dem Umfeld der IMAs und des Qigongs kann man das gut querbeet integrieren, ohne dass ein Sportler nebenbei in einem Stahlwerk, als Schmied, Jongleur und Portier arbeiten muss. Die Miami Dolphins haben übrigens mal Yan Gaofei für ihre Defense engagiert, weil der gegen wesentlich schwerere NFL-Footballer einfach stehen bleiben konnte. Die haben es aber wieder drangegeben, weil es eben keine Shortcuts gab, und die NFLer das nicht nach ein paar Wochen genauso gut konnten.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) Geändert von Klaus (18-03-2011 um 14:39 Uhr). |
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#3
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| Zitat:
dann hätte ich jedoch folgende Fragen: Wann wäre die Kraftentwicklung deiner Meinung nach messbar? Eine 8 jährige Studie wäre sicher schwierig. Mit stinknormalen funktionalen Krafttraining hat man binnen 6 Monaten ein brauchbares Studien Ergebnis, vor allem bei den Sprintern! Wäre die Frage ,,was genau" entwickelt die innere Kraft. Die Formsequenzen des Tai Chi sind es für mich persönlich nicht. In Sachen wie Steh-/Stampf-/Schüttelübungen und extrem langsamen Tempo würde ich es anders sehen. Du verstehst worauf ich hinaus will? Die Bewegungsformen des Taijis sind für mich nicht das ausschlaggebende, wie so gern dargestellt. Was denkst du würde passieren, wenn ein Balett Tänzer seine Bewegungen einfach nach den obigen Beispielen modifiziert? Das ist der Punkt worauf ich hinaus will! Grüße Ima-Fan |
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#4
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| Wenn ich Klaus richtig verstehe, soll man auch nicht Bewegungsabläufe bzw.-arten aus dem Tai Chi in andere Sportarten integrieren. Der Effekt auf die "innere Kraft" (vielleicht besser als Ganzkörperkraft zu verstehen) durch das ausüben von TaiChi od. generell IMAs wirkt sich generell positiv auf die Leistungsfähigkeit des Sportlers aus und kann/sollte dadurch in der eig/anderen Sportart auch zu besseren Erggebnissen führen. Zumindest sehe ich das so! Bin mir sicher, dass mir mein XingYi auch in meiner 2.Leidenschaft dem Skateboarden Vorteile bringt! Körperspannung, Balance und der Körper ist weniger empfindlich beim oft autretenden Vollkontakt mit dem Asphalt! ;-) |
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#5
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| @ima-fan es gibt einige Studien, die zeigen das Taijiquan Training die Propriozeption stark verbessert und sich daher sehr gut als Fall-Präventions-Training eignet, wie jedes andere propriozeptive Training auch. Mit einer verbesserten Propriozeption, also einer untere anderem verbesserten Wahrnehmung der Stellung seiner Gelenke im Raum wird jeder Sportler besser. Das kann er aber auch anders trainieren. Das mit den Klassikern würde ich nicht so eng sehen. Jeder normale Boxer benutzt "lead to emptiness", schlicht indem er meidet und dann sofort kontert. So ein Schlag wirkt doppelt. "lead to emptiness" bedeutet nicht, dass man erstmal was aufnehmen muss. Es genügt nicht da zu sein wo die Kraft hingeht. Von den Körpermethoden lassen sich einige auf beliebige Sportarten übertragen, andere nicht. |
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#6
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| Hi IMA - Fan, Meister Huang sagte mal so schön, dass die Form zur Kultivierung der inneren Kraft nötig ist und ich kann diese Meinung nur Unterstützen. Die Form ist der Schlüssel, um an die innere Kraft zu gelangen und sie zu verstehen, die Übungen drum herum können es nur beschleunigen. Wie Klaus schon sagte ist es deshalb für so ziemlich jede Kampfkunst sinnvoll Taijiquan als unterstützendes System nebenherlaufen zu lassen, um die innere Kraft zu stärken. Sie werden diese Kraft zwar sehr wahrscheinlich nicht so stark kultivieren, wie Jemand, der Taijiquan als primäre Kampfkunst ausübt, aber das ist ja auch nicht nötig. Interessanter finde ich die unterschiedlichen Ansichten darüber, ob man Taijiquan, wenn man wirklich gut darin werden möchte, mit einer anderen Kampfkunst kombinieren sollte. Innere Kampfkünste schaden dem Taijiquan sicher nicht, aber ob äußere Kampfkünste gut sind, darüber hat jede Schule ihre eigene Meinung .Gruß Shenming |
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#7
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| Also erstmal danke, dass ihr euch beteiligt und euch den Text angetan habt! Es muss, so finde ich, trotzdem die Frage erlaubt sein, wenn von universell anwendbarer (innerer) Kraft die Rede ist, zu fragen inwiefern sich diese bei Peak Performance Ansprüchen äußert und gezielt herbeizuführen ist? Daher auch meine Frage nach Studien/Beispielen, vor allem im Leistungssport? Alles andere bleibt bis dato für mich leider nur ein objektives Empfinden... Krafttraining hat sich aufgrund seiner Funktionalität in allen möglichen Leistungssportarten durchgesetzt. Wäre Tai Chi ein ähnlicher oder besserer körperlicher Leistungsindikator, müsste es ähnlich verbreitet sein? So weit meine Meinung... Die Innere Kraft, drückt sich für mich daher auch nicht in jeder willkürlichen Bewegung aus, sondern nur dort, wo man die Bewegung noch gezielt trainiert. Ich bezweifle z.B dass jemand nur durch Tai Chi höher springt. Schubsen ist z.B ein Formbild und sollte im Training in verschiedenen Formen entsprechend zu finden sein und genau dort können sich die Ressourcen auch, so denke ich besser zum Ausdruck bringen. Die innere Kraft kann sich meiner Meinung nach also nur in den Formbildern und daraus möglichen Bewegungen richtig äußern! Deswegen entwickelt jemand mit Xing Yi auch eine andere Vorwärtskraft, als ein Tai Chi 'ler so meine Ansicht. Allgemeine Zentrumsübungen wie z.B Poleshaking sind für mich jetzt nicht ,,reines Tai Chi". Deren würde ich eine weitaus höhere Funktionalität im Sport zu weisen, als z.B dem Heben und Sinken der Arme. Da müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht überschneiden. Ich möchte hier nur vom Training der Form und vielleicht noch entsprechenden Jibengong Praktiken reden! Ich bezweifle nicht, dass Taiji gesund und förderlich für die Gelenke/den Körper ist, ich denke nur, dass kann jeder Sport sein! Ich sehe den Schlüssel dann eher in Bewegungskonzepten, als in in der Anordnung von Bewegungen, durch welche die ,,innere Kraft" stimuliert werden soll. Und mal mit wirklichem Blick auf die Realität, der Zeit/Nutzen Aufwand sollte doch eine Rolle spielen. Man könnte man ja mal Fußballer täglich 2 Std in die Santi stellen, um mal was anderes als Beispiel zu nehmen. Denkt ihr wirklich, so was würde sich durchsetzen? Grüße Ima-Fan |
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#8
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| Also nutzlos das Zeug ![]() ansonsten: Zitat:
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#9
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| Klar führt man gezielt diese Komponente herbei, man kann nur nicht sagen wie lange es dauert, und ob jemand die mentale Disposition oder Fähigkeit hat das "aufzuschnappen". Es ist eine intuitive Methode, wie der Körper sich aufstellt, die irgendwo aus dem Überlebenstrieb kommt. Das in den Alltag zu verdrahten ist etwas, das nicht vorhersehbar komplett abläuft. Der eine hat das nach einem Jahr, der andere nach 5, oder gar nicht. Wenn ein Teil des Empfindens das z.B. innerlich ablehnt, kommt es nicht zur vollständigen Ausprägung in der die Kraft explosiv ist. Die Peak Performance wird daraus gestärkt, dass das Kraftmaximum explosiver Ausprägung wesentlich höher ist als "normal". Dafür verbrauchen sich allerdings meinem Empfinden nach die Ressourcen ebenfalls so stark mehr, und der Stoffwechsel dahinter muss daran angepasst sein und sich adaptieren. Wenn das volle Kanne läuft ist man in Windeseile komplett platt, bis zum Zusammenbruch. Der Körper muss also adaptieren, wieviel er davon abruft, um bestimmte Anforderungsprofile abzudecken. Man stirbt ja nicht wenn man einen Ball als Torhüter nicht bekommt, also wird der Teil der Steuerung nur eine gewisse Menge für den Sprung zum Ball freigeben. Wenn man allerdings umgerannt wird und der Kopf in Gefahr ist, dann kommt das Maximum zum Tragen. Dazu kommen diverse andere Fähigkeiten oder Attribute, die man durch diverse IMA-Praktiken erwirbt. Balance, Reaktionsschnelligkeit, Antizipation, "Center moves", usw. Das wirkt sich alles immer relativ aus, und nicht jeder entwickelt das gleich gut. Warum sich das im Sport nicht "durchgesetzt" hat ist einfach zu beantworten - es gibt kaum Leute die diese Attribute auf hohem Niveau entwickelt haben, und gleichzeitig Leistungssport betreiben. Ich würde das jedem Leistungssportler dringend nahelegen sich damit auseinanderzusetzen ob ihm das hilft, und es zu seiner Sportart passt. Ein Boxer z.B. könnte eventuell Schwierigkeiten haben, die erheblich grössere Schlagkraft und den grösseren Ressourcenverbrauch miteinander zu vereinbaren. Das gibt das Abraham-Problem, hart hauen aber nicht viel schlagen können, in einem 12-Runden-Kampf. In Leichtathletik und Ballsportarten sehe ich das Problem nicht so stark, die müssen eher ihre Technik anpassen wenn die Kraft grösser wird. Das ist wie gesagt weder an Taiji-Formen gebunden, noch an "Techniken". Man kann das mit Taiji genauso erwerben wie mit Xingyi, Bagua oder auch nur Einzelübungen. Nur die Ausprägung wird sich eventuell anders gestalten.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#10
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__________________ 我愛廣府話 Geändert von Freier Geist (16-04-2011 um 16:47 Uhr). |
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#11
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| Da das nur ein Wort ist, ist das Definitionssache. Innere Kraft im Sinne von "mit Pengjin" usw. ist physische, messbare Kraft. Das ist was ich meine. Damit läuft man schneller, wirft fester und weiter, springt höher, usw. Sollte hier zufällig jemand das in einem Leistungssport ausprobieren wollen der nichts damit zu tun hat, anderen Leute auf das Gesicht zu zimmern, können wir es gerne probieren. Ich bekomme gerne den Fuss in die Tür, wenn es um professionelle Ergebnisse geht.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#12
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| Zitat:
100 m Sprinter machen auch in der Regel kein Karate um schneller zu rennen, wobei das ordentlich ausgeführt sicher auch viele tolle Attribute mit sich bringt! Zitat:
Alleine diese Zeitangabe und die vielen Faktoren nach der obigen Definition, machen es für eine wissenschaftliche Studie an sich unmöglich, oder zumindest extrem schwierig. Zitat:
Das würde so eine Art von Leistungs-Optimierer für Sportler unter Umständen ziemlich gefährlich machen und da wäre die Frage, ob man das dann bewerben sollte? Man schaue sich an, was Profis zum Teil für enorme Adrenalin Mengen produzieren, vor allem im Kampfsport! Wenn stampfen/schütteln/ansteuern/super slow der Weg zum Erfolg sind, brauche ich dann noch solche Konstrukte, oder bin ich dann nicht schon wieder klar bei der Ausbildung gezielter, kämpferischer Aspekte? Zitat:
Sind diese Xing Yi Attribute, nicht doch irgendwie, an ein gewisses technisches Konzept gebunden? Zumindest in den meisten Anwedungs Ideen des Internets scheint das doch der Fall zu sein? unterschiedlich gestalten? Ich habe da etwas Probleme mit der Vorstellung ![]() Grüße Ima-Fan |
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#13
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| Und ich dachte immer das wäre vorallem eine ,,Intramuskuläre/Biomechanische" Geschichte? ![]() Grüße Ima-Fan |
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#14
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| Ein typischer Xingyiler wäre zum Beispiel nur geradeaus schnell, weil er darauf gedrillt ist. Wäre beim 100m-Sprint kein Nachteil, beim Fussball schon. Ein Taijiler der sich sehr auf neutralisieren versteht, könnte mit nicht offensichtlich sichtbaren Einflussnahmen z.B. einen Center am Aufposten mit dem Rücken zum Korb hindern, was den Vorteil hat dass da kein Foul gepfiffen wird. Solche Unterschiede in den Details können also Wirkung in Ballsportarten entfalten, bzw. solchen mit Körperkontakt. Das Problem dass sich jemand überanstrengt gibt es in allen Sportarten. Auch ein normaler Marathonläufer kann überpacen, und dann klappt er schlicht zusammen oder muss aufgeben. Man muss sich aber eventuell erst an seine neuen Gegebenheiten gewöhnen, sprich, jemand bei dem gerade der Anstieg in der Impulskraft passiert, muss eventuell erstmal merken wo neue Grenzen sind. Da kann es passieren dass er superbe Schlagkraft hat, aber im Sparring über 10 Runden dann merkt dass er nach 6 Runden fertig ist. Das ist dann halt einfach so, wenn man sich damit beschäftigt. Es hat ja einen Grund warum das normal nicht Bestandteil der Bewegungsökonomie ist, z.B. weil der Energieverbrauch ebenfalls wesentlich höher wird, wenn die Kraftleistung sich vergrössert. Meiner Meinung nach ist das entwicklungsbiologisch passiert, in der Eiszeit, oder bei der Entwicklung eines viel grösseren Gehirns. Tatsächlich passiert dieser Kraftanstieg bei so ziemlich jedem der in Lebensgefahr gerät, wenn er nicht völlig emotional derangiert ist und in andere Mechanismen fällt (Verdrängung, Unterwerfung usw.). Aber nochmal, die grundsätzliche Fähigkeit zu erheblich grösseren Kraftleistungen ist nicht "stilspezifisch". Das kann man mit einer Reihe von Dingen stimulieren, und dann passiert das bei einem Grossteil der Leute. Als da wären die nicht so geheimen Methoden der sehr, sehr langsamen dafür sehr, sehr langen Muskelkontraktion (vulg. langsame Bewegung), des Stehens (Haltekraftstimulation), und der Erschütterung (Stampfen usw.). Eine gewisse merkbare Verbesserung tritt auch nach ein paar Monaten schon ein, z.B. dass man im Normalmodus eben langsamer erschöpft, wenn man die Impulsleistung nicht abruft. Im Handball und Squash bin ich erheblich langsamer ermüdet (Ruhephasen), beim Laufen wenn ich zu schnell gelaufen bin dagegen sehr zügig. Das ist stoffwechseltechnisch aber extrem leicht erklärbar.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#15
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| Zitat:
Die ein oder andere Frage ist wohl doch bei mir untergegangen, daher versuche ich es noch mal: Wenn ein Xing Yi Mensch angreift/schlägt: Kann er sich dann einfachmal dem Technikpool des westlichen Boxens bedienen und hat seine Kraft/Struktur automatisch, oder muss er diese Kraft/Struktur auch durch gewisse technische Aspekte erzeugen. Ich hätte ganz klar das Letztere angenommen. Wichtig: Ich weiß, dass die meisten Schläge für Laien schnell Ähnlichkeit mit denen eines Boxers haben mögen, ich maße mir trotzdem an, in der Regel zu erkennen, ob jemand aus dem Boxen oder einer anderen KK kommt, auch wenn er aus der Deckung haut und seine Hand dahin zurück befördert. Ich habe mal ein Xing Yi Video im Pratzen/Sandsack Thread gepostet. Da konnte man auch für mich sehr deutlich Unterschiede sehen! Zu guter letzt vielleicht noch ein par Ideen: Wenn Tai Chi wirklich ein so universelles Bewegungssystem ist, warum sieht man dann immer wieder die gleichen/ähnliche Anwendungs- und Ideenkonzepte darin? Das könnte doch vollkommen freie Formen annehmen? Warum boxt damit keiner wie Vitali Klitschko/ kam anscheinend nicht auf die Idee? Müsste doch klasse sein, wenn es die Bewegung so traumhaft hochpoliert? Was würden die jeweiligen Größen zu der Idee des reinen Bewegungssystems sagen? Wenn ich dann boxerisch schnell 2 mal bewegungsoptimiert jabbe und meine Rechte hinterher schicke, sagen die dann auch super Tai Chi? Würde mich wirklich interessieren, ich glaub ich muss echt mal auf ein Koryphäen Seminar und mir die Offenheit dieses Bewegungssystems anhören. Grüße Ima-Fan Geändert von IMA-Fan (18-03-2011 um 22:27 Uhr). |
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