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  #1  
Alt 03-01-2011, 13:45
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Ip/snake-Style TaiChiChuan
 
Registrierungsdatum: 02.06.2007
Beiträge: 1.007
Standard Boden

Hallo liebe Mitläufer,

gestern wurde ich angegriffen (im Zuge einer Nothilfe). Nicht gegen meien Leben (das konnte ich schon abschätzen), aber Psyche und Leib.
Knochenbrechende Methoden kamen nicht in Frage für mich.
Das Qinna klappte aber nicht, weil sich die betreffende Person direkt bei Körperkontak zu mir hat fallen lassen und sich in Körper und Kleidung festgekrallt hatte.
Ich ging mit runter, um der Aktion die Wucht zu nehmen und mein Verletzungsrisiko zu minimieren.

Damit habe ich ja den üblichen Stand-up-Rahmen/Konzept des Taichi verlassen (der mir vorher und hinter natürlich schon geholfen hat).

Jetzt musste ich, selber festgekrallt und mit Beinattacken eingedeckt, eine komplette Fixierung durchführen, die aber auf Gewicht basieren musste und nicht Schmerz (abgesehen davon das ich keine handelsüblichen Hebel ansetzen konnte).

Ich sage für mich mal, der snakestyle hat mir geholfen wegen meines grundsätzlichen Körperbewegung, die ich auch im stand durchführe.

Aber ich zweifele etwas an dem Satz, man kommt im Taichi nicht auf den Boden und deswegen gehört es nicht zum Training. Für das System mag es stimmen.
Aber für den Ausführenden vielleicht nicht immer.

Was haltet ihr von der Thematik?
__________________
"bewegte Prinzipien" http://meinehp.com/bewegen/

Geändert von rudongshe (03-01-2011 um 13:48 Uhr).
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  #2  
Alt 03-01-2011, 13:55
Benutzerbild von rukola
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Wushu Sanda
 
Registrierungsdatum: 01.08.2010
Alter: 24
Beiträge: 1.061
Standard

Zitat:
man kommt im Taichi nicht auf den Boden und deswegen gehört es nicht zum Training
In etwa genauso intelligent, wie: "Blocken muss ich nicht, da ich immer ausweiche".
Zu sagen: etwas soll im Idealfall nicht passieren, deswegen übe ich es nciht, halte ich für falsch. Kampf ist ja nie der Idealfall, sondern das reine Chaos.

Um nicht auf den Boden zu müssen, brauchst du entweder ne gute Takedowndefense, wie beim Sanda (Sprawl, Brawl, aber selbst das ist nicht idiotensicher)
oder Bodenkampfskills, um daraus das beste zu machen.
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  #3  
Alt 03-01-2011, 13:56
Benutzerbild von Gong Fu
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Qi Xing Tanglang Pai, Brazilian Jiu Jitsu
 
Registrierungsdatum: 17.01.2004
Beiträge: 1.772
Standard

Willkommen in der realen Welt

Bodenkampf ist sehr wichtig, und sollte nicht vernachlässigt werden!

Am besten lernst Du ein wenig Bjj, LL, Judo, Sambo...was auch immer bei Dir so angeboten wird. Und beim nächsten Mal sieht die Sache ganz anders aus

Gruß,
Gong Fu
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  #4  
Alt 03-01-2011, 14:04
Benutzerbild von Lo.Ony
KKB-Userstatus: Advanced
Kampfkunst: 功夫 , 散打
 
Registrierungsdatum: 01.11.2006
Ort: Hassfurt/Main
Alter: 21
Beiträge: 677
Standard

Die Aussage ist nicht falsch, hättest du im Zuge des angriffs ohne Rücksicht gehandelt hätte der andere nur ziemlich heftig Verletzt werden können. In dem moment wo du beschliesst ihn nicht durch schmerzen oder der gleichen zu kontrollieren, gibst du ihm die Möglichkeit zu Grapschn. Dann endet sowas auch gerne mal am Boden...und deswegen ist es sinnvoll zumindest die Basics mal zu Studiereun um "überleben" zu können. Müssen ja keine perfektionierten Submissions sein...
__________________
Ich kann dir zeigen wie Du es tun musst- Und du wirst es vergessen. Ich kann es dir zeigen- Und du wirst mich kopieren. Nur wenn du es selbst tust- Wirst du wirklich verstehen.

Geändert von Lo.Ony (03-01-2011 um 14:10 Uhr).
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  #5  
Alt 03-01-2011, 14:28
Benutzerbild von va+an
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Kampfkunst: Dao Wing Chun , Chen TaiJiQuan
 
Registrierungsdatum: 29.03.2004
Ort: Ruhrpott Rep. (derzeit FFM)
Beiträge: 1.846
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Tja.. thats the way it is..
Da spielt der Stil ehrlich gesagt auch keine Rolle.

9x kluge Sprüche raus hauen ist leichter,
als mit einem unkooperativem Gegner klar zu kommen.
Meine Erfahrung ist, das man zu oft auf den Boden geht,
als das man den Boden beim Training ignorieren darf.

Die eigene Skrupel spielt auch noch eine große Rolle,
die du ja scheinbar auch hattest. Insofern ist deine Leistung ok.

p.s.
(Witziger wird das ganze, wenn noch einer dabei ist, der versucht mit deinem Kopf Ball zu spielen :/)

Geändert von va+an (03-01-2011 um 15:03 Uhr).
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  #6  
Alt 03-01-2011, 14:58
Benutzerbild von Klaus
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Zitat:
Zitat von rudongshe Beitrag anzeigen
Knochenbrechende Methoden kamen nicht in Frage für mich.
Das Qinna klappte aber nicht, weil sich die betreffende Person direkt bei Körperkontak zu mir hat fallen lassen und sich in Körper und Kleidung festgekrallt hatte.
Ich ging mit runter, um der Aktion die Wucht zu nehmen und mein Verletzungsrisiko zu minimieren.

Damit habe ich ja den üblichen Stand-up-Rahmen/Konzept des Taichi verlassen (der mir vorher und hinter natürlich schon geholfen hat).
Wie Du selbst schreibst, war es Deine Entscheidung, in dem Fall zu Boden zu gehen. Das heisst nicht dass das unumgänglich war, man kann es sich aber sicher nicht immer aussuchen, je nach Stand(stärke). Es gibt ja auch Leute die stehen bleiben wenn sich jemand in BJJ-Manier mit den Beinen einhakt und dem ganzen Gewicht an denen hängt, da gibt es böse Menschen die dann slammen.

In jedem Fall ist es so, wenn Du das nicht verhindern kannst, oder um einigermassen sicher zu werden, wirst Du Bodenkampf mit kompetenter Instruktion lernen müssen. Ob Du da "Taiji-Prinzipien auf den Boden übertragen" kannst, wirst Du dann sehen.
__________________
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  #7  
Alt 03-01-2011, 15:13
Benutzerbild von Karateka94
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da ich von vielen bodenkampfsystemen nicht viel halte, übe ich des öfteren bodenkampf mit meinen freunden. ohne schläge tritte etc. aber mit hebeln und würgegriffen. wir orientieren uns an den hebeln und würfen, die wir aus unseren kampfkünsten mitbringen, und probieren uns an denen, die wir in anderen systemen sehen. das schadet auf keinen fall, und man braucht nur einen partner, der keine berührungsängste hat
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  #8  
Alt 03-01-2011, 15:43
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von rudongshe Beitrag anzeigen
Aber ich zweifele etwas an dem Satz, man kommt im Taichi nicht auf den Boden und deswegen gehört es nicht zum Training.
Ich auch, schließlich gibt es im Taijiquan viele Würfe, also gibt es immer auch einen Geworfenen.
Schau Dir mal ein PH-Turnier mit bewegten Schritten an, da gibt es Punkte dafür, wenn einer hinfällt.
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  #9  
Alt 03-01-2011, 15:49
Benutzerbild von Gong Fu
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Kampfkunst: Qi Xing Tanglang Pai, Brazilian Jiu Jitsu
 
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Beiträge: 1.772
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Zitat:
Zitat von Karateka94 Beitrag anzeigen
da ich von vielen bodenkampfsystemen nicht viel halte, übe ich des öfteren bodenkampf mit meinen freunden. ohne schläge tritte etc. aber mit hebeln und würgegriffen. wir orientieren uns an den hebeln und würfen, die wir aus unseren kampfkünsten mitbringen, und probieren uns an denen, die wir in anderen systemen sehen. das schadet auf keinen fall, und man braucht nur einen partner, der keine berührungsängste hat
Also das macht ja mal gar keinen Sinn!
Du hälst nichts von Bodenkampfsystemen, trainierst aber mit Deinen Kollegen Bodenkampf?

Na dann, viel Spass

@Klaus: Glaub mir, Guard Pull ist nicht die einzige Möglichkeit die wir haben den Kampf auf die Erde zu verlagern
Du kannst ja gerne einmal probieren mich davon abzuhalten Dich auf den Boden zu bringen....da kannst Du noch so viel wie eine Salzsäule stehen, von Rooting sprechen, dein Qi aktivieren....kein Problem. Du wirst auf dem Boden landen, mit Sicherheit! Und dies nicht gerade sanft

Gruß,
Gong Fu
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  #10  
Alt 03-01-2011, 15:55
Benutzerbild von Karateka94
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Beiträge: 705
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ich halte nichts davon sich nur auf ein bodenkampfsystem zu beschrenken. und von vielen bodenkampfsystemen halte ich nichts.
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  #11  
Alt 03-01-2011, 15:57
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Kampfkunst: Ip/snake-Style TaiChiChuan
 
Registrierungsdatum: 02.06.2007
Beiträge: 1.007
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Erst mal Danke für die Antworten
@Klaus
Es war meine bewusste Entscheidung mitzusinken - ich war ja "verhakt". Ansonsten hätte sich das Verletzungrisiko deutlich erhöht. Natürlich hätte ich die Situation theoretisch auch im Stand dadurch lösen können, in dem ich eine Nase grbrochen hätte - die Tore waren offen. Aber das wollte ich in dem Fall nicht. Ich meinte auch nicht Taichi- Skills - soweit gehe ich nicht, weil ich Taichi immer noch für ein aufrechtes System halte. Sondern nur, ein Grundbewgungsmuster.

@Blue
Klassische/enge Würfe kenne ich kaum aus dem Ipstil, eher Entwurzelungen mit Abschuss, wo einer fällt.
Die Frage ist aber in beiden Fällen: was macht der Geworfene wenn er geworfen wurde?

Ich suche keine perfekten Lösungen oder Antworten. Die Situation gab mir nur zu denken.
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  #12  
Alt 03-01-2011, 16:04
Benutzerbild von DerBen
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Zitat:
Zitat von Karateka94 Beitrag anzeigen
da ich von vielen bodenkampfsystemen nicht viel halte, übe ich des öfteren bodenkampf mit meinen freunden. ohne schläge tritte etc. aber mit hebeln und würgegriffen. wir orientieren uns an den hebeln und würfen, die wir aus unseren kampfkünsten mitbringen, und probieren uns an denen, die wir in anderen systemen sehen. das schadet auf keinen fall, und man braucht nur einen partner, der keine berührungsängste hat
Zitat:
Zitat von Karateka94 Beitrag anzeigen
ich halte nichts davon sich nur auf ein bodenkampfsystem zu beschrenken. und von vielen bodenkampfsystemen halte ich nichts.
Ich glaub ich weiß was er meint.
Er findet BJJ, Judo, LL, Ringen, etc... alles doof!
Karateka, du bist doch ein Pfosten!
Die Bodenkampfsysteme bestehen nicht nur aus den Techniken, wie ihr sie macht, sie bestehen aus Prinzipien, wie z.B. "oben bleiben", "fixieren".
Der Bodenkampf ist unverzichtbar, das hast du ja erkannt, aber die Bodenkampfsysteme, beschäftigen sich nicht nur mit Boden, sondern auch, wie man dorthin gelangt, um seine Stärken auszuspielen.
Gefährliches Halbwissen....
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  #13  
Alt 03-01-2011, 16:08
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Kampfkunst: Yiquan
 
Registrierungsdatum: 01.07.2009
Beiträge: 26
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Zitat:
Natürlich hätte ich die Situation theoretisch auch im Stand dadurch lösen können, in dem ich eine Nase grbrochen hätte - die Tore waren offen
Wenn ein Tor geöffnet ist nutzt man seine Chance.Es gehört aber auch der Wille(Mut,Hemmschwelle) dazu,hindurch zu gehen(die Nase brechen).

Gruß^^
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  #14  
Alt 03-01-2011, 16:13
Benutzerbild von Klaus
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Registrierungsdatum: 31.08.2001
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Beiträge: 12.559
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Ich sprach auch im Moment nicht von mir, und auch nicht von kompetenten Takedowns, sondern von einem Schwachkopf am Bahnsteig der sich an einem festkrallt und fallen lässt. Wenn man dann alles ausschliesst was dem weh tun könnte, dann fällt man halt, und wenn man nicht mal das nutzt um demjenigen weh zu tun fällt man schlecht. Mal abgesehen davon dass jemand früher nicht so nah an mich herangekommen wäre. Heute pralle ich aber schon von Feuerschutztüren ab durch die ich vorher einfach durchspaziert bin, da braucht es also keine herkulische Anstrengung. "Einfach stehenbleiben" bei einem richtigen Takedown mit Griff ans Bein stelle ich mir auch nicht so einfach vor, passiv sicher nicht. Früher hätte ich das sicher gerne mal ergebnisoffen ausprobiert, einfach um's mal zu probieren.

Am Ende empfehle ich aber, das schlicht zu üben, wenn möglich im Cross-Sparring mit Leuten die das können. Und für den Fall der Fälle dass man es nicht abwehren kann zumindest die Basics am Boden. Der übliche "Taiji-Praktizierende" ist von einem CXW der tatsächlich schwer zu hebeln ist soweit entfernt, dass das kaum ins Gewicht fallen würde, da muss man die "normalen" Methoden einfach kennen um wieder aufstehen zu können. Ist auch gesünder, auf einem Bahnhof wo man vielleicht nicht von einem Einzelnen angegangen wird.
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  #15  
Alt 03-01-2011, 16:15
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von rudongshe Beitrag anzeigen
@Blue
Klassische/enge Würfe kenne ich kaum aus dem Ipstil, eher Entwurzelungen mit Abschuss, wo einer fällt.
Die Frage ist aber in beiden Fällen: was macht der Geworfene wenn er geworfen wurde?
Im Taijiquan oder einer SV-Situation? So schnell wie möglich gesichert wieder aufstehen
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