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#16
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| @Tsange Zitat:
(Wobei dieser Begriff ganz schön Missbraucht wurde )Zitat:
Kampfkunst differenziert da nochmal. Es ist ja ein leicht abweichender Prozess der Ego Auflösung als zb im Buddhismus oder durch Veden etc... Man macht ja neutrale Erkenntnisse im Zuge der Vervollkommnung der eigenen Übung aber nicht genau das was ein Mönch machen würde, da sie in erster Linie wieder den Fortschritt der KK behindern würden. Ich würd sogar von keiner Auflösung sprechen es ist eher eine Lockerung. Man nimmt sich einfach nicht mehr so wichtig ![]() Zitat:
Aber ich behaupte mal so Frech das für eine Meisterung von Taiji kein Vollkommen Aufgelöstes Ego von Nöten ist. Irgendwie ist meine Aussage zugleiche falsch und richtig ![]() Zitat:
Zitat:
Im Grunde fängt es mit ganz banalen an. Nämlich eine Korrektur die man im eigenen Charakter vornimmt. Die ab einem gewissen Punkt zum Selbstläufer werden kann wo man sich irgendwann denkt joa könnte ja noch was mehr. Aber im eigentlichen dreht es sich im Kampfkunst bereich einfach um solche Sachen.Ich will meine Form zum fließen bringen dann muss ich innere wie äußere Blockaden lösen. Was ich bin ein chronischer Couchsetzer der für sein Leben gerne Kästenweise Bier trinkt ?Okay fürs Training verringer ich das. Fürs Training treib ich mich Abends nochmal von der Couch und geh die Form durch. Hhm ich will die Form schnell durchmachen. Was ich übersehe in meinem Gehuschel aber die hälfte ?Jop ich gewöhn mir jetzt an es genau zu machen. Das sind so kleine aber entscheidene Punkt wo man das Ego überwindet. Und das kann sich halt immer mehr steigern. An so Punkte wie was ist mein Selbst und was ist ohne selbst. Dahin zu kommen ist ein langer Weg. Und ich behaupte auch noch das man vorher im Taiji viel weiter ist ![]() Zitat:
Zitat:
![]() Viele grüße, iron
__________________ No Limits Geändert von iron101headDareius (20-03-2008 um 23:12 Uhr). |
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#17
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| @taokriegerin Zitat:
Willst du Kampfkunst auf einem sehr hohen Level meistern wäre es von Vorteil den Körper wieder als Ganzes zu sehen. Das heißt keine Trennung zwischem Körper und Geist herbeiführen. Heißt aber auch wenn ich mein äußeres die Form, den Kampf etc vervollkommenen Will das ich auch mein inneres vervollkommene muss. Da das eine mit dem anderen einhergeht. Es ist im Grunde ein stehter Wechsel von Aktion Reaktion stopt das eine kann das ganze nicht fließen.Wobei Stoppen da genauer betrachtet auch falsch wäre. Es stoppt ja nicht. Wenn es stoppt wärst du ja gegeben den Infos denn man hat tot. Es wiederholt sich. Es dreht sich ja nicht nur darum Dinge im Fluss zu halten sondern diesen Fluß auch zu erweitern zu erhöhen. Zitat:
Das Problem ist warum sich soviele davor scheuen das sie nicht wissen was danach ist, oder ja noch nichtmal was ist wenn sie auf der hälfte der Reise sind. Zitat:
Zitat:
![]() Zitat:
Zitat:
Da muss ein Mittelmaß her.Das findet man eigentlich nur durch Übung selber ein Hohes Level innehaben. Es ist nur halt schwierig bei vielen Menschen sich immer wieder Indivuduell einzustellen. Also fährt je nach Situation so wie man weiß das man wohl die meißten erreicht. Wenn jemand meint seinen Schülern zu sagen ihr müßt eurer Ego auflösen sonst hab ich euch nimmer lieb. Dann sagt das im Grunde eigentlich nur aus. Das der Lehrer entweder selber nicht weit genug ist oder es zb nur auf Geld in Form von Sektiererei abgesehen hat. Viele grüße, iron
__________________ No Limits |
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#18
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| ich finde das thema interessant und da es eines ist, über das man sonst immer nur in form von eingesprengten halben nebensätzen stolpert, aber dies immer wieder bei ganz verschiedenen leuten, bin ich sehr dankbar, dass ich hier im forum - sogar von mehreren leuten und standpunkten - fundierte meinungen und erläuterungen dazu kriegen kann. Zitat:
wenn ich alles zusammenkratze, was ich da bisher an hinweisen aufgeschnappt habe, hab ich eher das (noch recht verschwommene) bild einer inneren landschaft, die ich selbst nur als kurzzeittouristin kenne, und von der leute, die sich dort besser auskennen, erwähnen, dass man dort besser leben kann als da, wo ich "wohne". was liegt da näher, als dann nach details zu fragen, wenn man schon das glück hat, auf gesprächsbereite einwohner dieser landschaft zu treffen? Zitat:
und ein diskussionsforum, wo jede/r selbst in aller ruhe entscheiden kann, was er/sie zu welchem zeitpunkt liest und wofür er/sie sich die zeit nehmen möchte, beiträge zu lesen und zu beantworten - wo ich also nicht das problem habe, dass ich jemanden mit meiner fragerei an den rand des wahnsinns treibe oder ihn über gebühr aufhalte - sehe ich als eine wunderbare gelegenheit gerade für ein solches thema. |
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#19
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| Hallo taokriegerin! Eine durchaus berechtigte Frage. Ohne das jetzt im Detail eräutern zu wollen scheint es mir aber doch eine gewisse Attraktivität zu haben, wenn sich weltweit so viele Menschen ernsthaft darum bemühen. Doch andererseits liegst Du, soweit mir bekannt, damit in ziemlicher Nähe der "technischen" Herangehensweisen, das Ego zu überwinden. Denn etwas anderes als das Ego haben wir ja zunächst nicht, wenn wir uns entscheiden sollten, diesen Weg zu gehen. Anders formuliert versuchen wir somit, ein System mit den Mitteln, die dieses System zu bieten hat, zu transzendieren - eigentlich eine Unmöglichkeit. Und dennoch gelingt es Münchhausen, sich gelegentlich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen ... ![]() Nun aber daraus zu folgern, daß man eine Ego-Auflösung generell unter psychischer Aberration subsummieren sollte, hieße imho, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Zitat:
Schöne Grüße, john_doe |
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#20
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| hallo zusammen. ich möchte kurz berichten, welche reflexionen mir bei dem thema sehr viel geholfen haben: zuerst mal die setzung: angst = schuld(zuweisungs)gefühl dann: ego = der versuch einer positionierung innerhalb einer solchen schuldgefühlshierarchie. um das begreifen zu können, ist es notwendig mal dein eigenen feinsten schuldgefühlen und schulzuweisungsimpulsen und 'schuldannahmereflexen' nachzuspüren. rein verbalgedanklich auf die beiden sätze einzugehen ist (in den allermeisten fällen) eine übereilung. viele grüsse vakuum |
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#21
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| eso-seite einfach deshalb als negativ-beispiel angeführt, weil ich damit persönlich viel in berührung gekommen bin (wie erwähnt im zusammenhang damit, dass ich schamanistin bin und dass in diesem bereich viele spirituelle maulhelden unterwegs sind). Zitat:
da find ich das schon gut, wenn das ego mit seiner erdverbundenheit beizeiten den lächerlichkeitsdetektor anspringen lässt und zur nüchternen differenzierung zwischen einer geschenkten erfahrung und tatsächlicher veränderung ermahnt, wenn man in der ersten euphorie des moments gefährdet wäre, sich in vervollkommnungsfantasien zu versteigen. da sehe ich eine wichtige aufgabe des egos nicht nur in seiner angestammten und anerkannten alltagszuständigkeit, sondern auch zum schutz der spirituellen entwicklung. Zitat:
aber die nächste frage ist dann gleich "wozu dann überhaupt kampfkunst". warum dann nicht gezielte selbstverteidigung einerseits und gezielte gesundheitspflege andererseits. das käme billiger im aufwand und würde schneller wirken. das, was an kampfkunst die große faszination ausmacht, ist doch, dass da sehr viel mehr passiert als das bloße einüben eines katalogs von geschicklichkeiten und strategisch nützlicher reaktionen, mit denen man andere leute beschädigen kann, wenn mans braucht. Zitat:
wenn ich dich richtig verstanden habe, sagst du in der hauptsache, dass es dieser vorgang ist, der nach und nach dazu führt, dass das ego sich weniger wichtigmacht? also, um ein einfaches beispiel zu nehmen: angenommen, ich stoße beim taiji-üben auf lernwiderstände, weil meine schultern zu starr sind, sagen wir mal als ausdruck einer trotzhaltung, mit der mein ego mich ein leben lang brav und treu vor diversen schmerzen abgeschirmt hätte. dann lässt sich die schulterstarrheit nur lösen, wenn die trotzhaltung bewußt oder unbewusst als überflüssig erkannt wird. -> das ego hat eine aufgabe weniger und darf daher ein bisschen mehr pause machen, aber nicht "das ego wird um ein stück beschnitten" oder "das ego wird in schach gehalten". dann ergibt sich im laufe der jahre, dass dem ego immer weniger aufgaben aufgebrummt werden, obwohl es in keiner weise bekämpft, geringgeschätzt oder unterdrückt wird. ist es das, was du meinst? in dem fall könnte ich mir vorstellen, dass folgendes paradox ganz einleuchtend wäre: Zitat:
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#22
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| Da hab ich ja in ein Wespennest getreten ![]() Ok, ich werde mal versuchen eure Einwände und Fragen zusammen zu beantworten, da sie sich ja doch teilweise sehr ähneln. Wenn ihr irgendeine eurer Fragen dabei übergagen fühlt, sagt einfach Bescheid, ok ![]() Also zuerst: Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit Ego-Loslassen dasselbe meine wie ihr. Wenn es lediglich darum geht, sich selbst nicht wichtig zu nehmen und sich jederzeit aus einem Standpunkt außerhalb seiner selbst betrachten zu können/ zu betrachten, habe ich damit kein Problem. Dann kann man das aber auch genau so formulieren anstatt da von einem diffusen „Ego-Loslassen“ zu reden. Woran ich bei diesem Begriff denke ist eher das worüber man, so wie ich das verstehe, im Taoismus redet. Ich nenne es jetzt einfach mal die Bewußtwerdung der Einheit mit allem. Zitat:
) wurde, ob der Begriff „mit dem Geist ARBEITEN“ Sinn macht? Meiner Meinung nach ist das das gleiche Problem. Wenn man mit dem Geist ARBEITET, macht man dann nicht dasjenige stark, was arbeitet und nicht den Geist selber?Also nehmen wir mal an, du würdest an der Bushaltestelle stehen, es regnet und auf einmal ist dein Bewusstsein in jedem einzelnen Regentropfen genauso präsent wie in dir. Aber danach weisst du, dass du in dem Moment, wo du versuchst, das BEWUSST HERBEIZUFÜHREN, dich immer weiter davon entfernst. Weil du dir vielleicht etwas in der Richtung einbilden könntest, aber es wäre eben nicht das. Im Grunde ist es sogar in dem Moment, wo du darüber erzählst oder dich daran erinnerst schon zur Lüge geworden. Aber umso mehr die Erfahrung verblasst, umso mehr vergisst du, dass dein Bestreben, das zu erreichen, dich nur immer weiter wegführt... Das ist im Grunde mein Hauptgrund. Etwas AKTIV erreichen wollen, lässt einen das, wonach man sucht nur immer weiter verlieren. Es wird doch nicht umsonst im TTK immer wieder das Nicht-Handeln betont oder dass der Berufene sein Wissen immer mehr verringert anstatt es anzuhäufen... Zitat:
Aber nach dem, was ihr geschrieben habt, muss ich doch, dass was ich gesagt habe wohl einschränken. Es ist wohl richtig, dass es auf den Menschen ankommt und es gibt wohl auch viele deren Interesse gerade durch solche Worte geweckt wurde. OK. Muss also sagen, ich bin halt von meinen Erfahrungen ausgegangen, aber es wäre dumm, die jetzt als allgemeingültig oder auch nur ausgereift hinzustellen. Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Auch wenn ich den Zusammenhang nicht ganz verstehe. Ich denke, du weisst, dass ich nicht meinte, dass man nur gegen Geld was sagt Haben nicht sehr viele, die sehr weit waren relativ wenig Worte verloren? Nun, ich denke, dass es bei vielen Dingen erst Sinn macht, darüber zu reden, wenn derjenige die Erfahrung selbst gemacht hat, weil er erst dann die Worte wirklich verstehen wird. Redet man nicht auch von „Belehrung ohne Worte“? Und heißt es nicht auch „Aber viele Worte erschöpfen sich daran. Besser ist es, das Innere zu bewahren“?Naja, ich hoffe, es ist ein bisschen klarer geworden, was ich meine...
__________________ Dare to struggle, dare to win, dare to fall and rise again. |
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#23
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| Ich dachte, die müssen den Unterschied zwischen Ich und Du, das Getrenntsein erstmal in den ersten Monaten lernen? Dennoch sitzen (liegen) die nicht nur rum und warten bis sie sterben, die kommen, im Gegenteil ganz schön "egoistisch" rüber. Haben Tiere (bis auf Primaten, einige Wal-Arten und Spezies mit ähnlich hoher Gehirnentwicklung) ein Ego im Sinne eines bewussten Selbst-Bildes? Sicher hat ein Hund Bedürfnisse, Emotionen und eventuell eine Persönlichkeit und einen Charakter aber hat er ein Ego? Das Ego (Ichbewusstsein) scheint mit der evolutionären Gehirnentwicklung entstanden zu sein und wenn schon kein Vorteil zumindest kein Überlebens-/Fortpflanzungsnachteil gewesen zu sein. Wenn man genauer hinschaut, dann ist das "Ego" eine höchst interessante Konstruktion des Geistes, da sind sich moderne Hirn-Forscher und richtige Buddhisten wohl einig. Denn das vermeintlich dauerhafte Ich ist in Wirklichkeit nirgends zu finden und ist es nicht eigenartig, dass ein Vierzigjähriger mit "Ich" sowohl seinen momentanen Zustand meint, jedoch auch den vor 35 Jahren und eventuell den in 40 Jahren, obwohl er morgens bei Arbeitsbeginn vielleicht ein ganz anderer ist als Abends bei der Familie oder der Geliebten. Wie aber soll man etwas auflösen, was nicht tatsächlich (im Sinne von Buddha inhärent "aus sich selbst heraus") existiert? Geht es nicht eher darum, sich (wer wird sich was bewusst ) des Konstruktes bewusst zu werden damit es seine Macht verliert?Loslassen heißt ja nicht etwas Neues zu tun, sondern etwas, was ich die ganze Zeit tue, zu lassen. Im Taijiquan lasse ich los, indem ich aufhöre festzuhalten, Muskeln anzuspannen. Ich merke, dass ich mich unnötig anstrenge und lasse es sein. Ich tue weniger, nicht mehr. Ähnlich stelle ich mir das beim Ego-Loslassen vor (und so wird es wohl auch immer von Iron beschrieben): Ich merke welche vielleicht falschen Vorstellungen ich von mir selbst habe, und wie sehr es mich anstrengt sie gegen die Wirklichkeit aufrechtzuerhalten. Ich merke, dass die Gedanken, Gefühle, vermeintliche Bedürfnisse kommen und gehen und man manches vielleicht einfach nur wieder gehen lassen muss (edit: kann). Die Gefühle sind weiterhin da, werden aber nicht mehr festgehalten, nicht mehr so ernst genommen, und dann wird’s wohl erst richtig lustig (oder warum haben diese Buddhisten, die einem sagen „Leben ist Leiden“, soviel zu lachen? vielleicht haben wir den Witz nicht verstanden ).Innerhalb des Taijiquan habe ich folgende Erfahrungen gemacht: Nach einer Phase regelmäßiger Meditation machte es mir im Pushen weniger aus, zu verlieren (im Sinne der Gedanken „Mist, ich trainiere so viel, und die anderen sind immer noch besser, das lerne ich nie.. ich geb 's auf, .. ich muss noch viel mehr üben...) und ich konnte mich mehr an gelungenen Aktionen meiner Kontrahenten freuen. Trotzdem hab bin ich nicht schlechter geworden, nur entspannter und damit sogar besser. Mein derzeitiges Verständnis von Nichthandeln/Nichtgewinnenwollen/Absichtslosigkeit: Das Rahmenziel ist vorgeben und bleibt erhalten (stehen bleiben, oder nicht verletzt werden) darüber hinaus gibt es jedoch keine Strategie („Ich mach A, dann macht er B und ich komm mit C“), sondern es passiert halt was sich ergibt. Dadurch wird man freier und unberechenbarer. Wenn man wachen Auges durch die Welt geht, merkt man wie anstrengend es sein kann, mit Leuten (auch sich selbst ) umzugehen, die ständig versuchen ihr sensibles Ichbewusstsein zu verteidigen und vor der bösen Wirklichkeit zu schützen, anstatt vielleicht zu denken: „Ach Wirklich? - ist ja lustig “Soweit die Theorie ![]() ![]()
__________________ realistische SV gegen die Waffen der Frauen ;) Geändert von bluemonkey (21-03-2008 um 17:12 Uhr). |
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#24
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__________________ realistische SV gegen die Waffen der Frauen ;) |
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#25
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| Hallo zusammen! Ich greife hier mal einen Satz von taokriegerin (Danke für Deine ausführliche Antwort) auf: Ich mach' mal den Eisbrecher und definiere Ego als ein virtuelles Konstrukt, das zwangsläufig mit dem Beginn der Sprachentwicklung (@ bluemonkey: z.B. Deine Bemerkung zu Ego/Kindern) und dem damit einhergehenden Festlegen der Sprach-/Denkstruktur einsetzt und uns somit von der Welt "trennt" (hier, das bin ich und an der Grenze meines Ichs beginnst Du bzw. alles, was Nicht-Ich ist oder einfacher: ich Tarzan - Du Jane ).Ob das gut oder schlecht ist, möchte ich, da es zunächst um Definitionen geht, hier erstmal außen vor lassen, darum können wir uns später kümmern. Ich bin der Auffassung, daß wir als Menschen schon ein wenig mehr darstellen als nur das, was uns als unser Ego erscheint. Und damit kämen wir zu der mit dem Ego oft in einem Atemzug genannten "Illusion" - nämlich der, daß wir tatsächlich getrennt sind von allem. Nach den Lehren verschiedener spiritueller Schulen ist es - vereinfacht ausgedrückt(!) - diese Illusion, die uns den Schmerz des Daseins bereitet. Schöne Grüße, john_doe |
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#26
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| Halllöle, wo's um Definitionen geht, äußere ich mich ja auch sehr gerne, deswegen auch hier: Meiner Meinung gibt es mehrere "typische" Definitionen, was jemand meint, wenn vom "Ego" die Rede ist. Leider passiert es praktisch immer, dass diese wirklich verschiedenen Dinge dann als zusammengehörig oder ein großes Konglomerat verstanden werden, und dadurch Aspekte des "Ego" als negativ gebrandmarkt werden, die eigentlich nicht negativ sind, sondern sogar notwendig für ein "normales" Leben. Teilbereich 1: Das "Ego" ist der Teil des menschlichen Geistes, der für rationales Denken und bewusste Kontrolle des Handels und für die Ausübung der willkürlich steuerbaren Motorik zuständig ist. Das Ego ist das, was "ich denke also bin ich" zu sich selbst sagen kann, und ein Mensch der sich dies sagen kann, kann sich z.B. zielgerichtet ein Butterbrot schmieren und aufessen. Dieser Teil ist eigentlich positiv oder neutral, denn wenn einem Menschen dieser Teil fehlt, so ist er entweder extrem psychotisch, autistisch oder geistig behindert oder ähnliches. Auch "ego-transzendierende" spirituelle Methoden wollen diesen Teil ja nicht abschaffen, sondern transzendieren, d.h. einen geistigen Bereich entwickeln, der eben über das denkende Selbstbewusstsein hinausgeht. Teilbereich 2: Unter "Ego" wird manchmal auch lediglich die dualistische Natur des begrifflichen Denkens verstanden, dann fällt halt z.B. der Aspekt der bewussten Kontrolle der Motorik und des sonstigen kontrollierbaren Verhaltens weg. Dieser Teilbereich des "Ego" wird oft negativ bewertet, weil es oft um einen spirituellen Kontext geht, in dem eben diese geistige Transzendens angestrebt wird, und das dualistische Denken (hier =Ego) überwunden werden soll. Dabei wird leider oft vergessen, dass die Entwicklung des dualistischen Denkens für die Entwicklung der transzendenten geistigen Bereiche absolut notwendig ist, so ähnlich wie man zuerst (zumindest ansatzweise) lernen muss, mit Zahlen zu rechnen, bevor man lernen kann, wie abstraktive Formeln und Funktionen mit Variablen funktionieren; oder wie Kinder erst krabbeln lernen müssen, bevor sie laufen lernen können. Teilbereich 3: Unter "Ego" wird teilweise auch die Summe der Meinungen über sich selbst verstanden, einschließlich der Idealbilder, wie man es gerne hätte. D.h. das Ego beinhaltet die Informationen, dass man z.B. männlicher Bahnbeamter, verheiratet, durchsetzungsfähig, intelligent, verständnisvoll, manchmal zu schnell wütend, geschickt, mittelmäßig attraktiv ist, nur selten lügt, usw. Teilbereich 2 und 3 sind eigentlich quasi der jeweilige Außenbereich an der einen und der anderen Seite von Teilbereich 1. Das Gegenstück zum recht umfassenden Teilbereich 1 wäre jetzt Teilbereich 4, und zwar das Ego im negativen Sinne, d.h. sämtlich mehr oder weniger ausgeprägten egoistischen und selbstbezogenen Teile der Persönlichkeit. Hier beginnt dann die große Verwirrung, und zwar, weil dann oft z.B. Teilbereich 2, d.h. das dualistische Denken als reines Funktionsprinzip mit den egoistischen Anteilen der Persönlichkeit in einen Topf geworfen wird, und dann oft so getan wird als wäre das dualistische Denken schuld am weltweiten Egoismus der Menschen. Das ist natürlich so zutreffend wie die Fähigkeit des Menschen, auf zwei Beinen zu laufen, die Ursache für sämtlich Kriege auf Erden ist: D.h. der Zusammenhang ist völlig überzogen. Dementsprechend muss man die Äußerungen der meisten Leute, wenn es ums "Ego" geht, sehr genau betrachten, was denn jetzt der eine oder andere meint. Meistens kommt in Diskussionen über das Ego nicht viel rum, weil diese Vermischung der Teilbereiche 1-4 alles absorbiert. |
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#27
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| Man findet etwas gut, schlecht, oder egal. Daraus leitet man Handlungen ab - um mehr davon haben, anderes zu vermeiden, oder 'interessiert mich nicht'. Man identifiziert sich mit diesen Gedanken und nennt das Ich. Ego. Daraus entstehen dann Komplexitäten wie Eifersucht, Schmeichelei, Beschämung, Schadenfreude und so weiter. Buddha sagte auch, die drei Fehler sind Liebe, Hass und Gleichgültigkeit. Vielleicht ist Ego ein anderes Wort für die Psyche, fiel mir gerade so ein.
__________________ Weil gerade man nicht zum Wettstreit bereit ist, ist auf der Welt niemand, mit dem man in Streit ist. |
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#28
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| Macht es Sinn in einem Austausch, bei dem es ums gegenseitige Verständnis geht, Punkte zu vergeben? Punkte zu vergeben hört sich mehr nach einem Diskussionswettbewerb, denn nach echtem Austausch an. Gruß, Sven
__________________ Modern Arnis in Hamburg Wandsbek |